Borneo – Singapur

10.8. – 5.9.2011

Nach einem Tag warten auf den indonesischen Dieselmann in Kumai organisierten wir unseren Sprit selber. Mit Rosis Dolmetscher-Hilfe über das Handy bekamen wir sogar Trinkwasser in den grossen 5 Liter Gallonenflaschen ohne diese kaufen zu müssen, weil wir ja nur den Tank wieder auffüllen wollten. Als wir alles auf die “Sunrise” gehievt hatten buchten wir unseren Heimflug und wollten noch ein letztes Mal unsere eMails herunterladen. Wir erhielten die Schreckensnachricht, dass unser Autoverkäufer in Perth bankrott gemacht hat und wir deshalb, obwohl unser Auto noch verkauft wurde, kein Geld bekommen, wohl auch nie welches bekommen werden. :-( Wir haben inzwischen alle Hebel in Bewegung gesetzt um irgendwie doch noch unseren geplanten Notgroschen für die Zeit nach unserer Weltreise bis zum ersten Lohn zu bekommen. Zum Glück können uns meine Eltern, falls es wirklich nötig sein sollte, finanziell aushelfen und wir müssen unser Reisebudget nicht kürzen oder gar die Reise abbrechen und sofort nach Hause kommen.

Als wir Kumai verliessen, war wieder eine stinkig graue Wolke über der Stadt. Wir hielten Ausschau nach den hiesigen Flussdelphinen. Wie wir im Visitor Center bei der einen Orang Utan Station gelernt haben, hat nämlich Simon vor dem Trip einen Irrawaddy Dolphin (Orcaella brevirostris) gesehen. Ein weiterer wollte sich aber nicht blicken lassen; dafür schlängelten wir uns ohne Probleme den Kumai River hinunter, an den Untiefen vorbei zurück in die South China Sea. Nach drei Nächten non-stop segeln entschieden wir uns die Insel Nangka auszulassen und direkt zur Insel Bangka zu segeln, denn wir wollten nicht in der Nacht ankommen und auch nicht unsere Fahrt verlangsamen. Dieser letzte Ankerplatz auf der Südhalbkugel war malerisch vor einem riesig langen weissen Sandstrand mit einer Palmenplantage im Hintergrund :-)

Nach einem Tag ausspannen und bereits Photoalbum auf dem PC erstellen, denn wir haben ja schon über 15´000 Photos geknipst :-) , segelten wir zum Teil mit Begleitung von grossen Tümmlern dem Norden entgegen. Um 7:58h liessen wir den Moscato knallen und feierten unsere Äquatorüberquerung auf der “Sunrise”. Am Ankerplatz in Kentar feierten wir mit einem Dinghy-Schaumbad weiter :-) !

Auf unserer Reise durch die Lingga Islands suchten wir jeden Abend einen neuen geeigneten Ankerplatz, weil Nachtschläge wegen den vielen Fischern nicht ratsam ist. Der Ankerplatz in Mesenak war aber so rollig, dass wir aus dem Bett gefallen wären und wir uns deshalb 5sm weiter zur Pulau Seminpan verlegten. Einen Tag lesen und Ifoloren bevor wir ganze 2sm östlich fuhren um vor der Village bei Pulau Benan zu ankern war angesagt. Wir wollten eigentlich frisches Gemüse kaufen, denn das Dosenfutter hängt langsam zum Hals raus, aber die Kartoffeln waren bereits im einzigen Shop der Insel verschimmelt, die Karotten alles andere als frisch, auf Kohl hatten wir keine Lust und viel mehr gab es nicht. Egal, dafür sahen wir die auf Stelzen gebaute Village mit zum Teil sogar gemauerten Häusern. Es scheint, dass die Leute hier bereits einiges mehr Geld haben und nicht mehr in einfachen Holzhütten leben. Auch die Boote sind schneller und werden immer lauter je näher wir nach Singapur kommen.

Den nächsten Halt machten wir in Korek zwischen Riffen, die erstaunlicherweise sehr viel vom Schwell abhielten. Am Abend wurden wir von den Fischern inspiziert und nach gedrehter Gezeit kräftig von den Wellen durchgeschüttelt. Deshalb “flüchteten” wir am nächsten Morgen nach Ngingan. Diese ist eine kleine Insel zwischen vielen anderen und somit super geschützt von den Wellen. Einzig die Bugwellen von den vorbeiflitzenden Passagierfähren liessen die “Sunrise” auf dem Wasser tänzeln. Nun kam der letzte Tag vor Anker in Indonesien. Simon hat schon keine Bücher mehr. tja, nicht alle meine Bücher will er lesen, aber ich lese auch seine :-)

Nach 3,5 Monaten freuten wir uns auf unsere erste (und letzte) Marina in Indonesien. In Cairns waren wir das letzte Mal in einer Marina. Die einzige Marina einigermassen auf unserem Weg wäre in Benoa, Bali, gewesen. Diese liessen wir aus, da die Strömungen zum hinein fahren heftig seien und wir gut auf die dortigen korrupten Behörden verzichten konnten. Die Nongsa Point Marina, ganz im Norden von Indonesien, war der Hit! Der Swimmingpool lagunenförmig geschwungen, wir konnten es kaum glauben so viel Süsswasser um uns zu haben :-) , das Internet gratis, das Restaurant gut und die Marina erledigte für uns alles mit den Behörden. Auch die “Sunrise” bekam endlich wieder einmal eine Süsswasserdusche. Innen wie aussen wurde geschruppt damit wir in Singapur so richtig Zeit haben um Sightseeing machen zu können.

Am letztmöglichen Tag unseres Visums reisten wir aus Insonesien aus. Es war definitiv eine supertolle Zeit in diesem herrlichen Segelgebiet, welches von vielen gemieden wird. Ja, die Behörden sind langsam und oft hilft ein kleines Nötchen weiter, aber es hat so viele idyllische Ankerplätze mit genialen Schnorchel- und Tauchgebieten!!! – und keine Piraten in Sicht.

Frühmorgens machten wir uns auf den Weg die Fahrrinne nach Singapur zu durchqueren. Die riesigen Frachter waren tatsächlich in einem fast 12 Minuten Abstand zueinander. Wir suchten uns eine Lücke und sausten mit höherer Tourenzahl als üblich quer durch die Fahrrinne damit wir schnellstmöglich auf der anderen Seite ankamen. Ein riesiger Frachter machte das parallel zu uns auch, weil er zum Ankerplatz fahren wollte und so kam es, dass er uns genau vor die Fr. fuhr. Tja, wir sind ja unter 20m Länge und haben, ob in der Fahrrinne oder ausserhalb, keine Rechte und deshalb kurvten wir einmal um ihn herum. Hauptsache kein Container fällt von seiner enormen Ladefläche und uns auf den Bug.

Die erste Begegnung mit den Singapuren war am Western Immigration Ankerplatz, wo wir treibend auf das Zollschiff warteten. Ohne Lächeln und mit abgehacktem Englisch bekamen wir ein paar offizielle Formulare, denn unsere eigene Crew-Liste wurde hier das erste Mal nicht akzeptiert. Schlussendlich bekamen wir doch noch ein Lächeln und dürfen für 14 Tage in Singapur bleiben.

Der One°15 Marina Club beherbergte uns nun über eine Woche. Bereits am ersten Tag luden uns unsere Nachbarn von dem Motorboot Sealion II zu einem Glas Wein ein. Tja, es blieb nicht bei einem. aber unser Heimweg war ja nur einmal quer über den sowieso schwankenden Steg :-)

Die Marina ist zwischen vielen Wolkenkratzern. An der Sealion II Party lernten wir sogar den Peter kennen, der im 13. Stock mit Meersicht wohnt. Nur gerade das Penthaus ist noch über ihm. Er bezahlte für diese 2-Zimmerwohnung sage und schreibe 4´000´000 S$!!! Nein, nein, das sind nicht mehr Indonesiche Ruphia, da waren sogar wir Multimillionäre, das sind 3Mio sFr! Er hat aber noch eine andere Wohnung, ein Motorboot und höchstwahrscheinlich noch vieles mehr von dem wir nichts wissen :-) Wir sind auf jeden Fall schon happy mit dem stilischen Pool zur freien Benutzung und auch das Gym besuchen wir mehr oder weniger regelmässig. So konnten wir sogar ein wenig Leichtathletik-WM im kleinen Monitor der Joggingmaschine anschauen :-) Der Muskelkater hat auch zugeschlagen, denn 90 Pfund war halt einfach zu viel, Schatzeli.

Einen unvergesslichen Lunch konnten wir in einem Chinesischen Restaurant mit unseren Freunden von der “Noeluna” geniessen. Es war super, die News von der World ARC Flotte zu erfahren und das Wold ARC Buch in ihrem “Black and White” Hause von der Kolonialzeit anzuschauen. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft in Singapur, Familie Vermersch!

Im Vivo City Shopping Center, scheinbar das Grösste in ganz Singapur, haben wir uns dem Kulturschock gestellt. Im Desigual Shop haben wir leider kein farbiges Kleidchen gefunden, dafür hätte es für Angie einen perfekten Mantel gehabt :-) Im Puma-Shop fand ich dafür meine perfekte knallgelbe Sporttasche und in Chinatown einen luftigen Wickeljupe. Für Simon liessen wir wegen den hervorragenden Verkäuferparolen fast einen massgeschneiderten Anzug machen. Wir entschlossen uns aber noch bis Thailand zu warten, denn die Preise hier sind viel zu teuer. Wir sind uns noch die Indonesischen Preise gewöhnt, wo man für 2 Franken eine superfeine Mahlzeit bekommt…

Bei der Thai Embassy konnten wir ohne Probleme innerhalb von einem Tag unser Visa bekommen und im Kino wurden wir einmal zum Eisblock gefroren. Den wasserspuckenden Merlion (Leu-Jungmaa, nei nei nicht Meeres-Leu, gäll Schwegi und Susi) besuchten wir und bewunderten das Architekturkunstwerk mit einem Schiff auf drei Hochhäusern. Weil die Marina auf der Sentosa Insel ist, haben wir einen kurzen Weg zu vielen weiteren touristischen Attraktionen. Die Siloso Beach mit der Laserattraktion “Song of the Sea” bestaunten wir und fanden heraus, dass es eigentlich eine Show für Kinder ist :-) Die Strassenkünstler unterhielten uns sehr gut, denn wie auch in Neuseeland ist nun hier gerade das Buskerfestival.

Heute haben wir der “Sunrise” noch den letzten Schliff gegeben, denn Morgen kommt unser hoher Besuch, Papa Sievi! Wir freuen uns riesig dich bald an Bord begrüssen zu können und mit dir die nächsten 10 Tage an der malaysischen Westküste durch die Strasse von Malacca bis Langkawi zu segeln.

Singapur hat uns sehr gefallen. Nun freuen wir uns noch auf Malaysia und Thailand. Nun das waren unsere News. Schreibt uns doch einen kurzen Kommentar, damit wir auch mitbekommen, dass ihr unseren Blog noch immer lest und was ihr zu unseren Photos zu sagen habt. Merci!

3 Antworten zu “Borneo – Singapur”

  1. eiger sagt:

    ich lies immer mit und denn packt mi reiseluscht und ich kei voll duure und will au.. hehehe.. gang zum glueck am fritig bitz bi Komodo go tauche,,, wenigschtens oeppis… auf bald!

  2. Wojdi sagt:

    Was für grandiose Bilder!!! Ich freue mich schon auf eure Erste Dia Vorführung:)!!! Lese fleißig euren Blog und hoffe auch irgendwann mal das gleiche zu erleben.
    Wünsche euch alles Gute für die weitere Fahrt.

    Wojtek

  3. admin sagt:

    Hey Wojtek, danke fürs Lob. Wir sind uns ziemlich sicher, dass du so was erleben wirst! Hoffentlich sind deine grossen Pläne am Reifen. – Übrigens herzliche Gratulation zum Nachwuchs! Da hoffen wir, das gleiche irgendwann mal erleben zu dürfen. :-)

Hinterlasse eine Antwort