Archiv für die Kategorie ‘Sunrise auf hoher See’

Langkawi – Phuket

Samstag, 05. November 2011

12.-29.9.2011

Gastartikel von Rebi

Unser Flug verlief einiges ruhiger als der von Sievi – wettertechnisch gesehen, ansonsten bin ich immer noch der Auffassung, dass die Finnair, die Fluggesellschaft ist, die den Rekord im ständig Reden hält. Etwa über Bangkok fing dann das Flugzeug ziemlich stark an zu schütteln – von einem Gewitter fehlte jedoch jede Spur – aber wir bekamen keinen Kaffee und Tee zum Frühstück serviert wegen der Turbulenzen. Wir landeten pünktlich in Singapur und bezogen unser Zimmer im Hotel Crown Plaza direkt am Flughafen. Es ist ein super Hotel mit einem mega schönen Pool. Wir zogen also unsere Badesachen an und hüpften ins Wasser. Plötzlich sahen wir eine Hochzeitsgesellschaft, die auf Stühlen neben dem Pool warteten und tatsächlich wurde einige Minuten später die Braut zu der Gesellschaft geführt. Es war für uns ein etwas komisches Gefühl daneben im Pool zu sein, aber na ja das Hotel ist für alle da.

Am nächsten Morgen flogen wir weiter nach Langkawi. Dort wurde ein Taxi für uns organisiert: An den Hafen in Kuah zur Adler-Statue (dies die Beschreibung für den Treffpunkt von Silvia). Also dann los – der Taxi-Fahrer fragte nochmals nach, konnte jedoch so schlecht Englisch, dass ich ihm kurzerhand eine Adler-Statue auf ein Blattpapier malte (sie sah ganz schlimm aus, aber der Mann brachte uns danach ans richtige Ort) und ich dachte nur ganz ruhig Rebi, du bist wieder in Südostasien.

Es klappte alles. Wir warteten ca. 10 Minuten und dann kam Silvie angehüpft, juhuiiiiii, Simon im Schlepptau (ohne hüpfen ;-) ). Nach einem freudigen Wiedersehen, fuhren wir mit dem Dinghi zur Sunrise, auf der der Matrose Sievi wartete. Wir quartierten uns ein und dann gab es zuerst mal Kaffee und Kuchen, dass ist mal ne Begrüssung.

Die nächsten vier Tage können im Bericht von Sievi nachgelesen werden – ausser dass ich nicht auf den Masten ging, sondern nur Dani, haben wir nichts hinzuzufügen.

Am Morgen wurde Sievi von Silvie und Simon auf den Flughafen gebracht. Dani und ich schliefen aus und bereiteten das Frühstück vor. Danach gingen wir einkaufen, da wir ne längere Strecke vor uns hatten. Wir reisten aus Malaysia aus und machten uns auf nach Thailand mit genügend Proviant an Bord.

Und endlich hatten wir Wind und was für einen. 2 Tage segelten wir in Schräglage, sodass ich und die Tabletten namens Stuggeron, wie auf dem Segeltörn in Griechenland, beste Freunde wurden. Ich ging nur unter Deck, wenn ich auf’s Klo musste oder schnell irgendetwas holen (Brille, Buch, Jacke etc.). Wie Simon da unten kochen konnte, ist mir vollkommen schleierhaft. Dani machte sich auch nicht schlecht und wusch vielmals das Geschirr ab – wie ist mir auch vollkommen unverständlich, tja. Aber es war herrlich im Cockpit zu sitzen, den Wind ins Gesicht geblasen zu bekommen und sich von den Wellen anspritzen zu lassen. Bis dahin sind wir immer dem schlechten Wetter davon gefahren und übernachteten in traumhaft schönen Buchten mit stahlblauem Wasser fern von jeglichem Tourismus. Es war einfach wunderbar.

Aber Silvie und Simon haben immer etwas auf Lager, wenn ich dabei bin (sprich sogenannte Premieren). Diese Premieren fingen damit an, dass wir in eine Koralle fuhren, da plötzlich das Wasser seicht wurde, juhuiiii. Dani tauchte unter das Boot und fotografierte das Ruder – alles halb so schlimm. Leider wissen wir nicht wie es der Koralle geht, hoffentlich gut.

Am nächsten Tag hatten wir wieder ordentlich Wind und segelten Richtung der Insel Koh Phi Phi. Auf Koh Phi Phi wollten wir ein paar Tage bleiben und tauchen gehen. Die Insel war schon in Sicht und mit ihr der Regen. Wir fuhren direkt auf eine schwarze Wand zu und dann auch hinein, womit wir zu einer weiteren Premiere kamen. Wie so schön auf Seemannssprache gesagt: „Nachdem uns eine Böe erwischte, wuschen wir die Rehling.“ Für alle Nicht-Seemänner und -frauen, wir standen so schief auf dem Wasser, dass ich fast senkrecht auf dem Tischbein stand. Der Regen wurde uns ins Gesicht geschleudert, Silvie machte die Genua los und Dani und ich zogen sie ein, damit nahmen wir dem Wind jegliche Angriffsfläche und wir standen wieder gerade. Puhhhhhh, wir waren alle bis auf die Unterhosen nass. Ausserdem hat uns diese blöde Böe weg von der Insel Phi Phi geblasen und wir hatten nun eine Stunde länger als geplant, huiiiii. Ich war ehrlich gesagt sehr froh, als wir in der Bucht von Phi Phi ankerten. Wir nahmen ein Bad im warmen Wasser – unglaublich war während der ganzen Reise, dass es regnen konnte, dass Meer aber immer super schön warm war und dass die Temperatur nie abkühlte.

Die nächsten Tage verbrachten wir auf Koh Phi Phi – man kann dort super shoppen gehen, eine weitere Attraktion war das Fisch-Spa und zum Schluss liessen wir uns bei einer Massage verwöhnen mit abschliessendem Abendessen (ich war auf meiner Weltreise letztes Jahr schon auf Koh Phi Phi und kannte ein super schönes Hotel mit guten Massagen und Essen). Unser Tauchtrip war auch ganz lustig – vor allem weil wir auf das Boot der Tauchschule von unserem Boot aus springen mussten. Die Tauchgänge selber waren abwechslungsreich – mal ganz schlimm mit einem Artificialreef, das überhaupt noch nicht überwachsen war bis hin zu Teilen mit wunderschönen Korallen.

Weiter ging es nach Phuket – wir mussten dort einklarieren, bis jetzt waren wir wohl eher illegal in Thailand. Dies war kein Problem und wir konnten nun erstmals mit gutem Gewissen Thailand betreten ;-) . Der Anblick war nicht so toll, denn das Klische von Thailand bestätigte sich – Bars mit jungen Damen und älteren Herren. Wir gingen schnell einkaufen und dann wieder ab aufs Schiff.

An den letzten Tage unseres Urlaubs besuchten wir eine Perlenfarm und übernachteten in einsamen Buchten zwischen kleinen teilweise unbewohnten Inseln. Die Regenzeit machte ernst und es regnete stundenlang. Wir nahmen es gemütlich mit lesen und Filme schauen. Ein kleinen Ausflug mit dem Dinghi zum James Bond Felsen, bei dem es von Touristen wimmelte.

Dann war es Zeit in den Hafen bei Phuket einzufahren. Den letzten Abend rundeten wir mit einem guten Abendessen und mehreren Partien Billard ab. Auf dem Schiff verschliefen wir dann sogar Silvie’s Geburtstag, den wir am Morgen darauf mit Kaffee und Kuchen dann feierten. Dann kam der Moment des Abschieds. Es waren super schöne Wochen mit euch beiden. Vielen, vielen Dank.

Region Phuket und Similan Inseln

Freitag, 04. November 2011

29.9. – 4.11.2011

Meinem Geburtstagskuchen wurden die Kerzen vom Wind ausgeblasen, dafür war er köstlich. Gestärkt gingen wir dann also mit unserem Taxi die Insel Phuket erkunden. Zuerst besuchen wir den Schneider Sam, welcher uns toll beriet und schöne Business-Anzüge für Simon und einen Hosenanzug und Jupes für mich anfertigen wird. Danach wurden wir ins Central Festival Shopping Center gefahren und ich bekam meine Geburtstagsfrisur. Endlich nicht mehr nur Haare auf dem Kopf :-) . Bei einer Entspannungsmassage nahm ich Glückwünsche aus der Schweiz entgegen und beim Nachtessen am Strand mit Kerzenlicht und einem guten Stück Fleisch vom hiesigen Franzosen liessen wir den schönen Tag ausklingen. Danke für die vielen Glückwünsche per eMail. Wie schön, dass es diese Technologie doch gibt :-) . In den nächsten Tagen bescherte uns das Wetter viel Regen und so kam es, dass wir vor der Yacht Haven Marina ankerten und uns den Kopf zerbrachen, was wir mit unserem letzten Monat in Thailand anfangen sollen. Wir gingen zur ersten Anprobe beim Schneider und liessen uns wieder für den Spotpreis von 6 Fr. eine Stunde massieren :-) . Zum Glück kam dann doch wieder die Sonne mit ihrer brütenden Hitze und wir motorten zu Koh Hong um den „Hong“ zu besuchen. Mit dem Dinghy fuhren wir neben vielen Touristen im Kanu in diese Lagune in der Kaltsteininsel und bestaunten die Gesteinsformationen. Durch einen Tunnel fuhren wir dann wieder hinaus und hatten einen gemütlichen Abend als dann alle Touristen weg waren :-) . Am nächsten Morgen motorten wir wieder ohne Wind zur nächsten Insel. Koh Kudu Yai war ein schöner Ankerplatz zwischen zwei hohen Inseln und tausenden von Flughunden, die in der Nacht scheinbar beim nahegelegenen Festland auf Futtersuche gehen. Mitten in der Nacht wurden wir dann von einem Fischer geweckt. Sein Netz verfing sich in unserer Ankerleine, denn er verpasste sein treibendes Netz rechtzeitig einzuholen. Er riss einfach fest daran und fuhr mit dem kaputten Netz wieder weg. Auch dort besuchten wir den „Hong“, dieses Mal ohne Touristen.

Zum nächsten Ankerplatz konnten wir dann tatsächlich Segeln! Langsam aber stetig kamen wir nach 5h am nur 17sm entfernten Koh Hong an. Nein, nein, wir haben uns nicht verfahren. Diese Insel heisst wieder so und hat natürlich auch einen „Hong“. Täglich werden hunderte von Touristen von Krabi mit Longtails (thailändische Holzboote mit extrem lärmendem Motor) oder Speedboats, die keine Rücksicht auf andere nehmen und somit ihre Bugwelle uns jedes Mal kräftig durchschüttelt, hierher geschippert. Trotz dem unruhigen Ankerplatz bleiben wir dort ein paar Tage. Wir lesen viel und faulenzen ausgiebig. Auf den Wind wartend segelten wir schussendlich fast eine Woche später nach Railay, ins Kletterparadies. Die Felsen dort haben scheinbar über 1000 verschiedene Tracks in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wir begnügten uns mit dem Zuschauen und Besichtigten eine Höhle in luftiger Höhe mit super Ausblick auf die Bucht. An einem Tag wollten wir dann auch noch zur Lagune wandern. Wir sahen sie von weitem, entschlossen uns aber nicht weiter zu gehen, denn, ja Mami, es wurde tatsächlich überhängend :-) . Vor allem hatten wir uns am Nachmittag für einen Thailändischen Kochkurs angemeldet und den wollten wir auf keinen Fall verpassen. Nun können wir Yam Thale (Meeresfrüchte-Salat), Kang Pha-Nang (Curry in süsser Erdnusssauce), Tom Kha Kai (Hühnchen in Kokosnussmilchsuppe), Phad Thai (gebratene Nudeln Thai Style) und Bananen in Kokosnussmilch kochen.

Railay selber sei wie Phi Phi vor 20 Jahren… An der „Strandpromenade“ Restaurant neben Restaurant und einige Bars und Shops. Zu unserer Enttäuschung aber leider keine Möglichkeit frisches Gemüse oder Früchte einzukaufen. Alkohol und Knabbereien gibt es für die Partyleute mehr als genug, aber nichts für Fahrtensegler. An unserem „2-Jahre auf Weltreise“-Tag fuhren wir dann halt mit dem Dinghy um die Landzunge um in der dortigen Village, laut Info von unser Nachbarn, auf dem Markt einkaufen zu gehen. Die Longtails überholten uns mit Getöse und einem grossen Lachen… mit nur 3,3 PS sind wir nicht die Schnellsten :-) . Vollbepackt tuckern wir auf die „Sunrise“ zurück und beim Abendlichen Kino mussten wir immer wieder Pause drücken, weil wir wegen dem regen und sehr lauten Taxi-Verkehr kein Wort verstehen können. Ein paar Delphine besuchten uns dort am Ankerplatz sogar!

Wieder Mal unter Motor fuhren wir weiter auf die Chicken Island. Bei Ebbe hat es dort einen sehr schönen Strand, der zu den nahegelegenen zwei winzigen Inseln führt, fast ohne nasse Füsse zu bekommen. Am Abend hatten wir einfach keine Lust selber zu kochen und entschlossen uns in das dortige kleine Restaurant zu gehen. Für uns wurde extra der Generator angeworfen, damit wir Licht hatten. Bei der Bestellung mussten wir dann dummerweise feststellen, dass dort saftige Touristenpreise verlangt werden, obwohl doch am Abend gar niemand hier isst. Tja, wir sagten dann einfach bei der Bestellung, dass wir lediglich 300 Baht Bares übrig haben. Das reichte für einen Burger ohne Pommes und einen Chicken Salat ohne Reis sowie eine Cola. Die Bedienung hatte mit uns so bedauern, dass sie uns ein Mineralwasser und Reis spendierte :-) . Wären es Thai Preise gewesen, hätte unser Geld längstens gereicht und deshalb hatten wir auch nicht wirklich ein schlechtes Gewissen. Als sie uns verabschiedeten fragten sie lustigerweise, ob wir Morgen wieder kommen…

Zurück in Koh Phi Phi erhofften wir uns unsere in Australien gekauften Tauchflaschen verkaufen zu können. Leider haben die hiesigen Tauchschulen kein Interesse und dann stellten wir sogar noch fest, dass uns unsere Angelrute geklaut wurde. Tja, gefangen haben wir nichts mit ihr, nur war die Vorstellung, dass jemand an das Boot kam und sie vom Bändsel befreite schon etwas komisch. Wir hatten aber die ganze Reise nie Probleme und hoffen nun einfach, dass der neue Besitzer mehr Glück hat als wir mit dieser Angelrute. Am nächsten Tag gingen wir dann in die Massage, wo wir damals mit Rebi und Dani schon waren, nachdem wir unsere Travelers Cheques zu Barem gemacht haben. Den letzten Schlag machten wir dann tatsächlich unter Segel zurück nach Phuket. Dieses Mal war das Ziel die Royal Phuket Marina, weil die „Sunrise“ einen neuen Unterwasseranstich braucht und das Ruder noch repariert werden muss. Weil man um in diese Marina zu kommen einen Kanal nehmen muss der nur bei Hochwasser von mindestens 2.70m bei unserem Tierfang von 2m befahrbar ist, ankerten wir bei Koh Rang Yai um die richtige Gezeit abzupassen. Es stellte sich heraus, dass dort sogar noch eine Perlenfarm mit Shop auf der Insel ist und so konnten wir noch letzte Souvenirs kaufen :-) .

Pünktlich wie eine Schweizer Uhr kam der Pilot von der Marina uns doch tatsächlich vor dem Kanal abholen und fuhr die „Sunrise“ zu unserem Erstaunen selber durch den Kanal. Erst kurz vor der Marina übergab er das Ruder dann doch wieder dem Simon. Gekonnt legten wir an, einerseits erleichtert, dass wir die lange Reise von Australien durch Indonesien, vorbei an Singapur und Malaysia bis hier nach Thailand gemeistert haben, aber auch ein wenig wehmütig, dass das Abenteuer „Sunrise“ nun doch schon zu Ende ist – und somit auch die Weltreise.

Ein letzter Höhepunkt lag aber noch vor uns: Wir haben noch einen viertägigen Tauchtrip in den Similan National Park mit einem Livebord gebucht. Weil dort im NP keine Tauchbasis ist, hätten wir unsere Tauchflaschen nicht auffüllen können und da die Tauchsaison offiziell erst Anfangs November anfängt, hätten wir evt. auch Probleme gehabt die Tauchflaschen bei den Livabords aufzufüllen. Deshalb entschieden wir uns das Navigieren und Ankerplatzsuchen dem Captain der Manta Queen II zu überlassen und uns auf das Tauchen zu konzentrieren. Mit 4 Tauchgängen pro Tag inkl. einem Nachttauchgang waren wir froh mit NITROX (enriched air) zu tauchen. Die Unterwasserwelt war sehr imposant, wie auch die Inseln selber. Riesige kugelförmige Felsbrocken waren über wie auch unter dem Wasser zu bestaunen. Beim weltbekannten Tauchspot dem Richelieu Rock im Surin NP machten wir dank guten Wetterbedingung 3 Tauchgänge. Leider hatten wir nicht das Glück die grossen Attraktionen an diesem „Ozeanischen Site“, wie Mantas oder gar Walhaie, zu sehen, dafür sahen wir hunderte kleine sehr farbenprächtige Nacktschnecken, Tintenfische, riesige Krabben und vieles mehr. Nach dem zweiten Tauchgang war unser Blitz für die Unterwasserkamera bereits leer und deshalb ladeten wir ihn rechtzeitig für den Nachttauchgang. Doch dann geschah es, knack und der Hebel um den Akku des Blitzes wieder fest an den Blitz zu machen brach ab. So ein Sch… jetzt haben wir das Ding um die ganze Welt geschleppt und genau jetzt beim Taucherhighlight können wir keine Unterwasserphotos machen :-( . Tja, vor allem der „Ghost Pipe Fish“ und die eine oder andere knall gelbe oder orange Nacktschnecke wären ein grandioses Poster geworden…

Nach einem gelungenen Abschluss wurden wir wieder in die Marina gebracht und verbringen nun die letzten Tage auf der „Sunrise“. Um uns wieder fit zu machen, gehen wir täglich ins Fitness. Beim Schneider waren wir auch schon zum x-ten Mal. Noch immer ist nicht alles so massgeschneidert wie es sein sollte… Die „Sunrise“ ist inzwischen innen und aussen gründlich gereinigt und sitzt auf dem Trockendock. In schwindelnder Höhe überstanden wir heute sogar ein heranbrausendes Gewitter mit Blitz und Donner. Es wurde mir ganz mulmig und deshalb gingen wir im „les Anges“ eine heisse Schokolade/Capuccino und ein Stück Kuchen/Sorbet zu essen, nach dem wir das Dinghy gesichert haben und nichts mehr für die „Sunrise“ tun konnten. Ohne Schaden haben wir und die „Sunrise“ alles überstanden. Das unterbrochene Kochen des Festessens von Simon, Sweet Peanut Curry, wurde dann sogar noch weiter verspätet, weil doch tatsächlich noch die australische Gasflasche leer wurde. Mit hunderten von Moskitos montierte Simon das Europäische Gewinde an die Schläuche. Wie auch immer, es schmeckte vorzüglich, unsere Kochkurse haben sich ausgezeichnet :-) .

Nun kommt Morgen Reiner an Bord. Mit ihm werden wir die nächsten Tage noch kräftig die „Sunrise“ putzen, reparieren, anmalen und was ihm alles sonst noch in den Sinn kommt. Wir möchten dir, Reiner, bereits jetzt und auf diesem Weg herzlichst danken für dein grosszügiges Angebot deine „Sunrise“ von Australien nach Thailand in gemütlichen 7 Monaten zu „überführen“. Es hat uns riesig Spass gemacht! Wir haben viel gelernt und erlebt. Dieses Abenteuer werden wir nie vergessen und wahrscheinlich noch Jahrzehnte lang davon erzählen :-) .

Trotzdem, wir freuen uns riesig auf die Schweiz. Unsere Familie und Freunde nach über 2 Jahren wieder in die Arme schliessen zu können!

Unsere wundervolle, grandiose, hammrige Weltreise war mit vielen Highlights gespickt: Wir überquerten zwei Ozeane, den Atlantik mit der SY Tartaruga und den Pazifik mit der SY Sunrise, segelten in den Tobago Cays in der Karibik, tauchten in Bonaire bei Hans und Jannie, besuchten Götti Kurt und Lasley in Bonita Springs, bestaunten die Tierwelt von Galapagos, besegelten die paradiesischen Tuamotus, tauchten im atemberaubenden Niue und Tonga, forschten und tauchten mit den Bullenhaien in Fiji, erreichten Australien nach 12´656sm, fuhren während 6 Monaten mit unseren 4WDs, „Black Pearl“ und „Frangipani Beauty“, 27´802km durch das vielfältige Australien, trafen Rebi und Angie in Cairns, überflogen den Uluru und die Olgas, machten 7´747km in Neuseeland in unserem kleinen Camper, lernten im Surfcamp mit Andrea und Fabian die Kunst des Wellenreitens, schnorchelten mit einem Walhai im Ningaloo Reef, segelten die SY Sunrise als Skipper durch Indonesien, besuchten die Gewürzinseln Banda Naira, tauchten in dem sagenhaften Komodo Nationalpark mit Timtam, besuchten unsere Verwandten, die Orang-Utans in Kumai, durchquerten die Strasse von Malacca mit unserem Besuch Papa Sievi, und erreichten mit Rebi und Dani schlussendlich Phuket nach 5´243sm. Insgesamt segelten wir tatsächlich 17´899sm um die halbe Welt!

Langkawi, Malaysia – Phuket, Thailand

Montag, 17. Oktober 2011

16.9. – 29.9.2011

Nachdem wir Papa Sievi an den Flughafen gebracht haben und ihm mit einigem von unserem Gepäck Adieu sagen mussten, fuhren wir mit dem Taxi wieder zurück und kauften mit Rebi und Dani noch ein bisschen Proviant ein für die Überfahrt nach Phuket. Im Duty Free verprassten wir unsere letzten Hiesigen und die Wassertanks füllten wir im Royal Langkawi Yacht Club auf. Wir brachten doch tatsächlich den ausgeliehenen Wasserfilter der Nachbarn zum Platzen :-( . Tja, im Supermarkt kauften wir gerade zwei Neue, denn auch die „Sunrise“ wird in Thailand weiterhin einen solchen brauchen.

Auf dem Weg nach Koh Adang besuchte uns kurz ein Delphin, beim Fischen waren wir noch immer nicht erfolgreich und nach 10 Stunden ohne Wind kamen wir am Ankerplatz an. Bereits am nächsten Tag ging es weiter nach Koh Rok Nok und Ko Rok Nai. Am Morgen fuhren wir noch unter Motor, doch am Nachmittag hatte der Wind erbarmen und frischte endlich auf. Am neuen Ankerplatz suchten wir die im Führer versprochene Sandbank und fanden viele Korallen. Plötzlich rumpelte es und es wurde uns klar, dass die aussehenden 5m Wassertiefe nicht zutrafen. Zum Glück kamen wir durch schnelles Handeln ohne grösseres Problem wieder ins freie Wasser. Wir entschlossen uns kurzerhand einfach die Boje vom Nationalpark zu schnappen und nicht weiter nach sandigem Ankergrund zu suchen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Koh Phi Phi. Der Wind meinte es gut mit uns und wir kamen mit bis zu 25kn Wind zügig voran. Als dann eine grosse, dunkle, bedrohende Wolke mit viel Regen immer näher kam, waren beide Segel schon gerefft und wir waren bereit alle klatsch nass zu werden. Dann ging alles ganz schnell: Wind bis zu 36kn und eine Schräglage wie wir sie auf der „Sunrise“ noch nie erlebt haben. Wir schossen in den Wind, weil der Ruderdruck zu gross war und liessen schnell das Gross ganz herunter. Genua rein und unter Motor mit dem Wind von hinten wetterten wir diese Regenwolke ab. Als wir dann Koh Phi Phi wieder erblickten, war der Kurs zu unserem Ankerplatz zwar ganz anders, aber immerhin die Distanz nicht wieder mehr geworden. In der Ton Sai Bay von Koh Phi Phi Don liessen wir dann den Anker fallen und genossen die nächsten Tage dort. Wir erkundeten das Dorf zwischen den beiden grossen Buchten und buchten einen Tauchtrip für den nächsten Tag. Der erste Tauchplatz war vor der Viking Cave von Koh Phi Phi Le. Das künstliche Riff aus Stahlträgern war vor allem mit Anemonen und den Anemonen Fischen übersät. Im zweiten Tauchgang um Koh Bida wurden wir dann vor allem mit Korallen belohnt. Nach einem eher hektischen Ende des Tauchganges, denn das Tauchschiff erwartete uns nicht so weit draussen und deshalb mussten wir wegen dem grossen Schwell, der an die Klippen rollte heftig Richtung unterdessen bereits anfahrendes Tauchschiff paddeln, fuhren wir in die ruhige Bay zurück. Am Abend genossen wir das Piratenessen an Land, nachdem uns beim Fisch Doktor die kleinen gefrässigen Fischleine unsere Füsse geputzt hatten. In den ersten Minuten kitzelte es sehr, doch dann wurde es immer angenehmer und wir fanden es sehr spassig unsere Füsse in diesen grossen Fischaquarien zu halten und angeknabbert zu werden. Weil wir noch nicht weiter wollten blieben wir einfach noch einen Tag vor Anker, genossen den Tag mit Lesen und am Abend gönnten wir uns eine Massage. Nach einem gemütlichen Nachtessen am Strand führen wir mit dem Dinghy wieder zur „Sunrise“ und achteten darauf, dass uns keines der Long Tail Boote der Einheimischen über den Haufen fährt :-) .

Nun war der Wind wieder einmal verschwunden und deshalb motorten wir nach Ao Chalong, Phuket. Dort klarierten wir endlich ein, denn bis dahin waren wir offiziell noch gar nicht eingereist… Ein computerisiertes Einklarieren überraschte uns. Wir füllten alles aus und dann kam das Warten. Tja, die lieben Thailänder haben Computer, wissen aber nicht wie man sie bedient… Schlussendlich bekamen wir den Stempel und mussten nicht einmal etwas dafür bezahlen!

Zurück an Bord holten wir Rebi und Dani, damit wir alle zusammen Shoppen gehen konnten. Auf der Suche nach dem Tesco, thailändische Migros, erblickten wir einige Tauchgeschäfte, Bars und viel Verkehr. Beim Italiener assen wir eine köstliche Pizza mit vielen kleinen Vorspeisen, eine willkommene Abwechslung zum Thai Food, und gingen danach im besagten Tesco Frisches einkaufen. Sogar eine Auswahl an Wurst und Fleisch gab es dort! Alles was gekühlt werden muss, sprich auch Yoghurt oder Käse, ist Mangelware bei den einheimischen Markts und somit auf der „Sunrise“.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu einem schöneren Ankerplatz, den wir bei Koh Naka Noi fanden. Dort besuchten wir die Pearl Farm. Zuerst schauten wir bei den Jungs auf dem Wasser an, wie sie die Austern in ihren Netzen aus dem Wasser nehmen und putzen und dann wieder ins Wasser legen. Am Land erfuhren wir dann, dass die Saison noch nicht begonnen hat und sie deshalb noch keine Führungen machen. Auch haben sie keine Perlen ausser die eine zum Zeigen. Wir haben in den Tuamotus bereits genug von den schwarzen Perlen gekauft und sind deshalb nicht zu sehr enttäuscht. Jedoch hätte Rebi wohl gerne ein Souvenir nach Hause genommen… Nach kurzem verholen nach Koh Kaka Yai genossen wir den Abend mit einer Movie-Night.

Nur noch wenige Tag und unsere zwei Gäste müssen wieder nach Hause… deshalb fuhren wir noch kurz, leider wieder mal ohne Wind, zum Ankerplatz Koh Yang. Um die Ecke ist dort der berühmte „James Bond Felsen“. Hunderte von Schnellbooten mit Touristen vollgepackt finden den Weg täglich auch dort hin. Weil das Wetter es nicht so gut mit uns meinte, verbrachten wir einen ganzen Tag unter Deck. Es tropfte an verschiedenen Stellen hinein… Wir liessen uns unsere Stimmung aber nicht verderben und machten einfach einen faulen Tag. Dani versuchte sein Glück mit unserer Fischerangel und wir schauten alle zusammen Filme von unserer grossen Auswahl auf der Festplatte im Kino „Sunrise“. Eine Regenlücke schnappten wir am nächsten Tag und fuhren mit dem Dinghy zum Drehort von „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Dank Rebi wussten wir, dass es dort tatsächlich Souvenirstände hat und deshalb packten wir ein wenig Geld ein. Wir kurvten einmal um den empor ragenden Stein, liessen uns von den Touristen abknipsen und schauten uns am Strand um. Tja, die Souvenirs waren sehr mager, dafür war die grosse Höhle im Kalkstein beeindruckend. Überhaupt ist die Region hier oben in Phang Nga Bay mit den markanten Felsen absolut traumhaft! Mit Sonne wäre es natürlich noch besser! Immerhin regnete es nur heftig als wir in der Höhle im Trockenen waren und danach wieder als wir bereits zurück auf der „Sunrise“ sassen :-) . Unser Timing war super!

Dann mussten wir leider bereits zur Yacht Haven Marina auf Phuket, denn Rebi und Dani verliessen uns am nächsten Tag. Den letzten Abend verbrachten wir im „the Haven“ Restaurant. Nochmals Thaikost für unsere Freunde und mit Billiardspielen rundeten wir den Abend ab. Auf der „Sunrise“ nahmen wir noch einen Schlummertrunk und verpassten doch tatsächlich den Beginn meines Geburtstages…

Mit einem üppigen Frühstück verabschiedeten wir Rebi und Dani. Es war super mit euch beiden an Bord! Wir hoffen es hat euch trotz Regen, wenig bis kein oder viel zu viel Wind und lediglich Fischen von Abfall trotzdem gefallen!?

Sodelädeli, nun genug für heute, was wir alles an meinem Geburtstag unternommen haben und die weiteren Abenteuer in Thailand werden folgen. Nun lassen wir unseren 2-Jahr-auf-Weltreise-Tag noch gemütlich ausklingen…

Singapur – Langkawi

Sonntag, 09. Oktober 2011

6.-16.9.2011

Gastartikel von Sievi

Segeln mit Silvia und Simon

Auf den Flug mit dem A380 der Singapore Airlines warnte der Flugkapitän zweimal die Fluggäste vor Turbulenzen, bzw. vor einem Gewittersturm. Als die Ereignisse dann eintraten, wurde dieser Riesenvogel zünftig durchgeschüttelt, schien ins Bodenlose zu fallen um dann abrupt wieder hochgehoben zu werden. Mein Magen schien irgendwie schwerelos zu schweben und wollte rebellieren! Werde ich jetzt mit der Reisekrankheit zu kämpfen haben? Aber das Gekreische (wie bei einem Pop-Konzert) einige Reihen weiter hinten schien irgendwie beruhigend zu wirken. Jedenfalls landeten wir nach 12 Stunden und 10 Min wohlbehalten und unspektakulär kurz nach 6 Uhr Ortszeit in Singapur. Spektakulär war jedoch die Sicht auf den Stadtstaat in der Morgendämmerung dieses 6.Sept.

Trotz der frühen Morgenstunde holten mich Silvia und Simon am Flughafen ab – welch freudiges Wiedersehen nach 2 Jahren – und fuhren mich mit dem Taxi in die One°15-Marina zum Ziel dieser Reise: die SUNRISE! Beim Betreten des Schiffes beschlich mich schon ein eigenartig unbekanntes Erwartungsgefühl: was wird mir dieses Segelabenteuer bescheren? Tiefe Gewässer? Unheimliche Wellen? Gefährlich verborgene Riffe? Eindringendes Wasser? Ein untergehendes Schiff? Kaum an Bord verschwanden alle Zweifel, denn Simon zeigte mir das Schiff von innen, wies mir die Kabine zu und führte mich detailliert ein in die Sicherheitsvorkehrungen auf der Sunrise. Zudem sind Silvia und Simon ein erfahrenes Seglerpaar, das schon viele Situationen auf dem Meer souverän gemeister hatte. Also alle Bedenken vergessen! Auch die Seekrankheit! Doch da täuschte ich mich gewaltig: In der Kajüte des leicht schwankenden Schiffes schrieb ich bei schwüler Hitze an Josefa ein Mail zu unserem Hochzeitstag. Konzentriert blickte ich auf die Zeichen auf dem kleinen Bildschirm von Simons Computer, bis das Mail eben fertig war. Dann stand ich auf – oh weh (!): mir drehte alles vor den Augen und mein Magen würgte! Schnell an die frische Luft – doch zu spät: Ein Teil des Frühstückapfels füllte schon meinen Mund. Ich entleerte meinen Mund ins Meer. „Auf der Lee-Seite, Sievi!“ hörte ich hinter mir die Stimme von Silvia. LEE-Seite? Diesen Begriff hatte ich auch schon gehört – in Kreuzworträtsel hiess es doch die dem Wind abgewandte Seite. Also lag ich falsch, darum schnell auf die andere Seite und schon war auch der Rest des Apfels dem Meer und Wellen übergeben. Silvia kümmerte sich sofort um mich, doch wie alles urplötzlich gekommen war, war alles wieder weg: ich konnte sie beruhigen, mir war wieder pudelwohl!!

Am morgen des 7. Sept. begann das Abenteuer Segeln! Die Fahrt sollte uns von Singapur nach Langkawi (Malaysia) bringen. Nach den Berechnungen von Simon sollten wir Langkawi am Sonntag oder Montag morgen erreichen. Doch zunächst mussten wir „ausklarieren“, d.h. Simon/Silvia müssen sich und die ganze Crew bei den Behörden abmelden. So fuhren wir unter Motor aus der Marina heraus in der Nähe einer kleinen Insel. Dort warteten wir bis die Zollbeamten mit ihrem Boot herankamen. Vorsichtig näherte sich das Zollboot unserem Boot. Ein Gehilfe streckte dann eine Art Netzkorb herüber und Silvia steckte die notwendigen Formulare mitsamt unseren Pässen vorsichtig in das Netz. Dann dauerte es einige Zeit bis das Prozedere erledigt war. Und wieder näherte sich das Boot und das ganze lief nun in umgekehrter Reihenfolge ab. Die Pässe waren wieder an Bord und wir waren frei weiter zu segeln.

Nun begann das eigentliche Segeln – doch wir mussten leider sehr viel „motoren“, d.h. ein Vorwärtskommen war nur mit dem Motorantrieb möglich – es fehlte einfach der Wind. Leider hatten wir auch nicht die Zeit auf den Wind zu warten, denn am Montag, 12.10.11, wollen Rebekka und Daniel in Langkawi an Bord kommen. So fuhren wir unter Motor in der engen Malakka-Strasse in nördlicher Richtung unserem Ziel entgegen. Doch uns sollte nie langweilig werden!

Während Simon am Computer und in Büchern die beste Route und richtige Richtung auskundschaftet, Silvia auch im Untergrund beschäftigt war, das Boot mit dem Autopilot auf der richtigen Spur fuhr, hatte ich Zeit die an uns vorbei ziehenden Frachter zu beobachten und die Einrichtungen an Deck zu inspizieren. Dann kam Simon hoch und erklärte mir die Instrumente und Ihre Funktionen bei den Steuerrädern: der Autopilot, die Anzeigen für Tiefe, Windgeschwindigkeit, Fahrtrichtung usw. Das war schon beruhigend. Später kam dann noch die Beleuchtung der Schiffe auf dem Wasser und wie zu erkennen war, in welche Richtung sie fuhren, bzw. welche Manöver sie gerade ausführten. Auch auf die verborgenen Gefahren von Fischernetzen und dgl. machten sie mich aufmerksam und erklärten, wie zu erkennen war, wo die Fischernetze gerade liegen. Und dann kam die erste Überraschung: Silvia kam mit Selbstgestricktes an Deck und begrüsste mich mit einer in blau und weiss gestrickten Mütze als „unser Matrose“ auf der Sunrise. Und die Pompon-Mütze mit dem Segelschiff stand mir wirklich gut und ich nahm sie gern mit lieben Dank entgegen :-) – aber Matrose?? – das schmeckt nach Arbeit!! Und schon witzelte Simon: Ja Matrose, jetzt heisst es Deck putzen und schrubben… :-)

Auf der ganzen Fahrt versuchten wir Fische zu fangen, was uns aber nie gelingen sollte. Immer wieder fischten wir nur Holz oder Müll! Gibt es hier wirklich keine Fische? Die vielen Fischerboote belehrten uns, dass es welche gibt. Aber warum bissen sie nicht bei uns an? Am Donnerstag morgen um 9 Uhr erblickte ich einige Meter neben unserem Boot einen Delphin, der aus dem Wasser sprang. Dann sahen Silvia und ich sie noch einmal – wir waren schon etwas weiter gefahren – wie sie einige Sprünge vollbrachten. Doch dann war das Spektakel leider schon vorbei.

An diesem Tag hatten wir auch erstmals wirklich guten Wind zum Segeln – so um 12 bis 15 Knoten. So wurde ich in die Kunst Segel zu hissen, zu reffen, Genua-Segel aufzurollen und wieder einrollen usw. eingeführt. Und nun war ich doch stolz „Matrose“ auf der Sunrise zu sein. Da Silvia mir auch in die Kunst den Anker zu setzen einführen wollte, befasste ich mich in der freien Zeit mit dem Lesen von Seglerliteratur: Knöpfe, Anker, Segelarten, Yachten usw. Literatur fand sich genügend an Bord.

Ein Seglererlebnis wäre unvollständig, wenn nicht ein Gewitter oder Sturm dabei wäre. Und genau dies erleben wir am Freitag. Ein Gewitter zog auf, Blitz und Donner waren zu sehen und zu hören. Am Radar stellte Simon dann fest, dass eine 20 kam breite Gewitterwolke aufzog. Wir versuchen das Gewitter zu umgehen, was weitgehend gelingt, aber nass werden wir trotzdem und wir verlieren viel Zeit. Die ruhige Art von Silvia und Simon, wie sie Anweisungen geben, wie ich mich während des Gewitters zu verhalten habe, beruhigten mich schon, aber Respekt musste ich diesem Gewitter schon entgegen bringen, denn die Wellen gingen recht hoch, Blitze schlugen relativ nahe am Boot ein und der Wind heulte ziemlich furchterregend um die Bootsmasten. Der Entscheid, das Gewitter zu umgehen, zahlte sich aus: nach relativ kurzer Zeit war alles schon vorbei, nur die hohen Wellen zeugte noch vor der Kraft des Gewitters.

Für den Freitag Abend hatten Simon und Silvia einen lauschigen Ankerplatz ausgemacht. Doch an Ort und Stelle fand sich weder die angezeigte Boje, noch ein guter Ankeruntergrund. Der felsige Grund verunmöglicht ein Festsetzen des Ankers. Es blieb nichts anderes übrig, als einen anderen Platz zu finden. Schliesslich gelingt uns bei der Insel Pulau Pangkor im zweiten Anlauf das Setzen des Ankers. Dabei konnte ich Silvia über die Schultern gucken und mich in die Kunst des Ankerns einführen lassen. Da dies das erste mal ist, dass wir ankern, seit ich auf der Sunrise beherbergt werde, feiern wir die vollbrachte Tat mit einem Glas Wein!! :-) Bis dahin sind wir schon mehr als 300 sm gesegelt oder motored. Anderntags stellte sich heraus: die Bucht, die wir hier in der Nacht gefunden hatten, war so schön, dass wir später nochmals hierher zurückkehrten!

Der Samstag gestaltete sich dann nicht zu unserem Glückstag: Der Wellengang war etwas stärker geworden und auf einmal gab es einen Ruck am Boot und der Bootsmotor schien abgewürgt zu werden. Geistesgegenwärtig fuhr Simon blitzschnell mit dem Gas herunter, und der Motor tuckerte normal weiter. Doch es blieb ein eigenartig dumpfes Geräusch. Beim Gas hochfahren spürten wir dann doch eine Art Exzenter, d.h. es rumpelte, wie wenn die Antriebsachse verbogen wäre. Daraufhin stellte Simon den Motor ganz ab und versuchte – mit Schnorchel und Brille ausgerüstet – heraus zu finden, was passiert war. Die Sicht war wegen der aufgewühlten See relativ schlecht, aber er konnte erkennen, dass ein Seil oder etwas ähnliches sich verfangen hatten an der Antriebswelle. Das war momentan auf hoher See nicht zu beheben und so fällt der Entscheid, vor Langkawi noch einmal zu Ankern. Mit halber Kraft wird nun ein neuer Ankerplatz angefahren. Der Platz, den wir finden ist gut, aber dem offenen Meer zugewandt. Die Nacht ist unruhig, das Boot schwankt kräftig und in den frühen Morgenstunden ist der Wellengang so heftig, dass Bücher und Geschirr in der Kajüte aus dem Gestell flogen. Bis dahin hatte ich gut geschlafen, doch nun war ich wach und dachte nur noch: hoffentlich übermannt mich jetzt nicht die Seekrankheit. Ich hatte Glück!

Am Vormittag des Sonntags hatte sich das Meer noch nicht beruhigt und ein zermürbendes Warten war angesagt. Sollte Simon es wagen, bei dem hohen Wellengang unter das Boot zu tauchen und das Seil zu entfernen. Irgendwann am späten Vormittag beruhigte sich die See und Simon wagte im Tauchanzug die Unterseite des Bootes zu inspizieren. Wir spannten ein Seil, an dem der sich halten konnte und beobachteten mit grosser Sorge seine Versuche unbeschadet unter das Boot tauchen zu können. Dann plötzlich liess er das Seil los – Silvia und ich beobachteten voller Sorge die Wasseroberfläche rechts und links und die hintere Seite des Bootes – eine lange Minute der Ungewissheit folgte – dann die Erlösung: Simon tauchte mit einem armdicken Seilstück triumphierend aus den Wellen! Die Erleichterung war gross! Gut gemacht Simon!

Bei unruhig hoher See fuhren wir dann 4 Stunden weiter und ankerten etwa 7 sm vor Langkawi erneut in einer lauschigen Bucht. Anderntags fuhren wir in Langkawi ein. Überall waren da wieder Fischerboote, grosse mehrmastige Segelschiffe und eine grosse Zahl ankernde Segelboote auszumachen. Im Hintergrund wurde – je näher je besser – das Wahrzeichen von Langkawi sichtbar: ein riesiger Seeadler mit gespannten Flügeln. Zur Zeit ist er eingerüstet und wird gereinigt. Dann setzten wir Anker und Simon und Silvia fuhren mit dem Dingi an Land um uns einzuklarieren. Inzwischen machte ich mirs gemütlich auf dem Boot. Gleichzeitig wurden Rebekka und Daniel an Bord geholt.

In den folgenden drei Tagen besuchten wir ein Schluchtensystem, in dem wir das „hole in the wall“ besuchten. Dort konnten wir in einer Höhle grosse Fledermäuse beobachten. Mit dem Dingi und 5 Personen kamen wir nicht sehr schnell voran. Touristen liessen sich in Schnellbooten zur Höhle bringen. Dabei war interessant zu beobachten, dass Einheimische junge Männer ihre Geliebte zur Höhle begleiteten: Er legér und westlich gekleidet, Sie schwarz eingehüllt, unbeweglich sitzend und die Umgebung nur aus dem Sehschlitz ihres Gesichtstuches beobachtend….

Tags darauf wollten wir einen Nationalpark besuchen und evtl. tauchen. Daraus wurde nichts: Am Ankerplatz angekommen mussten wir unser Boot an einer grossen Boje befestigen. Doch der Wellengang war so massiv, dass die Boje mehrmals ans Boot knallte. Um Schaden am Boot zu vermeiden, verliessen wir den Ort und ankerten spät in der Nacht an der früher schon erwähnten Bucht. Am andern Tag nahmen wir ein Bad im Meerwasser und wuschen dann mit wenig Trinkwasser das Salzwasser aus den Haaren und vom Körper.

Zurück in Langkawi war dann schon das Ende der Segelferien angebrochen. Vieles bleibt noch unerwähnt – aber der Abschluss des Segelabenteuers bildete ein letzter, unvergesslicher Höhepunkt: Silvia und Simon überredeten mich, mich auf den 16 m hohen Segelmast hochziehen zu lassen. Nicht gerade begeistert liess ich gewähren, denn ich dachte dort oben schwankt es so sehr, dass mir noch schlecht wird. Aber einmal oben war ich begeistert – kein ungemütliches Schwanken, dafür eine berauschende Aussicht – ein wahrhaftiger HÖHEPUNKT!

Zum Schluss wurde ich mit dem „offiziellem Dokument“ „FAHRTENNACHWEIS“ quasi zum Sunrise-Matrosen befördert……… :-)

Danke Simon, Danke Silvia!! Diese Erlebnisse vergesse ich nie!

Sievi

Borneo – Singapur

Montag, 05. September 2011

10.8. – 5.9.2011

Nach einem Tag warten auf den indonesischen Dieselmann in Kumai organisierten wir unseren Sprit selber. Mit Rosis Dolmetscher-Hilfe über das Handy bekamen wir sogar Trinkwasser in den grossen 5 Liter Gallonenflaschen ohne diese kaufen zu müssen, weil wir ja nur den Tank wieder auffüllen wollten. Als wir alles auf die “Sunrise” gehievt hatten buchten wir unseren Heimflug und wollten noch ein letztes Mal unsere eMails herunterladen. Wir erhielten die Schreckensnachricht, dass unser Autoverkäufer in Perth bankrott gemacht hat und wir deshalb, obwohl unser Auto noch verkauft wurde, kein Geld bekommen, wohl auch nie welches bekommen werden. :-( Wir haben inzwischen alle Hebel in Bewegung gesetzt um irgendwie doch noch unseren geplanten Notgroschen für die Zeit nach unserer Weltreise bis zum ersten Lohn zu bekommen. Zum Glück können uns meine Eltern, falls es wirklich nötig sein sollte, finanziell aushelfen und wir müssen unser Reisebudget nicht kürzen oder gar die Reise abbrechen und sofort nach Hause kommen.

Als wir Kumai verliessen, war wieder eine stinkig graue Wolke über der Stadt. Wir hielten Ausschau nach den hiesigen Flussdelphinen. Wie wir im Visitor Center bei der einen Orang Utan Station gelernt haben, hat nämlich Simon vor dem Trip einen Irrawaddy Dolphin (Orcaella brevirostris) gesehen. Ein weiterer wollte sich aber nicht blicken lassen; dafür schlängelten wir uns ohne Probleme den Kumai River hinunter, an den Untiefen vorbei zurück in die South China Sea. Nach drei Nächten non-stop segeln entschieden wir uns die Insel Nangka auszulassen und direkt zur Insel Bangka zu segeln, denn wir wollten nicht in der Nacht ankommen und auch nicht unsere Fahrt verlangsamen. Dieser letzte Ankerplatz auf der Südhalbkugel war malerisch vor einem riesig langen weissen Sandstrand mit einer Palmenplantage im Hintergrund :-)

Nach einem Tag ausspannen und bereits Photoalbum auf dem PC erstellen, denn wir haben ja schon über 15´000 Photos geknipst :-) , segelten wir zum Teil mit Begleitung von grossen Tümmlern dem Norden entgegen. Um 7:58h liessen wir den Moscato knallen und feierten unsere Äquatorüberquerung auf der “Sunrise”. Am Ankerplatz in Kentar feierten wir mit einem Dinghy-Schaumbad weiter :-) !

Auf unserer Reise durch die Lingga Islands suchten wir jeden Abend einen neuen geeigneten Ankerplatz, weil Nachtschläge wegen den vielen Fischern nicht ratsam ist. Der Ankerplatz in Mesenak war aber so rollig, dass wir aus dem Bett gefallen wären und wir uns deshalb 5sm weiter zur Pulau Seminpan verlegten. Einen Tag lesen und Ifoloren bevor wir ganze 2sm östlich fuhren um vor der Village bei Pulau Benan zu ankern war angesagt. Wir wollten eigentlich frisches Gemüse kaufen, denn das Dosenfutter hängt langsam zum Hals raus, aber die Kartoffeln waren bereits im einzigen Shop der Insel verschimmelt, die Karotten alles andere als frisch, auf Kohl hatten wir keine Lust und viel mehr gab es nicht. Egal, dafür sahen wir die auf Stelzen gebaute Village mit zum Teil sogar gemauerten Häusern. Es scheint, dass die Leute hier bereits einiges mehr Geld haben und nicht mehr in einfachen Holzhütten leben. Auch die Boote sind schneller und werden immer lauter je näher wir nach Singapur kommen.

Den nächsten Halt machten wir in Korek zwischen Riffen, die erstaunlicherweise sehr viel vom Schwell abhielten. Am Abend wurden wir von den Fischern inspiziert und nach gedrehter Gezeit kräftig von den Wellen durchgeschüttelt. Deshalb “flüchteten” wir am nächsten Morgen nach Ngingan. Diese ist eine kleine Insel zwischen vielen anderen und somit super geschützt von den Wellen. Einzig die Bugwellen von den vorbeiflitzenden Passagierfähren liessen die “Sunrise” auf dem Wasser tänzeln. Nun kam der letzte Tag vor Anker in Indonesien. Simon hat schon keine Bücher mehr. tja, nicht alle meine Bücher will er lesen, aber ich lese auch seine :-)

Nach 3,5 Monaten freuten wir uns auf unsere erste (und letzte) Marina in Indonesien. In Cairns waren wir das letzte Mal in einer Marina. Die einzige Marina einigermassen auf unserem Weg wäre in Benoa, Bali, gewesen. Diese liessen wir aus, da die Strömungen zum hinein fahren heftig seien und wir gut auf die dortigen korrupten Behörden verzichten konnten. Die Nongsa Point Marina, ganz im Norden von Indonesien, war der Hit! Der Swimmingpool lagunenförmig geschwungen, wir konnten es kaum glauben so viel Süsswasser um uns zu haben :-) , das Internet gratis, das Restaurant gut und die Marina erledigte für uns alles mit den Behörden. Auch die “Sunrise” bekam endlich wieder einmal eine Süsswasserdusche. Innen wie aussen wurde geschruppt damit wir in Singapur so richtig Zeit haben um Sightseeing machen zu können.

Am letztmöglichen Tag unseres Visums reisten wir aus Insonesien aus. Es war definitiv eine supertolle Zeit in diesem herrlichen Segelgebiet, welches von vielen gemieden wird. Ja, die Behörden sind langsam und oft hilft ein kleines Nötchen weiter, aber es hat so viele idyllische Ankerplätze mit genialen Schnorchel- und Tauchgebieten!!! – und keine Piraten in Sicht.

Frühmorgens machten wir uns auf den Weg die Fahrrinne nach Singapur zu durchqueren. Die riesigen Frachter waren tatsächlich in einem fast 12 Minuten Abstand zueinander. Wir suchten uns eine Lücke und sausten mit höherer Tourenzahl als üblich quer durch die Fahrrinne damit wir schnellstmöglich auf der anderen Seite ankamen. Ein riesiger Frachter machte das parallel zu uns auch, weil er zum Ankerplatz fahren wollte und so kam es, dass er uns genau vor die Fr. fuhr. Tja, wir sind ja unter 20m Länge und haben, ob in der Fahrrinne oder ausserhalb, keine Rechte und deshalb kurvten wir einmal um ihn herum. Hauptsache kein Container fällt von seiner enormen Ladefläche und uns auf den Bug.

Die erste Begegnung mit den Singapuren war am Western Immigration Ankerplatz, wo wir treibend auf das Zollschiff warteten. Ohne Lächeln und mit abgehacktem Englisch bekamen wir ein paar offizielle Formulare, denn unsere eigene Crew-Liste wurde hier das erste Mal nicht akzeptiert. Schlussendlich bekamen wir doch noch ein Lächeln und dürfen für 14 Tage in Singapur bleiben.

Der One°15 Marina Club beherbergte uns nun über eine Woche. Bereits am ersten Tag luden uns unsere Nachbarn von dem Motorboot Sealion II zu einem Glas Wein ein. Tja, es blieb nicht bei einem. aber unser Heimweg war ja nur einmal quer über den sowieso schwankenden Steg :-)

Die Marina ist zwischen vielen Wolkenkratzern. An der Sealion II Party lernten wir sogar den Peter kennen, der im 13. Stock mit Meersicht wohnt. Nur gerade das Penthaus ist noch über ihm. Er bezahlte für diese 2-Zimmerwohnung sage und schreibe 4´000´000 S$!!! Nein, nein, das sind nicht mehr Indonesiche Ruphia, da waren sogar wir Multimillionäre, das sind 3Mio sFr! Er hat aber noch eine andere Wohnung, ein Motorboot und höchstwahrscheinlich noch vieles mehr von dem wir nichts wissen :-) Wir sind auf jeden Fall schon happy mit dem stilischen Pool zur freien Benutzung und auch das Gym besuchen wir mehr oder weniger regelmässig. So konnten wir sogar ein wenig Leichtathletik-WM im kleinen Monitor der Joggingmaschine anschauen :-) Der Muskelkater hat auch zugeschlagen, denn 90 Pfund war halt einfach zu viel, Schatzeli.

Einen unvergesslichen Lunch konnten wir in einem Chinesischen Restaurant mit unseren Freunden von der “Noeluna” geniessen. Es war super, die News von der World ARC Flotte zu erfahren und das Wold ARC Buch in ihrem “Black and White” Hause von der Kolonialzeit anzuschauen. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft in Singapur, Familie Vermersch!

Im Vivo City Shopping Center, scheinbar das Grösste in ganz Singapur, haben wir uns dem Kulturschock gestellt. Im Desigual Shop haben wir leider kein farbiges Kleidchen gefunden, dafür hätte es für Angie einen perfekten Mantel gehabt :-) Im Puma-Shop fand ich dafür meine perfekte knallgelbe Sporttasche und in Chinatown einen luftigen Wickeljupe. Für Simon liessen wir wegen den hervorragenden Verkäuferparolen fast einen massgeschneiderten Anzug machen. Wir entschlossen uns aber noch bis Thailand zu warten, denn die Preise hier sind viel zu teuer. Wir sind uns noch die Indonesischen Preise gewöhnt, wo man für 2 Franken eine superfeine Mahlzeit bekommt…

Bei der Thai Embassy konnten wir ohne Probleme innerhalb von einem Tag unser Visa bekommen und im Kino wurden wir einmal zum Eisblock gefroren. Den wasserspuckenden Merlion (Leu-Jungmaa, nei nei nicht Meeres-Leu, gäll Schwegi und Susi) besuchten wir und bewunderten das Architekturkunstwerk mit einem Schiff auf drei Hochhäusern. Weil die Marina auf der Sentosa Insel ist, haben wir einen kurzen Weg zu vielen weiteren touristischen Attraktionen. Die Siloso Beach mit der Laserattraktion “Song of the Sea” bestaunten wir und fanden heraus, dass es eigentlich eine Show für Kinder ist :-) Die Strassenkünstler unterhielten uns sehr gut, denn wie auch in Neuseeland ist nun hier gerade das Buskerfestival.

Heute haben wir der “Sunrise” noch den letzten Schliff gegeben, denn Morgen kommt unser hoher Besuch, Papa Sievi! Wir freuen uns riesig dich bald an Bord begrüssen zu können und mit dir die nächsten 10 Tage an der malaysischen Westküste durch die Strasse von Malacca bis Langkawi zu segeln.

Singapur hat uns sehr gefallen. Nun freuen wir uns noch auf Malaysia und Thailand. Nun das waren unsere News. Schreibt uns doch einen kurzen Kommentar, damit wir auch mitbekommen, dass ihr unseren Blog noch immer lest und was ihr zu unseren Photos zu sagen habt. Merci!

Wir kommen nach Hause

Freitag, 26. August 2011

Das unglaubliche Ereignis, was einige von Euch schon gar nicht mehr daran glauben, ist eingetroffen: Wir haben einen Heimflug gebucht! Jaja, auch wenn vielleicht schon jemand gehofft hat — aber ihr werdet uns nicht los :-) Gerne erwarten wir Euch alle am Flughafen um euch zu umarmen und abknutschen

am *Mittwoch 9. November 18:35 Uhr in Basel-Mulhouse* (Air Berlin: Phuket-Berlin-Basel)

Wir nehmen uns auch Zeit, mit Euch etwas zu trinken und erste Geschichten auszutauchen. Wir haben keinen Stress an diesem Tag — müssen ja am Donnerstag nicht arbeiten gehen, hehe. :-)

Also bis dann!

Bali – Borneo

Freitag, 12. August 2011

26.7. – 10.8.2011

In den letzten Tagen in Lovina putzten wir das Unterwasserschiff der „Sunrise“ mal wieder. Es haben sich inzwischen viele kleine Tierchen angesetzt. Weil unsere Fahrt sich aber durch diese verlangsamt, entledigten wir uns dieser und auch innen versuchten wir eine erneute Entschimmelungskur. Als Belohnung nach getaner Arbeit ging ich Shoppen und mich von einer Balinesischen Massage verwöhnen. Simon blieb an Board und widmete sich dem Computer…

Mit indonesischer Pünktlichkeit gingen wir am vereinbarten Tag wieder in die „Imigrasi“ um unsere Visum-Verlängerung abzuholen. Nach dem Zahlen sagte man uns, wir können in drei Tagen wieder kommen, dann sei der Stempel im Pass und das Visum gültig. Das kann ja nicht im Ernst drei ganze Tage dauern, zumal uns gesagt wurde, wir bekommen heute das beantragte Visum. Ein bisschen Lächeln und betonen, dass wir heute unbedingt das Visum brauchen, denn wir verlassen Morgen Bali, und schon durften wir drei Stunden später wieder antanzen und tatsächlich den Pass mit gültigem Visum und ohne zusätzliches schieben von Noten entgegennehmen :-)

In den drei Stunden besuchten wir den hiesigen Markt, den wir von unserem Kochkurs her bereits kannten und kauften frisches Gemüse und einen kleinen Mörser für die balinesische Küche auf der „Sunrise“. Mit dem neuen Visum in den Händen machten wir uns auf den Rückweg und organisierten noch kurz über 100L Trinkwasser, damit wir am nächsten Tag Richtung Borneo loslegen können. Am Abend verköstigten wir uns mit Simons selbstgemachten Frühlingsrollen!!! An der Peanut Sauce müssen wir noch ein Wenig arbeiten, aber die gebratenen Nudeln (Mie Goreng) mit Sweet and Sour Sauce waren herrlich, wie von einer Einheimischen gemacht :-)

Mit einem Nachtschlag segelten wir zur Kangean Island. Mitten in der Nacht schwammen plötzlich kleine leuchtende „Torbedo-Delphine“ neben uns! Wegen dem Leuchtplankton hinterliessen sie im Wasser helle Spuren, die uns für eine kurze Zeit ins Staunen versetzten. In einer grossen von den Wellen geschützten Bucht liessen wir den Anker ab. Mit schönem stetigem Wind segelten wir am nächsten Tag bereits weiter zur Bawean Island, wo wir den 1. August mit Feuerwerk feierten. Der Zufall wollte es nämlich, dass der Fastenmonat Ramadan der Muslime in diesem Jahr am 1. August begann und deshalb, ob gross oder kleine, in fast allen Dörfern werden Feuerweckskörper in die Höhe geschossen. Wir feiern somit in diesem Jahr nicht nur den 1. August, sondern den ganzen Monat August mit Feuerwerken :-)

Dann hatte ich bereits mein erstes telefonisches Interview mit einer Stellenvermittlung. Ihr seht, wir planen unsere Heimkehr bereits von der Ferne. Weil die meisten Stellen per sofort ausgeschrieben sind, haben wir noch nichts Konkretes. So eilig ist es ja auch (noch) nicht :-)

Mitten in der Nacht machten wir uns dann auf die Überfahrt nach Borneo, um bei Licht in den Fluss von Kumai einlaufen zu können und die 10sm bis vor die Stadt zu navigieren. Mit 3m oder mehr Wasser unter dem Kiel meisterten wir die Strecke ohne Probleme. Das Anstrengende war dann aber das Organisieren der Orang Utan-Tour im hiesigen Tanjung Puting National Park. Lediglich Mr. Bain kam zu unserer „Sunrise“ und wollte mit seinem schlecht verständlichen indonesischen Englisch eine überteuerte 3-Tages-Tour verkaufen. Weil wir den Preis von anderen Yachties kannten telefonierten wir noch herum, denn im Lonely Planet und unserem Cruising Guide waren Nummern vermerkt. Weil nun Hochsaison sei, ist alles ausgebucht und weder Herry noch Harry konnte uns weiterhelfen. Wir entschlossen uns an Land zu gehen und uns dort umzuschauen, vielleicht lässt sich ja doch was finden. Leider ist Kumai eine Industriestadt mit vielen riesigen Frachtschiffen. Neben den riesigen Kolossen im Fluss zu ankern ist ja interessant, aber die Rauchwolke jeden Nachmittag von der Verbrennung ist eklig. Die Stadt selber ist mit Ambon zu vergleichen, nicht ganz so schmutzig aber hektisch und der Markt ein Chaos mit netten Leuten die immer Lachen und nicht rechnen können, trotz Taschenrechner. Den Preis von einem Ei verstanden wir sogar auf Indonesisch, aber 20 Eier kosten dann mehr als wenn ich die Eier einzeln kaufen würde! Von Mengenrabatt keine Spur :-)

Das einzige aufzufindende Büro das Touren für den NP anbot war genau neben dem Restaurant von Mr. Bain und geschlossen. Als wir dann Mr. Bain selber auch noch auf dem Weg zum Markt begegneten, entschlossen wir mit ihm nochmals um den Preis zu dealen und buchten schlussendlich bei ihm eine 2-Tages-Tour. Als er dann aber eine Stunde später mit dem Speed Boat zur „Sunrise“ kam, sagte er die Tour ab, weil scheinbar sein Klotok (einheimisches Boot) von der letzten Tour nicht zeitig zurück sein wird. Wir vermuteten eher, dass er kein freies Klotok mehr hat und auch keines in den letzten zwei Stunden auftreiben konnte. Er gab uns das angezahlte Geld zwar ohne murren zurück, aber nun standen wir ohne Klotok da. Am nächsten Tag telefonierten wir nochmals mit dem Harry. Auch am Montag habe er kein Klotok, aber vielleicht Mr. Majid. Mit neuer Hoffnung kontaktierten wir diesen. Um alles kurz zu machen, schlussendlich fuhren wir mit einer Stunde Verspätung los, denn scheinbar krachte ein Frachter in „unser“ Klotok und ein Ersatz, wurde besorgt durch das „Canceln“ einer anderen Tour.

Mit drei Jungs, einer war der Guide, Koch und Kapitän und die anderen Beiden seine „Helfer“, fuhren wir den Sekonyer River entlang. Am Eingang begrüsste uns ein riesiges Plakat mit dem Orang Utan Männchen „Tom“. Bereits auf dem Weg sahen wir dann aber mehrere echte wilde Orang Utans in den Baumwipfeln!!! Mit immer geübteren Augen erspähten wir dann auch die ersten Proboscis Monkey (Nasalis larvatus) mit ihren langen roten Nasen. Die sassen mit Vorliebe auf den Pandanus Bäumen in meist grösseren Gruppen. Vereinzelt sahen wir auch die Silvered Langur (Presbytis cristata) mit grauem Fell und immer wieder einen King Fisher mit seinen knall blauen Federn. Die Landschaft veränderte sich merklich. Zu Beginn noch viele Nipah, palmenähnliche Pflanze, die im Wasser stehen; dann wurde der Fluss enger und zunehmend beherrschte die Pandanus die Uferzone. Wir versuchten in diesem schlammigen Wasser Krokodile zu finden. Wir hofften auf eines der grossen Salzwasserkrokodile (Crocoduylus porosus) aber fanden lediglich die kleinen False Ghavial (Tomistroma schlegelii) mit ihren sehr langen, schmalen Schnauzen.

Als wir bei unserer ersten Fütterungsstation dem Camp Leakey ankamen, war das Bananaboot bereits vor Ort. Es bringt täglich die Leckereien für die ausgewilderten Orang Utans um deren Diät aufzupeppen. Auch Medikamente könnten bei diesen Fütterungen, falls nötig, verabreicht werden. Seit 1972 sind um die 400 Orang Utans gepflegt und hier schlussendlich ausgewildert worden. Zur Zeit sind keine Orang Utans mehr in Aufzucht. Bei der täglichen Fütterung kommen nur die ausgewilderten, an den Menschen gewöhnten Orang Utans. Ihre ca. 4000 wilden Verwandten suchen ihr Futter selber. Das Problem des Überlebens der Orang Utans in der Wildnis ist nicht etwa eine Futterknappheit, sondern die Zerstörung ihrer Wälder und somit ihrer Lebensgrundlage.

Wir wurden von dem Orang Utanweibchen „Gara“ bereits am Steg empfangen und „Aria“ posierte auf dem Willkommensschild. Als wir dann beim Fresspodium ankamen, verköstigte sich „Bonorogo“ gerade mit Litchi-ähnlichen Früchten. Er ist trotz seiner kräftig gebauten und imposanten Postur nicht das dominante Orang Utan Männchen. Als er dann Platz machte, kletterte Rani mit ihrem Baby auf den Futterplatz. Mit bereits vielen Photos machten wir uns nach ausgiebiger Beobachtung der faszinierenden Tiere auf den Rückweg.

Auf dem Weg besuchten wir kurz das Visitor Center. Es ist sehr klein und viel mehr als die Stammbäume der Orang Utans sind nicht ausgestellt. Ein letztes Photo mit der „Queen Sisui“ auf dem Steg wollten wir noch machen, als sie sich plötzlich entschied aufzustehen und mich am Hosenbein zu packen! Der Griff mit beiden Händen war fest und schon bald hatte sie auch ihren Fuss um meinen Knöchel gelegt. Nun hörte sie nicht mehr auf unseren Guide Toris, wie noch kurz vorher, sondern sie wollte etwas zu fressen. Erst jetzt erzählte mir Toris, dass die Orang Utans gelernt haben, dass in den Rucksäcken der Rangers die Bananen zu den Futterstellen getragen werden und deshalb bei jedem Tourist auch Bananen in deren Rucksäcken vermutet werden. Das weglocken mit dem Rucksack von Toris und dann auch mit meinem nützte nichts. Dann packte Toris tatsächlich kleine Bananen aus (Rucksackprinzip für den Orang Utan wurde somit mal wieder bestätigt :-) ). Leider lockte Toris „Sisui“ aber nicht zuerst weg von meinem Bein bevor sie die Banane bekam, sondern schlussendlich hatte „Sisui“ die Banane und mich noch immer im Griff. Sie inspizierte meine Hosentaschen und öffnete sogar den Reissverschluss seitlich an meiner Hose :-) Mit ein wenig Geduld und ratlosem Toris schaffte ich es mich los zu winden ohne „Sisui“ wütend zu machen und mich in sicherem Abstand zu begeben. Nach dieser doch etwas zu naher Begegnung hüpften wir wieder auf unser Klotok und fuhren den mittlerweilen engen Fluss wieder hinunter.

In einer netten Nische banden wir uns für die Nacht an den Pflanzen am Ufer fest. Plötzlich hörten wir nicht weit von uns entfernt ein heftiges Spritzen. Etwa ein dutzend Proboscis Monkey wechselten von einem Ufer zum anderen indem sie hoch auf einen Baum stiegen und dann so nahe wie möglich zum anderen Ufer mit einen „Ränzler“ ins Wasser sprangen. Das Spektakel dauerte nur einige Minuten und dann war alles wieder „Jungel“-ruhig. Wir genossen bei Kerzenlicht und Sternenhimmel unser Nachtessen und schliefen unter dem Moskitonetz auf dem Deck. Verschiedene nächtliche Geräusche weckten uns immer mal wieder auf :-)

Bei der Fütterungsstation Pondok Tanggui wurden in den letzten 20 Jahren 35 Orang Utans ausgewildert. Wir wurden von „Sweet Hope“ am Ufer begrüsst und als die Ranger mit ihren lauten Rufen Richtung Futterplatz liefen, raschelte es kurz danach in den Baumwipfeln. „Mandolin“ und „Marco“, Mutter und Teenager, bekamen eine Zuckerrohrstange und am Futterplatz wurden dann die Bananen verteilt. Die beiden halbstarken „Kopra“ und „Lincoln“ hamsterten richtig und auch „Linda“ mit ihrem kleinen „Leonardo“ schien in Eile zu sein. Alles war dann klar, als „Dojo“ auf der Bildfläche erschien: Das dominante Orang Utan Männchen dieser Station!!! Dem wollen wir wirklich nicht zu nahe kommen. Der Ranger gab ihm in gebührendem Abstand Milch zu trinken und es scheint, dass er absichtlich „Dojo“ nie den Rücken zudreht.

Toris und Simon hatten sogar für eine Tarantel am Waldboden ein Auge und auch die fleischfressende Pflanze entging dem geübten Auge unseres Guides nicht. Auf dem Weg zurück zum Steg bekletterten wir noch einen Feuerausguckturm. Die Aussicht über den Jungel, respektive das vor Jahren gerodete Land als es noch nicht NP war faszinierte. Die Muskelkrämpfe nach dem Herunterklettern fanden wir dann aber nicht mehr so lustig. Au, das tat richtig weh! Wir sind so etwas von untrainiert!!! Zurück am Steg machten wir dann noch die Bekanntschaft mit „Marco“. Unsere Jungs liebten es ihn mit Bananen zu „zeukeln“. Ich wollte ihn eigentlich nicht auch füttern, nur wollte ich ihn auch nicht auf dem Boot haben und unbedingt verhindern nochmals einen Affen an meinem Hosenbein zu haben :-) Also Weg mit den Bananen und das Interesse an uns ist vorbei.

Die ganzen zwei Tage sausten immer mal wieder Speedboote an uns vorbei und die Wellen schienen uns fast um zu kippen, weil das Klotok für den engen Fluss so schmal und hoch gebaut ist. Simon erspähte dann sogar noch ein Süsswasserkrokodil, das er abknipsen konnte bevor wir die dritte und letzte Station, Tanjung Harapan besuchten. „Mickey“ und „Sandra“, zwei junge Orang Utans waren hier die Stars bis „Cica“ mit der kleinen „Chealse“ vorbei kam und alle Photokameras auf sich zog. Als dann aber die Äste anfingen zu rascheln und wir uns umdrehten, gingen wir alle ein paar Schritte zurück um dem „Yani“ Platz zu machen. Das dominante Männchen auf dieser Station übertraf alle Vorstellungen und als er dann auch noch anfing zu schreien, meinte Toris dies seien die Laute vor einer Paarung…. Es kam dann aber doch nicht zum Sex :-)

Mit diesen vielen wundervollen Erlebnissen und geknipsten Photos machten wir uns bei Sonnenuntergang auf den Heimweg zur „Sunrise“. Diese zwei Tage waren nun ein weiteres Highlight auf unserer Weltreise, das wir nie vergessen werden!!!

Den Abend rundeten wir dann noch mit einem Telefonat ans Geburtstagskind ab. Mami, alles alles Gute zu deiner Pensionierung!!! Deine neue selbstgehäkelte Decke und Schaal sollen dir auch in den nächsten Jahren kuschlige Abende bescheren :-)

Komodo – Bali

Montag, 25. Juli 2011

4. – 25.7.2011

Gegen die Strömung kämpften wir uns unter Motor, weil mal wieder kein Lüftchen wehte, zur Red Beach, oder auch Pink Beach genannt. Wie auch immer dieser kleine Strand auf Komodo Island sah von der Sunrise aus überhaupt nicht rosa aus. Dafür fanden wir auf Anhieb eine Boje und wurden von einheimischen Händlern bestürmt. Kleine bis riesige Komodo Dragons aus Holz, Perlen und Essen wollten sie verkaufen. Wir einigten uns mit dem Einen auf ein Hühnchen für Morgen und die anderen wollten nicht mehr abfahren. Weil ich gerade in meiner kreativen Phase am Häkeln von Mützen war und einige Exemplare im Cockpit lagen, erspähten die Händler diese und wollten nun unbedingt tauschen. Sorry, Sophia, deine winzige Mütze war der Renner. Nun ist sie leider weg, dafür haben wir jetzt einen kleinen Dragon an Bord. Keine Angst, Sophia, ich habe noch viel Zeit zum Häkeln einer viel schöneren Mütze für dich :-) .

Am nächsten Morgen kam dann unser Hühnchen und zwar lebend!!! Tja, so wissen wir mindestens, dass es frisch ist.Nnur hatten wir keine Lust dem armen Ding den Hals umzudrehen und fragten deshalb, ob der Händler uns nicht das gerupfte Huhn verkaufen kann. Kein Problem, wir gingen in der Zwischenzeit an der „Pink Beach“ schnorcheln. Wow, das war wirklich ein super Schnorchelspass: Unzählige schöne Korallen und Fische, wo auch immer man hinschaut. Sogar der Strand sah nun von nahe tatsächlich ein wenig rosa aus! Wir fanden auch die Ursache: kleine rote Korallenstücke. Zurück auf der Sunrise erhielten wir dann unser nacktes Hühnchen, welches zum Abendessen verzerrt wurde. Am nächsten Tag fuhren wir früh morgens los um die Strömung für die ersten 10sm in den Süden von Komodo Island noch mit uns zu haben und dann für die weiteren 40sm gegen Norden nach dem Gezeitenwechsel die Strömung wieder mit uns zu haben. Dummerweise war aber die Strömung bis zum Gezeitenwechsel nicht wie angenommen 3-4kn sondern eher 10kn und wir kamen nicht gegenan sondern wurden in die falsche Richtung geschwemmt. Deshalb versteckten wir uns hinter der südlichen Spitze von Komodo und trieben etwa 2h im Indischen Ocean bevor wir den zweiten Versuch starteten. Die Wellen und Verwirbelungen sahen nun nicht mehr so krass aus und tatsächlich, wir konnten, wenn zu Beginn auch langsam, gegenan motoren. Nach zwei weiteren Stunden verdoppelte sich unsere Geschwindigkeit dank der Strömung nun in die richtige Richtung :-) . Weil wir wieder aus dem National Park draussen waren, begannen wir mit Fischen. Nach kurzer Zeit biss der Erste an. Leider konnte er sich wieder befreien. Aber schon bald biss der Zweite und den holten wir gekonnt ins Boot. Der zappelte so heftig, dass er alles blutig spritze… Pünktlich vor Sonnenuntergang mit sogar noch einer Stunde Reserve für das Ankermanöver, denn man weiss ja nie, wie oft hier in Indonesien das Ankermanöver wegen meist Tiefen und eher schlecht haltendem Ankergrund wiederholt werden muss. Ohne Probleme „parkierten“ wir im sicheren Abstand zwischen 2 Korallenblöcken und bereiteten ein Sushi mit anschliessendem Tuna in Knoblauchsause zu. Timtam, wir dachten an dich!!! Schade konnten wir unsere guten Homo sapiens Fertigkeiten nicht unter Beweis stellen, als du noch an Bord warst…

Wieder schalteten wir einen Ruhetag ein, wir werden immer langsamer auf unserer Reise :-) , und bastelten ein wenig an der Sunrise. Gasdüse am Herd war verstopft und die Opferanode an der Schraube war mittlerweile schon so mickrig, dass Simon die neue, noch in Australien gekaufte, anbrachte. Wir wollen ja nicht, dass uns die Sunrise wegrostet resp. wegkorridiert. Den Räucherofen haben wir nun auch einweihen können, denn der 3kg Tuna wird sonst zu schnell schlecht, da wir keinen Tiefkühler haben. Nach mehreren Versuchen funktionierte alles und wir konnten geräucherten Tuna zum Mittagessen und Nachtessen schnabulieren. Dann ging es im Norden von Sumbawa weiter Richtung Westen. Nach einem Nachtschlag kamen wir bereits um die Mittagszeit in Pulau Medang an und machten einem Fischer eine Freude, als wir ihm ein Schweizer Sackmesser für seinen Lobster anboten. Zum Glück habe ich bei meinem anschliessenden Schnorcheln einen weiteren in einer Höhle versteckten Lobster nicht herausgeholt, denn ich war nicht so begeistert von dem Eingetauschten als „Appetiser“, dass ich noch mehr von diesen kleinen vor dem kochen hübschen blauen Lobstern töten möchte.

Mit einem weiteren Nachtschlag segelten wir langsam im Norden von Lombok zu den Gili Islands. Bei nur 5-10kn Wind entschlossen wir uns den in Thailand reparierten Genaker nun zu setzen. Schön farbig stand das riesige Segel ruhig vor der Sunrise und zog uns über das Wasser. Als eine dunkle Wolke immer näher kam entschlossen wir uns den Genaker vorsichtshalber zu bergen. Plötzlich: Ratsch, und das Segel riss von der reparierten Stelle ganz oben am Segelkopf bis nach unten und hing im Wasser. Durch die Strömung und den entgegengesetzten Wind trieb die Sunrise über das Segel hinweg und wir mussten mit Geduld das Segel bergen damit es sich nicht in der Schraube oder dem Kiel verfing. Patsch nass hievten wir das Segel hoch und mussten mit der, bei dem wenigen Wind klappernden Genua weiter segeln. In der Nacht begegneten uns zahlreiche Fischer ohne Licht und über 5sm weg von der Insel Lombok. Zum Teil erschreckten sie uns heftig, vor allem wenn sie plötzlich wie aus dem Nichts genau VOR uns auftauchten. Als die Dämmerung dann endlich einsetzte sahen wir, dass die Fischeransammlungen jeweils um eine Plattform aus Bambus mit kleinen Bäumen als Aufbau waren. Es scheint, dass sich wohl kleine Fische unter diesen Plattformen ansammeln und dann die Grossen anziehen. Wir hatten noch immer genug von unserem zuletzt gefangenen Fisch, so dass wir unsere Theorie nicht beweisen wollten. Wir erreichten bereits früh morgens den „Hafen“ von Gili Aer. Wir schnappten uns eine Boje und gingen zuerst einmal schlafen.

Als wir wieder fit waren, machten wir uns auf die Wasserinsel-Erkundung (Gili=Insel, Aer=Wasser). In einem kleinen Strassenkaffee bestellten wir Mie Goreng (gebratene Nudeln) und lernten Rosi aus Österreich kennen. Sie ist mit dem Indonesier Andy verheiratet und bietet uns an am nächsten Tag mit ihr nach Lombok zu fahren um unsere Einkäufe zu tätigen. Gerne nehmen wir das Angbot an. Wir organisierten auf dem Heimweg noch „kurz“ 200L Wasser und hievten diese an Bord.

Mit Rosi machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg unsere lange Liste für die Proviantisierung bis Singapur, denn unsere Vorräte gehen langsam zur Neige, abzuhaken. Frische Früchte, Obst und andere Kleinigkeiten bekommen wir von den Inselbewohnern häufig ans Boot gebracht, aber in Mataram gibt es grössere Einkaufsmöglichkeiten mit mehr Auswahl. Der eine, aber fast wichtigste Punkt auf unserer Liste, unsere Gasflaschen aufzufüllen, können wir bis zum Abend nicht abhaken. Deshalb steht nun fest, dass wir doch nach Denpasar, Hauptstadt von Bali, müssen. Weil die Anfahrt nach Bali in den Hafen von Benoa mit Strömung bis zu 10kn sehr unangenehm werden kann und wir von verschiedenen Seiten vernommen haben, dass die Marina zudem nicht wirklich gut sei, wollten wir das eigentlich vermeiden. Dank Rosi haben wir nun auch noch erfahren, dass wir unsere Visa-Verlängerung für Indonesien sowieso nur in Bali machen können, weil unser Sponsor in Bali sitzt. Zum Glück teilte uns aber Ruthyasi, unsere super nette Sponsorin mit, dass wir nicht unbedingt in Denpasar auf die Imigration müssen, sondern auch in Singaraja, im Norden, die Visa-Verlängerung beantragen können. Das waren gute Neuigkeiten, denn ein Ankerplatz ist gerade eine Bucht weiter in Lovina und so planen wir in ein paar Tagen von dort aus unsere Sachen auf Bali zu organisieren.

Nach einem anstrengenden Tag in Mataram holte uns Andy am Strand ab und wir transportierten die unzähligen Kisten mit Essen und Trinken auf die Sunrise. Wir versüssten unser Leben, wegen unseres noch ungelösten Gasmangels an Bord, mit der köstlichen Indonesischen Küche im Gili Aer Santay Restaurant von Rosi. Natürlich organisierten wir auch hier einen Tauchtag. Mit Ocean5 betauchten wir den Deep Turbo mit viel Strömung und vielen Schildkröten. Bei einer waren sogar zwei Schiffshalter auf ihrem Panzer festgesaugt! Wir mussten beide schon unter Wasser an unsere beiden Freunde Jannie und Hans in Bonaire denken, weil sie uns einen Tag zuvor ein Unterwasserbild mit einer Schildkröte und einem Schiffshalter geschickt hatten. Es gibt das also auch hier :-) Der zweite Tauchgang war am Hans Reef. Wir entdeckten drei gut getarnte Sepias, ein sich versteckender Mini-Oktopus und vieles mehr.

Unseren Italienischer Nachbarn auf der SY Wanderer besuchten wir eines Tages auch noch. Er ist immer viel unterwegs und war öfters nicht an Bord. Er sei nun schon seit 2003 unterwegs. Von Zeit zu Zeit macht er eine Bootsüberführung und verdient so ein wenig Geld. Was für ein Leben :-) Nein, nein, keine Angst wir kommen wieder nach Hause…

Nach dem Schnorcheln am Surfbreak widmeten wir uns das Erste Mal der Stellensuche in der Schweiz. Ja, unsere Reise geht (irgendwann) dem Ende entgegen…voraussichtlich im Oktober/November 2011 dürft ihr uns alle am Flughafen empfangen :-) An welchem teilen wir euch dann noch mit, denn einen Flug haben wir noch nicht gebucht :-)

Ein Rundgang um die ca. 5km grosse Insel bei Sonnenuntergang rundete unseren Aufenthalt auf dieser gemütlichen, ziemlich touristischen Insel ab. Wir möchten Rosi ganz speziell für ihre grosse Hilfe während den Tagen auf Gili Aer danken. Es war super dich kennen gelernt zu haben! Alles Gute, speziell in den nächsten Monaten deiner Schwangerschaft, und wer weiss vielleicht sieht man sich ja wieder :-) (Den Link von Rosis Restaurant und ihren Bungalows auf Gili Aer, Lombok, findet ihr in der Rechten Spalte unserer Homepage).

In der Nacht verliessen wir (klammheimlich) Gili Aer und überquerten die Wallace-Linie, welche in der Strasse von Lombok, zwischen Bali und Lombok, verläuft und nördlich zwischen Borneo und Sulawesi hindurch geht. Diese Linie ist die biogeografische Übergangszone zwischen der asiatischen und der australischen Flora und Fauna. Auf Sulawesi und östlich davon leben zum Beispiel die Beuteltiere (mit den Kängurus und Opossums in Australien verwandt), westlich von Sulawesi, etwa auf Borneo, gibt es diese nicht (Wikipedia lässt grüssen!). Nach dieser historischen Nacht fanden wir unseren nächsten Ankerplatz für über eine Woche in Lovina, Nord-Bali.

Wir erspähten bereits beim Hineinfahren zwischen den Riffen wieder eine Segelyacht. Dieses Mal aus Frankreich. So kam es, dass wir unser Französisch fleissig aufmöbelten. Wir tauschten nützliche Segel-Informationen aus. Lydie und Alain bekamen unseren elektronischen Ankerguide von Indonesien und die Karten bis Singapur kopierten sie im hiesigen Kopiershop und wir bekamen Frischwasser von ihrer Entsalzungsanlage an Bord. Dies wäre ein absolutes Muss, falls wir je eine eigene Yacht haben werden!!! Dieses ewige Trinkwasser organisieren und schleppen ist einfach ein zu grosser Stress als Fahrtensegler…

Am nächsten Tag gingen wir dann alle zusammen auf die „Imigrasi“ in Sangaraja. Wir bekamen unsere Visa-Verlängerungsformulare und wurden darüber informiert, dass unsere Sponsorin auch unterschreiben muss. Tja, wir müssen wegen unserem bestehenden Gasproblem sowieso nach Denpasar, ist also keine grosse Sache. Lydie und Alains Gesichter waren jedoch nicht mehr so fröhlich als wir die „Imigrasi“ verliessen. Sie mussten doch tatsächlich 400´000 Rupia (ca. 40 CHF) zahlen, weil sie nicht in Benoa sondern hier in Lovina einklarierten. Mit 40 Stützli kann man hier auch als Tourist locker einen Monat Leben!!! Wir verschwiegen der Imigration also, dass wir ein ähnliches Problem haben und holten uns am nächsten Morgen vom Hafenmeister den Stempel für die Fahrtengenehmigung direkt nach Nongsa, dem letzten Hafen in Indonesien. Der liebe Beamte merkte nicht, dass auf dem Formular Benoa stand… Am Ende seiner Arbeit, schaute er uns mit Hundeblick an und wollte ein bisschen Geld für das Getane. Er brauchte 30 Minuten um 2 Formulare auszufüllen. Eines musste er auf einer uralten Schreibmaschine ausfüllen und beim anderen Formular musste er 10x von Hand einen Strich machen, weil die Frage nicht auf eine kleine Yacht wie uns zutrifft. Es lebe die indonesische Bürokratie und das „Geldschieben“ für eigentlich Gebührenfreie Dienste!

Nun Hauptsache der Tag geht besser weiter als er begonnen hat. Wir haben nämlich erfahren, dass Chistoph mit seiner Family uns doch nicht besuchen kommt in Thailand. Wir haben uns doch schon so riesig gefreut mit Jeremias, Anna und Sophia mit dem Dinghy um die Sunrsie zu rudern, die grossen Augen beim Segelsetzen zu sehen und mit Chrisoph und Luzia an ein paar schönen Abenden mit thailändischer Abendstimmung zu plaudern. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, vielleicht können wir den Segeltrip mal in der Schweiz auf dem Vierwaldstättersee nachholen…

Unsere Mission in Bali ist nun aber in Denpasar Gas zu besorgen und unserer Sponsorin im Royal Yacht Club in Benoa eine Unterschrift abzuluchsen! Mit unserem Fahrer Alex machten wir uns also auf die 3stündige Bali-Durchquerung. Die Tempel schauten wir vor 3 Jahren auf unserer Hochzeitsreise bereits an und deshalb sausten wir ohne Halt bis zur Sulawesi Strasse im Herzen von Denpasar. Es stellte sich heraus, dass unser Fahrer wenig bis gar keine Geduld hat und deshalb bereits beim dritten Mal Nachfragen das Handtuch warf und behauptete es gebe diesen Chinesen für das Gasfüllen nicht. „Wir fahren nun zuerst zu unserer Sponsorin und kommen dann wieder zurück“, hiess es.

Immerhin war das Kennenlernen unserer Sponsorin und ihrem Assistenten sehr nett und kostete nicht einmal etwas. Sie gaben uns dann auch gleich drei weitere Adressen um unsere Gasflaschen hoffentlich füllen zu können. Nur war das für unseren lieben Alex eher verwirrend, denn schlussendlich machte er ein Durcheinander mit den Adressen und war natürlich unschuldig, dass wir nicht ans Ziel kamen. Als wir das dritte Mal bei der gleichen Kreuzung vorbei fuhren, mussten wir eingreifen. Mit diplomatischem Geschick brachten wir ich ihn dazu noch nicht aufzugeben und ein weiteres Mal für eine Wegbeschreibung mit unserem Handy zu telefonieren. Wow, wir erspähten tatsächlich die Richtige Strasse und auch die Nummer 25! (Alex wäre wieder daran vorbei gefahren…)

Der Chinese, ob es der gleiche ist, wie wir in der Sulawesi Strasse suchten, werden wir wohl nie heraus finden, lachte uns an als wir endlich ankamen. Er beteuerte uns, dass er unsere australischen UND europäischen Gasflaschen füllen könne. Es dauert aber mindestens 4h! Unser Fahrer hatte dann plötzlich ein Familienfest am Abend, so dass wir auf keinen Fall bis 20h gemütlich Abendessen gehen können und uns Denpasar anschauen. Dass er uns am Vortag noch versprochen hatte, den ganzen Tag Zeit zu haben und keinen Preisaufschlag für die Nacht zu verlangen, war nun hinfällig. Immerhin kam er uns soweit entgegen, dass er uns anbot die Flaschen Morgen auf dem Weg zum Flughafen für andere Kunden abzuholen und uns zu bringen. Völlig kaputt kamen wir im Dunkeln in Lovina an und waren froh, einen so anstrengenden aber erfolgreichen Tag hinter uns zu haben.

Lovina ist bekannt für die Delphine vor der Küste und deshalb werden wir jeden Morgen um 6h von den Auslegerbooten mit 2-4 Touristen drauf geweckt. Wie könnte es auch anders sein, die Sunrise zieht die Boote magisch an… Wir hören immer wieder wie die Einheimischen den Touristen erzählen, das sei eine deutsche Yacht und die Skipper würden sie kennen. Ja, ja, wir kennen sie alle und trotzdem wollen sie uns bei jedem Landgang noch immer jedes Mal ihre Touren, Schnitzereien, Perlen, Tücher oder Früchte verkaufen. Hier in Bali sind die Einheimischen das erste Mal richtig aufdringlich (schon fast so schlimm wie in der Karibik).

Am Morgen kam dann auch prompt der erste Schwimmer uns an Bord besuchen. Ein Australier mit eigenem Segelboot, der Manieren hatte und nicht auf die Sunrise klettern wollte. Unsere Einladung auf ein Bier schlug er sogar ab, weil er seine Frau nicht ängstigen wollte, wenn er so lange weg bleibt. Etwas später hörten wir dann wieder ein Plätschern und weil wir beide gerade unter Deck waren, versuchte der Besucher doch tatsächlich auf die Sunrise zu klettern. Ohne Badeleiter ist das aber nicht so einfach :-) Als ich dann nachschauen ging, war es ihm und vorallem seiner Freundin ganz schön peinlich. Es stellte sich heraus, dass die zwei aus Kalifornien kommen und wir ihr erstes „Abenteuer“ am heutigen Tag seien. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der Sunrise schwammen die beiden dann wieder ans Land zurück. Zwei Holländer kamen uns am gleichen Tag dann auch noch besuchen. Wir wunderten uns schon, ob jemand erzählt hat es gäbe Freibier auf der Sunrise :-)

Am Abend bekamen wir dann tatsächlich unsere gefüllten Gasflaschen!!! Die sind so schwer, dass es scheint als wären sie bis oben hin gefüllt, obwohl er keine richtige Füllstation für ausländische Flaschen hat. Er stellte seine grosse Flasche einfach auf den Kopf und wartete bis das Gas in unsere hinein geflossen ist.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit der Routenplanung der Strecke von Singapur bis Langkawi mit Rebi und Dani. Die Zwei kommen uns nämlich besuchen und darauf freuen wir uns schon riesig. Auch Sievi möchte für ein paar Tage, hoffentlich Wochen :-) , vorbei kommen und uns in der Strasse von Malacca bei den Nachtschlägen unterhalten. Keine Angst, die Piraterie in dieser Strasse ist Vergangenheit!!! Dass uns jemand bestiehlt wäre zwar auch Piraterie, weil wir auf einem Boot sind, aber genauso wahrscheinlich, resp. hoffentlich unwahrscheinlich, wie am Land. Also keine Angst wir geben uns Mühe heil wieder nach Hause zu kommen.

Damit wir unsere Reise durch Indonesien auch in der Heimat immer wieder präsent haben, besuchten wir einen Balinesischen Kochkurs. Wir gingen zuerst mit unserer Kochlehrerin Putu auf den Markt und lernten die verschiedenen fremden Gemüse und Früchte kennen. Unter der Aufsicht der Chefköchin Ino, welche kein Wort Englisch kann aber immer lächelte, lehrte uns Putu zuerst wie man Frühlingsrollen zubereitet. Jami, die schmeckten superb! Dann machten wir einen Kochmarathon und bereiteten Kare Ayam (Balinese Chicken-Curry), Mi Goreng Sayur (Fried Noodles with Vegetables), Pelecing Kangkung (Waterspinach with Balinese Sauce) und Sambal Pelecing (Pelecing Sauce) und Sambal Kacang (Peanut Sauce) zu. Der Marathon ging beim Essen sogar weiter :-) . Es war köstlich doch offensichtlich viel zu viel. Mit einem Doggy-Bag und vielen Kochrezepten wurden wir zurück auf die Sunrise gebracht. Wir freuen uns schon jetzt dem einen oder anderen interessierten von Euch eine Einführung in die Balinesiche Küche zu geben. Wir haben nun ein Diplom mehr :-) .

Gestern gingen wir das erste Mal nach 3 Jahren wieder im Menjangang NP tauchen. Auf der einstündigen Fahrt mit dem Auto erspähten wir sogar unser Honeymoon Hotel Pondok Sari in Pemuteran. Dummerweise fanden wir heraus, dass es nicht möglich sei dort zu Ankern und so müssen wir uns überlegen, ob wir per Auto in den nächsten Tagen einen Besuch machen sollen. Von Düde, dem dortigen Tauchschulleiter aus der Schweiz, haben wir erfahren, dass sich dort viel verändert hat und wir das Meiste wohl nicht mehr erkennen würden. Der super idyllische SPA wäre aber schon ein Besuch wert! Wir haben nämlich noch auf der ganzen Welt noch keine so bezaubernd eingerichteten SPA mit See und Seerosen, aromatischen Düften und einheimischen Kunst gefunden.

Der Tauch- und Schnorcheltrip war leider eine ziemliche Massenabfertigung. Nun wissen wir auch warum die Preise in Lovina günstiger sind als in Pemuteran, obwohl eine einstündige längere Anreise nötig ist. Wie auch immer, wir gehörten zum Glück nicht zu den 100 Schnorchlern und hatten ein Boot für die 4 Taucher und 3 Begleitpersonen. Der Guide war schlecht. Ein Breefing gab es nicht. Er fand es nicht mal nötig uns zu sagen, dass es ein Drift-Tauchgang wird. Auch wünschte ich mir Unterwasser, dass ich mir nicht hätte wünschen sollen ein Pygmi Seepferdchen zu finden. Er schwamm nämlich zur Gorgonie, wo sich meistens eines versteckt und fasste diese überall an. Nach einer Ewigkeit fand er dann eines. Ich war überrascht, dass es noch lebte, weil seine Suchaktion alles andere als vorsichtig war. Hoffentlich hat der arme Winzling den Schock überlebt! Das Riff ist noch immer gut intakt und hat viele Fische. Obwohl es Vorschriften für diesen Nationalpark gibt, die in jedem Boot angeschrieben sind, werden die Anker von den Guides noch immer mitten ins Riff geworfen und die Petflaschen im Meer entsorgt!

Heute haben wir einen gemütlichen Computertag eingelegt: Jobsuche und Bericht für die lieben Zuhausegebliebenen schreiben. Zwischendurch suchte, fand und holte (!) ich die von Simon versenkte Sonnenbrille auf dem sandigen Grund in 10m Tiefe :-) .

Nun warten wir noch auf unsere Visum-Verlängerung und fahren dann weiter nach Borneo um die dortigen Orang-Utans zu besuchen, weil wir ja gelernt haben, dass es dort keine Kängurus gibt :-) .

Schweizer Fondue an Bord der Sunrise

Samstag, 16. Juli 2011

27.6.2011

Vor lauter Tauchen haben wir doch tatsächlich das Highlight an Bord der Sunrise im letzten Bericht nicht erwähnt. Wir haben nämlich in Labuan Bajo dank Timtams Import ein original Gerber Fondue bei 30°C in einer Pfanne auf Kerzen genossen! Es war ein herlicher Gaumenschmaus und liess uns an die Heimat und die Zuhausegebliebenen denken. Danke vielmals, Timtam, für dieses super Mitbringsel und deine unterhaltsame Gesellschaft für die zwei Wochen Segeln von Ambon bis nach Flores.

Übrigens, Timtam, werden deine mitgebrachten Bestechungszigaretten weiter fleissig eingesetzt und von den Einheimischen gerne angenommen. Nur deine Sugus haben den Weg als Eintauschware nicht gefunden. Diese werden als “Heimwehpillen” verwendet :-) und die Frigor Schokolade in den Nachtwachen als Aufputschmittel verzerrt.

Nun sind wir in Gili Air, einer von drei kleinen Inseln im Norden von Lombok, bzw. östlich von Bali und geniessen die sehr warmen Tage…

Banda Naira – Komodo

Sonntag, 03. Juli 2011

9.6. – 3.7.2011

Den ersten Tauchgang in Banda Naira machten wir am 20jährigen Lava Flow mit Drop Off. Eine 30 minütige Fahrt im Dinghy führte uns um den Vulkan herum bis wir das kleine Häuschen fanden, wo scheinbar ein guter Tauchspot sei. So war es dann auch. Üppig viele Hartkorallen und viele bunte Fische bestaunten wir. Am nächsten Tag betauchten wir den kleineren Lava Strom mit seinen vorwiegenden Salatkorallen und eine Schildkröte beobachteten wir beim Fressen. Am folgenden, tauchfreien Tag wanderten wir zur Malolo Beach. Das Dörfchen nebenan war dann eine Sackgasse und wir waren froh, einen netten Fischer zu finden, der uns wieder nach Naira brachte ohne 2h wieder zurück laufen zu müssen :-) Das einheimische Boot schaukelte sehr, schnitt aber flitzig durch die Wellen und brachte uns trocken wieder nach Hause. Den Tauchspot beim Light House checkten wir auch. Die Strömung an der Wasseroberfläche war heftig und wir dachten schon das ganze abzubrechen. In ein paar Metern Tiefe war dann aber alles gut und wir bestaunten die tausend Fische und farbigen Korallen. Das Dinghy fanden wir mit ein bisschen Schummeln (aus dem Wasser spionieren) wieder. Am Abend verpufften wir dann noch die letzte Luft in unseren Flaschen bei der Suche nach den bekannten Mandarin Fischen von Banda Naira. Leider liessen sie sich nicht blicken, obwohl wir geduldig über 30 Minuten am scheinbar richtigen Ort zum Sonnenuntergang vor der einen Hotelmauer auf 3m Wassertiefe warteten. Wir liessen uns nicht entmutigen und wiederholten das Ganze noch zwei weitere Male…. auch ohne Erfolg :-( Das Fort Belgica besichtigten wir auch und wurden von einer Kolonie von Fledermäusen überrascht. Am letzten Tag von unserem gemütlichen Aufenthalt in Banda Naira betauchten wir nochmals den Lava Flow Drop off und segelten am nächsten Morgen gut ausgeruht in einem Nachtschlag zurück nach Ambon um dort Thomas Bringold, ein Segelfreund aus Luzern, zu empfangen.

Delphine vor dem Bug versüssten uns die langsame Fahrt fast ohne Wind. Trotz den letzten Meilen motorens kamen wir später als verabredet an und begrüssten freudig den übermüdeten Timtam (ja deinen Spitznamen, Thomas, wirst du nun nicht mehr los :-) . Power Shopping war angesagt um am nächsten Morgen wieder aus dieser eher hässlichen und sehr dreckigen Stadt zu kommen. Der Kurs ging nun wieder Richtung Westen an den bereits bekannten Ankerplatz von Pulau Tengah. Dieses Mal wollte unser Anker aber einfach nicht halten und so verzweifelten wir fast… Nach dem x-ten Mal, wir haben aufgehört zu zählen, schien es dann doch noch zu klappen. Das Ankerschnorcheln zeigte dann, dass nicht der Anker hält sondern die Kette um einen grossen, fetten Stein gewickelt war. Der Ankeralarm war gesetzt, im Falle, dass wir durch das Schwojen nicht mehr halten würden. Die Nacht war aber ruhig. Am Morgen war dann allerdings das “Anker auf” Manöver komplizierter als gewöhnlich. Ich ging also mit Flossen und Taucherbrille ins Wasser, hängte mich seitlich an die Sunrise, weil die Strömung zum frei Schwimmen zu stark war und lotste Simon in die richtige Richtung damit Timtam den Anker hochnehmen konnte. Als wir dann entdeckten, dass ein heller Fischer seine Fischerleine über unsere Ankerkette legte, machten wir kurzen Prozess… Tut mir echt leid!

Innert 48h segelten wir nach Pulau Hoga, Süd Sulawesi. In unserem Ankerführer war beschrieben, dass der Ankerplatz eine 10 wäre, wenn die Anfahrt nicht so schwierig sei. Tja, wir hatten keine Probleme und hatten zwei Bojen zur Auswahl zum Festmachen. Der Idyllische Platz vor dem langen Sandstrand der kleinen Insel mit Research Station und dem Bungalows von Geertje gefiel uns sehr. Hätten wir von diesem Ort und der hiesigen Forschung ein paar Jahre früher erfahren, wären wir ohne zu zögern hierher gekommen für unsere Master Thesis! Pipa führte uns ohne zu zögern auf der ganzen Station herum und offerierte das Tauchflaschen Füllen nachdem sie uns alle Tauchsites in der Umgebung genauestens erklärt hatte. Wir waren also schon nach kurzem gut informiert über die verschiedensten Tauchmöglichkeiten und an Luft wird es uns auch nicht mangeln. Ein längerer Strandspaziergang brachte uns dann zu Geertje und ihren geschmackvoll gestalteten Ressort. Wir verabredeten uns dann auch gleich für das Abendessen am nächsten Abend. Zuerst war aber wieder Tauchen angesagt. Nun das erste Mal zu dritt. Das Dinghy war bis oben vollbepackt mit unseren drei Ausrüstungen. Von der Forschungsstation hatte es Bojen als Tauschsitemarkierung, wo wir unser Dinghy festmachen konnten. Schwups, alle im 27°C warmem Wasser ohne Neopren!!! Noch ein bisschen Gewicht dem Timtam anhängen und auch er geht wie ein “Steinchen” nach unten. Die markante Steilwand des “Hausriffs” war ideal zum Anfangen. Am Nachmittag gingen wir dann an den Inner Pinnacle für Fortgeschrittene. Die Unterwasserwelt war grandios! Viele farbige Korallen, unzählige Fische und sogar eine Wasserschlange erspähten wir. Am Abend liessen wir uns bei Geertje verwöhnen. Insgesamt genossen wir 5 herrliche Tage mit meistens 2 Tauchgängen, tollen Abenden an Bord oder an Land und auch die kleine wacklige Stelzenstadt auf der Nachbarsinsel mit kleinem Gemüsemarkt besuchten wir. Als die ersten Rückenbeschwerden wegen des Tauchens auftraten, gönnten wir uns dann auch eine Massage. Die kleine zierliche Frau war mir jedoch zu stark und als sie anfing auf mir herum zu laufen auch zu schwer :-) Bei Geertje gab es dann pünktlich zu unserem Abschied noch ein Bonfire am Strand.

Wieder 2 Nächte Wachen halten und wir kamen in Flores an. Einen Badestopp legten wir weit vor der Hauptstadt Labuanbajo ein, denn das Wasser wird dort wohl nicht mehr sehr nett sein. Wir fanden eine noch freie Boje, denn die Wassertiefe ist wie für Indonesien normal, wieder mal viel zu tief zum Ankern. Den australischen Nachbarn quetschten wir als erstes aus über die Einkaufs- und Tauchmöglichkeiten. Das Städtchen zeigte sich dann als ganz nett. Einfach die ganze Strasse ist aufgerissen und Baustelle :-) Immerhin gab es Einkaufsmöglichkeiten und an Tauchangeboten mangelt es auch nicht. Wir pickten uns einen Anbieter, denn hier selber zu Tauchen wird uns von allen Seiten abgeraten, denn die Strömungen seien unberechenbar. Wir buchten deshalb für den nächsten Tag zwei Tauchgänge mit Reefseeker. Wir wurden freudig begrüsst und genossen als Passagiere auf einem Schiff keine Verantwortung zu haben :-) Beide Tauchgänge waren sagenhaft! Die Unterwasserwelt ist einfach grandios. Meine beiden Wünsche ein Seepferdchen und einen Blattfisch zu finden wurden beide erfüllt! Am Abend organisierten wir noch von einem Nachbar- Livabord Trinkwasser und genossen das aus der Schweiz mitgebrachte Fondue!!!

Am nächsten Tag verliess Timtam die Sunrise leider schon :-( Wir buchten aber noch 2 Tauchtage mit ihm und seiner Freundin Giusy für die nächsten Tage. Auch diese Tauchgänge waren spitzenmässig! Einer war ein Muck Dive, dh. nicht Korallen sind vorherrschend sondern Schlamm und Sand mit speziellen Tieren, wie z. B. Sepia, Mantis Shrimp, Nacktschnecken, Seenadeln, Nadelfische und noch vieles mehr. Wir erspähten sogar einen Dragonet. Das ist ein naher Verwandter des Mandarin Fisch, den wir in Banda Naira nicht zu Gesicht bekamen. Dieser Dragonet ist jedoch noch viel seltener!!! Nach diesem speziellen Tauchgang besuchten wir noch die Insel Rinca um die Komodo Dragon (Varanus komodoensis) zu bestaunen. Diese riesigen Echsen leben nur auf der Insel Komodo, Rinca, Gili Motang und Nusa Kode im Komodo National Park. Auf dem einstündigen Rundgang kreuzte lediglich einer unseren Weg und die anderen lagen alle faul bei der Küche des Infozentrums beim Eingang. Obwohl wir uns die Begegnung mit diesen urtümlichen Tieren anders vorgestellt haben, waren wir von der Grösse beeindruckt.

Als Abschied luden Timtam und Giusy uns für das Abendessen zu sich ins Hotel ein und wir verbrachten einen gemütlichen letzten Abend miteinander. Die Retourfahrt auf die Sunrise, mittlerweilen an der Boje der Angel Island festgemacht, war dann auch eher abenteuerlich, denn der Kapitän war schon am schlafen als wir zurück fahren wollten. Der Motor sprang zuerst nicht an, als er dann los ging, ging er Vollgas los und heizte in die falsche Richtung, nämlich zum Riff. Unter Fluchen und Stampfen ging dann alles doch noch in die richtige Richtung und wir kamen heil auf der Sunrise an.

Den Anker/Bojen-Tip des Australiers nahmen wir uns nun zu Herzen und verlegten uns zur Kanawa Island. Das Ressort dort ist eher einfach eingerichtet und das ellenlange Jetty über das Riffdach ist alles andere als gerade. Das Abendessen am Feuer war jedoch reichhaltig an Fleisch und Fisch und das Dessert herrlich cremig. Nach einem kurzen Schnorcheln am Hausriff segelten wir dann heute Nachmittag in den Komodo NP und suchten die Boje bei Tatawa. Leider wurden wir nicht fündig. Tja, typisch indonesisch, die knöpfen dir Geld ab für den Eintritt in den NP, aber eine Karte mit den Bojen, weil das Ankern nicht erlaubt ist, gibt es nicht. Wie auch immer, dank dem Fernglas erspähten wir dann bei der Nachbarinsel eine Boje. Dummerweise haben wir hier nun keinen Handyempfang, obwohl ich in die erste Saling gestiegen bin und können der Tauchschule nicht sagen wo wir stecken, damit wir morgen nochmals tauchen können. Dafür schwimmen hier immer wieder Schildkröten um uns herum und der Sonnenuntergang war traumhaft rot :-)

Morgen werden wir die Red Beach noch auschecken und dann den Weg Richtung Bali in Angriff nehmen…