Region Phuket und Similan Inseln

29.9. – 4.11.2011

Meinem Geburtstagskuchen wurden die Kerzen vom Wind ausgeblasen, dafür war er köstlich. Gestärkt gingen wir dann also mit unserem Taxi die Insel Phuket erkunden. Zuerst besuchen wir den Schneider Sam, welcher uns toll beriet und schöne Business-Anzüge für Simon und einen Hosenanzug und Jupes für mich anfertigen wird. Danach wurden wir ins Central Festival Shopping Center gefahren und ich bekam meine Geburtstagsfrisur. Endlich nicht mehr nur Haare auf dem Kopf :-) . Bei einer Entspannungsmassage nahm ich Glückwünsche aus der Schweiz entgegen und beim Nachtessen am Strand mit Kerzenlicht und einem guten Stück Fleisch vom hiesigen Franzosen liessen wir den schönen Tag ausklingen. Danke für die vielen Glückwünsche per eMail. Wie schön, dass es diese Technologie doch gibt :-) . In den nächsten Tagen bescherte uns das Wetter viel Regen und so kam es, dass wir vor der Yacht Haven Marina ankerten und uns den Kopf zerbrachen, was wir mit unserem letzten Monat in Thailand anfangen sollen. Wir gingen zur ersten Anprobe beim Schneider und liessen uns wieder für den Spotpreis von 6 Fr. eine Stunde massieren :-) . Zum Glück kam dann doch wieder die Sonne mit ihrer brütenden Hitze und wir motorten zu Koh Hong um den „Hong“ zu besuchen. Mit dem Dinghy fuhren wir neben vielen Touristen im Kanu in diese Lagune in der Kaltsteininsel und bestaunten die Gesteinsformationen. Durch einen Tunnel fuhren wir dann wieder hinaus und hatten einen gemütlichen Abend als dann alle Touristen weg waren :-) . Am nächsten Morgen motorten wir wieder ohne Wind zur nächsten Insel. Koh Kudu Yai war ein schöner Ankerplatz zwischen zwei hohen Inseln und tausenden von Flughunden, die in der Nacht scheinbar beim nahegelegenen Festland auf Futtersuche gehen. Mitten in der Nacht wurden wir dann von einem Fischer geweckt. Sein Netz verfing sich in unserer Ankerleine, denn er verpasste sein treibendes Netz rechtzeitig einzuholen. Er riss einfach fest daran und fuhr mit dem kaputten Netz wieder weg. Auch dort besuchten wir den „Hong“, dieses Mal ohne Touristen.

Zum nächsten Ankerplatz konnten wir dann tatsächlich Segeln! Langsam aber stetig kamen wir nach 5h am nur 17sm entfernten Koh Hong an. Nein, nein, wir haben uns nicht verfahren. Diese Insel heisst wieder so und hat natürlich auch einen „Hong“. Täglich werden hunderte von Touristen von Krabi mit Longtails (thailändische Holzboote mit extrem lärmendem Motor) oder Speedboats, die keine Rücksicht auf andere nehmen und somit ihre Bugwelle uns jedes Mal kräftig durchschüttelt, hierher geschippert. Trotz dem unruhigen Ankerplatz bleiben wir dort ein paar Tage. Wir lesen viel und faulenzen ausgiebig. Auf den Wind wartend segelten wir schussendlich fast eine Woche später nach Railay, ins Kletterparadies. Die Felsen dort haben scheinbar über 1000 verschiedene Tracks in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wir begnügten uns mit dem Zuschauen und Besichtigten eine Höhle in luftiger Höhe mit super Ausblick auf die Bucht. An einem Tag wollten wir dann auch noch zur Lagune wandern. Wir sahen sie von weitem, entschlossen uns aber nicht weiter zu gehen, denn, ja Mami, es wurde tatsächlich überhängend :-) . Vor allem hatten wir uns am Nachmittag für einen Thailändischen Kochkurs angemeldet und den wollten wir auf keinen Fall verpassen. Nun können wir Yam Thale (Meeresfrüchte-Salat), Kang Pha-Nang (Curry in süsser Erdnusssauce), Tom Kha Kai (Hühnchen in Kokosnussmilchsuppe), Phad Thai (gebratene Nudeln Thai Style) und Bananen in Kokosnussmilch kochen.

Railay selber sei wie Phi Phi vor 20 Jahren… An der „Strandpromenade“ Restaurant neben Restaurant und einige Bars und Shops. Zu unserer Enttäuschung aber leider keine Möglichkeit frisches Gemüse oder Früchte einzukaufen. Alkohol und Knabbereien gibt es für die Partyleute mehr als genug, aber nichts für Fahrtensegler. An unserem „2-Jahre auf Weltreise“-Tag fuhren wir dann halt mit dem Dinghy um die Landzunge um in der dortigen Village, laut Info von unser Nachbarn, auf dem Markt einkaufen zu gehen. Die Longtails überholten uns mit Getöse und einem grossen Lachen… mit nur 3,3 PS sind wir nicht die Schnellsten :-) . Vollbepackt tuckern wir auf die „Sunrise“ zurück und beim Abendlichen Kino mussten wir immer wieder Pause drücken, weil wir wegen dem regen und sehr lauten Taxi-Verkehr kein Wort verstehen können. Ein paar Delphine besuchten uns dort am Ankerplatz sogar!

Wieder Mal unter Motor fuhren wir weiter auf die Chicken Island. Bei Ebbe hat es dort einen sehr schönen Strand, der zu den nahegelegenen zwei winzigen Inseln führt, fast ohne nasse Füsse zu bekommen. Am Abend hatten wir einfach keine Lust selber zu kochen und entschlossen uns in das dortige kleine Restaurant zu gehen. Für uns wurde extra der Generator angeworfen, damit wir Licht hatten. Bei der Bestellung mussten wir dann dummerweise feststellen, dass dort saftige Touristenpreise verlangt werden, obwohl doch am Abend gar niemand hier isst. Tja, wir sagten dann einfach bei der Bestellung, dass wir lediglich 300 Baht Bares übrig haben. Das reichte für einen Burger ohne Pommes und einen Chicken Salat ohne Reis sowie eine Cola. Die Bedienung hatte mit uns so bedauern, dass sie uns ein Mineralwasser und Reis spendierte :-) . Wären es Thai Preise gewesen, hätte unser Geld längstens gereicht und deshalb hatten wir auch nicht wirklich ein schlechtes Gewissen. Als sie uns verabschiedeten fragten sie lustigerweise, ob wir Morgen wieder kommen…

Zurück in Koh Phi Phi erhofften wir uns unsere in Australien gekauften Tauchflaschen verkaufen zu können. Leider haben die hiesigen Tauchschulen kein Interesse und dann stellten wir sogar noch fest, dass uns unsere Angelrute geklaut wurde. Tja, gefangen haben wir nichts mit ihr, nur war die Vorstellung, dass jemand an das Boot kam und sie vom Bändsel befreite schon etwas komisch. Wir hatten aber die ganze Reise nie Probleme und hoffen nun einfach, dass der neue Besitzer mehr Glück hat als wir mit dieser Angelrute. Am nächsten Tag gingen wir dann in die Massage, wo wir damals mit Rebi und Dani schon waren, nachdem wir unsere Travelers Cheques zu Barem gemacht haben. Den letzten Schlag machten wir dann tatsächlich unter Segel zurück nach Phuket. Dieses Mal war das Ziel die Royal Phuket Marina, weil die „Sunrise“ einen neuen Unterwasseranstich braucht und das Ruder noch repariert werden muss. Weil man um in diese Marina zu kommen einen Kanal nehmen muss der nur bei Hochwasser von mindestens 2.70m bei unserem Tierfang von 2m befahrbar ist, ankerten wir bei Koh Rang Yai um die richtige Gezeit abzupassen. Es stellte sich heraus, dass dort sogar noch eine Perlenfarm mit Shop auf der Insel ist und so konnten wir noch letzte Souvenirs kaufen :-) .

Pünktlich wie eine Schweizer Uhr kam der Pilot von der Marina uns doch tatsächlich vor dem Kanal abholen und fuhr die „Sunrise“ zu unserem Erstaunen selber durch den Kanal. Erst kurz vor der Marina übergab er das Ruder dann doch wieder dem Simon. Gekonnt legten wir an, einerseits erleichtert, dass wir die lange Reise von Australien durch Indonesien, vorbei an Singapur und Malaysia bis hier nach Thailand gemeistert haben, aber auch ein wenig wehmütig, dass das Abenteuer „Sunrise“ nun doch schon zu Ende ist – und somit auch die Weltreise.

Ein letzter Höhepunkt lag aber noch vor uns: Wir haben noch einen viertägigen Tauchtrip in den Similan National Park mit einem Livebord gebucht. Weil dort im NP keine Tauchbasis ist, hätten wir unsere Tauchflaschen nicht auffüllen können und da die Tauchsaison offiziell erst Anfangs November anfängt, hätten wir evt. auch Probleme gehabt die Tauchflaschen bei den Livabords aufzufüllen. Deshalb entschieden wir uns das Navigieren und Ankerplatzsuchen dem Captain der Manta Queen II zu überlassen und uns auf das Tauchen zu konzentrieren. Mit 4 Tauchgängen pro Tag inkl. einem Nachttauchgang waren wir froh mit NITROX (enriched air) zu tauchen. Die Unterwasserwelt war sehr imposant, wie auch die Inseln selber. Riesige kugelförmige Felsbrocken waren über wie auch unter dem Wasser zu bestaunen. Beim weltbekannten Tauchspot dem Richelieu Rock im Surin NP machten wir dank guten Wetterbedingung 3 Tauchgänge. Leider hatten wir nicht das Glück die grossen Attraktionen an diesem „Ozeanischen Site“, wie Mantas oder gar Walhaie, zu sehen, dafür sahen wir hunderte kleine sehr farbenprächtige Nacktschnecken, Tintenfische, riesige Krabben und vieles mehr. Nach dem zweiten Tauchgang war unser Blitz für die Unterwasserkamera bereits leer und deshalb ladeten wir ihn rechtzeitig für den Nachttauchgang. Doch dann geschah es, knack und der Hebel um den Akku des Blitzes wieder fest an den Blitz zu machen brach ab. So ein Sch… jetzt haben wir das Ding um die ganze Welt geschleppt und genau jetzt beim Taucherhighlight können wir keine Unterwasserphotos machen :-( . Tja, vor allem der „Ghost Pipe Fish“ und die eine oder andere knall gelbe oder orange Nacktschnecke wären ein grandioses Poster geworden…

Nach einem gelungenen Abschluss wurden wir wieder in die Marina gebracht und verbringen nun die letzten Tage auf der „Sunrise“. Um uns wieder fit zu machen, gehen wir täglich ins Fitness. Beim Schneider waren wir auch schon zum x-ten Mal. Noch immer ist nicht alles so massgeschneidert wie es sein sollte… Die „Sunrise“ ist inzwischen innen und aussen gründlich gereinigt und sitzt auf dem Trockendock. In schwindelnder Höhe überstanden wir heute sogar ein heranbrausendes Gewitter mit Blitz und Donner. Es wurde mir ganz mulmig und deshalb gingen wir im „les Anges“ eine heisse Schokolade/Capuccino und ein Stück Kuchen/Sorbet zu essen, nach dem wir das Dinghy gesichert haben und nichts mehr für die „Sunrise“ tun konnten. Ohne Schaden haben wir und die „Sunrise“ alles überstanden. Das unterbrochene Kochen des Festessens von Simon, Sweet Peanut Curry, wurde dann sogar noch weiter verspätet, weil doch tatsächlich noch die australische Gasflasche leer wurde. Mit hunderten von Moskitos montierte Simon das Europäische Gewinde an die Schläuche. Wie auch immer, es schmeckte vorzüglich, unsere Kochkurse haben sich ausgezeichnet :-) .

Nun kommt Morgen Reiner an Bord. Mit ihm werden wir die nächsten Tage noch kräftig die „Sunrise“ putzen, reparieren, anmalen und was ihm alles sonst noch in den Sinn kommt. Wir möchten dir, Reiner, bereits jetzt und auf diesem Weg herzlichst danken für dein grosszügiges Angebot deine „Sunrise“ von Australien nach Thailand in gemütlichen 7 Monaten zu „überführen“. Es hat uns riesig Spass gemacht! Wir haben viel gelernt und erlebt. Dieses Abenteuer werden wir nie vergessen und wahrscheinlich noch Jahrzehnte lang davon erzählen :-) .

Trotzdem, wir freuen uns riesig auf die Schweiz. Unsere Familie und Freunde nach über 2 Jahren wieder in die Arme schliessen zu können!

Unsere wundervolle, grandiose, hammrige Weltreise war mit vielen Highlights gespickt: Wir überquerten zwei Ozeane, den Atlantik mit der SY Tartaruga und den Pazifik mit der SY Sunrise, segelten in den Tobago Cays in der Karibik, tauchten in Bonaire bei Hans und Jannie, besuchten Götti Kurt und Lasley in Bonita Springs, bestaunten die Tierwelt von Galapagos, besegelten die paradiesischen Tuamotus, tauchten im atemberaubenden Niue und Tonga, forschten und tauchten mit den Bullenhaien in Fiji, erreichten Australien nach 12´656sm, fuhren während 6 Monaten mit unseren 4WDs, „Black Pearl“ und „Frangipani Beauty“, 27´802km durch das vielfältige Australien, trafen Rebi und Angie in Cairns, überflogen den Uluru und die Olgas, machten 7´747km in Neuseeland in unserem kleinen Camper, lernten im Surfcamp mit Andrea und Fabian die Kunst des Wellenreitens, schnorchelten mit einem Walhai im Ningaloo Reef, segelten die SY Sunrise als Skipper durch Indonesien, besuchten die Gewürzinseln Banda Naira, tauchten in dem sagenhaften Komodo Nationalpark mit Timtam, besuchten unsere Verwandten, die Orang-Utans in Kumai, durchquerten die Strasse von Malacca mit unserem Besuch Papa Sievi, und erreichten mit Rebi und Dani schlussendlich Phuket nach 5´243sm. Insgesamt segelten wir tatsächlich 17´899sm um die halbe Welt!

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