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Neuseeland: Süd-Insel

Montag, 31. Januar 2011

22.12.2010 – 1.2.2011

Wow, nun gehen schon unsere zwei Monate in Neuseeland zu Ende. Wir haben es genossen mit unserem „Nomade“ gemütlich die beiden Inseln zu erkunden. Wir haben lauschige Plätzchen gefunden, gesprächige Kiwis, nicht die flugunfähigen Vögel sondern die Leute von hier, getroffen und viel Wildlife gesehen! Dominiert haben 1′000nde von Schafen auf den Wiesen…

Beginnen wir doch vorne, respektive im Norden der Südinsel, der Stadt Picton, wo wir nach einer angenehmen Überfahrt mit der Fähre ankamen. Wir erkundigten uns zuerst vor Ort über die Campingmöglichkeiten und entschieden uns in die Marlborough Sounds zu fahren. Eine kurvige Strasse führte uns an vielen Buchten vorbei, bis wir in der Nikau Cove einen idyllischen kleinen Campingplatz fanden. Am nächsten Tag wanderten wir bei Sonnenschein einen Teil des bekannten Queen Charlotte Tracks entlang. Der Wanderweg schlängelte sich dem Endeavoure Inlet entlang und gerade noch rechtzeitig erwischten wir das letzte Wassertaxi zurück zum Ausgangspunkt. Eine weitere Nacht verbrachten wir in dieser herrlichen Gegend und lernten ein junges Ehepaar mit ihrer 4jährigen Tochter und dem 10monatigem Sohn aus Frankreich kennen. Seid einigen Jahren leben sie in Kanada und sind nun während dem einjährigen Mutterschaftsurlaub am Reisen. Wir hatten einen lustigen Abend mit ihnen. Die Kleine hat auf unsere französischen gestellten Fragen prompt englisch geantwortet. Nein nein, unser Französisch war tiptop, aber die Kleine wollte ganz mutig ihr Englisch anwenden :-) Für Heiligabend gingen wir auf dem Weg zum Abel Tasman National Park noch einkaufen und fanden tatsächlich ein Fondue. Weil das Wetter auch auf der Südküste ziemlich durchzogen war, wurde es nicht richtig heiss. Bei nur 15 Grad und eher dürftiger Weihnachtsdekorationen in den Strassen kam bei uns eigentlich nie eine richtige Weihnachtstimmung auf. Die Kassiererinnen in den Supermarkts haben seit Wochen Rote Mützen an, aber sonst haben sie kein Flair für die Adventszeit. Dank Schwegi`s umfangreicher Musikammlung konnten wir wenigstens das eine weihnächtliche Lied von Wham hören: Last Chistmas. Nach einem Tomatenfondue und der „Bescherung“ gesellten wir uns zu unseren Deutschen Nachbarn und verbrachten einen gemütlichen Heiligabend mit ihnen. Um 12h feierten wir Simons Geburtstag natürlich mit Geburtstagstorte, tja aus Glace, denn wir haben ja keinen Backofen, dafür mit Kerzen. Nach ein paar Stunden Schlaf hörten wir dann unsere Familien per Skype und wurden wieder auf den neusten Infostand der Schweiz gestellt. Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir dann im besagten NP wandern. Weil einmal im Jahr, nämlich an Weihnachten, keine Wassertaxis fahren, mussten wir alles wieder zurück laufen. Zum Glück setzte die Ebbe aber ein und wir konnten eine willkommene Abkürzung quer durch die Bucht nehmen.

Im Regen fuhren wir am nächsten Tag Richtung Westküste und sahen nach 1 ¼ Jahren weit entfernt auf den hohen Bergen endlich wieder Schnee! Den Spass hier Ski zu fahren vergassen wir aber schnell wieder, denn in einem Sommerskigebiet nur schon einen Tag zu verbringen, kostet Unmengen Geld und die Anzahl Skilifte und Pisten sei mager. Dafür versuchten wir an einem früheren Goldgräberflüsschen unser Glück mit der Grillpfanne. Leider fanden wir aber kein Gold. Zwischen zwei Regenschauern besuchten wir am nächsten Tag die New Zealand Fur Seal. Bevor wir diese Neuseeländischen Seelöwen auf den Felsen herumliegen sahen, rochen wir ihr natürliches Odör :-) In der Hoffnung unsere Reisekasse aufzubessern, besuchten wir in Westport das Trabrennen. Mutig schlossen wir bei den 10 aufeinanderfolgenden Pferderennen mit Wagen verschiedene Wetten ab. Im 5. Rennen änderten wir unsere Taktik und setzten nicht mehr auf ein Pferd auf Platz sondern tippten ein Quinella, wie die Profis. Vier Pferde muss man benennen und zwei davon müssen 1. und 2. werden. Tatsächlich tippten wir richtig!!! Dummerweise waren es aber auch die Favoriten und somit war der Gewinn von $7.20 bei einem Einsatz von $6 eher mager… Im 8. Rennen gewannen Simon´s Pferd und im 10. Rennen meines. Reich wurden wir definitiv nicht, aber Spass hat es gemacht. Am Abend fanden wir dann auch tatsächlich das erste Mal einen Campingplatz mit Stromanschluss ohne alle fancy Sachen wie, TV-Raum, Wäscherei, Küche, Spielplatz, Pool ect. wie auf den überteuerten Holiday Parks. Von anderen Schweizern erfuhren wir dann noch, dass die Brücke von Westport Richtung Osten durch den ansteigenden Fluss wegen dem Regen in den letzten Tagen und Nächten weg geschwemmt wurde. Dass es immer wieder heftig regnete, haben wir natürlich mitgekommen, aber dass es so schlimm war… Zum Glück wollten wir aber sowieso weiter der Westküste entlang Richtung Süden und waren von den Zerstörungen nicht betroffen. Die nächsten Attraktionen an der Westküste waren die Pancake Rocks und das Blowhole. Diese Felsformationen waren beeindruckend, nur dummerweise war die Gezeit nicht optimal und das Blowhole spieh keine Wasserwolke in die Höhe. Dafür besichtigten wir am nächsten Tag den bekannten Franz Josef Gletscher. Imposant war vor allem der reissende Fluss, der aus dem Gletscher hervor sprudelte. Durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen war leider der Weg zum Gletscher-Lookout gesperrt und wir konnten keinen anderen Einblick des Gletschers gewinnen. Für die Nacht fuhren wir an den nahe gelegenen Basic DOC Campground an der Gillesbies Beach, der laut anderen Reisenden super schön sein soll. Tatsächlich, das zahlreiche Schwemmholz am Strand mit skurrilen Formen gaben fabelhafte Photosujets . Die 3h entfernte Seelöwenkolonie wollten wir natürlich nicht verpassen und kämpften uns deshalb auf dem immer schwierigeren, teils überschwemmten Weg bis ans Ende durch. Unsere Definition von Kolonie ist nun: 1 Seelöwe ist ein Individuum, 2 Seelöwen ist ein Paar und 3 Seelöwen ist eine Kolonie! Immerhin sahen wir alle 3 und auf dem Rückweg war es dann auch egal einen oder zwei „Schlappen“ zu ziehen. Den Fox Gletscher besuchten wir am nächsten Tag, durften aber wegen dem weg geschwemmten Weg nicht einmal in die Nähe laufen und erspähten somit nur einen Blick aus der Ferne. Das liebe Wetter machte uns leider nach wie vor unsere Pläne zu Nichte.

Silvester feierten wir mit 10´000 Sandflies am Lake Paringa und am Neujahr suchten wir an der Jackson Bay die Pinguine, blieben aber ohne Erfolg. Dafür machten wir am Abend eine kleine Kanutour im Okuru River. Am nächsten Tag wurden wir schon wieder vom Regen eingeholt und somit fiel die geplante längere Kanutour ins Wasser. Mit kleineren und grösseren Wasserfällen direkt auf die Strasse spritzend überquerten wir den Haast Pass und somit die Southern Alps. In Wanaka angekommenen erkundigten wir uns über die gezeigten Filme im kleinen, kultigen Kino mit zahlreichen Sofas und sogar einem gelben VW-Käfer als Sitzgelegenheit. Wir entschieden uns für einen schnulzigen Film um dem Regenwetter zu entkommen. Dummerweise sahen wir erst nachher, dass auch ein Rodeo an diesem Nachmittag in der Nachbarstadt ausgetragen wurde. Immerhin waren wir im Trockenen. Im Puzzling World mit vielen optischen Täuschungen und einem grossen Labyrinth verbrachten wir einen ganzen Vormittag. Gerade noch rechtzeitig kamen wir am Nachmittag in Omakau für das Pferderennen an. Dieses Mal ohne Wagen sondern mit Jockey auf dem Pferderücken. Mit hiesigem Hot Dog, sprich Würstchen auf einem kleinen Spiess und fritierter Kruste darum, fieberten wir den imaginären Wetten zwischen uns beiden mit. Als krönender Abschluss des Tages wurden wir von der Polizei noch auf Alkohol geprüft. Nicht blasen ist hier angesagt sondern sprechen. Würde das Gerät etwas anzeigen, dann müsste man in dieses multifunktionale Schweizerfabrikat doch noch hinein blasen um einen Wert zu erhalten. Es wird wohl der eine oder andere nach diesem Pferderennen nicht sehr erfreut gewesen sein im „nowhere“ von der Polizei auf Alkohol am Steuer geprüft zu werden…

An der Ostküste am Moeraki Point konnten wir dann das erste Mal die süssen kleinen Yellow Eyed Pinguins bestaunen. Die folgenden Tage verbrachten wir in Dunedin bei Igor und Anja, ehemaligen Studienkollegen. Wir wurden vorzüglich bekocht und im Labor auf der Otago Peninsula von Anja herumgeführt. Der Wunsch als Meeresbiologen zu arbeiten flammte wieder auf. Die Schwierigkeiten in diesem Feld Fuss zu fassen dämmte aber die Hoffnung wieder ein. Das Royal Albatross Center besuchten wir und kamen in den Genuss von nächster Nähe diese riesigen Vögel zu bestaunen. Prachtvoll kurvten sie im starken Wind an dieser Inselspitze herum.

Auf der Southern Scenic Tourism Route fuhren wir Richtung Süden und stoppten am Nugget Point, um wieder Seals und Pinguine zu sehen. Wir können einfach nicht genug von diesem herrlichen Wildlife bekommen! Auf dem Camping an der Purakanui Bay verweilten wir uns mit Lesen und einem zauberhaften Sonnenaufgang. An einem so idyllischen Ort hängen wir gerne unseren Gedanken nach und geniessen unsere Weltreise in vollen Zügen.

Die Porpoise Bay wird zu unserem Highlight. In dieser geschützten Bucht konnten wir schon am ersten Nachmittag die seltenen Hector Delphine in den Wellen surfen sehen!!! In der daneben gelegenen Curio Bay kann man den „Petrified Forest“, ein versteinerter Wald, erkunden. Am Abend kommen dort zu dieser Jahreszeit die Yellow Eyed Pinguine ans Land um ihre Jungen zu füttern. Am nächsten Tag beschlossen wir dann unsere Surfkünste dort zu verbessern. Es packte uns so, dass wir unsere Ganzen Pläne auf den Kopf stellten und beschlossen, nicht weiter in den Doubtful und Milford Sound zu fahren, sondern die ganze Woche einfach hier zu bleiben und die herrliche Gegend mit den verspielten Delphinen, den Sea Lions (liegen zum Teil einfach auf dem Campingplatz herum) und den lustig watschelnden Pinguinen zu geniessen. Wir lernten auch eine hiesige Studentin kennen. Sie versucht in ihrem Forschungsprojekt die Seelöwen mit Hilfe von „Decoys“, Seelöwenattrappen, die Tiere auf den weiter vom Campingplatz entfernten Strandabschnitt zu locken. Obwohl die Methode auf den Auckland Islands in der Subantarktis schon erfolgreich war, scheint bis jetzt der Erfolg bei diesen jungen Seelöwen noch auszubleiben. Dafür waren wir bei unseren Surfversuchen immer erfolgreicher. Am Ende warteten wir auf die zwar immer noch kleinen aber doch grünen Wellen und gaben uns nicht mehr mit den weissen Wellen ab. Einmal besuchte uns sogar ein Seelöwe in den Wellen und auch die Hector Delphine wollten mit uns spielen :-) Am Abend besuchten wir jeweils die Pinguine und waren sehr beeindruckt, wie die kleinen Flitzer trotz zum Teil riesigen Wellenbrechern bei scheinbar jeder Witterung anlanden können. Den Slope Point, den südlichsten Punkt in Neuseeland, besuchten wir an einem Surf-freien Tag und an einem windigen Abend sassen wir mit zwei Schweizern in unserem Camper, assen Älplermaggaronie und spielten Scoppa. Wie ist das Leben doch schön!

Rechtzeitig brachen wir dann wieder Richtung Norden auf um Wojtek in Christchurch an der IPC World Championship (Weltmeisterschaft für Behinderte) nicht zu verpassen. Sein erster Wettkampf in der Kategorie der Unterschenkelamputierten war der Weitsprung. Mit grosser Erwartung hofften wir auf einen Erfolg des Titelverteidigers und Weltrekordhalters. Leider fehlte wegen einem Muskelfaserriss im Oberschenkel des gesunden Beines die „Spritzigkeit“ und die Bestleistung von 6.50m konnte bei weitem nicht erreicht werden. Sein Landsmann und Konkurrent hatte dann leider doch noch ein paar Zentimeter mehr. Somit musste sich Wojtek mit Silber zufrieden geben – seine erste Silbermedaille! Bisher hat er nur Gold gemacht! Den 100 und 200m Wettkampf musst er dann leider tatsächlich wegen seiner Verletzung absagen. Dafür machten wir mit ihm einen Ausflug auf die Banks Peninsula im Süden von Christchurch. Das Städchen Akaroa besuchten wir und flanierten dem Hafen entlang. Am Abend wurden wir dann noch von Vera, einer Deutschen, die Wojtek auf Umwegen kennt, zum Abendessen in ihrem Haus in Sumner eingeladen. Beeindruckt von der schönen Meersicht und Lage verbrachten wir einen tollen Abend mit Vera, ihrem Neuseeländischen Mann und ihren 2 Kindern. Anstelle noch einen Campingplatz zu suchen, durften wir kurzerhand bei Ihnen im Gästezimmer übernachten. Am Morgen erfuhren wir, dass scheinbar wiedermal ein kleines Nachbeben stattgefunden habe. Tja, wir haben nichts gemerkt. Vielen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft!

Am nächsten Tag zog es uns aber bereits nach Kaikoura. Auf dem Weg dort hin hielten wir bei einem Farmer an und hofften, ihm beim Scheren seiner Schaffe zusehen zu können. Leider war er bereits fertig und wir konnten nur noch sehen, wie er den Schafen mit einer Spritzpistole die Entwurmungsmedikation in den Mund spritzte. An der Kaikoura Peninusla angekommen, beobacheten wir von den hohen Klippen aus wieder einmal die Sea Lions an dem sandigen Strand und sichteten tatsächlich in der Ferne zwei dunkle Pottwalrücken im Wasser. Auf unserer Kayaktour am späteren Nachmittag sahen dann sogar noch das erste Mal in Neuseeland die kleinen Blauen Pinguine! Sie schwammen im Wasser herum und warteten auf die Dämmerung um sicher an Land zu gehen und die Jungen zu füttern. Mehrere Sea Lions sahen wir dann noch im Kanu sitzend von ganz nah und auf dem Retourweg spielten sie sogar im Wasser. Der eine schlug wie wild den gefangenen Fisch auf die Wasseroberfläche um diesen zu verkleinern. Mit einem eiskalten Bad im Fluss neben unserem Campingplatz beendeten wir den erlebnisreichen Tag.

In den letzten Tagen hier in Neuseeland entschlossen wir uns noch die Hamner Springs zu besuchen. Das touristische Thermal Resort war ganz nett. Unser Geheimtip sind jedoch die Sylvia Flat Hot Springs Richtung Lewis Pass. Diese nach Sulfat riechenden Heissen Quellen sind direkt neben einem eiskalten Fluss. Kleine Pools sind von früheren Besuchern von Hand mit einer Schaufel gegraben worden und durch die Schwierigkeit des Findens dieses Ortes, ist dort fast kein Tourist anzutreffen. Wenn man Pech hat sind dort aber 1´000nde Sandflies, die einen auffressen wollen. Zum Glück windete es kräftig als wir dort waren und wir wurden mehr oder weniger von diesen nervenden Dingern verschont. An der Amberley Beach im Norden von Christchurch wurden wir von ein paar Kiwis zum Essen eingeladen. Als Entree gab es Yellow Footed Paua. Diese schmeckten ähnlich wie die die wir auf der Nordinsel verspeisten, sind einfach kleiner und gelb (oder eher beige). Danach bekamen wir White Bait zu kosten. Das sind ganz kleine weisse Fischchen, die eher wie ein Würmer aussehen. Zum Glück werden die in einer kleinen Omelette serviert. Weil diese sogenannte Delikatesse nur wenig Eigengeschmack hat, war es eigentlich einfache eine Eierspeise mit länglicher Beilage, die vor allem Simon schmeckte. Als Hauptspeise gabees dann noch ein BBQ, sprich Würste, Speck, Beefsteaks und weissen Toast mit Zwiebeln und ein wenig Pilzen als Gemüse. Nach diesem lustigen Abend mit viel Bier ohne nennenswerten Alkoholgehalt wälzten wir uns in unserem Camper wegen Völlegefühl die ganze Nacht hin und her.

Nun sind wir wieder in Christchurch und geniessen noch den letzten Tag des Buskers Festival mit seinen Strassenkomikern. Die Innenstadt hat viele sehr alte und schöne Häuser. Wegen dem letzten heftigen Erdbeben im September sind jedoch noch immer viele dieser historischen Häuser nicht begehbar und werden von äusserlich angebrachten Stahlträgern abgestützt. Die Stadt mit dem riesigen, sehenswerten Botanischen Garten gefällt uns sehr gut.

Nun stossen wir mit einem direkt von der Schweiz importieren Rivella rot (vielen herzlichen Dank Igor!) auf unsere von Wildlife geprägten und natur pur Ferien in Neuseeland an. Morgen früh fliegen wir zurück nach Melbourne und fahren mit unserem Frangipani Beauty, welches die Überschwemmungen in Australien hoffentlich überstanden hat, in den Westen.

Neuseeland: Nord-Insel

Freitag, 24. Dezember 2010

25.11. – 22.12.2010

Unser „Frangipani Beauty“ haben wir sicher bei einer Freundin von Angie parkiert, das Nötigste gepackt und den Rest bei Angie eingestellt. Am Morgen früh ging es los Richtung Neuseeland! Die erste Nacht logierten wir in der Skyway Lodge in Auckland und holten am folgenden Morgen unseren kleinen Camper, ohne WC und Dusche (das wird im späteren Geschehen noch wichtig), aber mit Küche, inkl. Lavabo, 2 Kochplatten, Kühlschrank und sogar Mikrowelle.

Unser erster Campingplatz war an der Muriwai Beach, ein bisschen nördlich von Auckland. In den folgenden Tagen fuhren wir bis ganz in den Norden von Neuseeland zum Cape Reinga. Unterwegs machten wir kurze Stopps bei den riesigen Kauri Bäumen im Waipoua Forest, bestaunten die Ninty Mile Beach, die wir leider nicht entlang fahren dürfen, denn unser Camper ist natürlich kein 4×4, und so sausten wir die Te Paki Sand Dunes mit einem Sandboard herunter. Beim Cape suchten wir drei Geocaging Schätze, wobei wir nur einen finden konnten. Wir legten unseren Travelling Coin hinein, der nun von der USA in die Schweiz und bis Neuseeland gereist ist. Für alle Unwissenden: Geocaging ist ein weltweites Spiel für Schatzsucher. Mit Hilfe von GPS und zum Teil kleineren oder grösseren Hints, welche im Internet zu finden sind, kann man so auf der ganzen Welt nach versteckten „Schätzen“ suchen. Einen Gegenstand darf man aus der Schatzkiste heraus nehmen und einen x-Beliebigen muss man hinein legen.

Auf dem sagenhaften Taputaputa Campingplatz direkt am Strand östlich vom Cape verbrachten wir den nächsten Tag. Da das Wasser leider sehr kalt ist, verkniffen wir uns das Baden. Wir plauderten einfach mit anderen, die mit Neoprenanzug, Flossen und Tauerbrillen auf Paua-Suche waren. Stolz zeigten sie uns ihre Beute. Diese grossen Schnecken von mindestens 10cm sehen nicht sehr schön aus, seien aber gut zum Essen und die blau-grün glitzernde Schale wird zur Schmuckverarbeitung gebraucht. Gerne nahmen wir eine dieser hiesigen Delikatessen mit Kochinstuktion entgegen et voilà, ein kleiner Imbiss verzückte vorallem Simons Gaumen.

In Pahia, einem kleinen, süssen Dörfchen mit vielen Backpackern und vorallem Tauchern, bestaunten wir beim ersten Tauchgang das Wrack, die „Rainbow Warrior“ (Greenpaece Schiff, 1985 von französischem Secret Service versenkt), bei lediglich 17 Grad Wassertemperatur. Die vielen Weichkorallen sind sehr farbenfroh und zahlreiche kleine Nacktschnecken wurden von uns abgeknipts. Der zweite Tauchgang war ein Rifftauchgang, besser gesagt ein Kelptauchgang. Die Unterwasserwelt war definitiv sehr faszinierend und anders als was wir bisher betaucht haben. Weil die Sicht jedoch nicht sehr gut war und die Prognosen zunehmend schlechter, entschlossen wir uns den zweiten Hot Spot für Taucher in Neuseeland, die „Poor Knights“, auszulassen. Dafür wurden wir von einem Engländer über die schönsten Tauchspots in Indonesien aufgeklärt. Unsere Gedanken spielen nämlich damit, nach der Rückkehr in Australien unser Auto irgendwo an der Westküste zu verkaufen und danach irgendwo tauchen zu gehen bevor wir nach Hause kommen.
Auf einem weiteren wunderschönen Campingplatz an der Otamure Beach lernten wir zwei Schweizer kennen, welche uns vom Tauchen an der Westküste in Australien vorschwärmten. Nun unsere Reisepläne werden sich wahrscheinlich noch 1000x ändern :-) In Whangarei sahen wir dann ganz überraschend die Segelyacht „Asolare“, eine uns bekannte World ARC Yacht, im Hafen stehen. Wir wussten, dass Peter im Pazifik 2 Jahre Pause von der World ARC eingeschalten hat und im November irgendwo in Neuseeland vor den Stürmen Schutz sucht, aber dass er in diesem kleinen Hafen ist haben wir nicht erwartet. Wir gingen natürlich die Rampe runter, aber leider wusste sein Hafennachbar nicht, ob Peter bereits nach England geflogen ist. Ein kleines „Ausfährtchen“ auf dieser wunderschönen Amel 54 hätte uns natürlich gefallen :-) Schon gingen die Reisepläne Richtung Tauchen UND Segeln in Indonesien…

Kurz vor Auckland übernachteten wir im Shakespear Reginoal Park um frisch am Morgen diese Grossstadt zu erkunden. Im Gebiet von Parnell assen wir bei einem Italiener ein köstliches Mittagessen und danach besuchten wir the Kelly Tarlon Underwater World mit Tunnels im Haibecken und fahrt im Schneemobil durch die Schneelandschaft mit Kaiserpinguinen.

Weiter ging unsere reise auf die Coromandel Peninusla. Eigentlich wollten wir dort mit einem Kanu zu der Cathedral Cove paddeln, jedoch kam eine grosse schwarze bedrohliche Wolke immer näher und deshalb verschoben wir das Paddeln auf den nächsten Tag. Stattdessgen fuhren wir zur Hot Water Beach und buddelten mit hundert anderen Touristen an einer warmen Stelle ein Loch in den Sand. Gegen die anrollenden Wellen bauten wir einen kleinen Schutzwall. Im angenehm warmen bis teilweise süttigheissen Pool genossen wir die kurze Zeit bis die Flut wieder langsam stieg und unserer super Pool mit kaltem Meerwasser überschwemmt wurde. Im Regen fuhren wir zurück auf den Campingplatz und hofften auf besseres Wetter am nächsten Tag. Leider war dem nicht so und wir sagten das Kanufahren ab. Um diese markanten Klippen dieser bekannten Bucht trotzdem zu sehen marschierten wir einfach dort hin und kamen patschnass wieder zum Parkplatz zurück :-) Was machen wir nun mit diesem angebrochenen regnerischen Tag? Autofahren und eine Höhle besuchen ist doch eine gute Idee. Gesagt getan: Die Glühwürmchen in den Höhlen der Karangahake Gorge bestaunenten wir ausgiebig und als Krönung des Tages machten wir dann am Abend sogar noch eine Glühwürmchen Kanutour ohne Regen. Diese leuchtenden Motten im Larvenstadium ziehen durch das Licht an ihrem Hinterteil ihr Futter an um dann gut genährt sich zu verwandeln und im adulten Stadium ohne weitere Nahrungsaufnahme als Motte sich lediglich fortzupflanzen und innerhalb von 3 Tagen zu sterben.

Auf dem Weg nach Rotorua, die stinkende Stadt, flitzten wir mit den Skyline Luge den Hang hinunter. Die Gondelfahrt auf den Berg war für uns Schweizer nicht gerade das Highlight, aber das herunter rodeln war super spassig :-) Im Hells Gate Geothermal Park bestaunten wir dann den brodelnden Boden dieser Gegend und badeten im Mud Bath & Sulphur SPA. Auch das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland besuchten wir. Dies ist ein riesiges Wonderland mit farbenprächtigen Seen. Es Stinkt so richtig schön und der Lady Knox Geyser bricht täglich um exakt 10.15am aus. Das Seifenwasser macht den unberechenbaren Geyser zahm und verhindert einen Ausbruch mit gösserer Wucht und Zerstörrung des Parks.

Zurück an der Küste fuhren wir der Bay of Plenty entlang und kurvten auf den windigen Strassen des East Caps weiter. Viele Schafe und Kühe sahen wir auf der ganzen Strecke und wurden immer mal wieder an die Landschaft der Schweiz erinnert. Auch ein Emu erspäten wir und wussten, dass wir doch noch nicht zu Hause sind. An der Waipiro Bay wurden wir von einem Einheimischen aufgeklärt, dass es gar kein Problem sei ohne Campingpass auf diesem extra beschilderten Camping zu übernachten, denn der Ranger kommt am Morgen und dann kann man sicher bei ihm zahlen. Da es eine Toilette auf diesem Campingplatz hat, haben wir die Regel bezüglich jeder Camper muss eine chemische Toilette haben, nicht ernst genommen. Tja, am Morgen klebte eine Warnung für unbefugtes Campieren ohne Toilette an der Windschutzscheibe… Die nächste Nacht suchten wir wieder einen offiziellen Campingplatz. Das „Freedom Camping“ ist generell nicht verboten, aber von Region zu Region unterschiedlich. Leider mussten wir nun erfahren, dass mit Freedom Camping, campieren ohne Stromanschluss gemeint ist. Ohne eigene chemische Toilette kann man somit fast nur auf den DOC (Department of Conservation) Campsites campieren oder auf den meist riesigen touristischen Campingplätzen. Oft hat es aber an den schnuggeligen Stränden im nirgenwo natürlich keinen Campingplatz und oft auch keinen DOC Campsite…

In Taupo, im Landesinneren besuchten wir die dort als achtes Weltwunder geltenden Wairakei Terraces, den reissenden Huka Fall und den Creater of the Moon. Weiter im Westen besuchten wir den bekannten Tongariro National Park. Eine 5-Tägige Wanderung kann man dort von Hut (SAC Hütte) zu Hut oder Zeltplatz zu Zeltplatz machen. Für eine so lange Wanderung sind wir aber nicht richtig ausgerüstet und machten deshalb einfach einen kleinen Abschnitt von Mangatopo bis zu den Soda Springs. Weiter gingen wir auf diesem sogenannten Tongariro Alpine Crossing nicht, weil die Wolken um dem Mt. Ngauruhoe, besser bekannt unter Mt. Doom in Herr der Ringe, einfach nicht verschwinden wollten. Somit wären wir nicht mit der sagenhaften Aussicht belohnt worden, sondern mit dem kommenden Regensturm. Am nächsten Tag wurde das Wetter sogar noch schlechter und wir mussten die geplante 2-tägige Kanutour auf dem Wangarei River absagen. Leider werden wir zur Zeit hier in Neuseeland vom schlechten Wetter geplagt. Wir haben deshalb kurzerhand beschlossen von der Nordinsel auf die Südinsel zu flüchten.

Die Hauptstadt Wellington haben wir natürlich noch angeschaut. Das Nationalmuseum Te Papa ist beeindruckend gross. Die Architektur gewaltig und die Ausstellungen über das Land und die Leute sind super dargestellt. Jede Woche gibt es in Wellington ein schwaches Erdbeben! Aber auf unserem Waterfront Motorpark direkt in der Stadt ohne Grün (einfach ein Parkplatz mit Sanitären Einrichtungen) wurden wir fast weggewindet. Wir hätten also ein Erdbeben als Windböhe abgetan :-) Druch unser Powershopping sind wir nun sogar für Weihnachten mit einem modernen, kleinen, nicht grünen Bäumchen ausgerüstet :-)

Nun warten wir auf die Abfahrt der Interislander Fähre Kaitaki. Wir freuen uns auf die scheinbar „schönere“ Südinsel von Neuseeland.