Archiv für November 2009

Gran Canaria – La Gomera

Samstag, 21. November 2009

Nach dem Putzen der Wiki, innen und aussen, wurden wir am 8.11.2009 von Joachim im Hafen von Las Palmas abgeholt und zur Tartaruga gebracht, unserem neuen Heim für die nächsten 8 Wochen oder mehr. Bereits am nächsten Tag gingen wir auf grosse Shoppingtour. Der Proviant für 3 Wochen Transatlantik plus eine Reservewoche muss frühzeitig geplant und Stück für Stück, je nach Muskelkraft, eingekauft und gebunkert werden. Am 11.11.2009 segelten wir dann mit einer schon ziemlich beladenen Tartaruga los in Richtung Nordwesten von Gran Canaria. Wir ankerten in der Bucht von Sardina, welche wir jedoch nie bei Tageslicht sahen, denn bereits am nächsten Morgen in der Früh segelten wir weiter nach Las Galettas, Teneriffa, wo wir wiederum in einer Bucht vor dem Hafen ankerten. Als erstes sprangen wir natürlich in das klare Wasser und schnorchelten herum. Auf dem Sandgrund war jedoch nicht viel zu sehen, ausser dass der Anker gut eingegraben war und deshalb beschlossen wir das Städtchen zu besichtigen. In den Tauchshops erkundigten wir uns über die Möglichkeiten die dortige Unterwasserwelt zu betauchen. Preis und Artenvielfalt waren jedoch nicht überzeugend und vor allem werden wir in der Karibik diesem Hobby ausgiebig frönen. Somit stocherten wir zusammen mit Winnie im Litoral nach Meeresgetier und fanden zu unserer Überraschung zahlreiche Seehasen, sowie viele bekannte andere Tier- und Pflanzenarten. Die weissen Seehasen wurden kurzerhand zu Schneehasen umbenannt.
Nachdem Joachim den Backbord-Motor repariert hatte und der Wind wieder einigermassen günstig war, segelten wir weiter. Eigentlich wollten wir bis San Juan, jedoch machten uns die grossen Wellen und der Wind auf die Nase zu schaffen und deshalb änderten wir unseren Plan und segelten mit Wind und Wellen ein paar Meilen zurück nach Los Cristianos. Das obligatorische Schwimmen durfte natürlich nicht fehlen und deshalb beschlossen wir unsere Schwimmsäcke mit Tuch und T-Shirt zu stopfen und an den Strand zu schwimmen. Entlang der Strandpromenade schlenderten wir von Shop zu Shop, Winnie kaufte sich ein T-Shirt und wir die nötige Sonnencrème. Nun sprangen wir wieder ins Wasser gegen die überschlagenden Wellen zur Tartaruga zurück. Die Wellen wären super gewesen, hätten wir doch nur ein Surfbrett gekauft! Bei Sonnenuntergang nutzten wir die Gelegenheit uns auf der Badeplattform (0.5 m² ) zu duschen: Haare einschamponieren, ins Wasser springen, auf die Plattform klettern, Körper einseifen, ins Wasser springen, auf die Plattform klettern und mit einer sonnengewärmten Flasche Süsswasser abspülen. Bei köstlichem Abendessen und anschliessendem UNO spielen verging die Zeit schnell.
Am nächsten Tag segelten wir nach San Juan. Bereits nach 1h begrüssten uns Pilotwale aus der Ferne.
Heute sind wir nun in San Sebastian, La Gomera, angekommen und werden noch die allerletzten Vorbereitungen für die Transatlantiküberfahrt machen. Die Tartaruga ist innen und aussen geputzt, das Holz frisch lackiert, Dinghi eingepackt und die Wäsche gewaschen.

Morgen gehen wir noch ein letztes Mal Lebensmittel einkaufen, vorallem auf den Markt frisches Gemüse und Obst – dann geht es los in die Karibik! Wir werden Richtung SW den Kapverdischen Inseln entgegen segeln. Dann mit Hilfe des Passatwindes und der Äquatorialströmung nach Westen den Kurs ändern und Barbados ansteuern.

Rabat – Gran Canaria

Montag, 09. November 2009

Von Rabat, Marokko, nach Las Palmas, Gran Canaria

Bis zum 2. November wurden wir wegen zu grossen Wellen im Hafen von Rabat festgehalten. Dann ging es los. Wegen der Verspätung mussten wir leider Lanzarote auslassen und die 530 sm direkt nach Gran Canaria in Angriff nehmen. Am Anfang mussten wir noch motoren, doch dann kam der Wind und wir konnten die Segel setzen. Schon bald nahm der Wind so stark zu, dass wir reffen mussten. Dies bedeutet, dass wir das Segel mit Extraleinen nach unten zogen, deshalb die Segelfläche verkleinert wurde und somit konnten wir trotz dem starken Wind sicher weiter segeln. Bereits nach 4h sahen wir in ca. 200m Entfernung kochendes Wasser, was sich als eine grosse Schule von ca. 150 Delphinen entpuppte! Dank dem Teleobjektiv konnten wir die spritzenden, aus dem Wasser springenden Delphine auf diversen Photos als unscharfe Erinnerung festhalten.

Durch die Nacht waren natürlich wieder Nachtwachen angesagt. Die erste Schicht von 22 bis 1 Uhr morgens übernahm Silvia. Gerade noch rechtzeitig vor dem Schichtwechsel kamen ca. 10 Delphine ans Boot um Silvia gute Nacht zu wünschen und Simon für seine Schicht bis 4 Uhr zu begrüssen. Sie begleiteten uns für 15 Minuten und verschwanden wieder ins Dunkle. Für die letzte Schicht bis 7 Uhr war Reinhard an der Reihe und wurde dann von Silvia abgelöst. Irgendwann später wurde nach Lust, Laune und Müdigkeitszustand abwechselnd Ausschau nach entgegenkommenden oder kreuzenden Schiffen und ganz wichtig, nach Walen gehalten. Dann kam der grosse Tag und wir wurden in die Kunst des Parasailors eingeführt. Der Wind kam von Hinten und somit ideal für den gewünschten Kurs nach Gran Canaria. Die Leinen legten wir aus, hakten das obere Ende des Parasailors ein und zogen das 140 m² grosse Segel nach oben. Mit bis 8-10 kn segelten wir dem Sonnenuntergang entgegen.

Bereits am nächsten Tag hatten wir das Glück erneut von Delphinen besucht zu werden. Es waren ca. 15 gestreifte Delfine (Stenella coeruleoalba), welche auf unseren Bugwellen surften. Etwa eine Stunde konnten wir das Schauspiel beobachten, bevor sie verschwanden. Der Wind nahm nun stetig zu und wir gleiteten mit 10-12 kn dahin. Die Spitzengeschwindigkeit von 16.4 kn erreichten wir beim herunter surfen einer grossen Welle. Wir sind also die meiste Zeit mit Fahrradgeschwindigkeit von 22 km/h (12kn) unterwegs gewesen. Es ist erstaunlich, wie weit man mit dieser relativ langsamen Geschwindigkeit kommt, wenn man genügend Zeit hat.

Nach 5 Tagen non-stop segeln kamen wir in Las Palmas, Gran Canaria, an. Wir ankerten in der Bucht neben der Marina und schliefen tief und fest bis in die Morgenstunden. Nun freuen wir uns auf unsere nächsten Abenteuer über den Atlantik mit der Tartaruga, Joachim, Silvia und Winnie.