Archiv für Mai 2010

Society Islands: Tahiti – Moorea – Huahine – Raiatea – Taha’a – Bora Bora

Mittwoch, 19. Mai 2010

20.4.2010 – 9.5.2010

Nach 3-tägigem Segeln erblickten wir bereits in der Nacht die Lichter von Tahiti und kamen frühmorgens im Hafen von Papeete an. Dort klarierten wir als erstes ein und der Segelmacher holte das Grosssegel zum reparieren ab, denn es hat einen kleinen Schranz gekriegt. Die zerrissene Genua aber wollte Reiner nicht hier zum Flicken geben, denn im Süden ist noch ein anderer Segelmacher, welcher günstiger sei. Deshalb verholten wir die Sunrise in den Süden von Tahiti in die Nähe der nächsten Marina. Geplant war eigentlich bis ganz in den Süden zum Segelmacher zu segeln, jedoch drehte der Wind und war somit gegen uns. Zu Roberts Enttäuschung bedeutete dies, dass wir in seinen letzten 5 Tagen vor Anker resp. in der Marina von Taina lagen und lediglich Tagesausflüge machten. Mit dem Genacker setzten wir uns an der Bushaltestelle und warteten auf den „le Truck“, den Bus von Tahiti. Laut dem Marinamann sollte der Bus in 8 Minuten kommen. Nach einer Stunde wurde es uns zu bunt und wir machten Autostopp. Bereits der Zweite fuhr in unsere Richtung. Es stellte sich heraus, dass Patrick unser Glückstreffer war. Auch er hatte ein kaputtes Segel und wollte in den nächsten Tagen zum gleichen Segelmacher wie wir. Kurzum stellte er seine Pläne um und fuhr mit uns die ganze Strecke in den Süden. Beide Segel wurden beim Segelmacher abgegeben und vereinbart, dass wir wahrscheinlich am Montag die Segel geflickt abholen könnten. Weiter ging die Autofahrt Richtung IFREMER. Ein hiesiges Forschungsinstitut, wo wir uns erkundigten wollten, ob es für uns eine Möglichkeit für einen Job gibt. Leider war das Institut nicht zu finden, stattdessen zeigte uns Patrick das „Institut de Developement“. Dort wird im Bereich der Entwicklungsbiologie geforscht. Es stellte sich heraus, dass, wie auch in Bonaire, viel Arbeit vorhanden ist jedoch wenig bis kein Budget. Die Möglichkeit eine Doktorarbeit zu machen besteht jedoch.
Einen Tag machten wir dann einen Ausflug nach Papeete, die „Hauptstadt“ von Tahiti: Viele Leute, Autos und ein Shop nach dem anderen – seit Galapagos die Erste wirkliche Zivilisation… Der Rausch des Shoppens packte uns und wir verarbeiteten unsere, wie sich herausstellte zu einem Schnäppchenpreis erworbenen schwarzen Südseeperlen in den Tuamotu, zu wunderschönem Schmuck. Ein bleibendes Kunstwerk ziert nun meinen rechten Fuss mit einem polynesischen Delphin in einer Welle mit schwimmender Hibiskusblume.
Einige der ARC Boote kamen auch in diesen Hafen von Taina, denn er ist viel schöner und ruhiger als der in Papeete. So erfuhren wir wieder die neusten Dinge und bei einem Besuch der einen Yacht quatschten wir zwei einheimische Surfer an, die gerade auf ihr kleine Speedboad stiegen um draussen am Pass vor Sonnenuntergang noch eine Stunde zu surfen. Prompt wurden wir eingeladen mitzufahren und ihnen im sicheren Abstand angemacht an einer Boje vom Speedboat aus zuzuschauen. Es war der Hammer! Wie sich herausstelle war der Eine im 2001 Sieger im Tahiti Campions Surfers Contest und somit waren die 3m Wellen ein Klacks für ihn. Als wir wieder in der Marina waren mussten wir jemanden mit Walky-Talky suchen, denn das Dinghy war nicht mehr am Steg und somit mussten wir Reiner anfunken, damit er uns abholt. Warum nicht die Chance nutzen und mit den „Grossen“ ins Gespräch kommen… Wir fragten die Crew des ca. 120 Fuss Segelyacht am VIP Steg. Alles kein Problem und für die Geburtstagsparty der Stewardess Aghnes am Abend wurden wir auch gerade eingeladen. Natürlich lässt man eine solche Möglichkeit nicht ungenutzt und wir gingen frisch gestriegelt zur Geburtstagsparty am Steg mit BBQ. Um auch das Schiff von innen zu betrachten, nutzte ich den Grund um zur Toilette zu gehen: Es war riesig, wunderschön, luxuriös, gigantisch und einfach unglaublich. Hätten wir am nächsten Tag nicht bereits Pläne mit dem Verlegen der Sunrise in den Hafen und Bootputz für die neue Crew, hätten wir auf der Erika etwas Geld verdienen können: beim Putzen als Day-worker. Wie auch immer, e-Mailadressen haben wir ausgetauscht und hoffen auf ein Wiedersehen in Neuseeland, denn dort werden sie für mehrere Monate sein und wieder „Day-workers“ brauchen.
Am nächsten Tag kamen unsere neuen Mitsegler: Karin und Lars KOSTER :-) aus der Schweiz (Appenzell). Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob wir verwandt sind. Dies muss noch recherchiert werden. Spät in der Nacht, mit einem Tag Verspätung ,weil er das ESTA für die USA nicht ausgefüllt hatte, obwohl er über LA flog, kam dann Wolfgang aus Deutschland noch an Bord und Robert flog nach Hause. Bereits am nächsten Tag holten Simon und ich mit Patrick den Genacker beim Segelmacher ab und die anderen segelten nach Papeete.
Dann ging unsere Tour weiter nach Moorea. Die imposanten Berge und üppige Vegetation beeindruckte uns. Die Cooks Bay und Opunotu Bay kundschafteten wir aus für eine Nacht. Die Fallwinde bescherten uns, den Akklimatisierten, zwei angenehme kühle Nächte. Das Dolphin Center und die Schildkrötenaufzuchtstation besuchten wir im International Hotel und durften bei der Fütterung am Nachmittag mithelfen. Als Volunteer könnten wir auch dort gerne mitarbeiten… Wir suchen einfach weiter.
Mit einem Nachtschlag erreichten wir Huahine und kundschafteten als erstes das Riff aus. Die Dinghyfahrt dorthin war bereits eine Herausforderung denn die Korallen sind nahe an der Wasseroberfläche und somit könnte unser Dinghymotor mit der Schraube anstossen. Einige Fische und sogar einen Hai sahen wir im glasklaren Wasser. Die Bay Borayos im Süden besegelten wir. Dort hatten wir fast 360° Land um uns herum und somit das Gefühl auf einem See zu segeln. Bereits zwei Tage später segelten wir weiter nach Raiatea, denn der Zeitplan der Sunrise ist straff. Die ganze Route ist in 2-wöchige Törns eingeteilt und oft ist dies auch der Rhythmus des Crewwechsels. Gerade daneben innerhalb des selben Riffs besuchten wir die Insel Taha’a. Wegen den anhaltenden Ohrenschmerzen von Simon und wieder beginnenden bei Silvia, mussten wir dann aber zurück nach Raiatea. Der Arzt diagnostizierte bei beiden eine Gehörgangentzündung, wahrscheinlich wegen einer Irritation von winzigen Quallen, welche seit dem Hurrikan vor 3 Monaten bei vielen Einheimischen die gleichen Probleme verursachen. Alles kein Problem, einfach 8 Tage Antibiotika ins Ohr träufeln und nach dem Schnorcheln die Ohren besser mit Frischwasser spülen. Danach segelten wir wieder zurück nach Taha’a und am nächsten Morgen nach Bora Bora. Beim Pass des Riffs bestätigte sich leider unsere Vermutung vom Vorabend, dass ein Katamaran wirklich auf dem Riff fest sass. Durch den grossen Schwell wurde dieser von einer grossen Welle auf das Riff gespült. Einige Tage danach erfuhren wir, dass der Katamaran fast ohne Schaden vom Riff geborgen werden konnte.
Bora Bora mit seinem grossen Hausberg ist wunderschön und bietet einige tolle Schnorchelplätze. Am 8.5. wollten wir dann Fahrräder mieten um auch das Land kennen zu lernen, nur war wegen der Feier des Endes des zweiten Weltkrieges alles geschlossen und wir mussten uns mit einem Landgang zu Fuss begnügen. Dann waren wieder zwei Wochen vorbei und wir mussten uns bereits von Karin und Lars verabschieden. Viele wertvolle Tipps über Australien konnten wir von den beiden bekommen, denn auch sie sind schon viel in der Welt herum gekommen. Vor einigen Jahren, waren sie schon in Australien und nun auf dieser Reise besuchten sie Südamerika und die Südsee. Richtige Reisevögel wie wir :-)
Unser nächstes Highlight war die Tahiti Perl Regatta, davon aber in einem separaten Artikel. Soviel können wir verraten: Wir waren sehr langsam, aber es war super fun!

Jetzt geht es zuerst mal weiter in die Cook Islands (Suwarrow). Diese Insel ist unbewohnt und ist ein einziger Naturpark. Danach geht es weiter nach Niue und Tonga.