Archiv für November 2010

South Australia – Victoria

Donnerstag, 18. November 2010

25. – 17.10.2010

Bei strömendem Regen überquerten wir die Grenze vom Northen Territory nach South Australia. Unser erstes Ziel war das 500km entfernte Coober Pedy, eine Opalgräberstadt mitten im nirgendwo. Unterdessen hat es sogar aufgehört zu regnen und so konnten wir die sonst sehr heisse und staubige Stadt bei angenehmer Temperatur und ohne Staub auskundschaften. Die Leute wohnen dort in „dugouts“. Dies sind Wohnungen, die in den Berg gemeisselt wurden. Auch unterirdische Hotels, Backpackers und sogar Zeltplätze gibt es dort für die lieben Touristen. Wir machten eine Minenbesichtigungstour mit noch zwei anderen Schweizern und durften am Ende selber im Schutt der Mine nach den oftmals farbenprächtigen Opalen suchen. Dieses Suchen heisst im Fachjargon „Nooddeling“. Von den zwei Schweizern haben wir übrigens erfahren, dass durch den starken Regen der letzten Tage alle Touristen in den Bungle Bungels evakuiert werden mussten. War also ganz gut, dass wir unsere Pläne geändert hatten und somit nicht dort festsassen :-)

Heute gibt es noch etwa 80 Opalgräber von den einst 2`500 Angefressenen. Einen haben wir persönlich kennen gelernt. Wie könnte es anders sein, er ist Schweizer :-) und seid über 30 Jahren am Suchen. Die längste Durststrecke, ohne einen wertvollen Stein zu finden, dauerte ganze 5 Jahre! Er zeigte uns sein grosszügig, selbst gebautes Dugout und er erzählte uns bei Kaffee und Tee seine Geschichte. Für die Nacht quartierten wir uns im „the underground motel“ ein und schliefen tief und fest im stockfinsteren Berg. Mit einem Wegkroki machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum 100×50m Claim von unserem Schweizer Opalschürfer. Wir mussten darauf achten, ganz brav auf der Strasse zu bleiben, denn links und rechts waren tausende von Schutthügel und neben jedem Hügel natürlich ein Loch. Die grösste Umfallgefahr sei scheinbar, dass beim Photographieren ein Schritt nach hinten gemacht wird und schwupps ist der Photograph weg. Die Löcher sind bis zu 30m tief! Ihr könnt euch also die Folgen ausdenken. Auf abenteuerlicher Route kamen wir schlussendlich am richtigen Claim an und schauten beim Baggern von Schutt zu. Von der aufgegebenen Mine früherer Zeiten wird nun die Erde von einer Ecke des Claims in die andere verfrachtet, wobei mit Hilfe der professionellen Nooddeling Maschine die Opale herausgesucht werden. Die andere Art, mit Maschinen und Sprengstoff unterirdisch Opal zu suchen, sei scheinbar nicht (mehr) viel versprechender und auch teuer. Seine zwei Freunde und Mitarbeiter fanden wir in der Dunkelkammer mit UV-Licht und einem Staubsauger in der Hand. Auf einem Förderband flitzt der eingefüllte Schutt in rasantem Tempo an ihnen vorbei. Die Aufgabe bestehe nun darin, die fluoriszierenden Opale einzusaugen. Scheinbar kommt es im Sommer immer mal wieder vor, dass auch Skorpione oder sogar Schlangen auf dem Förderband vorbei sausen… Diese leuchten aber nicht grünlich, sondern orange bzw. weiss und somit einfach Finger weg und warten bis die Tierchen mit allem unbrauchbaren Schutt wieder vom Förderband nach draussen geschleudert werden. Nach zweimal zweieinhalb Stunden und einer Pause von einer Stunde wird die Arbeit auf dem Feld beendet und die hoffentlich wertvolle Fracht nach Hause transportiert. Dort wird sie gewaschen, aussortiert und klassifiziert. Das Einkommen schwankt je nach Glück sehr. Sicher ist nur, dass je mehr Schutt man umwälzt, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit etwas oder gar den grossen Opal zu finden. Simon imponierte vorallem, dass die Opalendverkäufer bis zu 5x mehr verdienen als die Opalschürfer das kostbare Gut verkaufen können. Weil wir aber noch ein wenig reisen möchten haben wir keinen Grosseinkauf gemacht.

Die nahe gelegenen Breakaways haben wir natürlich auch angeschaut und waren von den farbenfrohen Felsformationen in der sonst riesigen ebenen Landschaft begeistert. Den Dogfence gibt es hier auch zu bestaunen. Dies ist ein Zaun von über 5000km Länge, der die Dingos im Süden von den Schafen im Norden trennen soll. Eine extra Kurve fuhren wir um die „Moon Plain“ anzuschauen. Dort wurden diverse Filme, wie zB Mad Max, wegen der verblüffenden mondlandschaftsähnlichen Weite gedreht.

Am Abend übernachteten wir im nirdendwo, denn es wurde langsam dunkel und wir halten uns daran, nicht in der Dämmerung zu fahren, weil wir keine Kängurus oder noch grösseres anfahren wollen. Am nächsten Tag erreichten wir William Creek und fuhren den Oodnadatta Track Richtung Süden. Wir kamen am bekannten Lake Eyre vorbei. Ein normalerweise ausgetrockneter Salzsee mit hervorragenden 4×4 Routen. Tja, zur Zeit aber wirklich ein See und lediglich Amphibienfahrzeuge hätten ihren Spass. Die Landschaft bekommt je südlicher wir kommen immer saftigeres Grün und die Wiesen haben haufenweise Schafe. Als am Strassenrand ein Auto steht, denken wir zuerst, da photographiert jemand an einer komischen Stelle. Schnell merken wir, dass diese Australier Hilfe brauchen, denn wie sich herausstellt ist ihre Kupplung kapput. Eigentlich wollten sie nur, dass wir in der nächsten Stadt Bescheid geben, jedoch schlagen wir vor, sie selber gerade abzuschleppen. Einige Male ruckelt es ein Bisschen, denn er ist wohl etwas schwerer als wir und rollt somit scheller herunter. Ohne wirkliche Probleme kommen wir nach 15km in der nächsten Stadt an und sind für ein Barbeque in ihrem Haus im Süden eingeladen.

Immer wieder sehen wir sogar erwachsene Emus mit mehreren Kleinen. Am Anfang halten wir natürlich an und knipsen diese fliegunfähigen Vögel ab. Auf unserem ersten Campingplatz im Flinders Ranges National Park ist fast eine Invasion von Emus. Zum Glück sind sie nicht wirklich an uns interessiert, wurden also noch nicht (oft) von doofen Touristen gefüttert. Am Abend kamen dann noch Kangurus zur Waldlichtung und wir beschlossen den nächsten Tag hier zu verweilen. Noch zwei weitere Tage verbrachten wir in diesem NP und fühlten uns auf den zum Teil kurvigen Bergstrassen ganz heimisch. Durch die eine Schlucht fuhr man einfach im Bachbett, das nur wenig oder gar kein Wasser führte.

Dann sahen wir endlich wieder das Meer!!! Es war fantastisch die salzige Luft einzuatmen. Wir fühlten uns wieder pudelwohl und merkten, wie sehr wir bereits das Meer vermisst hatten :-) Die nächsten Tage besuchten wir die Yorke Peninsula. Auf der kurvigen Küstenstrasse sichteten wir schon bald die ersten Seelöwen und Delphine. Die Landschaft hat sich nun sehr verändert. Hier wird viel Korn angepflanzt und auf jeder Weide hat es Schafe und Kühe. Auch hat es viele von den modernen hightech Windturbinen. Für die Nacht suchten wir ein lauschiges Plätzchen, welches wir hinter einer windgeschützten Düne auf einem offiziellen Camping gefunden haben. Im Meer planschte sogar „unser“ Seelöwe herum. Am Strand fanden wir einen kleinen toten Port Jackson Shark und etliche Eierhüllen. Komischerweise hatte es auch viele tote Vögel am Strand und beim genauer Anschauen unserer Fuss- und Schuhsolen bemerkten wir einige Ölflecken. Scheint als sei wohl der Mensch mal wieder der Grund für das Tiersterben…

Im Innes-NP fanden wir zahlreiche geniale Surferbuchten. An einem Anfängerstrand hatte es sogar ganze Kleinbusse mit verrückten Surfern. Die Wassertemperatur war ja vielleicht nicht so kalt aber der Wind! Wir haben das Surfen auf jeden Fall für Februar aufgeschoben :-) Am Abend quartierten wir uns wieder hinter einer Düne ein. Auf dem Weg zum Strand sahen wir dann unsere zweite Schlange. Dieses mal ganz braun und uninteressiert an uns schlängelte sie ihren Weg ins nächste Gebüsch. Der Schulklasse nebenan sagten wir besser nichts, denn sie schlafen alle in Zelten am Boden. Zum Glück haben wir ein Roof Top Tent :-)

Auf dem Weg nach Port Adelaide sahen wir dann unseren ersten Fuchs. Diese wurden von den Engländern eingeschleppt um auch hier ihre Hetzjagten zu machen. Die einheimischen Tiere zahlen jedoch den Preis dafür… Den Port River Dolphin Trail haben wir Port Adelaide gemacht, leider ohne einen zu sehen. Dafür haben wir von einem Australier gelernt, wie man die blauen Schwimmkrabben fängt und zubereitet. Man nehme zwei Reifen mit Netz darum. Fisch als Köder in der Mitte befestigen und ins Wasser schmeissen. Von Zeit zu Zeit heraus ziehen und hoffen, dass sich einer darin verirrt hat. Beste Chancen hat man bei High Tide und bis zu 40stk/Person und Tag dürfen gefangen werden. Wie das noch Nachhaltig sein soll, wissen wir nicht, denn einige Fischer sehen wir an diesem Abend ihr Glück versuchen. Dann lebend in kochendes Wasser schmeissen und exakt 9 Minuten kochen.
In Adelaide machen wir dann am nächsten Tag noch ein 2h-Powershopping und fahren weiter in den Murray River NP. Dort wollten wir eigentlich ein Kanu mieten und die Flusslandschaft erkunden. Leider stellte sich heraus, dass die Kanus nur Stundenweise vermietet werden. Falls man mit Camping eine Tour machen will, muss man ein eigenes Kanu haben. Tatsächlich sehen wir viele Autos mit Kanu auf dem Dach oder gerade einen Anhänger mit kleinem Schalenboot. Dazu muss gesagt werden, dass die Australier verrückt sind wenn es um das Fischen geht. Glaube jeder Aussie hat eine oder mehrere Angeln zu Hause und ein eigenes Boot oder jemanden den er kennt mit einem Boot.

Auf unserem Weg in den Süden campten wir, ohne es zu wissen, auf einem Camping an einem der besten Kletterfelsen auf der Welt. Wir waren wahrscheinlich die einzigen, die kein Equipment dabei hatten und mieten vor Ort ist leider nicht möglich. Wir bestaunten dann halt einfach die Profis. Als wir am nächsten Tag nach meinem obligatorischen letzten Klobesuch abfahren wollten, war Simon plötzlich verschwunden. Zuerst dachte ich, vielleicht hat er ein spezielles Tierchen gesichtet und macht photos. Doch die Kamera war noch im Auto und die Türen „sperangelweit“ offen. Irgend etwas ist geschehen, denn auch die Zeltnachbarn waren alle wie vom Erdboden verschluckt. Als dann die Ambulanz ihre Runde drehte, war die Frage, wo es geschehen ist. Ich folgte einfach den nun auch gekommenen Polizeiautos. Tatächlich, ein Kletterer hat beim Sichern seines Freundes auf 10m Höhe einen gelösten Felsbrocken auf den Kopf bekommen und ist durch den Aufprall abgestürzt. Er hat schwere Kopfverletztungen erlitten, war aber zum Glück wieder bei Bewusstsein und konnte sich mehr bewegen als die Sanitäter wollten. Mit dem Helikopter wurde er nach Melbourne geflogen. Froh meinen Simon wieder fit und munter gefunden zu haben erzälte er mir genaueres von der ganzen Rettungsaktion.

Etwas später als gedacht kamen wir dann doch noch in dem Grampians NP an. Ganz offiziell ist dort sogar das Bush Camping erlaubt und so kam es, dass wir uns den lauschigsten Platz suchten. Mit super Aussicht über das Gebirge campierten wir in einer Lichtung. Weil es so schön war, verbrachten wir den nächsten Tag auch noch dort. Mit Schaufel und Klopapier bewaffnet, gingen wir wenn nötig abseits und erledigten was erledigt werden musste. Als dann aber plötzlich ein ungwohntes Geräusch von Hinten kam, war ich nicht schlecht erstaunt als mich zwei Emus anstarrten. Schnell nahm ich die Schaufel in die Hand, denn die können sehr aufdringlich sein. Gemühtlich gingen sie jedoch ihres Weges und wir hatten wieder unsere Ruhe.

Weil ein heftiges Gewitter nahte, beschlossen wir schon ein wenig früher zu Angie nach Melbourne zu fahren. Weil leider Angie auch am Samstag Uni hatte, bummelten wir alleine auf dem Queen Victoria Market herum. Am Abend waren wir alle bei einer Uni-Freundin von Angie zur Geburtstagsparty eingeladen. Wir bewunderten ihre absolut geniale WG inmitten von South-Melbourne mit der Skyline im Hintergrund und Swimmingpool und Fitness-Raum im Innenhof. Nach einem üblichen australischen Breaky (Frühstück) am Sonntag in einem der zahlreichen Restaurants verbrachten wir einen gemütlichen Tag mit Einkaufen. Am Abend begleitete ich Angie noch zu ihrem Fussballspiel in der Halle und Simon kochte uns eine superfeine Lasagne. Angie und Adam schwärmten von ihrer mehrtägigen Wanderung im Prom, Wilsons Promontory NP, und deshalb machten wir uns für einige Tage aus dem Staub. Zuerst besuchten wir jedoch die Phillip Island und waren von der Pinguin Parade ganz entzückt. Diese kleinsten Pinguine der Welt wackelten nur 1m neben den Besuchern kurz nach dem Sonnenuntergang vorbei um ihre Nester aufzusuchen. In der Hochsaison sitzen/stehen die bis zu 5000 Besucher auf den extra angefertigten Tribünen mit den erhöhten Holzwegen. Somit sind die Pinguine zur Abwechsung einmal nicht eingesperrt, sondern die Schaulustigen. Auf dem Weg zum Prom machten wir noch einen Halt auf einem Camping am Meer. Et voilà, den ersten Echidna am Wegrand und den zweiten mit ausgiebigem Photoshooting 50m von unserem Zeltplatz entfernt. Weil das Wetter heute gar nicht mitspielte machten wir keine grössere Wanderung mit Übernachtung im Prom, sondern werden Morgen bei hoffentlich besserem Wetter die Füsse vertreten. Dafür haben wir unsere Reise nach Neuseeland ein bisschen vorbereitet. Dort sind mehrtägige Wanderungen „en masse“ vorhanden…

Nun freuen wir uns noch auf das kommende Beachweekend mit Angie und Adam bevor wir Australien für 2 Monate verlassen. Danach kommen wir zürück und bereisen vermutlich noch Tasmanien und die Westküste – mal kucken, wie lange das Geld noch reicht….

Red Center: Alice Springs – East & West MacDonnell Ranges – Watarrka NP – Uluru-Kata Tjuta NP

Dienstag, 02. November 2010

12.10. – 24.10.2010

Obwohl wir eigentlich zu Hause, in der Schweiz, noch dachten, dass wir das Red Center nicht besuchen werden, sondern den Big Loop über Perth machen werden, sind wir nun gespannt auf die Australischen Sehenswürdigkeiten in den nächsten Tagen und Wochen im Red Center. Als erste Attraktion liegen das Karlu Karlu (Delvils Marbles) Conservation Reserve auf unserem Weg. Dies sind riesige Steine, rund wie eine Murmel, welche in der Abendsonne feurig rot erscheinen. Zu unserer Überraschung hatte es dort sogar einen kleinen Campground, den wir mit tausenden von Fliegen teilten. Dies war nur der erste Kontakt mit diesen nervtötenden Viechern… Eigentlich wollten wir hier einen Ruhetag einlegen, denn wir sind ständig unterwegs und können das Gesehene gar nicht richtig verarbeiten. Leider vermiesten die nervigen Fliegen unser Vorhaben bereits beim Frühstück. Wir retteten uns ins Auto und fuhren nach Alice Springs. Als es dann auch noch anfing wie aus Eimern zu regnen, wussten wir, dass unsere Entscheidung weiter zu fahren richtig war. Wir hörten, wie oft auf den langen Strecken, ein Hörbuch und machten Pinkelpausen in einer der alle 50-200km kommenden Ortschaften mit einem Roadhouse, einer Tankstelle und oft lediglich einer handvoll Häusern. Übrigens ein hörenswertes Hörbuch ist „Frühstück mit Kanguru“ von Bill Bryson. Weil wir doch einige Gegenden bereisten oder bereisen werden, war es für uns sehr spannend. Die Hauptperson resp. der Autor erzählt auf lustige und interessante Weise von Australien, dem Land, den Leuten und seinen Tieren.

In Alice Springs besuchten wir die Touristen-Information und erfuhren, dass der Mereenie Loop von den West Macs (West MacDonnell Ranges) in den Watarrka (Kings Canyon) NP wegen Überflutung der Strasse gesperrt ist. Tja, in den letzten 10 Jahren hat es im Red Center nicht mehr wirklich geregnet und so heftig wie in den letzten Tagen regnete es vor 30 Jahren das letzte Mal. Somit mussten wir unsere Pläne mal wieder ändern und fuhren einfach als nächstes in die East Macs. Zuerst aber noch shoppen in Alice! In einer der zahlreichen Galerien mit Aboriginal Kunst fanden wir ganz klein gepunktete Kunstwerke in unserem Geschmack. Wir wurden aufgeklärt, dass die Künstlerin keine grösseren Bilder malt. In einer anderen Galerie fanden wir dann wieder ihre Bilder und fragten den Galeristen, ob er nicht noch grössere Bilder zum Verkauf habe. Auch er verneinte, sagte aber, er habe bei der Künstlerin schon grössere Bilder in Auftrag gegeben. Per Zufall soll Kathleen Buzzacott in einer Stunde sowieso bei ihm vorbei kommen. So ergab sich tatsächlich ein Treffen mit ihr und sie willigte ein, bereits auf den nächsten Tag unser Traumbild zu malen. Völlig begeistert hielten wir am nächsten Tag wie versprochen, sogar grösser als abgemacht, aber zum gleichen Preis, unser Bild in den Händen. Es erzählt von dem Jagen der Echidnas und dem suchen der Bearded Dragon Lizards um mit ihnen zu spielen. Mit wertvoller Fracht und der Hoffnung diese beiden Tiere zu finden, fuhren wir dann in die East Macs.

Zuerst besuchten wir den Emily & Jessie Gape Nature Park, bei welchen tatsächlich ein riesiger Einschnitt in die Bergkette zu bestaunen war. Zu unserem Erstaunen sahen wir auf dieser geteerten Strecke nun einen Bearded Dragon Lizard nach dem andern beim Sonnenbaden. Einen haben wir sogar gerettet, indem wir mit quietschenden Reifen anhielten und ihn von der Strasse getragen haben, weil das Dummerchen nicht wegrannte. Er war wohl eher verletzt und unsere Heldentat wird von der Natur nicht berücksichtigt. Im Trephina Gorge Nature Park wollten wir eigentlich nur kurz den Pfad zur Schlucht nehmen und weiter fahren. Weil wir die Richtung der Schilder aber nicht richtig deuteten, landeten wir auf dem Panorama Walk. Wir mussten uns eingestehen, dass wir doch häufiger diese Walks machen sollten, denn die Aussicht war unbeschreiblich schön und Silvia’s Knieprobleme blieben aus, trotz den einigen Höhenmetern auf und ab. Die Schlucht schauten wir uns natürlich auch noch an. Sie war ziemlich breit und das Wasser war einigermassen klar. Weil die Temperaturen aber in den letzten Tagen nicht mehr so hitzig waren, verzichteten wir auf eine Abkühlung im Wasserloch. Auf dem Campingplatz waren wir dann auch angenehm überrascht, dass unser Vorgänger Feuerholz hat liegen lassen und wir uns mit einem Lagerfeuer aufwärmen konnten. Für die Nacht nahmen wir jedoch trotzdem unsere zwei Wolldecken zusätzlich zu unserer Daunendecke in Dachzelt mit. Dass es in der Wüste in der Nacht kalt wird, wussten wir bereits aus eigener Erfahrung von Ägypten. Aber so kalt… An unserem 1-Jahr-auf-Weltreise-Jubiläum besuchten wir das Arltunga Historical Reserve. Die Goldgräber waren hier einst fleissig am buddeln und wir konnten die Minenschäfte hinunter klettern. Als wir aber unsere erste Redback Spider, eine der giftigsten Spinnen hier in Australien, entdeckten, kehrten wir kurzerhand wieder um. Dafür machten wir den etwas längere „alternative Route“ zurück zu unserem Beauty und Simon fand tatsächlich ein Goldnugget in der Grösse einer kleinen Fliege!!! Vom Goldrausch gepackt suchten wir weiter in den ausgetrockneten Flussläufen. Durch den Regen der letzten Tage schien es, dass wir das Gold „nur“ sehen und auflesen müssen :-) Bei diesem einen Erfolg blieb es jedoch. Glücklich fuhren wir weiter noch in den N’Dhala Gorge Nature Park, bewunderten dort die hiesigen Petroglyphs (Rock Engravings, Steingravuren) und gönnten uns am Abend eine warme Dusche mit unserer Campingdusche. Dies ist ein schwarzer Sack, welcher sich resp. das Wasser drinnen, in der Sonne aufwärmt und über einen Ast aufgehängt wird (oder man kocht einfach etwas Wasser – Anmerkung des Kochs). Bei erneutem Lagerfeuer, dieses Mal haben wir das Holz selber gesammelt, erfreuten wir uns mal wieder unserer Ukulele. Mittlerweile können wir schon einige der Pfadilieder schrummen, jedoch für Zeltnachbarn ist unser Repertoire noch ein bisschen klein :-) Auf unserer Reise in die East Macs sahen wir auch unseren Scolopender (Hundertfüssler) mit den giftigen Zangen am Kopf und die süssen farbigen Zebrafinken. Wir kehrten nach Alice zurück und erfuhren, dass der Mereenie Loop noch immer nicht offen ist. Wir fuhren trotzdem schon mal in die West Macs. Bis wir hinten ankommen, ist die Strasse dann hoffentlich offen und sonst fahren wir eben auf der gleichen Strasse zurück um in den Watarrka (Kings Canyon) NP zu gelangen.

Wir hörten uns die gekaufte Self Drive Tour CD von den West Macs an und drückten artig Pause nach den Erklärungen der kommenden Sehenswürdigkeiten und jeweils Play beim Weiterfahren. Es war wirklich sehr informativ, obwohl wir uns die eine oder andere Gorge hätten schenken können. Das Wasser war meist zu trübe zum Schwimmen und die Temperaturen sowieso zu tief. Dafür machten wir den einen oder anderen längeren Walk zu einem Lookout, denn wir haben ja gelernt, dass es sicht lohnt :-) Riesige Scharen von Wellensittichen flogen uns um die Ohren und auf dem Weg zum Ormiston Gorge sahen wir unseren ersten riesigen Lizard mit den gelben Punken auf dem Rücken. Die können bis zu 2m gross werden und heissen Perentie (Varanus giganteus). Im Glen Helen Resort mussten wir dann das erste Mal „Opal unleaded“ tanken. Hier gibt es kein „normales“ bleifreies Benzin. Der Unterschied sei die tiefere Oktanzahl und dass es beim Inhalieren nicht high macht. Scheinbar wird in den abgelegenen Orten leider öfters von den Aboriginal People das Benzin missbraucht um sich high zu schnüffeln. Auch erfuhren wir, dass der Mereeni Loop nun offen sei und somit kauften wir für Morgen die Bewilligung für 3 Dollar, denn der der 4×4 Weg führt durch Aboriginal Land. Das Highlight dieses Tages war für uns die Redbank Gorge. In einigermassen klarem, jedoch fürchterlich kaltem Wasser schwammen wir die enge Schlucht hinauf, bis wir uns auf einem sonnigen Stein aufwärmen konnten. Die Schlucht war einfach atemberaubend. Nach der Abkühlung lasen wir gemütlich auf dem kleinen Sandstrand vor der Schlucht unsere Bücher und fuhren später auf den abgelegenen Zeltplatz, den wir ganz alleine für uns hatten.

Auf dem wieder geöffneten Mereeni Loop wurden wir kräftig durchgeschüttelt. Der Zustand war jedoch besser als erwartet. Einige Meter neben der Rumpelstrasse sahen wir unser erstes wildes Kamel und mehrere wilde Pferde! Im Watarrk (Kings Canyon) NP wurden wir schwer beeindruckt von dem riesigen Canyon. Den Panorama Walk machten wir mit hunderten von Photostops. Zum Glück ist es nun auch wieder angenehm warm und in den nächsten Tagen soll die Mittagshitze wieder heftig um nicht zu sagen, unerträglich werden :-) Am Lagerfreuer von Val und Mike, zwei Australier aus Mackay, unterhielten wir uns angeregt über unsere bisherige Reise und die kommenden Pläne. Beim Erzählen merken wir immer wieder wie beeindruckt die Leute sind und wie viel wir schon gesehen haben :-) Sie erzählten auch ihre Geschichte, wie sie von NSW nach Queensland gekommen sind und noch heute mit ihrem 4×4 und Anhänger ganz Australien bereisen. Wie üblich weckte uns die Sonne am Morgen und wir assen gemütlich unser Frühstück. Beim Zusammenpacken kam jedoch etwas ungewöhnlich schlängelndes in Silvia’s Blickfeld. Uch, eine „black headed Python“ wollte von uns photographiert werden :-) bevor wir losfuhren und „on the road again“…

In der Telefonzelle neben dem Roadhouse von Curtin Springs, denn unser Handy hatte wie meistens keinen Empfang, lehnten wir den angebotenen Job bei der Roche in Australien ab. Nach dieser Wegweisenden Entscheidung ging es weiter zu den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Australien: Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuta (Olgas).

Für den Sonnenuntergang führen wir zu den Kata Tjuta. Weil wir viel zu früh dort waren, entschlossen wir uns den kurzen Gorge Walk in diese faszinierenden Hügel zu machen. Die mehrstündige Sonnenuntergangssession überzeugte uns zwar nicht wirklich, jedoch war der Seitenblick auf den Uluru mit dem bereits aufgegangenen Mond genial. Der nächste Tag wurde dann zu unserm Uluru-Tag. Am Morgen machten wir den 9.4km langen Base Walk und anschliessend besuchten wir das Culture Center. Am späten Nachmittag lösten wir den Geburtstasrundflug von Simon für beide über den Uluru ein. Silvia durfte sogar vorne sitzen und knipste von allen Seiten und Höhen ein Bildchen. Von unserem Zeltnachbarn lernten wir noch einen von vielen Bush Tucker (Essbares aus dem Busch) kennen. Dieser Blütennektar ist ganz süss und wenn man nicht an einer alten Blüte saugt, bekommt man auch keinen Flash :-) , meint unser Nachbar mit Grinsen im Gesicht. Vor dem Sonnenuntergang stellten wir uns noch auf die Sunset View Area in Reih und Glied mit 100 anderen „Möchtegern-Photographen“ um das Farbenspiel festzuhalten. Als die Sonne bereits unten war, kam plötzlich der orange leuchtende Mond neben dem Uluru zum Vorschein. Auch dies hielten wir digital fest und stahlen uns ein wenig verspätet aus dem NP. Am folgenden Tag machten wir am Morgen den Valley of Winds Walk in den Kata Tjuta. Es windete übrigens wirklich sehr stark und wir philosophierten über den Düseneffekt. Wir waren ganz zu Frieden bei diesem starken Wind nicht auf einem Segelschiff mit Sturmfock zu sein :-) Beim zweiten Lookout verschlug es uns fast die Sprache. Die Kata Tjutas mit ihren runden Formen links und rechts in die Höhe ragend und in der Ferne eine wunderschön grüne Landschaft, welche normalerweise rot-braun und trostlos ist. Der Regen hat uns das Red Center in kräftigem Grün und mit vielen farbigen Blumen beschert. Wir können es nicht mit anderen Jahren vergleichen, doch uns wird immer wieder gesagt, was für ein Glück wir haben die Wüste so lebendig zu sehen. Wir geniessen die Freiheit jeden Tag das zu Tun, was uns gerade gefällt und freuen uns bereits wieder auf das Meer im Süden von Australien.