Archiv für Juli 2010

Denarau (Fiji) – Mackay (Australia)

Freitag, 30. Juli 2010

15.7.2010 – 24.7.2010

Die Ruhe auf See war es nicht, denn der Wind blies mit bis zu 30 kn und somit flitzte die SY Ronja mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10.2kn in den Westen. Die 3-4m hohen Wellen liessen uns hin und her rollen und deshalb war das Kochen, Essen und sogar das Schlafen anstrengend. Wir konnten zwar nicht aus dem Bett fallen jedoch auf unser grossen Liegewiese hin und her rollen, bis entweder der Andere plattgedrückt wurde oder man in die Bootswand „rugelte“.
Die Ronja ist wie die Sunrise eine Segelyacht des Typs Jeaneau, Sun Odysee jedoch eine DS (Deck Salon) mit stattlichen 49ft. Der Salon ist riesig und durch die grossen Fenster des Deck Salon innen sehr hell. Die Genua Winchen sind elektrisch, wir hatten erstmal einen Tiefkühler an Bord und sogar einen Fernseher, welcher jedoch nur unter Landstrom läuft :-( . Wir verköstigten uns täglich mir feinen, selbst gekochten Leckereien und liessen es uns gut gehen.
Diese nun letzte Segeletappe zusammen mit Skipper Henning genossen wir in vollen Zügen. Mit 13′006 sm Segelerfahrung auf der Barfussroute (sprich in den meistens angenehm warmen tropischen Gefilden) kamen wir nach dem Durchqueren des Barrier Reefs an unserem Ziel Australien an.
Wir freuen uns riesig die nächsten Monate auf dem Land zu verbringen und den roten Kontinent zu erkunden. Wir sind gespannt auf die Kängurus, Koalas, Platypus, Echidna, Schlangen, Spinnen, Krokodile…

Fiji: Sharkresearch, Uprising Beach Resort – Nadi – Musket Cove – Blue Lagoon Beach Resort, Nacula Island (Yasava Isands) – Sydney (Australia)

Sonntag, 11. Juli 2010

17.6.2010 – 14.7.2010

Von Sunrise zu Sunset. Für die ersten zwei Nächte wurden wir im Tsulu, der Art Village in Pacific Harbour einquartiert, weil der Dorm im Uprising Beach Resort ausgebucht war. Unser Zweierzimmer war mit einem Sunset an der Wand verziert…
Der Meeresbiologe Eronie erklärte uns an unserem ersten Tag auf der Tauchbasis, welche Art von Haiforschung hier gemacht wird und gab uns einen Einblick in die vorhandene, riesige Datenbank. 90 Bullenhaie wurden in den letzten Jahren benamst und so kam schnell die Frage auf, wie wir diese beim Tauchen identifizieren können. Lediglich eine Exceltabelle mit den unterschiedlichen Merkmalen existiert, jedoch kein ID-Guide mit Bildern. Somit war die Sache klar, in den nächsten 10 Tagen heisst unser Projekt „Species Identifications Guide und Bullshark Individual ID Guide“ erstellen. Daneben durften wir mit zu den Shark- und Coraldives und bei dem Vorprojekt des Fischens der Bullenhaibabies im nahegelegenen Fluss mithelfen. Weitere Forschungsarbeiten waren leider nicht am Laufen und Jürg, der schweizer Haiforscher, nicht vor Ort.
Bereits am nächsten Tag gingen wir auf unseren ersten Sharkdive. Etwas nervös und in der Hoffnung der „Feeder“ macht ein professionelles Sharkfeeding mit dem Hintergurnd der Forschung und nicht um die Tauchtouris zu beeindrucken. Wir setzten uns hinter eine künstlich errichtete Mauer in 30m Tiefe. Der Feeder war ca. 3m vor uns. In einer Stahlbox waren die Tunaköpfe für die Fütterung verstaut worden, welche nun einzeln an die vorbei schwimmenden Haie verfüttert wurden. Zögernd kamen die bis zu 3.5m grossen Bullenhaie vorbei. Durch die jahrelange Konditionierung war das Füttern kontrolliert und geordnet. Wenn ein Hai von einer anderen Seite kam, wurde er nicht gefüttert und mit dem Alustock vom Feeder oder einem der 6 Aufpasser verscheucht. Durch dieses Konditionieren der Haie konnte den Bullenhaien für Studienzwecke mit dem Futter ein Transmitter verfüttert werden. Dieser Transmitter zeigte dann während 2-3 Wochen den Aufenthaltsort des Haies bis er ausgeschieden wird. Nach staunenden 10 Minuten stiegen alle auf 10m auf und bewunderten dort eine zweite Fütterung. Dort sind nicht mehr die Bullenhaie die Stars sondern die 1-2m langen Weiss- und Schwarzspitzen Riffhaie sowie die Grauen Riffhaie. Das letzte Füttern ist dann auf 5m. Der zweite Tauchgang eine Stunde später geht dann auf 15m. Dort kann man nochmals die grossen Bullenhaie bestaunen. Falls man Glück hat einen Ammenhai oder sogar den 7m Tigershark. Bei unserem zweiten und dritten Sharkdive durften wir Ammenhaie bestaunen, jedoch zeigte sich das bekannte Tigershark-Weibchen „Scarface“ nicht. Wir waren begeistert und beeindruckt von diesen professionell durchgeführten Sharkdives. Trotzdem wollten wir natürlich auch die Korallen und Fische in dieser Umgebung sehen und buchten weitere Tauchgänge. Die Anzahl der Fische ist leider sehr mager hier um Fidschi herum, jedoch sind die Weich- und Hartkorallen häufig und sehr farbenfroh. Das Wrack eines Fischerbootes, das vor Jahren gesunken war, ist eines von Korallen am Schönsten bewachsenen Wracks, dass wir je betaucht haben.
Das Uprising Beach Resort ist direkt am Strand, wo wir täglich unser ID Guides vorantreiben. Ein schöneres „Büro“ am Strand mit Cocktail kann man sich nicht vorstellen :-) Zur Abwechslung versuchte sich Silvia im Horse Boarding… mit einem PS über das Wasser gezogen werden ist echt spassig. Weniger spassig ist es, wenn die 20jährigen, betrunkenen Jungs mitten in der Nacht grölend in den Dorm spazieren… Wir müssen leider eingestehen, dass wir eigentlich schon zu alt sind für diese Art des Reisens als Backpacker. Wir leisten uns einfach kleinere Dorms oder zum Teil bekommt man für den fast gleichen Preis ein Zweierzimmer. Es hat echt Vorteile zu Zweit unterwegs zu sein :-)
Dann kam doch noch der erste Tag des Babybullenhai-Fisch-Projektes. Wir machten uns am späteren Nachmittag auf den Weg zum Fischer Pie um mit ihm und seinem kleinen Fischerboot auf den Fluss zu fahren. Eine Longline mit nur 20m Länge und 6 Haken war für uns dann doch eher bescheiden, denn vom Sharklab in Bimini sind wir anderes gewöhnt. Es kam dann auch so, dass wir erfolglos warteten und als es dann noch zu regnen begann, hatte Eronie nach kurzem keine Lust mehr. Wir mussten ihn richtig überreden nicht bereits das Handtuch zu werfen. Wir machten Verbesserungsvorschläge die alle umgesetzt wurden. So kam es, dass wir beim zweiten Mal früher los gingen. Die „Longline“ wurde zwar nicht länger, aber aus einer wurden 3 und alle wurden mit Schwimmern versetzt, damit die mittleren Haken nicht am Boden zu liegen kamen. Dieses Mal nahmen wir auch die GPS Koordinaten der Leinen auf und massen die Salinität des Flusses. Eronie braucht ganz klar noch bessere Anweisungen von Jürg um dieses Vorprojekt und vor allem das Hauptprojekt erfolgreich durchzuführen. An diesem Abend wurden wir vom Fischer Pie und seiner Familie zum Essen eingeladen. Es gab hervorragendes Indisches Curry! Zum Glück nicht zu scharf. Die ganze Familie sass am Boden und ass von Hand, wir und Eronie bekamen einen Löffel :-) Es war beeindruckend wie bescheiden und glücklich die ganze Familie in ihrem selbst gebauten Haus leben.
Dann kam der Tag des Weiterreisens nach Nadi. Nach 3.5h waren wir in unserem Nadi Bay Resort Hotel und bereits am nächsten Tag segelten wir mit Jeane und Mike auf der „Jeannius“ zum World ARC Rendezvous nach Musket Cove. Es war super, dort die bekannten Gesichter wieder zu sehen. Wie schon fast vermutet, hätte sich sogar doch noch eine Weiterfahrt mit dem Segelboot nach Vanuatu und Australien mit der Word ARC ergeben, doch haben wir bereits den Flug nach Sydney gebucht. Am letzten Abend kam dann noch ein überraschendes Angebot: Die norwegische Familie sucht noch Crew für die Überführung ihrer „Ronja“ nach Australien, denn der Skipper Henning kann die ca. 10 Tage auf hoher See nicht alleine meistern. Kurzum entschieden wir uns diesen Job anzunehmen und freuen uns auf die vielleicht letzten 10 Tage segeln auf unserer Weltreise.
Zuvor gingen wir jedoch noch ins Blue Lagoon Beach Resort ausspannen und tauchen. Köstliche Mahlzeiten, schöne Tauchgänge, Movie Night am Strand und lustiges Krabbenrennen am Abend verschönerten unseren Aufenthalt auf der Nacula Island in den Yasawa Islands.
Zur Zeit geniessen wir ein paar kalte und hektische, touristische Grossstadttage in Sydney, natürlich mit Opernbesuch und allem was dazu gehört. Danach fliegen wir wieder zurück nach Fidschi um die Ruhe auf See wieder zu finden…