Archiv für die Kategorie ‘Pazifik’

Denarau (Fiji) – Mackay (Australia)

Freitag, 30. Juli 2010

15.7.2010 – 24.7.2010

Die Ruhe auf See war es nicht, denn der Wind blies mit bis zu 30 kn und somit flitzte die SY Ronja mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10.2kn in den Westen. Die 3-4m hohen Wellen liessen uns hin und her rollen und deshalb war das Kochen, Essen und sogar das Schlafen anstrengend. Wir konnten zwar nicht aus dem Bett fallen jedoch auf unser grossen Liegewiese hin und her rollen, bis entweder der Andere plattgedrückt wurde oder man in die Bootswand „rugelte“.
Die Ronja ist wie die Sunrise eine Segelyacht des Typs Jeaneau, Sun Odysee jedoch eine DS (Deck Salon) mit stattlichen 49ft. Der Salon ist riesig und durch die grossen Fenster des Deck Salon innen sehr hell. Die Genua Winchen sind elektrisch, wir hatten erstmal einen Tiefkühler an Bord und sogar einen Fernseher, welcher jedoch nur unter Landstrom läuft :-( . Wir verköstigten uns täglich mir feinen, selbst gekochten Leckereien und liessen es uns gut gehen.
Diese nun letzte Segeletappe zusammen mit Skipper Henning genossen wir in vollen Zügen. Mit 13′006 sm Segelerfahrung auf der Barfussroute (sprich in den meistens angenehm warmen tropischen Gefilden) kamen wir nach dem Durchqueren des Barrier Reefs an unserem Ziel Australien an.
Wir freuen uns riesig die nächsten Monate auf dem Land zu verbringen und den roten Kontinent zu erkunden. Wir sind gespannt auf die Kängurus, Koalas, Platypus, Echidna, Schlangen, Spinnen, Krokodile…

Fiji: Sharkresearch, Uprising Beach Resort – Nadi – Musket Cove – Blue Lagoon Beach Resort, Nacula Island (Yasava Isands) – Sydney (Australia)

Sonntag, 11. Juli 2010

17.6.2010 – 14.7.2010

Von Sunrise zu Sunset. Für die ersten zwei Nächte wurden wir im Tsulu, der Art Village in Pacific Harbour einquartiert, weil der Dorm im Uprising Beach Resort ausgebucht war. Unser Zweierzimmer war mit einem Sunset an der Wand verziert…
Der Meeresbiologe Eronie erklärte uns an unserem ersten Tag auf der Tauchbasis, welche Art von Haiforschung hier gemacht wird und gab uns einen Einblick in die vorhandene, riesige Datenbank. 90 Bullenhaie wurden in den letzten Jahren benamst und so kam schnell die Frage auf, wie wir diese beim Tauchen identifizieren können. Lediglich eine Exceltabelle mit den unterschiedlichen Merkmalen existiert, jedoch kein ID-Guide mit Bildern. Somit war die Sache klar, in den nächsten 10 Tagen heisst unser Projekt „Species Identifications Guide und Bullshark Individual ID Guide“ erstellen. Daneben durften wir mit zu den Shark- und Coraldives und bei dem Vorprojekt des Fischens der Bullenhaibabies im nahegelegenen Fluss mithelfen. Weitere Forschungsarbeiten waren leider nicht am Laufen und Jürg, der schweizer Haiforscher, nicht vor Ort.
Bereits am nächsten Tag gingen wir auf unseren ersten Sharkdive. Etwas nervös und in der Hoffnung der „Feeder“ macht ein professionelles Sharkfeeding mit dem Hintergurnd der Forschung und nicht um die Tauchtouris zu beeindrucken. Wir setzten uns hinter eine künstlich errichtete Mauer in 30m Tiefe. Der Feeder war ca. 3m vor uns. In einer Stahlbox waren die Tunaköpfe für die Fütterung verstaut worden, welche nun einzeln an die vorbei schwimmenden Haie verfüttert wurden. Zögernd kamen die bis zu 3.5m grossen Bullenhaie vorbei. Durch die jahrelange Konditionierung war das Füttern kontrolliert und geordnet. Wenn ein Hai von einer anderen Seite kam, wurde er nicht gefüttert und mit dem Alustock vom Feeder oder einem der 6 Aufpasser verscheucht. Durch dieses Konditionieren der Haie konnte den Bullenhaien für Studienzwecke mit dem Futter ein Transmitter verfüttert werden. Dieser Transmitter zeigte dann während 2-3 Wochen den Aufenthaltsort des Haies bis er ausgeschieden wird. Nach staunenden 10 Minuten stiegen alle auf 10m auf und bewunderten dort eine zweite Fütterung. Dort sind nicht mehr die Bullenhaie die Stars sondern die 1-2m langen Weiss- und Schwarzspitzen Riffhaie sowie die Grauen Riffhaie. Das letzte Füttern ist dann auf 5m. Der zweite Tauchgang eine Stunde später geht dann auf 15m. Dort kann man nochmals die grossen Bullenhaie bestaunen. Falls man Glück hat einen Ammenhai oder sogar den 7m Tigershark. Bei unserem zweiten und dritten Sharkdive durften wir Ammenhaie bestaunen, jedoch zeigte sich das bekannte Tigershark-Weibchen „Scarface“ nicht. Wir waren begeistert und beeindruckt von diesen professionell durchgeführten Sharkdives. Trotzdem wollten wir natürlich auch die Korallen und Fische in dieser Umgebung sehen und buchten weitere Tauchgänge. Die Anzahl der Fische ist leider sehr mager hier um Fidschi herum, jedoch sind die Weich- und Hartkorallen häufig und sehr farbenfroh. Das Wrack eines Fischerbootes, das vor Jahren gesunken war, ist eines von Korallen am Schönsten bewachsenen Wracks, dass wir je betaucht haben.
Das Uprising Beach Resort ist direkt am Strand, wo wir täglich unser ID Guides vorantreiben. Ein schöneres „Büro“ am Strand mit Cocktail kann man sich nicht vorstellen :-) Zur Abwechslung versuchte sich Silvia im Horse Boarding… mit einem PS über das Wasser gezogen werden ist echt spassig. Weniger spassig ist es, wenn die 20jährigen, betrunkenen Jungs mitten in der Nacht grölend in den Dorm spazieren… Wir müssen leider eingestehen, dass wir eigentlich schon zu alt sind für diese Art des Reisens als Backpacker. Wir leisten uns einfach kleinere Dorms oder zum Teil bekommt man für den fast gleichen Preis ein Zweierzimmer. Es hat echt Vorteile zu Zweit unterwegs zu sein :-)
Dann kam doch noch der erste Tag des Babybullenhai-Fisch-Projektes. Wir machten uns am späteren Nachmittag auf den Weg zum Fischer Pie um mit ihm und seinem kleinen Fischerboot auf den Fluss zu fahren. Eine Longline mit nur 20m Länge und 6 Haken war für uns dann doch eher bescheiden, denn vom Sharklab in Bimini sind wir anderes gewöhnt. Es kam dann auch so, dass wir erfolglos warteten und als es dann noch zu regnen begann, hatte Eronie nach kurzem keine Lust mehr. Wir mussten ihn richtig überreden nicht bereits das Handtuch zu werfen. Wir machten Verbesserungsvorschläge die alle umgesetzt wurden. So kam es, dass wir beim zweiten Mal früher los gingen. Die „Longline“ wurde zwar nicht länger, aber aus einer wurden 3 und alle wurden mit Schwimmern versetzt, damit die mittleren Haken nicht am Boden zu liegen kamen. Dieses Mal nahmen wir auch die GPS Koordinaten der Leinen auf und massen die Salinität des Flusses. Eronie braucht ganz klar noch bessere Anweisungen von Jürg um dieses Vorprojekt und vor allem das Hauptprojekt erfolgreich durchzuführen. An diesem Abend wurden wir vom Fischer Pie und seiner Familie zum Essen eingeladen. Es gab hervorragendes Indisches Curry! Zum Glück nicht zu scharf. Die ganze Familie sass am Boden und ass von Hand, wir und Eronie bekamen einen Löffel :-) Es war beeindruckend wie bescheiden und glücklich die ganze Familie in ihrem selbst gebauten Haus leben.
Dann kam der Tag des Weiterreisens nach Nadi. Nach 3.5h waren wir in unserem Nadi Bay Resort Hotel und bereits am nächsten Tag segelten wir mit Jeane und Mike auf der „Jeannius“ zum World ARC Rendezvous nach Musket Cove. Es war super, dort die bekannten Gesichter wieder zu sehen. Wie schon fast vermutet, hätte sich sogar doch noch eine Weiterfahrt mit dem Segelboot nach Vanuatu und Australien mit der Word ARC ergeben, doch haben wir bereits den Flug nach Sydney gebucht. Am letzten Abend kam dann noch ein überraschendes Angebot: Die norwegische Familie sucht noch Crew für die Überführung ihrer „Ronja“ nach Australien, denn der Skipper Henning kann die ca. 10 Tage auf hoher See nicht alleine meistern. Kurzum entschieden wir uns diesen Job anzunehmen und freuen uns auf die vielleicht letzten 10 Tage segeln auf unserer Weltreise.
Zuvor gingen wir jedoch noch ins Blue Lagoon Beach Resort ausspannen und tauchen. Köstliche Mahlzeiten, schöne Tauchgänge, Movie Night am Strand und lustiges Krabbenrennen am Abend verschönerten unseren Aufenthalt auf der Nacula Island in den Yasawa Islands.
Zur Zeit geniessen wir ein paar kalte und hektische, touristische Grossstadttage in Sydney, natürlich mit Opernbesuch und allem was dazu gehört. Danach fliegen wir wieder zurück nach Fidschi um die Ruhe auf See wieder zu finden…

Bora Bora – Cook Islands – Niue – Tonga – Fiji

Montag, 21. Juni 2010

19.5.2010 – 16.6.2010

Pünktlich um 12 Uhr erfolgte der Startschuss der nächsten Rennstrecke von Bora Bora nach Suwarrow, östliche Insel der Cook Islands. Leider hatten wir sehr wenig Wind und so kam es, dass wir bereits am zweiten Tag den Motor zuschalteten um wenigstens ein Wenig vorwärts zu kommen. Einen Tag später erreichten wir die magische Zahl: 10′000 sm sind wir nun bereits auf unserer Weltreise gesegelt :-) Zur Feier des Tages fingen wir dann auch noch einen Bonito und der zweite entwischte. War vielleicht besser so, denn einmal 2 kg Fisch reicht uns vollkommen für die nächsten Tage.
Dann kam der Tag der Entscheidung Suwarrow trotz wenig Wind anzulaufen und 110 sm mehr zu motoren (falls mehr Wind kommt könnten wir natürlich auch seglen) oder die Cook Islands auszulassen und rechtzeitig mit den anderen, einiges schnelleren Yachten in Niue zu sein und die gewonne Zeit dort zu verbringen. Einstimmig wurde der Kurs geändert und sehr bedauert, dass die Sunrise vor allem bei wenig Wind einfach nicht schneller zu segeln ist.
Eines Morgens machte uns Reiner das super Angebot die Sunrise von Australien nach Malaysia zu segeln. Er würde uns mit gutem Gewissen gerne seine Sunrise anvertrauen, für einige Monate nach Deutschland fliegen und im Oktober/November die Sunrise in der neuen Destination wieder übernehmen. Wir kamen heftig ins Grübeln, denn so ein Angebot kommt nicht wieder. Weil das Ganze aber nicht als Überführung ohne Kosten unsererseits angeboten wurde, sondern wir Abstriche im Aufenthalt in Australien oder Neuseeland machen müssten, machten wir den Vorschlag lediglich bis Bali mit der Sunrise zu segeln. Somit könnten wir von Mackay bis Darwin mehr Zeit für unsere Australienentdeckung haben und ihm trotzdem den gewünschten Deutschlandaufenthalt ermöglichen. Leider kam der „Deal“ jedoch nicht zustande, weil er die Yacht nicht in Bali bereits wieder übernehmen will.
Nach neun Tagen und 2 weiteren Bonitos an der Angel erreichten wir Niue (zugehörig zu Neuseeland, aber weitestgehend eigenständig). Die Insel ist ein grosser Fels mit Klippen von 25m Höhe Mitten im Pazifik und hat super freundliche Leute. Bereits am nächsten Tag machten wir einen sensationellen Tauchgang mit einer unendlichen Sichtweite. Die freundlichen Seeschlangen bewunderten uns genauso wie wir sie. Die Höhlenformationen waren atemberaubend und Anne, die Instruktorin und Inhaberin der einzigen Tauchschule auf Niue, erzählte uns von den zahlreichen Buckelwalen, die in wenigen Tagen/Wochen hier eintreffen werden. Soviel vorweg, wir verpassten das Schnorcheln mit den Kolossen, denn die World ARC ist einfach nicht in den besten Zeiten für das Wildlife unterwegs, sondern in den besten wetterbezogenen Zeiten. Am Abend kochten die Einheimischen für uns und zeigten ihre Tänze. Keith, der Commodore des Niue Yacht Clubs, führte uns während eines ganzen Tages mit seiner Frau auf der Insel herum und zeigte die verschiedenen von Land aus begehbaren Höhlen inklusive das natürliche Whirlpool des Königs von Tonga :-) Mit einer kleinen Gruppe besuchten wir auch eine riesige Tropfsteinhöhle mit Führer und bekamen zur Erfrischung eine süsse Trink-Kokusnuss.
Einen Tag vor unserer Abfahrt nach Tonga erfuhren wir, dass der erste Buckelwal von einem Fischer gesichtet wurde! Guter Hoffnung vielleicht auf dem offenen Meer einen zu sehen, legten wir ab.
Frühmorgens hörten wir in unserer Koje einen kräftigen Klatsch und nahmen an, dass eine Welle wie üblich an die Sunrise geschlagen hat. Reiner kam jedoch ganz aufgeregt zu uns und erzählte, dass wir gerade von einer 3 m Flucke eines Buckelwales nassgespritzt wurden! Er hörte einen Blas, schaute sich genauer um, konnte aber in der Dämmerung nichts erkennen und als er den zweiten Blas hörte ging es keine Sekunde und der Wal hob seine riesige Fluke, greifbar nahe der Sunrise, und verschwand in der Tiefe. Weil wir unter Segel und ohne Motor fuhren hat uns der Wal wohl erst sehr später wahrgenommen und ist mindestens so erschrocken wie Reiner, kurzum abgetaucht. Zum Glück hat er die Sunrise nicht getroffen und ist heil davon gekommen. Am gleichen Tag wollte der Zufall nochmals eine Begegnung. Dieses Mal aber sehr unspektakulär. Silvia war am Ruder und übergab für einen kurzen Toilettengang das Ruder an Simon. Prompt: „Silvia, Silvia ein Buckelwal nur 50 m weg vom Boot!!!“ Tja, Simon blieb der einzige an Bord, der den Wal sah…
Nach 3 Tagen auf dem Wasser kamen wir in Tonga an und suchten den verlorenen Freitag. Die Datumsgrenze war wohl hungrig und klaute uns den 4. Juni. Bei einem traditionellen Abendessen mit den hiesigen Tänzen verbrachten wir einen tollen Abend mit den ARC Yachties. Die Tänze hier haben kleine, elegante Hand- und Armbewegungen und die Zuschauer stecken den Tänzern Geld auf die mit Öl eingeriebenen Arme.
Weil wir unterdessen doch schon sehr nahe bei Australien sind, nutzten wir den von Freitag auf Montag kurzfristig durch den König verschobenen Feiertag, um uns bei verschiedenen Firmen per Internet zu bewerben. Das kleine Dorf war nämlich wie ausgestorben, nur wenige kleine Läden hatten offen. Wir kontaktierten auch den bekannten Haiforscher Jürg Brunschweiler (Uni Zürich) und Mike Neumann, Inhaber der Tauchschule in Fidschi, wo die Forschung betrieben wird. Kurzum bekamen wir Minuten später von Mike die Antwort, wir sollen uns bei unserer Ankunft in Suva bei Ihm melden. Jürg antworte hoffentlich bis dann noch, denn er sei für das Wissenschaftliche zuständig. Wir können auf jeden Fall bei ihm tauchen kommen und die Bekanntschaft mit den Bullenhaien und anderen hier vorkommenden Haien machen.
In Tonga gingen wir noch auf eine Tagestour in den Botanischen Garten und lernten die Fauna kennen. Sie zeigten uns, wie die Profis eine Kokusnuss aufmachen, die verschiedenen Verarbeitungen der Kokosfasern und -blättern, der Cava (Wurzel) sowie die Frucht des Nonubaumes. Letzteres ist ziemlich grausig zum Trinken, jedoch hilft es vielleicht gegen Schuppenflechten und so kam es, dass Simon allmorgendlich einen Schluck Tongamedizin trinkt.
Einen Tag später teilte uns Reiner überrumpelnd mit, dass wir in zwei Tagen wieder ablegen und nicht wie besprochen weitere Inseln in Tonga besuchen werden. Er müsse den Termin mit seinen neuen Gästen in Fidschi einhalten. Sauer argumentierten wir und Wolfgang gegen eine so frühe Abreise, denn nach unserer Berechnung könnten wir sehr wohl noch vor 2 weiteren traumhaften Inseln ankern und diese erkunden. Zusätzliche Reservetage und stricktes Einhalten der 24h- Ausklarierungsregel waren jedoch die Gegenargumente. Genervt gingen wir auf unseren ersten Tauchgang in Tonga. Karen und Paul, auch zwei Meeresbiologen, welche sich das Tauchbusiness hier aufgebaut haben und in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung verschiedene Projekte auf die Beine stellen, waren unsere Guides. Die Sichtweite war nicht mehr ganz so atemberaubend wie in Niue. Die Korallen waren sehr schön, nicht ganz so üppig wie wir es vom Roten Meer kennen. Wir sind einfach schon zu verwöhnt. Die Seeschlangen in der einen Höhle auf einem trockenen Felsen und die beiden Baby-Schwarzspitz Riffhaie in einer anderen Höhle waren die Highlights. Am Abend gingen wir eine hervorragende Holzofenpizza essen und danach die legendäre Lady-Boy-Show schauen. So ein Quatsch! Alte Männer mit Frauenkleider tanzen und die neuseeländischen Touristinnen jubeln…vielleicht war auch einfach unser Alkoholspiegel zu tief.
Bereits am nächsten Tag mussten wir nun tatsächlich die Vorbereitungen für die verfrühte Abfahrt von Tonga in Angriff nehmen. Das schlagende Argument ist nun die aufkommende Wetterstörung zum Ende der nächsten Woche. Laut Reiner müssen wir unbedingt vorher bereits in Fidschi sein. Wie wir ja wissen, ist eine Vorhersage von länger als 3 Tagen sehr wohl ungenau und somit hoffen wir, dass die Störung nicht zu schnell wandert und wir genau hinein segeln noch bevor wir in Suva ankommen…
Auf der Überfahrt fingen wir zur Abwechslung einen Thunfisch (5 kg) und nach dem Passieren der Lau-Gruppe (östlichste Inselgruppe von Fidschi) sahen wir Pilotwale! Müde kamen wir um 9h Morgens in Suva Harbour an. Wir frühstückten gemütlich und schliefen nochmals bis dann endlich die Herren für das Einklarieren an Bord kamen. Erfreulicherweise ging das zügig voran und wir konnten schon bald an Land. Wir informierten Mike über unsere Ankunft und erfuhren, dass wir doch am nächsten Tag nach Pacific Harbour fahren sollen und ihn im Uprising Beach Ressort zum Lunch treffen sollen. Das Taxi dorthin war zwar überrissen teuer, aber wir wollten uns nicht auf die fidschianischen Busfahrer und deren Busse verlassen. Das Gespräch war super und wir verabredeten für die kommenden 10-14 Tage bei Bequa Adventure Divers tauchend die Bekanntschaft mit den Forschungsobjekten, denn Bullenhaien, zu machen. Mit Jürg sollen wir direkt die möglichen Projekte besprechen. Er hat bereits per eMail mitgeteilt, dass wir bei dem Baby-Bullenhai-Fischen im nahe gelegenen Fluss mithelfen können. Dies ist eine Vorstudie, welche von seinem angestellten Meeresbiologen Eronie in Zusammenarbeit mit den Fischern gemacht wird. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen an Land mit Bullenhaiforschung und dem Tauchen.
Genaueres über die Zeit mit B. A. D. und unserem Aufenthalt im Dorm vom Uprising Beach Resort wird folgen. Ein Bildchen zum Vorgeschmack schon mal hier:
Ein kapitaler Bullenhai bei unserem ersten Sharkdive. Mal kucken wie gut die Bilder beim nächsten Tauchgang mit diesen wunderschönen Tierchen werden....  :-)

Tahiti Perl Regatta

Donnerstag, 10. Juni 2010

10.5.2010 – 19.5.2010

Die Tahiti Perl Regatta (TPR) ist eine Plauschregatta, welche aus dem Trainingsrennen am ersten Tag und 4 Rennetappen an den folgenden Tagen besteht. Am Abend ist jeweils ein Social Event mit einheimischen Tanzvorführungen und einem Essen. Wir sowie andere Boote der World ARC nehmen daran teil.
Der erste Eindruck der Organisation war leider ziemlich schlecht und verbesserte sich während des ganzen Rennens nicht wirklich. Dafür waren die Parties am Abend super, denn dort trafen wir die halbe ARC Flotte und networkten eifrig. Am Trainingsrennen des ersten Tages blieben alle ARC Yachten ausser einer im Hafen, denn wir sind genug oft am Segeln und wollen bei wenig Wind und Regen lieber das ganze Geschehen von der Mole aus beobachten. Das erste Signal ist 10 Minuten vor dem Start und zeigt die P Flagge. Danach kam das 5 Minutensignal mit der M Flagge für den Start der Kategorie der Katamarane (Monohull). Weitere 5 Minuten später das Startsignal der langsamen ersten Gruppe und nochmals 5 Minuten später das Startsignal der schnellen zweiten Gruppe, in welcher wir komischerweise eingeteilt wurden. Zwei Yachten nutzten die verschiedenen Starte sogar um ihr Starttiming zu verbessern… Wir waren froh im Trockenen zu sitzen.
Am Abend war dann bereits die erste Party mit Tanzvorführungen. Der Spass begann richtig, als Simon geholt wurde und ihm ein Pareo (traditioneller Wickelrock für Frauen und Männer) umgebunden wurde. Tapfer liess er an sich die hohe Kunst des Pareobindens zeigen. Nach ihm noch drei weitere Männer, alle zu Beginn nicht sehr begeistert aber sie zeigten den einen oder anderen Hüftschwung und wurden vom Publikum bejubelt :-)
Am nächsten Morgen dann der erste Startschuss. Die Etappe ging von Raiatea nach Bora Bora. Wir legten einen formidablen Start hin. Die Yacht neben uns war ca. 2 m vor uns und wurde wegen Frühstart zu einer 360° Drehung um die eigene Achse bestraft. Somit waren wir gerade noch im grünen Bereich und düsten los. Es ging jedoch nicht lange und wir kämpften mit den hintersten Yachten um das Schlusslicht. Peter auf seiner Asolare, Amel 54, packte seinen Genaker aus und schwups, war er weg. Wir hatten schon die schnellst mögliche Beseglung gesetzt und konnten somit nicht mehr Geschwindigkeit zulegen. Nicht verwunderlich war, dass vor allem die schwer beladenen Yachten der World ARC am Ende des Feldes sich tümmelten. Einige richtige Racer, ohne Wasser, Essen, Diesel und den ganzen Krimskams, welchen Fahrtensegler wie die World ARC Yachten mit sich führen, segelten mit Leichtigkeit mit dem wenigen Wind allen davon. Vor dem Pass überholten wir dann die Gand Filou, eine Shipmann Seaway 63, denn sie steckte im Riff fest. Wie es genau geschah wissen wir nicht, auf jeden Fall konnte die Wild Tigris, eine Swan 76, grösste Yacht der World ARC, die Gran Filou herausziehen ohne grössere Schäden an der Yacht zu verursachen. Vom Riff sprach natürlich niemand. Bereits im Pass von der Startinsel Raiatea „verhungerten“ wir, denn der Wind stellte ab. Wir berechneten unsere Ankunftszeit nach Sonnenuntergang. Somit werden wir die Zielline nicht zeitig erreichten und als „did not finish“ klassiert werden. Unser Ziel war rechtzeitig bei Tageslicht und für die Party am Abend anzukommen. Deshalb schalteten wir den Motor ein, was uns natürlich disqualifizierte. Das Motto der Hilton-Motu (Insel) Party am Abend war White-Party und wir kramten unsere einzigen weissen ARC T-Shirts hervor. Per Taxi-Transfer wurden wir gerade noch rechtzeitig auf das Motu gebracht und wir bestaunten die tanzenden Mädels und die freuerfackeljonglierenden Jungs. An diesem Abend lernten wir nun Peter von der Asolare persönlich kennen. Er macht schon das zweite Mal bei der World ARC mit. Beim ersten Mal setzte er seine Yacht 250 sm vor Australien auf ein Riff, das lediglich auf der Seekarte eingezeichnet war, aber nicht auf seinen elektronischen Karten. Wer nimmt schon die Karte 250 sm vor der Küste zur Hand… Dieses Mal geht er nun von Fiji direkt nach Neuseeland und nimmt dann an der Regatta um Australien teil. E-Mails haben wir nun schon mal ausgetauscht, denn wer weiss, vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder :-)
Am zweiten Renntag zogen wir Simon zuerst den Masten hoch, denn dort war unser Genakerfall verklemmt. Danach merkten wir beim Anker lichten, dass dieser um einen Steinbrocken gewickelt war. Zum Glück war das Wasser ziemlich klar und wir wählten die richtige Richtung um uns zu befreien. Pünktlich starteten wir, jedoch diesmal bereits in der hinteren Hälfte. Konnten auch wieder einige Seemeilen mithalten und sogar eine unbekannte Yacht überholen!!! Da der Wind auf die Nase blies, mussten wir aufkreuzen und richtig kämpfen. Wir übten uns mit Vorfahrtsrecht mit der Aluyacht 24 und um 14h wurde es uns zu bunt, denn erneut hatten wir keine Chance die Zielline rechtzeitig, nicht mal unter Motor, zu erreichen. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir dann im Süden von Taha’a an. Am Abend war die traditionelle Tahiti Party auf einem kleinen Motu mit wunderschönem Strand und kleinem wackligen Steg. Wir genossen ein tolles BBQ und interessante Gespräche mit den ARC Leuten.
Am dritten Regattatag war die Route einmal um die Insel Taha’a herum. Es wurde versprochen, die Zielline so zu legen, dass alle Boote diese innerhalb der Regattazeit erreichen werden. Nun das war für uns Motivation genug. Der Anfang lief auch hervorragend, denn wir überholten zwei Yachten und sausten mit dem Genaker davon. Bald wurden wir, wie immer, wieder überholt und waren das Schlusslicht. Als dann auch noch der Wind weg blieb, sank die Stimmung an Bord auf Null. Wir gaben aber nicht auf. Der Wind hatte erbarmen und frischte auf. Leider jedoch auf die Nase. Somit kreuzten wir gegen den Wind auf und fürchteten den morgigen Muskelkater nicht :-) Durch ein Steuerfehler von Wolfgang fuhren wir sogar eine 360 Grad Pirouette, denn der Wind drückte uns nach der Wende das Segel wieder auf die falsche Seite und wir konnten nicht innerhalb der Riffmarkierungen hindurch segeln. Zum Glück hatten wir genug Platz und die ganze Sache war durch Muskelarbeit wieder zu korrigieren. Unerwartet sahen wir einen Katamaran lediglich ein paar Seemeilen vor uns: den von der Rally Organisation, welcher die Zielline auf der einen Seite markierte. Mit letzten Kräften machten wir noch eine Wende und flitzen über die Ziellinie. Jubelnd überquerten wir diese! Dass nicht einmal eine Minute später das Rennen abgepfiffen wurde und wir somit wiedermal die letzte Yacht waren, kümmerte uns wenig. Stolz kamen wir zum Ankerplatz und genossen die Party und das BBQ in der Perl Farm von Taha`a.
Am letzten Regattatag wurde der olympische Dreieckskurs gefahren. Dies überliessen wir aber lieber den Profis. Wir segelten bereits nach Bora Bora um das morgige Dinghy Race des Yacht Clubs von Bora Bora nicht zu verpassen. Zur Ehre der World ARC gewann die SY Ciao trotz 500 Liter Wasser, Diesel und vielem mehr an Bord die Regatta in der Kategorie der Cruisers (und waren somit auch schneller als viele Profis). Die TPR war ein voller Erfolg, was die Parties betrifft. Die Organisation muss jedoch noch verbessert werden…
17. Mai 2010: Unser 2. Hochzeitstag :-)
Am Morgen gingen wir mit Luca (Slovenien) schnorcheln und danach bastelten wir an unseren Verkleidungen für das Dinghy Race am Nachmittag. In letzter Minute haben wir noch erfahren, dass es bei einem solchen Rennen nicht wirklich um die Geschwindikeit geht, sondern wer besser mogelt und bescheisst. Somit packten wir noch zwei Flaschen mit Seifenwasser ein um die andern hoffentlich aus dem Gleichgewicht zu bringen :-) Als Ängeli Simon und Tüfeli Silvia taten wir das Rennen an. Bereits in den ersten Metern waren wir pflotschnass gespritzt, kämpften aber um die vordersten Plätze. Der Kurs war so gewählt, dass die Langsameren die Schnelleren nach der Umrundung der Boje wieder trafen und sich mit Wasserballonen, Spritzpistolen oder einfach durch anhängen am fremden Dinghy diese bremsten. So geschah es, dass die vor uns liegenden Norweger der SY Ronja von den Tucanon-Leuten aufgehalten wurden und wir unbehelligt daneben durch sausten. Nun waren nur noch die Einheimischen im unfairen Kanu vor uns. Doch Paul die gute Seele des Organisationskomittees hüpfte kurzentschlossen ins Wasser und kenterte das Kanu. Er wollte ein spannendes Finish provozieren :-) Bei uns hängte er sich auch noch an, doch ein Fegefeuer-Dinghy auf Wolken kann man nicht so gut kentern. Wir gewannen somit das Rennen und die Kostümprämierung und wurden Member im Bora Bora Yachtclub. Das BBQ rundete den schönen Tag noch ab.
Am letzter Tag vor der nächsten Teilstrecke von Bora Bora nach Kingdom of Tonga via Suwarrow und Niue machten wir am Morgen letzte Einkäufe, besorgten Wasser und Diesel. Am Nachmittag gönnten wir uns noch eine Rundfahrt auf Bora Bora mit alten, unbequemen Fahrrädern. Die Insel mit dem Riff rundherum und den vielen Motus hat uns sehr gefallen und war definitiv unsere Besuche wert.
Um 12 Uhr Ortszeit starteten wir Richtung Cook Islands…

Wo ist der Freitag geblieben?

Montag, 07. Juni 2010

Nach 2 Tagen segeln sind wir hier im Königreich Tonga angekommen. Wir dachten, wir sind an einem Freitag angekommen, aber die Einheimischen versicherten uns, dass es Samstag sei. Weiss jemand wo dieser Freitag hin ist? Geklaut? Zeit stehengeblieben? Er fehlt uns auf alle Fälle in unserem Leben…

Society Islands: Tahiti – Moorea – Huahine – Raiatea – Taha’a – Bora Bora

Mittwoch, 19. Mai 2010

20.4.2010 – 9.5.2010

Nach 3-tägigem Segeln erblickten wir bereits in der Nacht die Lichter von Tahiti und kamen frühmorgens im Hafen von Papeete an. Dort klarierten wir als erstes ein und der Segelmacher holte das Grosssegel zum reparieren ab, denn es hat einen kleinen Schranz gekriegt. Die zerrissene Genua aber wollte Reiner nicht hier zum Flicken geben, denn im Süden ist noch ein anderer Segelmacher, welcher günstiger sei. Deshalb verholten wir die Sunrise in den Süden von Tahiti in die Nähe der nächsten Marina. Geplant war eigentlich bis ganz in den Süden zum Segelmacher zu segeln, jedoch drehte der Wind und war somit gegen uns. Zu Roberts Enttäuschung bedeutete dies, dass wir in seinen letzten 5 Tagen vor Anker resp. in der Marina von Taina lagen und lediglich Tagesausflüge machten. Mit dem Genacker setzten wir uns an der Bushaltestelle und warteten auf den „le Truck“, den Bus von Tahiti. Laut dem Marinamann sollte der Bus in 8 Minuten kommen. Nach einer Stunde wurde es uns zu bunt und wir machten Autostopp. Bereits der Zweite fuhr in unsere Richtung. Es stellte sich heraus, dass Patrick unser Glückstreffer war. Auch er hatte ein kaputtes Segel und wollte in den nächsten Tagen zum gleichen Segelmacher wie wir. Kurzum stellte er seine Pläne um und fuhr mit uns die ganze Strecke in den Süden. Beide Segel wurden beim Segelmacher abgegeben und vereinbart, dass wir wahrscheinlich am Montag die Segel geflickt abholen könnten. Weiter ging die Autofahrt Richtung IFREMER. Ein hiesiges Forschungsinstitut, wo wir uns erkundigten wollten, ob es für uns eine Möglichkeit für einen Job gibt. Leider war das Institut nicht zu finden, stattdessen zeigte uns Patrick das „Institut de Developement“. Dort wird im Bereich der Entwicklungsbiologie geforscht. Es stellte sich heraus, dass, wie auch in Bonaire, viel Arbeit vorhanden ist jedoch wenig bis kein Budget. Die Möglichkeit eine Doktorarbeit zu machen besteht jedoch.
Einen Tag machten wir dann einen Ausflug nach Papeete, die „Hauptstadt“ von Tahiti: Viele Leute, Autos und ein Shop nach dem anderen – seit Galapagos die Erste wirkliche Zivilisation… Der Rausch des Shoppens packte uns und wir verarbeiteten unsere, wie sich herausstellte zu einem Schnäppchenpreis erworbenen schwarzen Südseeperlen in den Tuamotu, zu wunderschönem Schmuck. Ein bleibendes Kunstwerk ziert nun meinen rechten Fuss mit einem polynesischen Delphin in einer Welle mit schwimmender Hibiskusblume.
Einige der ARC Boote kamen auch in diesen Hafen von Taina, denn er ist viel schöner und ruhiger als der in Papeete. So erfuhren wir wieder die neusten Dinge und bei einem Besuch der einen Yacht quatschten wir zwei einheimische Surfer an, die gerade auf ihr kleine Speedboad stiegen um draussen am Pass vor Sonnenuntergang noch eine Stunde zu surfen. Prompt wurden wir eingeladen mitzufahren und ihnen im sicheren Abstand angemacht an einer Boje vom Speedboat aus zuzuschauen. Es war der Hammer! Wie sich herausstelle war der Eine im 2001 Sieger im Tahiti Campions Surfers Contest und somit waren die 3m Wellen ein Klacks für ihn. Als wir wieder in der Marina waren mussten wir jemanden mit Walky-Talky suchen, denn das Dinghy war nicht mehr am Steg und somit mussten wir Reiner anfunken, damit er uns abholt. Warum nicht die Chance nutzen und mit den „Grossen“ ins Gespräch kommen… Wir fragten die Crew des ca. 120 Fuss Segelyacht am VIP Steg. Alles kein Problem und für die Geburtstagsparty der Stewardess Aghnes am Abend wurden wir auch gerade eingeladen. Natürlich lässt man eine solche Möglichkeit nicht ungenutzt und wir gingen frisch gestriegelt zur Geburtstagsparty am Steg mit BBQ. Um auch das Schiff von innen zu betrachten, nutzte ich den Grund um zur Toilette zu gehen: Es war riesig, wunderschön, luxuriös, gigantisch und einfach unglaublich. Hätten wir am nächsten Tag nicht bereits Pläne mit dem Verlegen der Sunrise in den Hafen und Bootputz für die neue Crew, hätten wir auf der Erika etwas Geld verdienen können: beim Putzen als Day-worker. Wie auch immer, e-Mailadressen haben wir ausgetauscht und hoffen auf ein Wiedersehen in Neuseeland, denn dort werden sie für mehrere Monate sein und wieder „Day-workers“ brauchen.
Am nächsten Tag kamen unsere neuen Mitsegler: Karin und Lars KOSTER :-) aus der Schweiz (Appenzell). Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob wir verwandt sind. Dies muss noch recherchiert werden. Spät in der Nacht, mit einem Tag Verspätung ,weil er das ESTA für die USA nicht ausgefüllt hatte, obwohl er über LA flog, kam dann Wolfgang aus Deutschland noch an Bord und Robert flog nach Hause. Bereits am nächsten Tag holten Simon und ich mit Patrick den Genacker beim Segelmacher ab und die anderen segelten nach Papeete.
Dann ging unsere Tour weiter nach Moorea. Die imposanten Berge und üppige Vegetation beeindruckte uns. Die Cooks Bay und Opunotu Bay kundschafteten wir aus für eine Nacht. Die Fallwinde bescherten uns, den Akklimatisierten, zwei angenehme kühle Nächte. Das Dolphin Center und die Schildkrötenaufzuchtstation besuchten wir im International Hotel und durften bei der Fütterung am Nachmittag mithelfen. Als Volunteer könnten wir auch dort gerne mitarbeiten… Wir suchen einfach weiter.
Mit einem Nachtschlag erreichten wir Huahine und kundschafteten als erstes das Riff aus. Die Dinghyfahrt dorthin war bereits eine Herausforderung denn die Korallen sind nahe an der Wasseroberfläche und somit könnte unser Dinghymotor mit der Schraube anstossen. Einige Fische und sogar einen Hai sahen wir im glasklaren Wasser. Die Bay Borayos im Süden besegelten wir. Dort hatten wir fast 360° Land um uns herum und somit das Gefühl auf einem See zu segeln. Bereits zwei Tage später segelten wir weiter nach Raiatea, denn der Zeitplan der Sunrise ist straff. Die ganze Route ist in 2-wöchige Törns eingeteilt und oft ist dies auch der Rhythmus des Crewwechsels. Gerade daneben innerhalb des selben Riffs besuchten wir die Insel Taha’a. Wegen den anhaltenden Ohrenschmerzen von Simon und wieder beginnenden bei Silvia, mussten wir dann aber zurück nach Raiatea. Der Arzt diagnostizierte bei beiden eine Gehörgangentzündung, wahrscheinlich wegen einer Irritation von winzigen Quallen, welche seit dem Hurrikan vor 3 Monaten bei vielen Einheimischen die gleichen Probleme verursachen. Alles kein Problem, einfach 8 Tage Antibiotika ins Ohr träufeln und nach dem Schnorcheln die Ohren besser mit Frischwasser spülen. Danach segelten wir wieder zurück nach Taha’a und am nächsten Morgen nach Bora Bora. Beim Pass des Riffs bestätigte sich leider unsere Vermutung vom Vorabend, dass ein Katamaran wirklich auf dem Riff fest sass. Durch den grossen Schwell wurde dieser von einer grossen Welle auf das Riff gespült. Einige Tage danach erfuhren wir, dass der Katamaran fast ohne Schaden vom Riff geborgen werden konnte.
Bora Bora mit seinem grossen Hausberg ist wunderschön und bietet einige tolle Schnorchelplätze. Am 8.5. wollten wir dann Fahrräder mieten um auch das Land kennen zu lernen, nur war wegen der Feier des Endes des zweiten Weltkrieges alles geschlossen und wir mussten uns mit einem Landgang zu Fuss begnügen. Dann waren wieder zwei Wochen vorbei und wir mussten uns bereits von Karin und Lars verabschieden. Viele wertvolle Tipps über Australien konnten wir von den beiden bekommen, denn auch sie sind schon viel in der Welt herum gekommen. Vor einigen Jahren, waren sie schon in Australien und nun auf dieser Reise besuchten sie Südamerika und die Südsee. Richtige Reisevögel wie wir :-)
Unser nächstes Highlight war die Tahiti Perl Regatta, davon aber in einem separaten Artikel. Soviel können wir verraten: Wir waren sehr langsam, aber es war super fun!

Jetzt geht es zuerst mal weiter in die Cook Islands (Suwarrow). Diese Insel ist unbewohnt und ist ein einziger Naturpark. Danach geht es weiter nach Niue und Tonga.

Tuamotu: Takaroa – Manihi- Ahé – Rangiroa

Sonntag, 18. April 2010

3.4.2010 – 18.4.2010

Kurz nachdem wir am Abend des 3.4.2010 in Tahuatu (Marquesas) ablegten, hingen wir unsere zwei Schleppangeln raus und voilà, nach 10 Minuten bissen gerade gleichzeitig zwei Bonitos an!!! Unsere Fischerpechsträhne hatte somit ein Ende :-) Für die nächsten Tage gab es Fisch, Fisch, Fisch. Nach vier Nächten und drei Tagen kam am frühen Morgen Takaroa, unser erstes Atoll der Tuamotus, in Sicht. Der Blumenduft war bereits 1 sm vor dem Atoll so intensiv, dass wir das Land nicht nur sahen sondern auch rochen. Der Pass (Durchgang) um in die Lagune des Atolls zu gelangen war ziemlich schmal und machte am Ende eine 90° Kurve. Links und Rechts hatten wir die Motus (kleine Inseln) umgeben von Korallen bis an die Wasseroberfläche. Um die Sunrise und uns unversehrt und ohne Riffberührung in die Lagune und in der Lagune zu manövrieren, waren Simon und Wojtek am Bug und hielten Ausschau wegen Untiefen, Robert navigierte unseren Skipper mit Hilfe der Karten auf dem Laptop und ich behielt die Tiefe der Navigationsinstrumente im Auge. Unversehrt fuhren wir unter Motor ein und suchten unseren Weg vorbei an den Perlenfarmen und deren Bojen im Wasser zu unserem Ankerplatz. Wir machten das Dinghy klar und kundeten das Motu aus. Bei einer netten runden Frau (die Frauen sind hier alle gut genährt und keine Klappergestelle wie das „Idealbild“ bei uns, die Männer kräftig gebaut mit Tattoos) konnten wir frisches Brot kaufen und die ersten schwarzen Südseeperlen bestaunen. Zu der nahegelegenen Perlenfarm marschierte Simon und ich und platzten unangemeldet rein. Überaus freundlich wurden wir empfangen und wie selbstverständlich rumgeführt. Sie zeigten uns wie der Nukleus in die Auster implantiert wird und bei einer anderen Auster wie man die Perle heraus operiert. Wenn die Perle schön ist, wird gerade ein zweiter Nukleus, dieses Mal ein grösserer, in diese Auster implantiert und ein Jahr später hoffentlich eine grössere noch schönere und somit wertvollere Perle der Auster seziert. Zurück auf der Sunrise zogen wir unser Schnorchelequipment an und erkundetenden die nahe gelegenen Korallenköpfe. Viele farbige Fische und sogar einen kleinen Schwarzspitzen-Riffhai sahen wir. Auf dem Rückweg erspähten wir „wilde“ Austern, jedoch mit einem Seil miteinander verbunden. Kurzerhand sammelten wir diese ein und öffneten diese auf der Sunrise. Leider hatte keine der Auster eine Perle in sich versteckt.
Noch am Abend fuhren wir wieder durch den Pass. Die Strömung war nun sehr kräftig und wir flutschten fast schon nach draussen. Die Verwirbelungen im Pass sorgten für Herzklopfen. Wir legten an der Mole für die Nacht an um am nächsten Morgen ganz zeitig noch vor Sonnenaufgang das nächsten Atoll anzusegeln. Verschiedene junge Leute bestaunten unser Boot und wollten nicht mehr weg gehen. Wir waren die Attraktion, denn hier passiert nicht viel. Eine Disco gibt es nicht, lediglich eine Bar. Die nächste grössere und für die Hiesigen „grosse“ Stadt ist Papeete in Tahiti, wo die Älteren in die Schule gehen.
Nach 13 Stunden segeln erreichten wir Manihi. Trotz Gezeitentabelle war die Strömung nicht wie erwartet gering, sondern im Gegenteil sehr stark. Mit hoher Tourenzahl durchquerten wir den Pass Tairapa und segelten auf die gegenüberliegende Seite des Atolls in den Windschatten der Motus, um im ruhigen Wasser zu ankern. Weil der Ankerplatz nicht genau beschrieben war und dort wo er etwa sein sollte, viele Korallenblöcke auf dem Grund des klaren türkis-blauen Wassers sichtbar waren, fuhren wir entlang der Motus weiter bis wir einen geeigneten Platz fanden. Auf den Motus hat es nur wenige kleine Häuser, oft nur eine Village im ganzen Atoll und hier lediglich 2 Family Hotels und das Manihi Pearl Beach Resort, welches wir am nächsten Tag besichtigten. Es befindet sich an traumhafter Lage, die Gäste können zwischen Wasserbungalow und Strandbungalows mit eigenem kleinen Strand mit Hausriff perfekt zum Schnorcheln wählen. Die Preise sind jedoch gigantisch… Weil leider der Flug für Wojtek von hier nach Tahiti schon ausgebucht war, mussten wir einen Tag später bereits zum nächsten Atoll weitersegeln und konnten hier in diesem bekannten, traumhaften Atoll nicht tauchen. Lediglich 8 Stunden brauchten wir bis zum nahe gelegen Atoll Ahé. Auch dieses Mal hatten wir Gegenströmung im Pass mit Namen Reianui, jedoch nicht mehr so heftig wie auch schon. Die nun bereits geübten Augen von Simon und Wojtek lotsten uns durch das halbe Atoll bis vor die kleine Village Tenukupara, wieder ein Zungenbrecher. Beim Suchen des Ankerplatzes kam dann prompt noch Hektik auf, denn plötzlich tauchte ein riesiger Korallenkopf auf Backbord auf und trotz sofortiger Kursänderung sassen wir kurz darauf fest. Zum Glück schob uns der Wind weiter und wir konnten uns nur durch zuwarten „befreien“. Die Schraube und das Ruder blieben unversehrt.
Interessant ist hier in den Tuamotu, dass die Leute zwar einfach aber gut gekleidet sind, trotz Inselgrössen bis nur wenige Kilometer länge Pickup-Autos besitzen und zur Verwunderung von Simon jeder Teenager mit einem iPhone oder iPot mit Bose-Boxen, welche bei uns ein heiden Geld kosten, herum laufen. Es scheint somit den Leuten hier sehr gut zu gehen, was für uns natürlich sehr schön ist, denn das Boot muss man nicht abschliessen, um das Dinghy keine Angst haben und im Dunkeln kann man ohne Bedenken herum laufen.
Hier im Ahé Atolle waren nun das erste Mal auch andere Segler anzutreffen. Ein Franzose war schon vor Anker, die Tumshi aus Östereich kam am nächsten Tag. Das Ehepaar ist seit 2 Jahren auf Reisen und nun möchten Sie ihren Katamaran für 200 000 Euro verkaufen. Tja, ein bisschen viel für uns… Dann kamen auch die ersten World-ARC Boote, die Kalliope (Spanien) und Thor VI (Portugal).
Am nächsten Tag mussten wir uns bereits von Wojtek verabschieden. Robert und Reiner organisierten ihm ein Transfer für eine Flasche Whisky, wobei wir keinen an Bord hatten. Sie gaben dem Fahrer einfach einen Rum und alles war geregelt.
Auf dem Weg zum Strand erfuhren wir von den Österreichern, dass die Perlenfarm in der Nähe auch Perlen verkauft und besichtigt werden kann. Kurzum fuhren wir mit unserem Dinghy dorthin und liessen uns wieder erklären wie die Austernzucht und Perlengewinnung gemacht wird. Weil die Perlen vor Ort nicht sehr überzeugend waren, verabredeten wir uns für den nächsten Tag noch einmal und wurden so einige unsere Euros los, da niemand unser Geld in CFE (colonial francs pacific) wechseln will.
Schlussendlich kamen wir dann doch noch an den Strand und machten ein Photoshooting mit der geeigneten Bilderbuchpalme :-) , gingen Schnorcheln und wurden von den Einheimischen auf eine Trinkkokosnuss eingeladen.
Wieder in einem Nachtschlag fuhren wir zum nächsten Atoll, denn so konnten wir bei Mittagssonne aus dem Pass fahren und am nächsten Morgen bei vermutlich günstiger Tide und Tageslicht beim nächsten Pass wieder einlaufen. Dieses Mal hatte der Pass von Tiputa sogar eine Überraschung bereit. Spielende Delphine in den Wellen des Passes! Das bedeutete zwar wiederinmal mehr Strömung als wir eigentlich erhofft hatten, dafür 100te Photos mit spritzendem Wasser und hin und da ein Delphin :-) Trotz des Nachfragens bei Tauchschulen wie die Strömungen im Pass sein sollten, müssen wir festhalten, dass diese nur schwer zu berechnen sind. Es scheint, dass neben der Gezeiten die Topographie wesentlich mitspielt und somit die wahren Strömungen für unkundige wie uns nicht vorherzusagen sind. Immerhin haben wir nur einmal die Strömung mit uns gehabt und die anderen Male Gegenströmung, was einiges leichter zum Manövrieren ist.
Dann kam der grosse Tag des Tauchens. Mit Robert zusammen machten wir den ersten Tauchgang ausserhalb der Lagune. Wir tauchten auf 25m am Drop off entlang, sahen riesige Fischschärme sogar Barrakudas, einige Korallen und wieder einmal Haie. Dieses mal waren es kleine Schwarzspitzen-Riffhaie ganz am Meeresgrund und vereinzelte beim Schwimmen, jedoch mit viel Abstand zu uns, so dass Simon leider nur ein blau in blau Photo mit Umrissen eines Haies machen konnte. Beim zweiten Tauchgang am Nachmittag gingen Simon und ich dann alleine und hatten das Glück einen riesigen Tuna zu sehen! Zwei Napoleon Fische kreuzten unseren Weg und eine Muräne guckte aus einer Koralle heraus. Dann liessen wir uns von der Strömung durch den Pass treiben und als der Canyon kam, tauchten wir wie Profis hinab und erkundeten diesen. Zwei Haie scheuchten wir leider auf. Weil die eine Mittaucherin einiges zu viel Luft brauchte, war der Tauchgang bereits nach 42 Minuten zu Ende, denn sobald wir wieder aus dem Canyon in den Pass hinauftauchten, erfasste uns die Strömung und wir tauchten als Gruppe zusammen auf, um vom Speedboat aufgelesen zu werden. Der Tauchgang, die Fauna und Flora, ist nicht mit denen des Roten Meeres oder Bonaire zu vergleichen. Hier lebt alles von den grossen Tieren und den Zufällen, was gerade vorbei schwimmt. Am Ankerplatz hatten wir das Glück zweimal von der Sunrise aus einen kleinen Manta-Rochen zu sehen. Von anderen Tauchern hörten wir, dass zum Teil die Delphine mit den blubbernden Tauchern spielen wollen. Weil kurz vor unserem Tauchgang der riesige Frachter Aranui ausgelaufen war, sank die Wahrscheinlichkeit rapide, die Delphine auch unter Wasser zu treffen.
Wir verbrachten zwei weitere gemütliche Tage mit dem Besuch der Village, Unterwasserschiff putzen, Homepage updaten und wieder einmal eMails empfangen und schreiben. Dann kam die Zeit uns auf den Weg nach Tahiti zu machen. Wir müssen einen Segelmacher finden, denn der Genaker ist ja noch immer kaputt und die neue Crew kommt dort in einer Woche an. Wieder liegen 3 Tage non-stop segeln mit Nachtschichten vor uns. Auch wenn es anstrengend ist, gefällt es uns sehr so zu reisen. Die Zeiten sind klar, wann wer am Ruder steht und daneben wird gekocht, abgewaschen, Segel gesetzt oder geborgen, gerefft, gelesen, geschlafen, die Wellen angestarrt und das Leben genossen :-)

Marquesas: Hiva Oa und Tahuata

Donnerstag, 15. April 2010

30.3.2010 bis 3.4.2010

Nach den gesegelten 2765 sm und motorten 267 sm wurden wir herzlich mit Blumenkranz in der Bucht von Atuona auf der Insel Hiva Oa auf den Marquesas begrüsst. Am Abend gönnten wir uns ein Essen bei Alexandre. Er hat ein Haus auf der Anhöhe mit Swimmingpool, „Döggelikaschte“, Billiardtisch und serviert ein einfaches, jedoch hervorragendes Essen mit Salat, Rindfleisch und Dessert. Manuel überraschte uns mit einem auf der Überfahrt geschriebenem Gedicht (siehe unten). Wie konnte es auch anders sein, alle Gäste waren von der ARC Flotte und so konnten wir uns über das Geschehene updaten. Nicht viele hatten das Glück auf der Übefahrt Fische zu fangen, einige verloren, wie wir, ganze Angelleinen, weil die Fische zu gross waren. Zum Glück hatte niemand grössere Probleme und alle sind heil angekommen. Einige sind sogar schon über eine Woche vor uns angekommen und bereits am Auskundschaften von anderen Inseln.
Am nächsten Tag putzten wir die Sunrise und weil die Bewilligung zum zollfreien Tanken noch nicht vorlag, nahmen wir das Dorf unter die Lupe. Drei Einkaufsläden gibt es, eine Boutique mit teuren aber sehr schönen Souveniers, Mangos an den Bäumen zum Pflücken, das Gaugin Museum und viele super nette Leute. Das Abschieds-Abendessen nahmen wir im gediegenen Pearl Lodge Restaurant zu uns, wo zu unserer Verwunderung Manuel und Wojtek seit der Ankunft auch logierten. Leider kam uns anderen diese Hotelübernachtungen der beiden komisch vor. Wie auch immer, wir hatten eine super Zeit auf dem Pazifik und möchten dem Skipper Wolfgang danken! Wir wären sehr gerne mit dir weiter in die Tuamotu und nach Tahiti gesegelt.
Am nächsten Tag sassen wir dann ohne Skipper auf der Sunrise, weil Reiner leider erst einen Flug für den nächsten Tag gebucht hatte. Alles kein Problem, Wojtek warf seine Angel aus, wir spielten Karte und voilà etwas hat angebissen. Tja, leider ein kleiner Schwarzspitzen-Hai, den wir natürlich unter fachmännischer-Bimini-Haiforschungs-Methode in die Freiheit entliessen.
Dann kam der 1. April: Kein Scherz, dies ist geschehen:
Wir fuhren nichts ahnend mit dem Dinghi an die Mole. Zwei Kanadier sassen auf ihrer Yacht und winkten uns zu sich. Sie informierten uns, dass die Yacht vor unserer Bucht einen Ruderbruch hat und sie deshalb den Anker geworfen haben. Auf Kanal 16 rufen sie um Hilfe. Weil ihr Schiff zu klein sei um zu helfen, baten die zwei Kanadier uns, ob wir die Yacht da draussen vielleicht abschleppen könnten. Nun wir waren ja noch ohne Skipper und beschlossen deshalb die Einheimischen an der Mole zu informieren. Somit wurde die Gendamerie kontaktiert und nach einer Stunde kam ein Feuerwehrauto mit einem Mann angerollt. Weil die Feuerwehr jedoch kein Schiff hat, ging alles noch ein bisschen länger: Letztendlich wurden Simon und ich aufgefordert mit dem Fischerboot und dem Feuerwehrmann raus zu fahren, denn die nahmen an, dass wir die Leute der Harmony, so hiess die Yacht in Not, kennen. Wie auch immer es stellte sich heraus, dass wir sehr wohl helfen konnten, denn die Crew auf der Harmony war froh nicht französisch Sprechen zu müssen. Dazu kam, dass beim Herunterlassen des Ankers die Ankerwinch kaputt ging und ca. 120 m Kette rausratterte und nun von Hand wieder eingeholt werden musste. Wie wir später erfuhren waren die Armen bereits 35 Tage auf See und weil sie sich verschätzt haben hatten sie keine Esswaren mehr und lebten seit kurzem von Popcorn und Bier. Somit waren die Kräfte langsam verschwunden und Simon hüpfte mit einer 2-Meter-Welle von dem einem auf das andere Schiff und half den Anker zu bergen. Nach grössten Anstrengungen war dann der Anker endlich oben und wir konnten die Harmony mit dem Fischerboot in den „Hafen“ schleppen. Hier liessen wir den Anker wieder runter und konnten endlich ausatmen. Zwei Kisten Bier, eine für den Feuerwehrmann, eine für die Fischer und das finanzielle war geregelt. Wir erfuhren, dass der Eigener das Schiff in Mexiko gekauft hat und nun mit seinen zwei Mitseglern auf dem Weg nach Hause Richtung Australien ist. Vielleicht treffen wir sie ja wieder…
Zurück auf der Sunrise erwarteten wir nun unseren Skipper Reiner. Kaum an Bord, ging Reiner seine E-Mail bei einem Einheimischen checken, denn das WiFi ist auf der Insel nicht sehr verbreitet. Noch bevor Reiner zurück kam, meldete sich Thetis auf Kanal 70 um uns zu informieren, dass ihr Motor nicht mehr funktioniert und sie deshalb unter Segel in den Bucht einlaufen werden. Wenige Minuten später der nächste Funkspruch: sie treiben auf die Klippen zu und brauchen unsere Hilfe. Weil unser Skipper Reiner noch immer nicht an Bord war, zögerten wir und teilten unser Dilemma mit. „Any help is appriciated“`! Wir hoben den Buganker, Robert fuhr mit dem Dinghi Reiner holen der mittlerweile an der Mole stand, Heckanker wurde mit Fender markiert und los. Simon fuhr die Sunrise aus der Bucht auf direktem Weg zur Thetis. Paul hielt bereits eine Leine in der Hand um diese uns zuzuwerfen. Zum Glück ein guter Wurf und ich konnte die Leine um die Winch legen und festmachen. Da die Leine aber zu kurz war und die Spannung mit den zwei Meter hohen Wellen zu gross wurde, knallte es. Zu diesem Zeitpunkt waren wir glücklicherweise bereits in einem guten Abstand zu den gefährlichen Klippen. Zweiter Versuch, neue längere Leine, wieder ein super Wurf nur kamen die beiden Boote immer näher zueinander und die Thetis touchierte uns leicht auf Backbord. Zum Glück waren aber keine Hände dazwischen und lediglich die Reeling hat sich ein wenig verschoben und womöglich wurden die Dichtungen beschädigt. Auch das Satellitentelefon funktioniert noch, wobei die Antenne ziemlich verbogen wurde. Wie auch immer, langsam aber stetig schleppten wir die doch einiges grössere Thetis (55 ft und 35 t vs. 43 ft und 12 t) sicher in die Bucht. Es stellte sich heraus, dass der Motor ausfiel, weil wohl der „Schlamm“ im Tank bei der notfallmässigen Rückfahrt von der südlichen Insel vor zwei Tagen die Leitungen verstopft hat. Notfallmässig: Patrick, der Schweizer auf der Thetis, hat sich beim Öffnen einer Kokusnuss mit der Machette den Finger abgehackt und musste schnellstmöglich nach Hiva Oa gebracht werden und danach nach Papetee, Tahiti, geflogen werden. Weil der ganze Transport länger benötigte, konnte sein Finger leider nicht gerettet werden. Er wurde jedoch im Spital in Papetee professionell versorgt und hat bereits angekündigt, auf der Thetis weiter um die Welt segeln zu wollen.
Wir rundeten den Abend noch mit einem Besuch beim Tätowierer ab. Wie ihr vielleicht wisst, wurde das Tätowieren in den Marquesas „erfunden“ und somit war es nahe liegend, ein Original machen zu lassen. Wir suchten beide ein passendes Motiv und besprachen es mit dem Tätowierer. Er zeichnete es uns mit Filzstift auf die Haut und wir konnten uns das erst mal ansehen. Wenig später war Simon stolzer neuer Besitzer eines coolen polynesischen Hai-Tatoos. Mir war das ganze zu gross und als ganzes nicht überzeugend, somit ist mein Knöchel weiterhin lediglich braungebrannt.
Dann kam der grosse Tag und wir segelten auf die nächste Insel namens Tahuata, was soviel wie Sunrise bedeutet. Dort trafen wir einige ARC Yachten und vernahmen bereits das nächste Missgeschick: Klaus von der Thetis wollte mit seinem Dinghy an den Strand fahren und Überschlug sich in der Brandung. Zum Glück hat er sich lediglich die Schulter geprellt und der Dinghymotor ist auch schon wieder fahrtüchtig.
Am Abend wurden alle zum Sundowner auf den Katamaran Jeannius eingeladen und wir konnten bekannte und neue Gesichter treffen. Das Mädchen der Yacht Ronya hielten ein Ständchen und wurde von einem Mitsegler auf der Ukulele begleitet. Diese Unterhaltungseinlagen waren die Highlights sogar während der Pazifiküberquerung, nur konnten wir auf dem SSB-Funk nichts empfangen und verpassten es somit. Bei mir kam gerade Lagerfeuerstimmung auf…
Am nächsten Tag putzten wir das Unterwasserschiff. Ich tauchte dazu mit Reiners Equipment bis die Flasche fast leer war und Simon und Wojtek übten sich im Luftanhalten und Schrubben.
Am Abend ging es dann bereits weiter Richtung Tuamotu, die traumhaften pazifischen Atolle!

Abschlussrede von Manuel

Donnerstag, 15. April 2010

SUNRISE: S.echs U.ngewaschene N.achtwächter R.eisten I.n S.ensationellen E.tmalen

Auf geht’s nach Galapagos!
Am Sonntag geht die Rally los.

Dreitausend Meilen vor der Brust…
Selbst schuld! Wir ham’s vorher gewusst.

Doch langsam – erstmal Flüge buchen.
Am Airport dann das erste Fluchen:

Der Flug gecancelt – was ist das?
Erdbeben in Chile. Ich werd’ blass.

Die LAN fliegt nicht, doch Iberia.
So komm’ ich bis Madrid – hurra!

Doch erstmal ein Stop am Security-Check
Wegen Brotbackmischung im Gepäck.

„Was woll’n Sie mit so viel Mehl beim Segeln?“
Verdacht auf Sprengstoff – das muss man regeln.

Drei Flüge dann und Stunden später:
Der Skipper wird zum Attentäter.

Was reimt sich am besten auf „Gepäck“?
Ich frag mal Wolfgang. Der meint: „weg!“

Die Tierwelt von Galapagos
ist artenreich und bunt und groß.

Tortugas, Pelikan und Hai
und Lonesome George ist mit dabei.

Der Wojtek holt sich ’nen Sonnenbrand
mit dem Umriss von Marquesa-Land.

Ein Blick nach oben – die Luft wird dicker:
Am Masttopp fehlt uns der Verklicker.

Der Proviant in voller Planung.
Wo das Gepäck ist? – „Keine Ahnung!“

Zum Schnorcheltrip um vier Uhr dreißig.
Auf Benzin im Tank, da scheiß ich.

Beim Dinghyfahren lernt man viel:
Auch Paddeln bring dich an dein Ziel.

Der Skipper findet’s trotzdem toll,
denn sein Gepäck ist jetzt beim Zoll.

Apropos: Was reimt sich auf „Ziel“?
Zurück geht’s nach Guayaquil.

So. Durchatmen. Fertig. Aber guck:
Die Leitung hat noch zu viel Druck.

Wer kennt sich aus mit unserm Gas?
Butan? Propan? Was für ein Spaß.

Und was gibt’s nicht in Guayaquil?
Ein für uns passendes Ventil!

Bei Rückkehr dann hundert Dollar
für Lonesome George, den er nie sah.

So, los jetzt! Alle Segel hoch!
Den Startschuss hör’n wir gerade noch.

Wir nehmen’s sportlich, aber fair
und fahr’n den andern hinterher.

In einer sternenklaren Nacht:
Erst hat’s gebremst, dann hat’s gekracht.

Dann hat’s gezogen und gezischt –
die Meere sind eh überfischt.

So zerr’n wir an den Fischernetzen
und unser Kiel reißt sie in Fetzen.

Ein Rettungskragen musste schon
vor drei Jahren zur Inspektion.

Jetzt platzt er mit ’nem lauten POPP
rund herum um meinen Kopp.

Am nächsten Tag: Der Wind bläst fest,
da kommt die Stiftung Warentest

an Bord und findet: unser Baum
vom Spinnaker, der ist ein Traum.

Nur tauchen mag das Segel nicht.
Der Baum verbiegt sich, doch es bricht

der Hals erst viele Tage später.
Und dann das Fall. Mit viel Gezeter

kommt das Teil zurück in seinen Schlauch,
auf dem wir stehen… Wir können auch

zum Glück den Schmetterling.
Das is ja’n Ding.

Dann in der Nacht ein Attentat:
Das Bimini trifft Wolfgang hart.

Trotz allem eine neue Zahl:
1 – 7 – 6. Rekord-Etmal!

Die Decke fällt uns auf den Kopp.
Paar Schrauben, Tape – ein leichter Job.

Unser Gemüse frisst der Schimmel.
Ein Regenbogen spannt am Himmel,

darunter ein Ozean voll Fisch.
Kein einziger auf unserm Tisch.

Die Situation wird immer blöder:
Wir woll’n den Fisch – er nur die Köder.

Der Ofen wird heut’ eh nicht heiß:
Im Mehl sind Käfer – so ein Mist.

Scharf Ausguck halten in der Nacht
nach ’nem Container. Wär’ doch gelacht,

wenn wir den nicht auch noch treffen,
also Ruder hart und reffen

Kurs 2 – 4 – 0 auf Position…
Glück gehabt – er treibt davon.

Meile um Meile zieht vorbei
durch das Wellen-Einerlei.

Wachwechsel. Frühstück. So ein Hohn:
Genau hier war’n wir gestern schon.

Wellen, Wolken, Sonnenlicht.
Abwechslung gibt’s hier wohl nicht?!

„Habt ihr die Langeweile satt?“
Hmja – und zack! ist die Maschine platt.

Der Proviant wird auch nicht mehr.
Was eignet sich noch zum Verzehr?

Ein Thunfisch, notfalls auch ein Hai.
Doch kein Fisch (schon gar nicht zwei)

findet unsere Köder heiß,
darum gibt’s heut’ wieder Mais.

Die Koje fault – ach, was ist das denn?
Ein Leck ganz vorn am Kettenkasten!

Und gleich das nächste Hindernis:
Der Gennaker hat einen Riss.

Da! Endlich! Ein Fisch an der Leine.
Doch der hat Federn und zwei Beine.

Wir zücken Messer schon und Gabel,
doch die Beute bleibt im Schnabel.

Wird wohl wieder nix mit Squid
mit Reis, Limette und Pomm-Frit.

Das alles ist mir jetzt egal,
so wie der Wind und das Etmal

und all das E.T.A.-Kalkül.
Denn für mich war der Weg das Ziel.

Besten Dank an Käpt’n Krause!
Trotz wenig Schlaf und Mittagspause

brachtest du uns heil ins Ziel
mit Kompetenz, Gespür und Stil.

Und an euch beiden aus der Schwyz:
“Always fair winds and following seas!“,

auch wenn wir uns nie wieder seh’n.
Das war der März Zweitausendzehn.

Und war mein Text auch schräg und grässlich:
Der Törn an sich bleibt unvergesslich.

Inspiriert vom Südpazifik und niedergeschrieben von Manuel Miserok, 24.3.2010

Transpazifik: Galapagos – Marquesas

Mittwoch, 31. März 2010

7.3.2010 bis 29.3.2010

Voller Erwartung hoben wir den Anker kurz vor 12h und segelten über die Startlinie der World ARC. Vor uns lag der grosse Pazifik, 3000 sm bis zum nächsten Land. Bereits am zweiten Tag sahen wir wie erwartet kein anderes Schiff mehr am Horizont. Dafür besuchten uns am dritten Tag schon Delphine und auch eine Schildkröte tauchte kurz neben der „Sunrise“ auf. Einige Tage später sahen wir sogar die Rückenflossen eines Haies parallel zu uns vorbei schwimmen. Wir waren in voller Fahrt und konnten natürlich nicht hinein springen um die Art zu bestimmen :-) In der ersten Woche segelten wir täglich um 150 sm, Rekord war 176 sm! Die Krängung war zum Teil ziemlich stark und alles an Bord musste richtig verstaut sein, damit nichts herum fliegen konnte. In der einen Nacht wurden wir immer wieder abrupt von Fischernetzen gebremst, da diese nicht wie üblich genug tief im Wasser ausgelegt waren und wir uns deshalb darin verfingen. Leider war die einzige Möglichkeit die Netze loszuwerden, diese durchzuschneiden um wieder Fahrt aufzunehmen.
Uns fiel auf, dass das Leuchtplankton nun auf dieser Strecke im Pazifik einiges weniger vorkam, als noch von La Libertad in die Galapagos. Dafür verirrten sich ständig kleine Squids (Tintenfische) und fliegende Fische auf Deck. Letztere kommen in Massen und allen möglichen Grössen vor. Der Kleinste war lediglich 1 cm gross und der Grösse über 15cm. Auf den gemeinsamen Nachtwachen bestaunten wir den herrlichen Sternenhimmel der Südhalbkugel und schmiedeten unsere Zukunftspläne :-)
Eine riesige Überraschung bescherte uns eine grandiose Delphin-Schule von etwa 200 Tieren an einem frühen Morgen noch vor dem Frühstück. Rings um die „Sunrise“ sprangen die eleganten Meeressäuger akrobatisch aus dem Wasser. Während mehreren Minuten bestaunten wir das Spektakel und so schnell wie sie gekommen waren, verschwanden sie auch wieder.
Dann kam die Woche der Flauten. Bereits wurden erste Bedenken geäussert, dass wir womöglich nicht rechtzeitig in den Marquesas ankommen werden, damit Wolfgang und Manuel den Rückflug am 31.3.2010 bekommen können. Es lagen jedoch noch zwei Wochen vor uns und da kann bekanntlich viel passieren. Wenig Wind von achtern (hinten) bedeutete, dass es Zeit für den neuen extra für diese Pazifiküberquerung angeschafften Genacker war. Dieses riesige Segel von 120 m² wird vor dem Schiff am Genackerbaum (unten) und Genackerfall (oben) montiert und verleiht dem Schiff den erwünschten Vortrieb trotz wenig Wind. Nun der Wind ist aber nicht immer konstant und somit wurden bei der nächsten Böe der Genacker in den Wellen gebadet und wie wir später feststellen, wurde dabei der Genackerbaum ziemlich verbogen. Schnell wurde eine andere Möglichkeit zum Festmachen des Genackers gefunden und wir konnten dieses Segel weiterhin bis zum Ende der zweiter Woche benutzen. Dann riss aber das Genackerfall und das ganze Segel fiel ins Meer! Durch schnelles Handeln der ganzen Crew konnten wir den Genacker bergen, bevor er sich in der Motorschraube verfing. Leider mussten wir beim Hissen feststellen, dass der Genacker trotzdem Schaden genommen hatte. Ein ca. 15 cm grosser Triangel und mehrere kleine Risse machten es unmöglich das Segel selber zu reparieren und auf der weiteren Fahrt wieder zu gebrauchen. Wir hoffen der Segelmacher in Tahiti kann es richten. Ohne dieses Passat-Segel griffen wir nun auf die bewährte Methode des Schmetterling-Segelns zurück. Genua (Vorsegel) auf der einen Seite und das Gross (Hinteres Segel) auf der anderen Seite setzen, denn der Wind kam weiterhin von achtern. Teilweise tümpelten wir mit lediglich 2 kn Fahrt auf dem Pazifik herum und hatten genügend Zeit Bücher zu lesen, Karten zu spielen oder zu Fischen. Das Fischen stellte sich leider als sehr unergiebig heraus. Obwohl wir auf der kurzen Strecke von 540 sm von La Libertad in die Galapagos drei Fische aus dem Pazifik zogen wollte nun bei 6facher Länge einfach kein Fisch auf unserem Teller landen. Zweimal war einer am Haken und konnte sich aber wieder befreien. Zwei Fischerleinen verloren wir ohne den Übeltäter überhaupt zu sehen. Sogar ein Tölpel war so angetan von unserem Köder, dass er diesen attackierte und prompt mit dem Schnabel sich im Haken verfing. Wojtek befreite den armen zitternden Vogel. Wir können uns beim besten Willen nicht erklären, warum wir unsern Menüplan nicht mit einer Fischvariation verfeinern „durften“ :-(
In der Mitte der Reise stellten wir fest, dass wir eine Maus an Bord haben. Diese liebte es in der Nachtwache die Schokolade aller alleine zu verzehren. Weil trotz Ansprechen der „Schokoladen-Problematik“ das Naschen nicht ausblieb wurde eine Massnahme ergriffen: Während dem Schlaf der Maus wurde der Rest der angebrochenen Schokoladentafen von der Crew verzehrt. Die letzte Schokolade wurde dann mit Zustimmung aller zur „Land in Sicht“-Schokolade erkoren und mit Freuden am 29.3.2010 nach dem Frühstück weggeputzt.
Nach 22 Tagen 4 Stunden und 3032 sm segelten wir über die imaginäre Zielline, welche bereits einen Tag zuvor aufgehoben wurde, denn die World-ARC-Verantwortlichen haben nicht mit mehr als 21 Tagen Fahrt gerechnet… Zu unserem Trost waren wir nicht die Einzigen, welche unter „did not finish“ klassifiziert wurden.
Den Pazifik, der Stille Ozean, haben wir als diesen kennen gelernt. Zeitweise hatten wir auch ziemlich hohe Wellen und bis zu 30 kn Wind, jedoch im Grossen und Ganzen nicht mit der Atlantiküberquerung zu vergleichen. Es war eine super Zeit mit unserem Skipper Wolfgang und der Crew. Leider verlassen uns Wolfang und Manuel, denn sie erwischen den Flieger trotz anfänglichen Bedenken noch.
Nun freuen wir uns auf ein paar Tage Erholung in den Marquesas und dem anschliessenden Weitersegeln in die Tuamotus, Tahiti und weiter Richtung Westen…