Archiv für April 2011

Western Australia: Margaret River – Exmouth

Sonntag, 17. April 2011

3.3. – 4.4.2011

Die Suche nach einer Surfer-Welle ging auch bei Margaret River weiter. Auch die Einheimischen wurden nicht fündig und erzählten enttäuscht, dass das so gut wie nie vor kommt… Wie auch immer, wir genossen einfach die schöne Küstenlandschaft und waren schneller als geplant bereits in Fremantle (bei Perth). Wir bummelten durch das niedliche Städtchen und besuchten das gleiche Pub wie vor 10 Jahren beim damaligen Wochenendausflug… Die Erinnerungen wurden natürlich wieder wach. Die persönliche Touristenführung für Simon ging dann am nächsten Tag in Perth weiter. Wir besuchten die Swan Bells, die beiden Shopping Malls, Nothbridge mit dem Monkey Brass dem damaligen Treffpunkt. Für den Hippie Club war’s leider noch viel zu früh und so entschlossen wir uns weiter Richtung Norden zu machen, denn das Ziel waren noch weitere 2000 km bis Exmouth zu machen bevor wir wieder nach Perth zurück kehren um unseren Frangipani Beauty zu verkaufen.
Die erste Touriattraktion nördlich von Perth waren die Pinnacles. Seit ein paar Jahren steht dort nun ein informatives Visitor Center und man kann mit dem Auto auf einer vorgegebenen Strecke durch die aus dem Wüstensand der Dünen ragenden gelben Kalksteinsäulen fahren. Bei Geraldton fanden wir dann das Windsurfparadies mit Campingplatz direkt am Strand: Coronation Beach. Dummerweise fehlte uns aber das Segel und so kam es, dass wir begannen Aushänge für den bevorstehenden Autoverkauf zu gestalten und aufzuhängen. Im Internet schrieben wir unseren Beauty mit Dachzelt und die Surfbretter natürlich auch aus. An der Back Beach in Geraldton fanden wir dann die ersehnte Welle. Das Wasser war wegen den Überschwemmungven vor einem Monat nicht sehr klar, aber wir konnten nicht mehr warten. Die nächsten drei Tage gingen wir morgens surfen und erholten uns nachmittags.
Das Natural Window im Kalbarri NP gingen wir anschauen und wurden bereits wieder von 100erten von Fliegen genervt. Wir kramten unsere Fliegennetzhüte heraus und versuchten die lästigen Dinger zu ignorieren. Bei Eagle Bluff in der nähe von Monkey Mia fanden wir dann einen super Campingplatz direkt an der Küste. Beim Sonnenuntergang über dem Meer genossen wir unser Nachtessen. Die Nacht war sehr windig und unser Dachzelt flatterte uns in den Schlaf. Weil wir am Morgen wegen der unruhigen Nacht nicht so früh aus den Federn kamen, waren wir dummerweise etwas zu spät bei Monkey Mia und verpassten die Fütterung der wilden Delphine am Strand. Zwei Delphine schwammen zwar gemütlich vorbei, waren aber nicht an Futter interessiert. Weil wir ja schon oft Delphine gesehen haben, waren wir nicht allzu sehr enttäuscht und fuhren weiter. Im Francois Peron NP um die Ecke wollten wir dann eigentlich die 4WD Strecke ausprobieren. Leider waren auch hier durch das Hochwasser Schäden entstanden und somit war der Norden noch immer gesperrt und die Strassen im Süden nur teilweise befahrbar. Wir entschieden uns dann kurzerhand vorzeitig weiter nach Coral Bay zu fahren und dort das Ningaloo Reef zu beschnorcheln. Auf dem Weg fanden wir dann einen atemberaubenden Campingplatz direkt am kleinen Sandstrand. Wir versuchten unser Glück mit der gefundenen Fischerrute. Wir mussten uns aber mit einem vegetarischen Nachtessen zufrieden geben. In Coral Bay angekommen, hüpfte ich dann ins Wasser und war von den grossen Korallenformationen beeindruckt. Die Farben waren aber eher mager. Vieles ist leider ausgebleicht und die Anzahl der Fische ist nicht riesig. Dafür kreuzte zu meiner Verwunderung eine Sepia Familie meinen Weg! Wir hofften darauf, dass nur das Innenriff durch die hohen Temperaturen gelitten hat und das Aussenriff hier und bei Exmouth noch gesünder ist. In Exmouth angekommen, gingen wir dann zu dem „Ningaloo Dreaming“ um die letzten Infos für unsere bereits gebuchte Tauchtour und das Schnorcheln mit den Whalesharks von Morgen resp. Übermorgen zu bekommen. Die teilten uns aber sehr unfreundlich mit, dass die Tauchtour ans Ningaloo Reef nicht statt finden wird, weil sich nicht genug angemeldet haben. Wir können einen Aufpreis zahlen und dafür anstelle 3x Tauchen am Riff 1x tauchen am Navy Pier. Das ist ja mal ein Deal, weniger Tauchen für mehr Kohle! Es sei aber der 6. Beste Tauchspot der Welt. Wegen der Gezeiten vereinbarten wir also dein Tauchgang für Übermorgen und die Whalesharkstour für Morgen. Ganz aufgeregt warteten wir am Morgen auf den Pick up und wurden doch tatsächlich enttäuscht. Der Motor vom Suchflugzeug sei kaputt und das Ersatzteil noch nicht angekommen. Heftig genervt entschlossen wir unsere gesamte Buchung bei dieser Company zu stornieren und bei der Konkurrenz für den nächsten Tag das Schnorcheln mit den Whalesharks auf Sicher zu buchen. Leider ist die „3 Islands Whaleshark dive“ keine Tauchcompany und die andere Tauchcompany in Exmouth bietete wegen noch zu wenigen Touristen auch keinen Tauchgänge ans Ningaloo Reef an. Enttäuscht aber dafür „noch nicht“ ganz pleite gingen wir einfach im Cape Range NP bei den Oyster Stacks schnorcheln. Auch hier ist vieles tot und muss sich von den warmen Wassertemperaturen zuerst erholen. Eine Schildkröte konnten wir dafür beim Fressen beobachten und die Turquoise Bay mit Traumstrand bestaunten wir auch.
Dann kam der grosse Whalesharkschnorcheltag! Wir fuhren mit vollem Schiff, sprich 20 Leuten zum Innenriff und alle fassten ihre Masken und Schnorchel. Das Riff war auch dort nicht sehr spektakulär, aber das Ziel war ja alle ans Schnorcheln zu gewöhnen, damit auch unerfahrene das kommende Schnorcheln mit den galanten Riesen hoffentlich werden geniessen können. Nachdem alle wieder an Bord waren wurden wir mit einem üppigen Frühstück überrascht. Auf der Fahrt durch das Riff sichteten wir dann einen 3m Tigerhai!!! Wow, das war ein cooler Anfang und es wurde noch viel besser… Der Spotterplane fand bereits in der ersten halben Stunde 3 Walhaie. So kam es, dass sich die erste Gruppe schon bald bereit machte um ins Wasser zu hüpfen. Der Kapitän manövrierte das Schiff vor den schimmenden Walhai und 10 Schnorchler sprangen ins Wasser und teilten sich auf um Links und Rechts neben dem Hai entlang zu schwimmen. Obwohl der 6m kleine Walhai gemütlich schwamm, mussten wir hefig flösseln um einige Minuten neben ihm mit zu schwimmen. Das Dinghi sammelte dann die Schnorchler hinten wieder auf und die nächste Gruppe wurde ins Wasser gelassen. Dieses Hineinspringen, vom Dinghi wieder eingesammelt und zurück auf das grosse Boot gebracht zu werden wiederholten wir mehrere Male. Weil der Hai sich nicht stören liess und weiterhin knapp unter der Wasseroberfläche „cruiste“, konnten wir volle 2h abwechselnd neben diesem atemberaubenden Kolloss mitschnorcheln und mit der Unterwasserkamera grandiose Bilder schiessen. Richtig ausgepowert verliessen wir den Hai mit einer Erfahrung, welche wir wohl nicht so schnell vergessen werden. Zurück auf dem Zeltplatz hätten wir todmüde umfallen können. Wir erfuhren aber, dass an den Stränden vorne am Cape die Schildkrötenjungen wohl in der heutigen Vollmondnacht ausschlüpfen werden. Nix wie hin… und warten am Strand mit Sternenhimmel. Bis 2 Uhr Morgens regte sich aber nichts. Nur Spuren von grossen Schildkröten konnten wir entdecken. Auch Verwüstungen von den Zyklonen waren am Strand sichtbar und somit sank unsere Hoffnung die Winzlinge zu sehen.
Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir wieder in den Nationalpark und wollten eigentlich dort noch eine Nacht verbringen. Weil der Wind aber wieder stark zugenommen hatte, enschlossen wir uns wieder nach Coral Bay zu fahren um dort im windgeschützten Campingplatz zu übernachten. Einen faulen Tag verbrachten wir dort mit Schnorcheln und Sonnenbaden. Weil der erste Interessent für unseren Beauty sich gemeldet hatte, mussten wir dann aber weiter nach Kalbarri. Mit der obligaten Verspätung von einer vollen Stunde kam dann der Typ doch noch und war prompt verwundert, dass wir keinen Diesel haben. Stand natürlich alles in der Anzeige nur lesen ist nicht die Stärke von vielen… wie wir noch mehrere male feststellen mussten. Schlussendlich fuhren wir in grossen Strecken wieder nach Perth hinunter. Auch der dortige Interessent entschloss doch zuwenig Geld zu haben, weil er ja eigentlich auf ein Haus spart… Wir quartierten uns auf dem Zeltplatz in Karrinyup mit tropischem Schwimmpool und SPA ein, nur 10km nördlich von Perth. Am Wochenende versuchten wir unser Surfglück nocheinmal. Die Trigg Beach war ziemlich überlaufen und auch die bekannte Scarbourogh Beach. Wir setzten uns an eine exponierte Stelle mit den Surfbrettern zum Verkauf angeschrieben und genossen den Nachmittag mit lesen und Preisauskünfte geben an vorbeilaufende Leute. Interessiert waren sie, aber kaufen wollte niemand. Wir dachten, dass ist ja nicht so schlimm, so können wir immerhin weiterhin noch ein wenig surfen bis unser Auto verkauft ist. Alles kam aber anders. Am nächsten Tag erhielten wir ein Telefon, dass die Person gerade beide Bretter kaufen will… und weg waren sie. Wieder zwei Tage später hatten wir kein Campingequipment mehr und lebten fortan von Fertigsuppen und anderen Mikrowellenspeisen. Nur mit dem Auto wollte es einfach nicht so richtig losgehen. Ein Autoverkäufer war aber interessiert und deshalb fuhren wir zu ihm. Er bot uns an, uns das Auto nicht abzukaufen sondern per Vertrag zu einem festgelegten Mindestpreis uns das Auto auf seinem Gelände zu verkaufen. Das Dachzelt sei aber für ihn nicht unbedingt ein Verkaufsargument. Deshalb sollen wir doch besser schauen, ob wir es andersweitig verkaufen können. Einen weiteren Käufer hatten wir noch an der Angel, welchem wir noch eine Chance gaben. Um nicht nur herum zu sitzen und auf das Telefon dieses Käufers zu warten, entschlossen wir uns den Zoo Perth zu besuchen. Ganze 3 Stunden schlenderten wir durch die australischen, asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Zooanlagen, welche grosszügig gestaltet sind. Das ersehnte Telefonat vom noch letzten Interessenten blieb leider aus. Dafür weckte uns der Autohändler am frühen Morgen, weil er scheinbar bereits einen Käufer im Blick hat. Er könne aber erst aktiv werden, wenn wir ihm das OK geben und mit dem Auto vorbei kommen. Durch unseren Nachbarn und dessen Mietautofirma TCC kam Simon auf die grandiose Idee, diese Firma anzufragen, ob sie nicht an unserem Dachzelt interessiert wären. Diese Firma hat nämlich 4WDs mit Dachzelten im Sortiment. Tatsächlich wollten sie uns unseres noch am gleichen Tag abkaufen. Deshalb entschlossen wir uns den Deal mit dem Autoverkäufer genauer unter die Lupe zu nehmen. So kam es, dass wir am Abend weder Dachzelt noch Auto hatten und in unserem krummen 2er Zelt am Boden ohne Luftmatratzen schlafen mussten. Der Flug war natürlich schnell gebucht, denn nun hielt uns nichts mehr an der Westküste. Die SY Sunrise wartete auf uns in Mackay!!!

Anfangs März bekamen wir von Reiner nämlich den super Bescheid, dass wir für ihn tatsächlich die Sunrise von Australien nach Thailand segeln sollen. Die ersten Vorbereitungen wie Routenplan, Visafragen und Segelerlaubnis durch Indonesien sind bereits in vollem Gange. Mit Maren und Bene haben wir uns auch kurzgeschlossen und somit eine hochmotivierte und erfahrene Segelcrew an Board geholt. Wir freuen uns nun riesig auf das kommende Segelabenteuer mit den Beiden!!! Als Team zu viert wird so ein Trip schon fast zum Zuckerschleck…