Expedition Plankton

Unsere Weltreise wird zur echten Expedition durch unsere wissenschaftliche Studie über das Plankton des Atlantiks. Wie zu Zeiten der grossen Entdecker studieren wir täglich das Leben um uns herum und untersuchen täglich das Leben im Meerwasser: Diese Untersuchung über das Plankton soll diese wesentliche Lebensgrundlage sichtbar machen. Plankton umfasst meist mikroskopisch kleine Organismen: Dazu gehören sowohl pflanzliche Zellen, die (wie alle Pflanzen) Sonnenlicht für die Photosynthese nutzen und zahlreiche Tiere aus fast allen systematischen Gruppen. Charakteristisch ist das schwebende Dasein des Planktons: Es wir durch die Meeresströmungen weiträumig über die Ozeane verfrachtet. Wir möchten die Bedeutung dieser eher verborgenen Lebewelt für viele Menschen ins Bewusstsein bringen und die gewonnen Daten nutzen, um Veränderungen der Diversität und deren Verteilung zu untersuchen. Zum Vergleich werden wir Daten einer früheren Expedition heranziehen (Prof. Dr. David G. Senn, 2007); mit dem Ziel durch die Analysen Aussagen betreffend Klimawandel, CO2-Erhöhung und Meeresverschmutzung machen zu können.

Erstaunliches an diesem sehr einfachen Versuchsaufbau zeigt sich, wenn man sich in die Literatur vertieft und neuere Daten sucht: Man findet sie nur schwerlich. Die letzten Analysen dieser Art wurden zu Zeiten der grossen Entdecker und Seefahrer gemacht, zu denen man Humboldt und Zeitgenossen zählen darf, obwohl viele Schiffe jährlich die selbe Route wählen, wie es Kolumbus damals vorgemacht hatte. Wie damals werden wir mit einfachem Gerät wissenschaftlich höchst aktuelle Daten erheben, aktueller denn je; Sie werden mit den stark in den Medien diskutierten Phänomenen wie Klimaerwärmung, Klimawandel, CO2-Erhöhung und Meeresverschmutzung in Zusammenhang gebracht werden können. Durch den Vergleich der Daten aus dem Winter 2006/2007 (Prof. Dr. D. G. Senn) erhoffen wir uns Erkenntnisgewinn bezüglich der Geschwindigkeit, mit welcher sich die Lebewesen der Meere den Vorgängen in der Atmosphäre und Umwelt anpassen, beziehungsweise sich verändern.

Mit einfachen Geräten, wie man sie schon seit hunderten von Jahren kennt, werden wir einen Transekt durch den Atlantik legen: In regelmässigen Abständen fischen wir kurz vor Sonnenaufgang bis zu einer Tiefe von 40 Metern mit einem engmaschigen Planktonnetz im Meer. Die somit gefilterten Organismen werden im konischen Netz sanft nach unten geströmt, wo sie einem Sammelgefäss kumuliert werden. Diese Probe wir dann mit einem herkömmlichen Lichtmikroskop untersucht, was die grösste Herausforderung dieser Studie darstellt: Im Mikroskop werden nicht nur die Organismen vergrössert dargestellt, auch die Bewegungen des Schiffes auf den Wellen werden verstärkt empfunden. Die Organismen werden bestimmt, ausgezählt und spezielle Funde fotografisch oder durch Tusche visuell festgehalten. Zusätzlich werden Umweltfaktoren wie Wassertemperatur, Windstärke, Bewölkungsdichte etc. festgehalten und die genaue geographische Position der Planktonentnahme mittels GPS festgestellt. Diese neue Errungenschaft der Technik erlauben wir uns, da wir wohl einen Sextant an Bord haben werden, aber unsere Fähigkeiten der Astronavigation den wissenschaftlichen Bedürfnissen nicht genügen können.

Dieser Transekt, der sich wie eine Perlenschnur durch den Atlantik ziehen wird, zeigt am Ende wie ein Schnitt durch einen Kuchen, wo die Rosinen stecken und wie sie verteilt sind. Ebenso können wir an diesem Kuchen ablesen, dass es da und dort noch eine Nuss versteckt gibt und in der Region in der Mitte der Teig noch nicht ganz gebacken ist. Ebenso verhält es sich mit den Planktonproben und den gleichzeitig bestimmten Umweltfaktoren: Der Schnitt zeigt ein detailliertes Bild über die Qualität unseres Kuchens mit dem Namen Atlantischer Ozean.

Literatur: Mit dem Klima unterwegs. Prof. Dr. David G. Senn 2007. Schriften aus dem Labor für Wirbeltierbiologie des Zoologischen Instituts der Universität Basel, Vesalgasse 1, CH-4051 Basel. ISBN 3-9522742-3-2