Grenadinen

31. Januar 2010

Auf der ersten Insel der Grenadinen, Bequia, besuchten wir die „Old Hegg Turtle Sanctuary“ von Brother King und seiner Frau. Sie versuchen mit grossem Engagement das Aussterben der bedrohten Hawksbill Schildkröten zu verhindern. Mit einem einheimischen Mitarbeiter und wenig Geld retten sie viele Schildkröten vor dem Tod als Suppenmahlzeit. Mit Ausdauer und Freude erzählen sie den Besuchern von den Problemen und Hoffnungen der einzelnen Schildkröten in den Becken und beantworten geduldig alle Fragen. Hier der Link, falls jemand noch genaueres wissen möchte: http://turtles.bequia.net/

Nach einem intensiven Putztag der Tartaruga mit Teak Oil Schmieren und Edelstahl Polieren machten wir uns auf den Weg nach Canouan und danach segelten wir zu den paradiesischen Inseln der Tabago Cays. Wir hüpften mit Schnorchel, Maske und Flossen ins 29 Grad warme Wasser und suchten im Innenriff nach allem was sich bewegt oder auch nicht. Für die Nacht ankerten wir zwischen den beiden Inseln Petit Rameau und Petit Bateau mit wenig Wellen und türkisblauem Wasser. Auf Petit Bateau machten die Einheimischen ein BBQ am Sandstrand für Gäste. Wir waren froh auf der Tartaruga zu dinieren und von den vielen Moskitos verschont zu bleiben. Wir genossen den nächsten Tag mit schnorcheln und lesen. Abends spielten wir jeweils Scoppa, Rumba oder Carcasonne und genossen das Leben. Beim zweiten Schnorcheln am Innenriff war Simon so mit photographieren eines Scharms von Doktorfischen beschäftigt, dass er den vorbeischwimmenden Riffhai nicht bemerkte. :-( Nach einer kurzen Aufwärmphase auf der Tartaruga, denn auch bei 29 Grad warmem Wasser wird es trotz Neoprenshirt irgendeinmal kalt, schnorchelten wir zum kleinen Sandstrand der Insel Baradal. Schon von der Tartaruga aus sahen wir mehrere Schildkröten zwischen uns und diesem Sandstrand. In diesem Gebiet ist das Ankern verboten und als Schutzzone für die Turtles gekennzeichnet. Auf den ca. 100 m sahen wir 6 Green Turtles! Wir konnten sie beim Fressen des Seegrases beobachten und wie sie von Zeit zu Zeit an die Wasseroberfläche schwammen um Luft zu holen. Ganz nahe am Strand sahen wir dann auch noch einen kleinen Schatten vorbeischwimmen und erkannten bei genauerer Betrachtung einen Baby-Hai mit ähnlicher Grösse, wie wir sie damals in Bimini studiert haben. Mit hunderten von Photos machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Schiff und knipsten noch weitere, denn die Schildkröten waren natürlich noch immer beim Fressen.
Wegen viel Wind auf die Nase konnten wir leider die nahegelegene kleine Insel Petit Tabac mit dem zauberhaften Sandstrand und Palmen nicht besuchen. Aber wir haben ja ein Teleobjektiv. :-)
Hinter der Insel Mayreau suchten wir nach einer weiteren lauschigen Bucht für den Abend. In der wunderschönen Salt Whistle Bay sahen wir das bekannte Gesicht von Reinhard und seinem Katamaran Wiki. Leider war der Platz zu eng um dort auch zu ankern und so segelten wir weiter zum nächten Strand, der zum Ankern geeignet war. Am nächsten Morgen machten sich die Frauen früh auf die Socken und erklommen (der einzige Pickup der Insel nahm uns mit ohne dass wir überhaupt Autostop machen mussten) das Städtchen Old Wall auf Mayreau. Wir wurden mit dem umwerfenden Blick über die Tabago Cays belohnt. Am Abend machten wir unser eigenes BBQ am Strand mit Hühnchen und Red Snapper. Es war herrlich!
Dann segelten wir bereits weg von den Tabago Cays zur Palm Island. Natürlich mussten wir das rosarote Segelboot vor dem Sandstrand mit Palmen photographieren. Später fanden wir heraus, dass dies wohl schon länger dort liegt, denn es gibt davon auch gemalte Bilder von karibischen Künstlern. Den ganzen Nachmittag verbrachten wir mit Trampolin-Nähen. Sogar ein Regenschauer konnte nicht alle davon abhalten weiter zu nähen …
Union Island war dann die nächste „grössere“ Insel. Diese hat sogar eine Marina, Wäscherei, Einkaufsmöglichkeiten und Reisebüros. Simon und ich erkundigten uns über die Flugpreise nach Bonaire, damit wir doch noch unserem geliebten Hobby dem Tauchen frönen können. Gesagt getan, der Flug ging am 24. Januar nach St. Vincent mit Übernachtung im Seabreeze Guesthouse bei einem alten, sehr freundlichen Ehepaar. Von da flogen wir weiter nach Trinidad – Curaçao – Bonaire (Niederländische Antillen).
Die letzten Tage vor dem Flug segelten wir noch zum Mopion. Ein paradiesischer Sandhügel mit Sonnenschirm, Mitten im wunderschönen Riff im türkisblauen Wasser!!! Wir ankerten mit der Tartaruga im genug tiefen Wasser und schnorchelten zum Postkartenparadies. Ein ausgiebiges Photoshooting von der Tartaruga aus hält natürlich alles fest. Für die Nacht verlegten wir uns zu der nahegelegenen Insel Petit St. Vincent mit einem Traumstrand. Das hiesige Resort hat für jedes Bungalow einen eigenen Strandabschnitt mit 2 Liegestühlen, kleinem Unterstand mit Palmenwedeldach und Hängematte fein säuberlich neben einer idyllischen Palmen hergerichtet. Weil die ersten paar Meter jedes Strandes in der Karibik immer öffentlich sind, konnten wir dies ausspionieren, jedoch keinen Blick auf das Resort erhaschen. Lediglich das SPA am Strand verrät die hohe Preisklasse des Resorts.
Nach letzten Putz- und Reparaturarbeiten segelten wir zurück nach Union Island. Neben uns sichteten wir eine andere Schweizerflagge und sogar den Stander des CCS Aargau. So kam es, dass Andreas und Susanna uns zum Sundowner einluden und wir sozusagen einen Club-internen Abendschwatz mit Popcorn genossen.
Auf der Happy Island tranken wir mit Silvia und Joachim noch einen Abschieds-Rumpunch. Per Zufall lernten wir dort noch weitere Schweizer kennen und zwar Dieter Burkhalter, Mann von Jana Caniga, der früheren SF Tagesschau Moderatorin, welcher in Grenada eine Bucht kaufte. Sie betreiben dort die Marina „Le Phare bleu“ mit Bungalows und Restaurants. Vielleicht nehmen wir das Angebot einer Übernachtung mit Spezialpreis an, wenn wir den Zwischenstop auf Grenada machen, bevor wir anfangs Februar zu Götti Kurt nach Miami fliegen.

Nun sind wir schon einige Tage in Bonaire am Tauchen…

Dominica – St. Vincent

10. Januar 2010

Die erste Woche nach unserer Atlantiküberquerung verbrachten wir auf der grünen Insel Dominica, welche Kolumbus an einem Sonntag, wie wir :-) , entdeckte. In Portsmouth klarierten wir ein und erkundeten die kleine Ortschaft mit mehreren Bars, kleinen Hotels und diversen Einkaufsmöglichkeiten um unseren Proviant vor allem mit frischem Gemüse und Früchten zu verfeinern. Wie sich herausstellte hatten wir viel zu viel eingekauft und hätten nochmals zurück segeln können…
Die Boot-Boys kamen mit ihren farbigen kleinen Holzbooten zu den Segelyachten und boten ihre Früchte, Schmuck oder Touren an. Bei den einheimischen Früchten, ob wir es kennen oder nicht, kaufen wir gerne dem einen oder andern was ab, beim Schmuck sagen wir nein Danke und bei den Touren handeln wir den besten Preis aus. So kam es, dass wir die Ober-Touri-Tour auf dem Indian River mit dem Cobra-Boy machten (dort wurde ein Teil von Pirates of the Caribbean 2 gedreht – Hexenhaus). Um 6h am Morgen ging es los. Wir wurden auf dem geschlängelten Fluss mit fast keiner Strömung etwa 1h hinaufgerudert und bewunderten verschiedene Vögel, Fische und einen Leguan hoch oben im Baum. Mitten im Urwald hatte es eine Bar und dahinter eine Orangen-, Gappefruit- und Bananenplantage. Wir kosteten die frischen Früchte und fuhren wieder zurück zur Tartaruga.
Big Pappas hatte WiFi in seiner Bar und weil das Signal zu schwach war um es auf der Tartaruga zu empfangen wurden wir einfach Stammgast bei ihm :-) Kaltes Cola und Kubuli (Dominica Bier) genossen wir jeweils bis zum Sonnenuntergang. Dann flüchteten wir, denn die Moskitos kamen mit der Dämmerung…
Dann zog es uns weiter Richtung Süden in die super schöne Castaways Bucht. Winnie und Simon beschlossen schon auf der Fahrt dorthin die von einem Hurrikan zerstörte Castaways Bar wieder zu eröffnen :-) Dazu kam es leider nicht. Anstelle der Bareröffnung retteten wir die im Wasser stehenden Palmen vor dem Verfaulen: Weil der Fluss nicht ins Meer ablaufen konnte bildete sich ein kleiner See hinter dem Strand. Durch das tatkräftige Buddeln von Winnie und uns entstand ein kleines Rinnsal, welches das Frischwasser in das Meer leitete. Durch die ablaufende Wassermassen wurde der kleine Kanal immer grösser. Simon und Winnie probierten die Wassermassen zu bändigen und stauten nun den schon ziemlich grösser gewordenen Fluss, denn die Wände fielen vom fliessenden Wasser ein und der Sand wurde in das Meer gespühlt. Silvia und ihr Buch, zu Beginn in gutem Abstand zum Spielplatz der Jungs, konnten sich gerade noch rechtzeitig vor dem „tosenden Fluss“ in Sicherheit bringen.
Es zog uns weiter in den Süden. Plötzlich ein breaching Buckelwal auf 3h!!! Wir glaubten unseren Augen nicht, doch mehrere Male zeigte der Meeressäuger seinen ganzen Körper und platschte wieder ins Wasser. So schnell wie er da war, war er auch wieder weg. Am späteren Nachmittag ankerten wir in einer Buch südlich von Roseau. Winnie und Silvia nahmen das Schnorchel-Angebot des hiesigen Boot-Boy an und fuhren zu der nahegelegenen Stelle mit blubberndem Unterwasservulkänchen und kleinem Riff. Einen Zitterrochen entdeckten wir schon kurz nach dem Eintauchen. Viele farbige Fische, einige Korallen und Schwämme konnten wir bestaunen und sogar 2 Schildkröten kreuzten unseren Weg. Winnie konnte fast nicht genug kriegen… Die aufsteigenden Blasen des Unterwasservulkans sahen aus wie ein Vorhang aus Blasen und das Wasser rund herum wurde immer wärmer.
Nun wurde es Zeit für die nächste karibische Insel: Martinique (Frankreich!). Wir liefen als erstes St. Pierre an um einzuklarieren. Die Tartaruga wurde von oben bis unten geputzt und danach suchten wir Weihnachtsgeschenke. Eine Bucht weiter, Grand Anse d’Arlet, sahen wir bereits beim Suchen eines geeigneten Ankerplatzes neben den 50 anderen Yachten mehrere Schildkröten. Um nach St. Anne zu segeln mussten wir aufkreuzen und somit machten wir x-Wenden, eine nach der andern. Plötzlich geschah es: Mein Hütchen flog davon… zuerst noch auf dem Deck, dann mit dem nächsten Wind war es im Wasser. Weil wir keine Fahrt hatten schwamm es aber neben dem Boot und ich holte den Bootshaken um es heraus zu fischen. Bereits kam die nächste Wende und somit das Segel auf meine Seite. Die Schot drückte mich nach hinten, ich hielt mich mit einer Hand fest in der anderen noch immer der Bootshaken. Dann kam Wind und ich wurde über die Reling gedrückt. Den Bootshaken liess ich doch noch fallen, sah ihn neben meinem Hütchen schwimmen, fasste mit der zweiten Hand nach der Schot und hing neben der Tartaruga. Mein Blick suchte Simon auf der anderen Seite. Er eilte bereits zu mir, fasste meine Hand und mit vereinten Kräften hieften wir mich wieder an Board. Tja, das war knapp, fast war ein „Frau über Board“-Manöver notwendig :-) Zum Glück waren die Wellen klein, der Wind schwach, die Fahrt gleich Null und auch wenn ich nass geworden wäre, wäre es keine Sache gewesen, mich heraus zu fischen. Der Bootshaken schwamm ganz artig zum Heck und Joachim konnte ihn bequem aus dem Wasser fischen. Nur mein Hütchen war verschwunden…
Für Weihnachten hatten wir Platz in der Marina von Le Marin. Für das Festmal gingen wir ins Restaurant Zanzibar und danach an die Strandbar. Die Bescherung gab es wieder zurück auf der Tartaruga und wir nahmen noch einen Schlummertrunk. Um Mitternacht stiessen wir natürlich auf Simon an. Tagsüber verbrachten wir mehrheitlich in der Mango-Bar um das WiFi zu nutzen und am Abend kochten wir Rindfleisch an Portweinsauce mit Winnie-Spätzli und Zuchetti :-) Am Stephansabend gab es dann Raclette auf Simons Weihnachtsgeschenk-Rechaut mit zwei kleinen Pfännchen.
Am letzten Tag von Winnies Aufenthalt mieteten wir ein Auto und erkundeten Martinique. Wir steuerten nach Le Robert um die Feldstation IFREMER anzuschauen. Uns wurden die dortige Forschung anhand eines Posters erklärt und die riesigen Zuchtbecken für die Seewolf-Zucht gezeigt. Weiter fuhren wir zur St. James Rum-Destillerie. Die Ausstellung war interessant und die Degustation vorzüglich, wenn man es mag :-) Die Bananenplantage gleich nebenan besuchten wir auch und dann mussten wir uns bereits auf den Retourweg via Flughafen machen. Winnie, es war super mit dir an Board und Land. Hoffentlich sehen wir uns in Neuseeland oder in der Schweiz zum Snowboardfahren wieder :-)
Die nächste Insel, St. Lucia, steuerten wir noch kurz vor dem Jahreswechsel an. In der Marina von Rodney Bay trafen wir Reinhard und erhielten viele Tipps, wer von der World-ARC noch Crew brauchen könnte. Wir sind nun in Diskussion mit der Sunrise (Beneteau 43) von Salinas, Quito, in die Galapagos zu segeln und danach mit der Thetis (altes 55 ft Holzschiff) über den Pazifik oder von Tahiti aus Richtung Austalien zu segeln.
Den Silvester verbrachten wir mit Feuerwerk am Strand bei 28°C!
In der Bucht von Soufrière tauchten wir das erste Mal in der Karibik. Der Tauchspot hiess Supermans’ Flight. Es hatte schöne Korallen, Schwämme, viele Fische und eine grosse Schildkröte. Weil trotz eigenem Equipment die Preise für das Tauchen enorm sind, werden wir wohl in Zukunft eher schnorchelnd die Unterwasserwelt erkunden.
Die nächste Insel war St. Vincent. Wir fuhren wie Jack Sparrow in die Wallilabou Bay ein. Die Kulissen des Filmsets stehen noch dort und können besichtigt werden. Das Abendprogramm war natürlich unbestritten: Pirates of the Caribbean 1!!!
Gestern kamen wir in Bequia an, die erste kleine Insel der Grenadinen. Wir freuen uns auf die nächsten Tagen/Wochen mit einsamen Buchten, weissem Sandstrand, Riffe zum Schnorcheln… das Paradies!

Transatlantik

16. Dezember 2009

San Sebastian (La Gomera, Kanaren) nach Portsmouth (Dominica, Karibik)

Am Sonntag den 21. November 2009 um 14.15h starteten wir unsere Atlantiküberquerung, wie Kolumbus damals von San Sebastian aus. Guten Mutes stiessen wir auf offener See auf unsere bevorstehende Atlantküberquerung an. Bereits am ersten Abend kurz vor Sonnenuntergang kamen uns 2 Pilotwale besuchen und wir segelten in die Nacht hinein. Einen ausgeklügelten Wachplan für das Rudergehen haben wir festgelegt. Jeder von uns übernahm 5h pro 24h und somit war eine Stunde doppelt belegt um die Planktonprobe vor Sonnenaufgang ziehen zu können. Wenn immer die Wellen und der Wind es zuliessen, planten wir jeden 2. Tag eine Probe zu nehmen, dh. die Segel mussten geborgen werden um die Fahrtgeschwindigkeit optimalerweise auf 0kn zu reduzieren. Die kleine Sturmfock wurde gesetzt um manövrierfähig zu bleiben. Die in der Probe schwebenden Tiere und Pflanzen bestimmten wir danach unter dem Mikroskop. Das Mikroskopieren war natürlich eine Herausforderung, denn die Tartaruga schaukelte in den 3-5m hohen Wellen unter der Fahrt von 5-10kn erheblich.
Am Montag kam uns ein Grünfink besuchen, welcher sich in den Salon verirrte. Der Kleine hat sich wohl verirrt und brauchte eine Möglichkeit sich auszuruhen um wieder genügend Kräfte für den Flug ans Land zu haben.
Dann kam der grosse Tag des Parasails. Das 105 m² grosse Segeltuch liess uns über die Wellen gleiten und wir kamen mit bis zu 150sm pro Tag näher in die Karibik. Bereits zwei Tage später wickelte sich das Parasail um sich selber. Simon und Joachim mussten es bergen und hofften, dass das Segel nicht kaputt war. Zum Glück war alles OK und wir setzten das Parasail wieder. Morgens fanden wir oft einen oder zwei fliegende Fische auf Deck. Leider ist nicht viel Fisch an dieser leichten Beute und es lohnt sich deshalb kaum sie zu essen. Aber um die Variation der Boardküche zu steigern, fischten wir Tag und Nacht. Nach 5 Tagen biss eine kleine Goldmakrele an und sorgte für Abwechslung an Bord. Wir genossen die vorzügliche Vorspeise noch am selben Abend. Nur einen Tag später freuten wir uns über die nächste, nun etwas grössere Goldmakrele am Haken. Ihr werdet es nicht glauben, ein weiterer Tag verging und et voilà, Goldmakrele von 68cm und 1.75kg hing an der Angel. Langsam wurde es in unserem Kühlschrank enger und unsere Speisen „makrelisch“. Das Highlight dieses Tages war jedoch der kurze Besuch von ca. 12 Delphinen vor Sonnenuntergang. Der Köder an der Steuerbordangel scheint den Makrelen sehr zu gefallen, denn wieder biss eine an… und sie wurden immer grösser: 76cm und nicht ganz 3kg. Nun haben wir alle das Ausnehmen und Filetieren von Fischen gelernt :-) Bereits eine Woche waren wir zu diesem Zeitpunkt auf hoher See und gönnten uns eine Tafel Schokolade. Reichlich Gemüse und Früchte waren noch immer an Bord und wir liessen es uns gut gehen mit abwechslungseichen Menüs. Um uns frisch zu machen stiegen wir fast täglich auf die Badeplattform und schöpften mit der Pütt Meerwasser um dieses über den Kopf zu kippen; Shampoo nicht vergessen und am Ende eine Frischwasserdusche mit von der Sonne aufgewärmtes Wasser aus der Petflasche. Dann kam noch das absolute Highlight: Fisch-Alarm!!! Dieses Mal auf Backboard am grossen Haken… Simon kämpfte, zum Glück hatte er die Segelhandschuhe an, denn die Leine war zum Bersten gespannt. Plötzlich sahen wir den Fisch hoch springen: Wir trauten unseren Augen nicht, der ist ja riesig! Wir meinten zuerst schon, oh Schreck, ist das ein kleiner Hai??? Ausser Simon waren alle froh, dass dies nicht so war. Wir hatten einen 1.38m Wahoo von 13.5 kg gefangen!!! Das Ausnehmen dauerte eine Weile und das Filetieren konnten wir grosszügig machen, denn soviel Fisch muss zuerst mal haltbar gemacht werden und im Kühlschrank Platz haben. Diese Ausbeute von 2 grossen Schüsseln voll mit Wahoo-Filets verarbeiteten wir auf verschiedene Arten: Sie wurden in Öl eingekocht, getrocknet, geräuchert und frisch verzerrt.
Nach 2 Wochen erreichten wir den 17. Breitengrad. Tag für Tag und Nacht für Nacht näherten wir uns der Karibik. Dann geschah es: Aus dem nichts riss das Parasail! Es stellte sich nachher heraus, dass der Stoff ziemlich mürbe war dummerweise nun genau Mitten auf dem Atlantik bei lediglich 15kn scheinbarem Wind nachgelassen hat. Tja, nähen war sinnlos und deshalb setzten wir die Genua und das Gross und segelten mit „Schmetterling“ bei achterlichem Wind (Wind von hinten) etwas langsamer der Karibik entgegen.
Da wir nun genügend Zeit hatten die Hafenhandbücher der Karibik zu studieren stellten wir fest, dass unser Plan die südlich liegende Insel Barbados anzusteuern und die typischen Inseln der Grenadinen mit Winnie zu besegeln bevor er wieder nach Hause gehen muss, doch eher fraglich zu sein schien, denn wegen dem vorherrschenden NE Wind in der Karibik ist das Segeln von Insel zu Insel in Richtung Süden einiges angenehmer. Somit entschieden wir uns kurzerhand nicht Barbados anzusteuern sondern Guadeloupe oder Martinique.
Tag 17 war der grosse Tag des Whalewatching!!! Ein ca. 8m grosser Zwergwal (Minke Whale, Balaenoptera acutorostrata) kam zur Tartaruga und präsentierte seinen riesigen weissen Bauch: Einmal auf Steuerbord, dann auf Backbord. Er surfte in den Wellen hinter uns und wir konnten die weissen Streifen auf seinen Brustflossen sehen. Es war ein tolles Gefühl von ihm beobachtet zu werden und ihn in nur 5m beobachten zu können. Nach etwa 20 Minuten verschwand er in den ca. 5 m hohen Wellen.
Über 2 Wochen hatten wir zwischen 10 und 20kn Wind, zum Teil kleine Platzregen, vor allem Abends oder in der Nacht, jedoch nie eine stärkere Windzunahme, welche uns an einen Squall denken liessen. Nun kam er, mitten in der Nacht, überraschend und mit 30kn Wind. Zeit um die Segel zu reffen (verkleinern) blieb nicht. Nach wenigen Minuten war alles vorbei und die Tartaruga segelte im gewohnten auf und ab der Wellen weiter. Nebenbei, Simon verschlief das ganze Spektakel.
Am nächsten Tag sahen wir wieder einmal ein anderes Segelschiff. Per Funk erfuhren wir, dass es sich um die „Dancing like waves“ aus England handelt. Sie ist auf dem Weg nach St. Lucia, wo der Zielhafen der ARC ist.
Noch am selben Abend sahen wir das Meer brodeln. Bei genauerer Betrachtung sahen wir Delphine in die Höhe springen, sich überschlagen und ins Wasser klatschen. Nach einer knappen Minute was das Schauspiel schon vorbei und wir segelten in den Sonnenuntergang hinein.
Die morgentlichen Planktonproben alle 2 Tage wurden in der ersten Zeit strikt eingehalten. Doch der Wind und die Wellen nahmen stetig zu und wir passten den Rhythmus dem Meer an. Zum Glück wurden wir immer routinierter bei dem Mikroskopieren und konnten trotz dem stärkerem Schaukeln und Holpern der Tartaruga unsere Proben analysieren. Am häufigsten konnten wir in allen 9 Proben die Copepoda (Ruderfusskrebse) und Nauplius-Larven (Ruderfusskrebs-Larven) sehen. Medusen (Quallen) und viele andere interessante Lebewesen identifizierten wir mit Hilfe von Fachliteratur. Bei unbekannten und nicht zu identifizierenden Tieren oder Pflanzen machten wir ein Photo für die spätere Analyse.
Nach 3 Wochen auf See war das Ziel nun fast schon greifbar. Etliche Schokoladen wurden schon für jeden Meilenstein gefuttert (1/3 der Strecke, 1000sm, 2000sm, 1. Advent etc.) und auch die Schnapszahlen wurden gebührend gefeiert!
Am Nachmittag kamen 4 junge Spotted Dolphins in unsere Bugwellen surfen und wir hatten unsere Freude daran. Fliegende Fische sprangen immer wieder aus dem Wasser und flogen weg resp. flohen von der Tartaruga. Am Abend hiess es dann nochmal Fisch-Alarm! Der Winnie zog einen Gross-Augen-Thun an Deck von 6kg und 63cm Länge.
Dann kam der grosse Moment: Land in Sicht!!! Wir steuerten Dominica an, wo auch einst Kolumbus nach seiner 2. Atlantiküberquerung landete. Wir erreichten Portsmouth im Norden von Dominica um 05:15h UTC (Schiffszeit) am 13. Dezember 2009 nach 21 Tagen 15 Stunden und 3002.33sm!!! Wir fuhren also mit einem Schnitt von 5,78kn (10,7km/h) und 138 Meilen am Tag.

Gran Canaria – La Gomera

21. November 2009

Nach dem Putzen der Wiki, innen und aussen, wurden wir am 8.11.2009 von Joachim im Hafen von Las Palmas abgeholt und zur Tartaruga gebracht, unserem neuen Heim für die nächsten 8 Wochen oder mehr. Bereits am nächsten Tag gingen wir auf grosse Shoppingtour. Der Proviant für 3 Wochen Transatlantik plus eine Reservewoche muss frühzeitig geplant und Stück für Stück, je nach Muskelkraft, eingekauft und gebunkert werden. Am 11.11.2009 segelten wir dann mit einer schon ziemlich beladenen Tartaruga los in Richtung Nordwesten von Gran Canaria. Wir ankerten in der Bucht von Sardina, welche wir jedoch nie bei Tageslicht sahen, denn bereits am nächsten Morgen in der Früh segelten wir weiter nach Las Galettas, Teneriffa, wo wir wiederum in einer Bucht vor dem Hafen ankerten. Als erstes sprangen wir natürlich in das klare Wasser und schnorchelten herum. Auf dem Sandgrund war jedoch nicht viel zu sehen, ausser dass der Anker gut eingegraben war und deshalb beschlossen wir das Städtchen zu besichtigen. In den Tauchshops erkundigten wir uns über die Möglichkeiten die dortige Unterwasserwelt zu betauchen. Preis und Artenvielfalt waren jedoch nicht überzeugend und vor allem werden wir in der Karibik diesem Hobby ausgiebig frönen. Somit stocherten wir zusammen mit Winnie im Litoral nach Meeresgetier und fanden zu unserer Überraschung zahlreiche Seehasen, sowie viele bekannte andere Tier- und Pflanzenarten. Die weissen Seehasen wurden kurzerhand zu Schneehasen umbenannt.
Nachdem Joachim den Backbord-Motor repariert hatte und der Wind wieder einigermassen günstig war, segelten wir weiter. Eigentlich wollten wir bis San Juan, jedoch machten uns die grossen Wellen und der Wind auf die Nase zu schaffen und deshalb änderten wir unseren Plan und segelten mit Wind und Wellen ein paar Meilen zurück nach Los Cristianos. Das obligatorische Schwimmen durfte natürlich nicht fehlen und deshalb beschlossen wir unsere Schwimmsäcke mit Tuch und T-Shirt zu stopfen und an den Strand zu schwimmen. Entlang der Strandpromenade schlenderten wir von Shop zu Shop, Winnie kaufte sich ein T-Shirt und wir die nötige Sonnencrème. Nun sprangen wir wieder ins Wasser gegen die überschlagenden Wellen zur Tartaruga zurück. Die Wellen wären super gewesen, hätten wir doch nur ein Surfbrett gekauft! Bei Sonnenuntergang nutzten wir die Gelegenheit uns auf der Badeplattform (0.5 m² ) zu duschen: Haare einschamponieren, ins Wasser springen, auf die Plattform klettern, Körper einseifen, ins Wasser springen, auf die Plattform klettern und mit einer sonnengewärmten Flasche Süsswasser abspülen. Bei köstlichem Abendessen und anschliessendem UNO spielen verging die Zeit schnell.
Am nächsten Tag segelten wir nach San Juan. Bereits nach 1h begrüssten uns Pilotwale aus der Ferne.
Heute sind wir nun in San Sebastian, La Gomera, angekommen und werden noch die allerletzten Vorbereitungen für die Transatlantiküberfahrt machen. Die Tartaruga ist innen und aussen geputzt, das Holz frisch lackiert, Dinghi eingepackt und die Wäsche gewaschen.

Morgen gehen wir noch ein letztes Mal Lebensmittel einkaufen, vorallem auf den Markt frisches Gemüse und Obst – dann geht es los in die Karibik! Wir werden Richtung SW den Kapverdischen Inseln entgegen segeln. Dann mit Hilfe des Passatwindes und der Äquatorialströmung nach Westen den Kurs ändern und Barbados ansteuern.

Rabat – Gran Canaria

09. November 2009

Von Rabat, Marokko, nach Las Palmas, Gran Canaria

Bis zum 2. November wurden wir wegen zu grossen Wellen im Hafen von Rabat festgehalten. Dann ging es los. Wegen der Verspätung mussten wir leider Lanzarote auslassen und die 530 sm direkt nach Gran Canaria in Angriff nehmen. Am Anfang mussten wir noch motoren, doch dann kam der Wind und wir konnten die Segel setzen. Schon bald nahm der Wind so stark zu, dass wir reffen mussten. Dies bedeutet, dass wir das Segel mit Extraleinen nach unten zogen, deshalb die Segelfläche verkleinert wurde und somit konnten wir trotz dem starken Wind sicher weiter segeln. Bereits nach 4h sahen wir in ca. 200m Entfernung kochendes Wasser, was sich als eine grosse Schule von ca. 150 Delphinen entpuppte! Dank dem Teleobjektiv konnten wir die spritzenden, aus dem Wasser springenden Delphine auf diversen Photos als unscharfe Erinnerung festhalten.

Durch die Nacht waren natürlich wieder Nachtwachen angesagt. Die erste Schicht von 22 bis 1 Uhr morgens übernahm Silvia. Gerade noch rechtzeitig vor dem Schichtwechsel kamen ca. 10 Delphine ans Boot um Silvia gute Nacht zu wünschen und Simon für seine Schicht bis 4 Uhr zu begrüssen. Sie begleiteten uns für 15 Minuten und verschwanden wieder ins Dunkle. Für die letzte Schicht bis 7 Uhr war Reinhard an der Reihe und wurde dann von Silvia abgelöst. Irgendwann später wurde nach Lust, Laune und Müdigkeitszustand abwechselnd Ausschau nach entgegenkommenden oder kreuzenden Schiffen und ganz wichtig, nach Walen gehalten. Dann kam der grosse Tag und wir wurden in die Kunst des Parasailors eingeführt. Der Wind kam von Hinten und somit ideal für den gewünschten Kurs nach Gran Canaria. Die Leinen legten wir aus, hakten das obere Ende des Parasailors ein und zogen das 140 m² grosse Segel nach oben. Mit bis 8-10 kn segelten wir dem Sonnenuntergang entgegen.

Bereits am nächsten Tag hatten wir das Glück erneut von Delphinen besucht zu werden. Es waren ca. 15 gestreifte Delfine (Stenella coeruleoalba), welche auf unseren Bugwellen surften. Etwa eine Stunde konnten wir das Schauspiel beobachten, bevor sie verschwanden. Der Wind nahm nun stetig zu und wir gleiteten mit 10-12 kn dahin. Die Spitzengeschwindigkeit von 16.4 kn erreichten wir beim herunter surfen einer grossen Welle. Wir sind also die meiste Zeit mit Fahrradgeschwindigkeit von 22 km/h (12kn) unterwegs gewesen. Es ist erstaunlich, wie weit man mit dieser relativ langsamen Geschwindigkeit kommt, wenn man genügend Zeit hat.

Nach 5 Tagen non-stop segeln kamen wir in Las Palmas, Gran Canaria, an. Wir ankerten in der Bucht neben der Marina und schliefen tief und fest bis in die Morgenstunden. Nun freuen wir uns auf unsere nächsten Abenteuer über den Atlantik mit der Tartaruga, Joachim, Silvia und Winnie.

Gibraltar – Rabat

31. Oktober 2009

Letzten Samstag sind wir nach 31 Stunden und 157 sm, davon 57 gesegelt und leider 100 unter Motor, in Rabat, Marokko, angekommen. Der Wind war 5-12 kn stark, teilweise konnten wir mit bis zu 9 kn Geschwindigkeit über das Meer gleiten. Die Strasse von Gibraltar durchquerten wir bei Tageslicht und hielten fleissig Ausschau nach Walen. Lediglich riesige Frachtschiffe waren zu sehen, welche im vorgegebenen Fahrwasser der Meeresenge in sicherem Abstand uns überholten. In reichlich Abstand zu Afrika segelten wir mit gerade genügend Wind im Rücken Südwärts.

Die Einfahrt in die Marina von Rabat war eher abenteuerlich, denn die Marina ist neu und war nicht auf unserer Karte eingezeichnet. Ein Schlauchboot kam uns abholen und lotste uns in den Fluss Bouregreg. Auf den Wellen surfend gelangten wir an den Steg für das Einklarieren. Eine Ärztin kam an Bord und wollte wissen, ob wir Fieber oder andere Krankheitszeichen haben. Auch der Drogenhund beschnüffelte das Boot und x-Formulare mit immer den gleichen Angaben mussten ausgefüllt werden… Dann fielen wir alle ziemlich kaputt in die Kojen, in das 1.5 m breite Bett.

Am nächsten Morgen gingen wir auf Entdeckungsreise in die Medina (Altstadt) von Rabat. Ein farbenfroher und üppiger Markt erwartete uns mit vielen einheimischen Produkten zu einem Spottpreis. Ein Brot kostet 1 Dirham=15 Rappen, sowie vieles Andere auch. Weil die Wind-Prognose für die kommenden Tage nicht gut war, informierten wir uns über eine nahe gelegene Stadt und besuchten somit Meknes. Die Zugfahrt von 2.5h war angenehm. Im Vergleich mit Rabat war Meknes einfach ein bisschen hektischer. Auf dem grossen Platz vor dem Eingangstor verköstigten wir uns und ein netter Marokkaner bot Reinhard an Mekneswein für Ihn zu organisieren, denn wir wurden nicht fündig. Er fuhr mit den 100 Dirham los und kam nach den versprochenen 5 Minuten natürlich nicht wieder. Nun die eine Möglichkeit war, dass die marokkanischen 5 Minuten nicht unseren entsprechen oder er mit dem Geld über alle Berge ist. Wir entschieden uns das Treiben auf dem Platz noch ein wenig zu bestaunen und oh Wunder, der Marokkaner kam doch tatsächlich mit 2 Flaschen Rotwein zurück! Er wollte dann von Reinhard aber noch Benzingeld für das Motorrad, was natürlich nicht abgemacht und völlig überteuert war. Mit diesen vielen Eindrücken einer weiteren marokkanischen Stadt gingen wir per Zug zurück zum Schiff.

Nordin, unser persönlicher Reiseleiter am Mittwoch, zeigte uns die Sehenswürdigkeiten in Sale, der Nachbarstadt von Rabat, wo er aufgewachsen ist. Wir besuchten die Piratenburg mit Ausblick auf das offene Meer, Schreinerei, Weberei, Teppichmacher, Wollfärberei sowie die Koranschule und Bibliothek. Zum Ausruhen setzten wir uns in eine typische Teestube und tranken Zitronenmelissentee, das Nationalgetränk neben Kaffee. Mit müden Beinen und harten Preisverhandlungen am Schluss gingen wir zurück zur Wiki und liessen den Abend ausklingen..

Gestern organisierten wir alles für die geplante Abfahrt von heute, denn der Wind sei gut um weiter nach Lanzarote zu segeln. Tja, alles kam anders, denn wegen zu grossen Wellen ist der Hafen geschlossen. Diese brechen in der Flussmündung und lediglich Surfer haben ihren Spass daran. Auch die Fischer dürfen/können nicht raus und sitzen wie wir leider hier fest. Wir hoffen morgen raus zu kommen und den momentan guten Wind zu die Kanarischen Inseln nutzen zu können.

Aguadulce bis Gibraltar

22. Oktober 2009

Während dem Warten auf die Wetterfront zermarterten wir unsere Köpfe, wann wohl guter Wind kommt. Bisher hatten wir wenig Wind und mussten auf eine Antwort der Werft warten, bezüglich einer kleinen Reparatur am Schiff. Die Aussichten zeigten Wind an, aber von vorne (Westen) mit Regen. Als dann die Antwort am Montag Morgen von der Werft kam, konnten wir Entscheidungen treffen: Wir fahren los, gegen Wind und Wellen, damit wir das ganz schlechte Wetter in Gibraltar ausharren können. Von da aus können wir dann schnell den besseren Wind im Atlantik erreichen.
Wir fuhren los am Dienstag Mittag unter Motor gegen Wind von West mit 12 Knoten Stärke. Gegen eins in der Nacht erreichte uns der erste Regen und der Wind nahm zu auf bis zu 22kn von Südwest, genau auf die Nase. Zu Beginn machten wir noch etwas über 7kn Fahrt, jetzt waren es nur mal gerade 3,5kn.
Kaum hat der Tag begonnen und wir genossen die ersten Sonnenstrahlen, begrüssten uns die ersten Delphine im Mittelmeer. Sie spielten vor dem Boot und genossen die Bugwelle, kamen dann nach Backbord kurz schauen wer wir sind und verschwanden wieder. In der Ferne sahen wir den einen noch aus dem Wasser in die Höhe springen und dann waren sie wirklich weg.
Nach 27 Stunden Fahrt unter Motor erreichten wir endlich Gibraltar, etwas müde und durchgekühlt und ganz froh die erste unschöne Etappe hinter uns zu haben. Nach einem guten Abendessen legten wir uns erst mal schlafen.
Am Donnerstag trotzten wir dem schlechten Wetter, das aber gegen Mittag besserte. Somit machten wir uns auf die Pirsch und schauten uns den Felsen mal an. Leider war die Luftseilbahn wegen starken Windes ausser Betrieb und wir mussten gezwungermassen eine Bustour buchen. Die war ganz nett und informativ und wir kamen noch bei Tageslicht zurück zum Boot, gingen dann zum Inder essen.
Nach gründlichem Studieren der Wetterdaten entschieden wir uns Morgen bei guter Tide auszulaufen, die Strasse von Gibraltar zu passieren und dann nach Süden zu halten um den besten Wind der nächsten 7 Tagen zu erwischen, der uns hoffentlich bis nach Rabat (Marokko) bringt. Auch auf dieser Strecke werden wir wieder gegen 24 Stunden unterwegs sein, diesmal aber hoffentlich auch mit Segelunterstützung.

Unsere Weltreise hat begonnen

18. Oktober 2009

Gestern ging´s los: wir sind auf unsere Weltreise gestartet!

Nach 2,5 Stunden Flug landeten wir in Malaga bei 23°C Lufttemperatur und fuhren ohne Probleme mit unserem Mietauto in Richtung Almeria. Um 19:44 Uhr sahen wir dann das erste Mal das Meer! Voller Vorfreude kurvten wir der Küstenstrasse entlang, dem Starthafen entgegen. Nach 2,5 Stunden Autofahrt erreichten wir den Hafen von Aguadulce (direkt neben Almeria) und fanden nach kurzem Suchen auch Reinhard und sein Schiff Wiki.

Nach einer sehr angenehmen Nacht im grosszügigen Doppelbett und ohne Schaukeln genossen wir unser erstes Frühstück. Und dann war das obligatorische Willkommens-Schwimmen angesagt: Nun sind wir am/im Meer angekommen.

Der Anfang verlief reibunglos und wir planen die Route für die nächsten Tage und sehen schon mal eine Wetterfront kommen. Sicherheitsschulung an Bord haben wir vom Skipper Reinhard erhalten und weitere Schulungen werden folgen: Wir sind bald bereit und stechen Morgen in See. – Zuerst noch das Mietauto zurückbringen und die beste Tapas-Bar von Almeria auskundschaften, wo wir die spanischen Spezialitäten geniessen werden.

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Trainieren auf dem Vierwaldstättersee

21. Juni 2009

Um der Herausforderung gewachsen zu sein, haben wir dieses Wochenende fleissig trainiert. Bei Flaute und bis knapp 4 Baufort haben wir verschiedene Manöver geübt und unter anderem den “Mann über Bord” gerettet.

Am quietschenden Steg sind wir eingeschlafen, früh am Sonntag wieder aus den Federn gestiegen und den frischen Wind genützt. Als dann über Mittag die Flaute uns heimsuchte, wärmten wir uns in einem Restaurant mit heisser Schokolade. Nach dem Sonnenbad kam schon bald der Wind und mit ihm ein paar Regentropfen. Mit gekonnten Schlägen kreuzten wir zum Hafen Luzern auf und brachen jegliche Geschwindigkeitsrekorde (dieses Wochenendes: 6,8kn). Mit zerzaustem Haar erreichten wir den Hafen und machten uns erledigt auf den Heimweg.

Wir freuen uns auf unser Abenteuer. Mit grosser Erwartung fiebern wir dem Start entgegen.

Silvia an der Pinne