Wo ist der Freitag geblieben?

07. Juni 2010

Nach 2 Tagen segeln sind wir hier im Königreich Tonga angekommen. Wir dachten, wir sind an einem Freitag angekommen, aber die Einheimischen versicherten uns, dass es Samstag sei. Weiss jemand wo dieser Freitag hin ist? Geklaut? Zeit stehengeblieben? Er fehlt uns auf alle Fälle in unserem Leben…

Society Islands: Tahiti – Moorea – Huahine – Raiatea – Taha’a – Bora Bora

19. Mai 2010

20.4.2010 – 9.5.2010

Nach 3-tägigem Segeln erblickten wir bereits in der Nacht die Lichter von Tahiti und kamen frühmorgens im Hafen von Papeete an. Dort klarierten wir als erstes ein und der Segelmacher holte das Grosssegel zum reparieren ab, denn es hat einen kleinen Schranz gekriegt. Die zerrissene Genua aber wollte Reiner nicht hier zum Flicken geben, denn im Süden ist noch ein anderer Segelmacher, welcher günstiger sei. Deshalb verholten wir die Sunrise in den Süden von Tahiti in die Nähe der nächsten Marina. Geplant war eigentlich bis ganz in den Süden zum Segelmacher zu segeln, jedoch drehte der Wind und war somit gegen uns. Zu Roberts Enttäuschung bedeutete dies, dass wir in seinen letzten 5 Tagen vor Anker resp. in der Marina von Taina lagen und lediglich Tagesausflüge machten. Mit dem Genacker setzten wir uns an der Bushaltestelle und warteten auf den „le Truck“, den Bus von Tahiti. Laut dem Marinamann sollte der Bus in 8 Minuten kommen. Nach einer Stunde wurde es uns zu bunt und wir machten Autostopp. Bereits der Zweite fuhr in unsere Richtung. Es stellte sich heraus, dass Patrick unser Glückstreffer war. Auch er hatte ein kaputtes Segel und wollte in den nächsten Tagen zum gleichen Segelmacher wie wir. Kurzum stellte er seine Pläne um und fuhr mit uns die ganze Strecke in den Süden. Beide Segel wurden beim Segelmacher abgegeben und vereinbart, dass wir wahrscheinlich am Montag die Segel geflickt abholen könnten. Weiter ging die Autofahrt Richtung IFREMER. Ein hiesiges Forschungsinstitut, wo wir uns erkundigten wollten, ob es für uns eine Möglichkeit für einen Job gibt. Leider war das Institut nicht zu finden, stattdessen zeigte uns Patrick das „Institut de Developement“. Dort wird im Bereich der Entwicklungsbiologie geforscht. Es stellte sich heraus, dass, wie auch in Bonaire, viel Arbeit vorhanden ist jedoch wenig bis kein Budget. Die Möglichkeit eine Doktorarbeit zu machen besteht jedoch.
Einen Tag machten wir dann einen Ausflug nach Papeete, die „Hauptstadt“ von Tahiti: Viele Leute, Autos und ein Shop nach dem anderen – seit Galapagos die Erste wirkliche Zivilisation… Der Rausch des Shoppens packte uns und wir verarbeiteten unsere, wie sich herausstellte zu einem Schnäppchenpreis erworbenen schwarzen Südseeperlen in den Tuamotu, zu wunderschönem Schmuck. Ein bleibendes Kunstwerk ziert nun meinen rechten Fuss mit einem polynesischen Delphin in einer Welle mit schwimmender Hibiskusblume.
Einige der ARC Boote kamen auch in diesen Hafen von Taina, denn er ist viel schöner und ruhiger als der in Papeete. So erfuhren wir wieder die neusten Dinge und bei einem Besuch der einen Yacht quatschten wir zwei einheimische Surfer an, die gerade auf ihr kleine Speedboad stiegen um draussen am Pass vor Sonnenuntergang noch eine Stunde zu surfen. Prompt wurden wir eingeladen mitzufahren und ihnen im sicheren Abstand angemacht an einer Boje vom Speedboat aus zuzuschauen. Es war der Hammer! Wie sich herausstelle war der Eine im 2001 Sieger im Tahiti Campions Surfers Contest und somit waren die 3m Wellen ein Klacks für ihn. Als wir wieder in der Marina waren mussten wir jemanden mit Walky-Talky suchen, denn das Dinghy war nicht mehr am Steg und somit mussten wir Reiner anfunken, damit er uns abholt. Warum nicht die Chance nutzen und mit den „Grossen“ ins Gespräch kommen… Wir fragten die Crew des ca. 120 Fuss Segelyacht am VIP Steg. Alles kein Problem und für die Geburtstagsparty der Stewardess Aghnes am Abend wurden wir auch gerade eingeladen. Natürlich lässt man eine solche Möglichkeit nicht ungenutzt und wir gingen frisch gestriegelt zur Geburtstagsparty am Steg mit BBQ. Um auch das Schiff von innen zu betrachten, nutzte ich den Grund um zur Toilette zu gehen: Es war riesig, wunderschön, luxuriös, gigantisch und einfach unglaublich. Hätten wir am nächsten Tag nicht bereits Pläne mit dem Verlegen der Sunrise in den Hafen und Bootputz für die neue Crew, hätten wir auf der Erika etwas Geld verdienen können: beim Putzen als Day-worker. Wie auch immer, e-Mailadressen haben wir ausgetauscht und hoffen auf ein Wiedersehen in Neuseeland, denn dort werden sie für mehrere Monate sein und wieder „Day-workers“ brauchen.
Am nächsten Tag kamen unsere neuen Mitsegler: Karin und Lars KOSTER :-) aus der Schweiz (Appenzell). Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob wir verwandt sind. Dies muss noch recherchiert werden. Spät in der Nacht, mit einem Tag Verspätung ,weil er das ESTA für die USA nicht ausgefüllt hatte, obwohl er über LA flog, kam dann Wolfgang aus Deutschland noch an Bord und Robert flog nach Hause. Bereits am nächsten Tag holten Simon und ich mit Patrick den Genacker beim Segelmacher ab und die anderen segelten nach Papeete.
Dann ging unsere Tour weiter nach Moorea. Die imposanten Berge und üppige Vegetation beeindruckte uns. Die Cooks Bay und Opunotu Bay kundschafteten wir aus für eine Nacht. Die Fallwinde bescherten uns, den Akklimatisierten, zwei angenehme kühle Nächte. Das Dolphin Center und die Schildkrötenaufzuchtstation besuchten wir im International Hotel und durften bei der Fütterung am Nachmittag mithelfen. Als Volunteer könnten wir auch dort gerne mitarbeiten… Wir suchen einfach weiter.
Mit einem Nachtschlag erreichten wir Huahine und kundschafteten als erstes das Riff aus. Die Dinghyfahrt dorthin war bereits eine Herausforderung denn die Korallen sind nahe an der Wasseroberfläche und somit könnte unser Dinghymotor mit der Schraube anstossen. Einige Fische und sogar einen Hai sahen wir im glasklaren Wasser. Die Bay Borayos im Süden besegelten wir. Dort hatten wir fast 360° Land um uns herum und somit das Gefühl auf einem See zu segeln. Bereits zwei Tage später segelten wir weiter nach Raiatea, denn der Zeitplan der Sunrise ist straff. Die ganze Route ist in 2-wöchige Törns eingeteilt und oft ist dies auch der Rhythmus des Crewwechsels. Gerade daneben innerhalb des selben Riffs besuchten wir die Insel Taha’a. Wegen den anhaltenden Ohrenschmerzen von Simon und wieder beginnenden bei Silvia, mussten wir dann aber zurück nach Raiatea. Der Arzt diagnostizierte bei beiden eine Gehörgangentzündung, wahrscheinlich wegen einer Irritation von winzigen Quallen, welche seit dem Hurrikan vor 3 Monaten bei vielen Einheimischen die gleichen Probleme verursachen. Alles kein Problem, einfach 8 Tage Antibiotika ins Ohr träufeln und nach dem Schnorcheln die Ohren besser mit Frischwasser spülen. Danach segelten wir wieder zurück nach Taha’a und am nächsten Morgen nach Bora Bora. Beim Pass des Riffs bestätigte sich leider unsere Vermutung vom Vorabend, dass ein Katamaran wirklich auf dem Riff fest sass. Durch den grossen Schwell wurde dieser von einer grossen Welle auf das Riff gespült. Einige Tage danach erfuhren wir, dass der Katamaran fast ohne Schaden vom Riff geborgen werden konnte.
Bora Bora mit seinem grossen Hausberg ist wunderschön und bietet einige tolle Schnorchelplätze. Am 8.5. wollten wir dann Fahrräder mieten um auch das Land kennen zu lernen, nur war wegen der Feier des Endes des zweiten Weltkrieges alles geschlossen und wir mussten uns mit einem Landgang zu Fuss begnügen. Dann waren wieder zwei Wochen vorbei und wir mussten uns bereits von Karin und Lars verabschieden. Viele wertvolle Tipps über Australien konnten wir von den beiden bekommen, denn auch sie sind schon viel in der Welt herum gekommen. Vor einigen Jahren, waren sie schon in Australien und nun auf dieser Reise besuchten sie Südamerika und die Südsee. Richtige Reisevögel wie wir :-)
Unser nächstes Highlight war die Tahiti Perl Regatta, davon aber in einem separaten Artikel. Soviel können wir verraten: Wir waren sehr langsam, aber es war super fun!

Jetzt geht es zuerst mal weiter in die Cook Islands (Suwarrow). Diese Insel ist unbewohnt und ist ein einziger Naturpark. Danach geht es weiter nach Niue und Tonga.

Tuamotu: Takaroa – Manihi- Ahé – Rangiroa

18. April 2010

3.4.2010 – 18.4.2010

Kurz nachdem wir am Abend des 3.4.2010 in Tahuatu (Marquesas) ablegten, hingen wir unsere zwei Schleppangeln raus und voilà, nach 10 Minuten bissen gerade gleichzeitig zwei Bonitos an!!! Unsere Fischerpechsträhne hatte somit ein Ende :-) Für die nächsten Tage gab es Fisch, Fisch, Fisch. Nach vier Nächten und drei Tagen kam am frühen Morgen Takaroa, unser erstes Atoll der Tuamotus, in Sicht. Der Blumenduft war bereits 1 sm vor dem Atoll so intensiv, dass wir das Land nicht nur sahen sondern auch rochen. Der Pass (Durchgang) um in die Lagune des Atolls zu gelangen war ziemlich schmal und machte am Ende eine 90° Kurve. Links und Rechts hatten wir die Motus (kleine Inseln) umgeben von Korallen bis an die Wasseroberfläche. Um die Sunrise und uns unversehrt und ohne Riffberührung in die Lagune und in der Lagune zu manövrieren, waren Simon und Wojtek am Bug und hielten Ausschau wegen Untiefen, Robert navigierte unseren Skipper mit Hilfe der Karten auf dem Laptop und ich behielt die Tiefe der Navigationsinstrumente im Auge. Unversehrt fuhren wir unter Motor ein und suchten unseren Weg vorbei an den Perlenfarmen und deren Bojen im Wasser zu unserem Ankerplatz. Wir machten das Dinghy klar und kundeten das Motu aus. Bei einer netten runden Frau (die Frauen sind hier alle gut genährt und keine Klappergestelle wie das „Idealbild“ bei uns, die Männer kräftig gebaut mit Tattoos) konnten wir frisches Brot kaufen und die ersten schwarzen Südseeperlen bestaunen. Zu der nahegelegenen Perlenfarm marschierte Simon und ich und platzten unangemeldet rein. Überaus freundlich wurden wir empfangen und wie selbstverständlich rumgeführt. Sie zeigten uns wie der Nukleus in die Auster implantiert wird und bei einer anderen Auster wie man die Perle heraus operiert. Wenn die Perle schön ist, wird gerade ein zweiter Nukleus, dieses Mal ein grösserer, in diese Auster implantiert und ein Jahr später hoffentlich eine grössere noch schönere und somit wertvollere Perle der Auster seziert. Zurück auf der Sunrise zogen wir unser Schnorchelequipment an und erkundetenden die nahe gelegenen Korallenköpfe. Viele farbige Fische und sogar einen kleinen Schwarzspitzen-Riffhai sahen wir. Auf dem Rückweg erspähten wir „wilde“ Austern, jedoch mit einem Seil miteinander verbunden. Kurzerhand sammelten wir diese ein und öffneten diese auf der Sunrise. Leider hatte keine der Auster eine Perle in sich versteckt.
Noch am Abend fuhren wir wieder durch den Pass. Die Strömung war nun sehr kräftig und wir flutschten fast schon nach draussen. Die Verwirbelungen im Pass sorgten für Herzklopfen. Wir legten an der Mole für die Nacht an um am nächsten Morgen ganz zeitig noch vor Sonnenaufgang das nächsten Atoll anzusegeln. Verschiedene junge Leute bestaunten unser Boot und wollten nicht mehr weg gehen. Wir waren die Attraktion, denn hier passiert nicht viel. Eine Disco gibt es nicht, lediglich eine Bar. Die nächste grössere und für die Hiesigen „grosse“ Stadt ist Papeete in Tahiti, wo die Älteren in die Schule gehen.
Nach 13 Stunden segeln erreichten wir Manihi. Trotz Gezeitentabelle war die Strömung nicht wie erwartet gering, sondern im Gegenteil sehr stark. Mit hoher Tourenzahl durchquerten wir den Pass Tairapa und segelten auf die gegenüberliegende Seite des Atolls in den Windschatten der Motus, um im ruhigen Wasser zu ankern. Weil der Ankerplatz nicht genau beschrieben war und dort wo er etwa sein sollte, viele Korallenblöcke auf dem Grund des klaren türkis-blauen Wassers sichtbar waren, fuhren wir entlang der Motus weiter bis wir einen geeigneten Platz fanden. Auf den Motus hat es nur wenige kleine Häuser, oft nur eine Village im ganzen Atoll und hier lediglich 2 Family Hotels und das Manihi Pearl Beach Resort, welches wir am nächsten Tag besichtigten. Es befindet sich an traumhafter Lage, die Gäste können zwischen Wasserbungalow und Strandbungalows mit eigenem kleinen Strand mit Hausriff perfekt zum Schnorcheln wählen. Die Preise sind jedoch gigantisch… Weil leider der Flug für Wojtek von hier nach Tahiti schon ausgebucht war, mussten wir einen Tag später bereits zum nächsten Atoll weitersegeln und konnten hier in diesem bekannten, traumhaften Atoll nicht tauchen. Lediglich 8 Stunden brauchten wir bis zum nahe gelegen Atoll Ahé. Auch dieses Mal hatten wir Gegenströmung im Pass mit Namen Reianui, jedoch nicht mehr so heftig wie auch schon. Die nun bereits geübten Augen von Simon und Wojtek lotsten uns durch das halbe Atoll bis vor die kleine Village Tenukupara, wieder ein Zungenbrecher. Beim Suchen des Ankerplatzes kam dann prompt noch Hektik auf, denn plötzlich tauchte ein riesiger Korallenkopf auf Backbord auf und trotz sofortiger Kursänderung sassen wir kurz darauf fest. Zum Glück schob uns der Wind weiter und wir konnten uns nur durch zuwarten „befreien“. Die Schraube und das Ruder blieben unversehrt.
Interessant ist hier in den Tuamotu, dass die Leute zwar einfach aber gut gekleidet sind, trotz Inselgrössen bis nur wenige Kilometer länge Pickup-Autos besitzen und zur Verwunderung von Simon jeder Teenager mit einem iPhone oder iPot mit Bose-Boxen, welche bei uns ein heiden Geld kosten, herum laufen. Es scheint somit den Leuten hier sehr gut zu gehen, was für uns natürlich sehr schön ist, denn das Boot muss man nicht abschliessen, um das Dinghy keine Angst haben und im Dunkeln kann man ohne Bedenken herum laufen.
Hier im Ahé Atolle waren nun das erste Mal auch andere Segler anzutreffen. Ein Franzose war schon vor Anker, die Tumshi aus Östereich kam am nächsten Tag. Das Ehepaar ist seit 2 Jahren auf Reisen und nun möchten Sie ihren Katamaran für 200 000 Euro verkaufen. Tja, ein bisschen viel für uns… Dann kamen auch die ersten World-ARC Boote, die Kalliope (Spanien) und Thor VI (Portugal).
Am nächsten Tag mussten wir uns bereits von Wojtek verabschieden. Robert und Reiner organisierten ihm ein Transfer für eine Flasche Whisky, wobei wir keinen an Bord hatten. Sie gaben dem Fahrer einfach einen Rum und alles war geregelt.
Auf dem Weg zum Strand erfuhren wir von den Österreichern, dass die Perlenfarm in der Nähe auch Perlen verkauft und besichtigt werden kann. Kurzum fuhren wir mit unserem Dinghy dorthin und liessen uns wieder erklären wie die Austernzucht und Perlengewinnung gemacht wird. Weil die Perlen vor Ort nicht sehr überzeugend waren, verabredeten wir uns für den nächsten Tag noch einmal und wurden so einige unsere Euros los, da niemand unser Geld in CFE (colonial francs pacific) wechseln will.
Schlussendlich kamen wir dann doch noch an den Strand und machten ein Photoshooting mit der geeigneten Bilderbuchpalme :-) , gingen Schnorcheln und wurden von den Einheimischen auf eine Trinkkokosnuss eingeladen.
Wieder in einem Nachtschlag fuhren wir zum nächsten Atoll, denn so konnten wir bei Mittagssonne aus dem Pass fahren und am nächsten Morgen bei vermutlich günstiger Tide und Tageslicht beim nächsten Pass wieder einlaufen. Dieses Mal hatte der Pass von Tiputa sogar eine Überraschung bereit. Spielende Delphine in den Wellen des Passes! Das bedeutete zwar wiederinmal mehr Strömung als wir eigentlich erhofft hatten, dafür 100te Photos mit spritzendem Wasser und hin und da ein Delphin :-) Trotz des Nachfragens bei Tauchschulen wie die Strömungen im Pass sein sollten, müssen wir festhalten, dass diese nur schwer zu berechnen sind. Es scheint, dass neben der Gezeiten die Topographie wesentlich mitspielt und somit die wahren Strömungen für unkundige wie uns nicht vorherzusagen sind. Immerhin haben wir nur einmal die Strömung mit uns gehabt und die anderen Male Gegenströmung, was einiges leichter zum Manövrieren ist.
Dann kam der grosse Tag des Tauchens. Mit Robert zusammen machten wir den ersten Tauchgang ausserhalb der Lagune. Wir tauchten auf 25m am Drop off entlang, sahen riesige Fischschärme sogar Barrakudas, einige Korallen und wieder einmal Haie. Dieses mal waren es kleine Schwarzspitzen-Riffhaie ganz am Meeresgrund und vereinzelte beim Schwimmen, jedoch mit viel Abstand zu uns, so dass Simon leider nur ein blau in blau Photo mit Umrissen eines Haies machen konnte. Beim zweiten Tauchgang am Nachmittag gingen Simon und ich dann alleine und hatten das Glück einen riesigen Tuna zu sehen! Zwei Napoleon Fische kreuzten unseren Weg und eine Muräne guckte aus einer Koralle heraus. Dann liessen wir uns von der Strömung durch den Pass treiben und als der Canyon kam, tauchten wir wie Profis hinab und erkundeten diesen. Zwei Haie scheuchten wir leider auf. Weil die eine Mittaucherin einiges zu viel Luft brauchte, war der Tauchgang bereits nach 42 Minuten zu Ende, denn sobald wir wieder aus dem Canyon in den Pass hinauftauchten, erfasste uns die Strömung und wir tauchten als Gruppe zusammen auf, um vom Speedboat aufgelesen zu werden. Der Tauchgang, die Fauna und Flora, ist nicht mit denen des Roten Meeres oder Bonaire zu vergleichen. Hier lebt alles von den grossen Tieren und den Zufällen, was gerade vorbei schwimmt. Am Ankerplatz hatten wir das Glück zweimal von der Sunrise aus einen kleinen Manta-Rochen zu sehen. Von anderen Tauchern hörten wir, dass zum Teil die Delphine mit den blubbernden Tauchern spielen wollen. Weil kurz vor unserem Tauchgang der riesige Frachter Aranui ausgelaufen war, sank die Wahrscheinlichkeit rapide, die Delphine auch unter Wasser zu treffen.
Wir verbrachten zwei weitere gemütliche Tage mit dem Besuch der Village, Unterwasserschiff putzen, Homepage updaten und wieder einmal eMails empfangen und schreiben. Dann kam die Zeit uns auf den Weg nach Tahiti zu machen. Wir müssen einen Segelmacher finden, denn der Genaker ist ja noch immer kaputt und die neue Crew kommt dort in einer Woche an. Wieder liegen 3 Tage non-stop segeln mit Nachtschichten vor uns. Auch wenn es anstrengend ist, gefällt es uns sehr so zu reisen. Die Zeiten sind klar, wann wer am Ruder steht und daneben wird gekocht, abgewaschen, Segel gesetzt oder geborgen, gerefft, gelesen, geschlafen, die Wellen angestarrt und das Leben genossen :-)

Marquesas: Hiva Oa und Tahuata

15. April 2010

30.3.2010 bis 3.4.2010

Nach den gesegelten 2765 sm und motorten 267 sm wurden wir herzlich mit Blumenkranz in der Bucht von Atuona auf der Insel Hiva Oa auf den Marquesas begrüsst. Am Abend gönnten wir uns ein Essen bei Alexandre. Er hat ein Haus auf der Anhöhe mit Swimmingpool, „Döggelikaschte“, Billiardtisch und serviert ein einfaches, jedoch hervorragendes Essen mit Salat, Rindfleisch und Dessert. Manuel überraschte uns mit einem auf der Überfahrt geschriebenem Gedicht (siehe unten). Wie konnte es auch anders sein, alle Gäste waren von der ARC Flotte und so konnten wir uns über das Geschehene updaten. Nicht viele hatten das Glück auf der Übefahrt Fische zu fangen, einige verloren, wie wir, ganze Angelleinen, weil die Fische zu gross waren. Zum Glück hatte niemand grössere Probleme und alle sind heil angekommen. Einige sind sogar schon über eine Woche vor uns angekommen und bereits am Auskundschaften von anderen Inseln.
Am nächsten Tag putzten wir die Sunrise und weil die Bewilligung zum zollfreien Tanken noch nicht vorlag, nahmen wir das Dorf unter die Lupe. Drei Einkaufsläden gibt es, eine Boutique mit teuren aber sehr schönen Souveniers, Mangos an den Bäumen zum Pflücken, das Gaugin Museum und viele super nette Leute. Das Abschieds-Abendessen nahmen wir im gediegenen Pearl Lodge Restaurant zu uns, wo zu unserer Verwunderung Manuel und Wojtek seit der Ankunft auch logierten. Leider kam uns anderen diese Hotelübernachtungen der beiden komisch vor. Wie auch immer, wir hatten eine super Zeit auf dem Pazifik und möchten dem Skipper Wolfgang danken! Wir wären sehr gerne mit dir weiter in die Tuamotu und nach Tahiti gesegelt.
Am nächsten Tag sassen wir dann ohne Skipper auf der Sunrise, weil Reiner leider erst einen Flug für den nächsten Tag gebucht hatte. Alles kein Problem, Wojtek warf seine Angel aus, wir spielten Karte und voilà etwas hat angebissen. Tja, leider ein kleiner Schwarzspitzen-Hai, den wir natürlich unter fachmännischer-Bimini-Haiforschungs-Methode in die Freiheit entliessen.
Dann kam der 1. April: Kein Scherz, dies ist geschehen:
Wir fuhren nichts ahnend mit dem Dinghi an die Mole. Zwei Kanadier sassen auf ihrer Yacht und winkten uns zu sich. Sie informierten uns, dass die Yacht vor unserer Bucht einen Ruderbruch hat und sie deshalb den Anker geworfen haben. Auf Kanal 16 rufen sie um Hilfe. Weil ihr Schiff zu klein sei um zu helfen, baten die zwei Kanadier uns, ob wir die Yacht da draussen vielleicht abschleppen könnten. Nun wir waren ja noch ohne Skipper und beschlossen deshalb die Einheimischen an der Mole zu informieren. Somit wurde die Gendamerie kontaktiert und nach einer Stunde kam ein Feuerwehrauto mit einem Mann angerollt. Weil die Feuerwehr jedoch kein Schiff hat, ging alles noch ein bisschen länger: Letztendlich wurden Simon und ich aufgefordert mit dem Fischerboot und dem Feuerwehrmann raus zu fahren, denn die nahmen an, dass wir die Leute der Harmony, so hiess die Yacht in Not, kennen. Wie auch immer es stellte sich heraus, dass wir sehr wohl helfen konnten, denn die Crew auf der Harmony war froh nicht französisch Sprechen zu müssen. Dazu kam, dass beim Herunterlassen des Ankers die Ankerwinch kaputt ging und ca. 120 m Kette rausratterte und nun von Hand wieder eingeholt werden musste. Wie wir später erfuhren waren die Armen bereits 35 Tage auf See und weil sie sich verschätzt haben hatten sie keine Esswaren mehr und lebten seit kurzem von Popcorn und Bier. Somit waren die Kräfte langsam verschwunden und Simon hüpfte mit einer 2-Meter-Welle von dem einem auf das andere Schiff und half den Anker zu bergen. Nach grössten Anstrengungen war dann der Anker endlich oben und wir konnten die Harmony mit dem Fischerboot in den „Hafen“ schleppen. Hier liessen wir den Anker wieder runter und konnten endlich ausatmen. Zwei Kisten Bier, eine für den Feuerwehrmann, eine für die Fischer und das finanzielle war geregelt. Wir erfuhren, dass der Eigener das Schiff in Mexiko gekauft hat und nun mit seinen zwei Mitseglern auf dem Weg nach Hause Richtung Australien ist. Vielleicht treffen wir sie ja wieder…
Zurück auf der Sunrise erwarteten wir nun unseren Skipper Reiner. Kaum an Bord, ging Reiner seine E-Mail bei einem Einheimischen checken, denn das WiFi ist auf der Insel nicht sehr verbreitet. Noch bevor Reiner zurück kam, meldete sich Thetis auf Kanal 70 um uns zu informieren, dass ihr Motor nicht mehr funktioniert und sie deshalb unter Segel in den Bucht einlaufen werden. Wenige Minuten später der nächste Funkspruch: sie treiben auf die Klippen zu und brauchen unsere Hilfe. Weil unser Skipper Reiner noch immer nicht an Bord war, zögerten wir und teilten unser Dilemma mit. „Any help is appriciated“`! Wir hoben den Buganker, Robert fuhr mit dem Dinghi Reiner holen der mittlerweile an der Mole stand, Heckanker wurde mit Fender markiert und los. Simon fuhr die Sunrise aus der Bucht auf direktem Weg zur Thetis. Paul hielt bereits eine Leine in der Hand um diese uns zuzuwerfen. Zum Glück ein guter Wurf und ich konnte die Leine um die Winch legen und festmachen. Da die Leine aber zu kurz war und die Spannung mit den zwei Meter hohen Wellen zu gross wurde, knallte es. Zu diesem Zeitpunkt waren wir glücklicherweise bereits in einem guten Abstand zu den gefährlichen Klippen. Zweiter Versuch, neue längere Leine, wieder ein super Wurf nur kamen die beiden Boote immer näher zueinander und die Thetis touchierte uns leicht auf Backbord. Zum Glück waren aber keine Hände dazwischen und lediglich die Reeling hat sich ein wenig verschoben und womöglich wurden die Dichtungen beschädigt. Auch das Satellitentelefon funktioniert noch, wobei die Antenne ziemlich verbogen wurde. Wie auch immer, langsam aber stetig schleppten wir die doch einiges grössere Thetis (55 ft und 35 t vs. 43 ft und 12 t) sicher in die Bucht. Es stellte sich heraus, dass der Motor ausfiel, weil wohl der „Schlamm“ im Tank bei der notfallmässigen Rückfahrt von der südlichen Insel vor zwei Tagen die Leitungen verstopft hat. Notfallmässig: Patrick, der Schweizer auf der Thetis, hat sich beim Öffnen einer Kokusnuss mit der Machette den Finger abgehackt und musste schnellstmöglich nach Hiva Oa gebracht werden und danach nach Papetee, Tahiti, geflogen werden. Weil der ganze Transport länger benötigte, konnte sein Finger leider nicht gerettet werden. Er wurde jedoch im Spital in Papetee professionell versorgt und hat bereits angekündigt, auf der Thetis weiter um die Welt segeln zu wollen.
Wir rundeten den Abend noch mit einem Besuch beim Tätowierer ab. Wie ihr vielleicht wisst, wurde das Tätowieren in den Marquesas „erfunden“ und somit war es nahe liegend, ein Original machen zu lassen. Wir suchten beide ein passendes Motiv und besprachen es mit dem Tätowierer. Er zeichnete es uns mit Filzstift auf die Haut und wir konnten uns das erst mal ansehen. Wenig später war Simon stolzer neuer Besitzer eines coolen polynesischen Hai-Tatoos. Mir war das ganze zu gross und als ganzes nicht überzeugend, somit ist mein Knöchel weiterhin lediglich braungebrannt.
Dann kam der grosse Tag und wir segelten auf die nächste Insel namens Tahuata, was soviel wie Sunrise bedeutet. Dort trafen wir einige ARC Yachten und vernahmen bereits das nächste Missgeschick: Klaus von der Thetis wollte mit seinem Dinghy an den Strand fahren und Überschlug sich in der Brandung. Zum Glück hat er sich lediglich die Schulter geprellt und der Dinghymotor ist auch schon wieder fahrtüchtig.
Am Abend wurden alle zum Sundowner auf den Katamaran Jeannius eingeladen und wir konnten bekannte und neue Gesichter treffen. Das Mädchen der Yacht Ronya hielten ein Ständchen und wurde von einem Mitsegler auf der Ukulele begleitet. Diese Unterhaltungseinlagen waren die Highlights sogar während der Pazifiküberquerung, nur konnten wir auf dem SSB-Funk nichts empfangen und verpassten es somit. Bei mir kam gerade Lagerfeuerstimmung auf…
Am nächsten Tag putzten wir das Unterwasserschiff. Ich tauchte dazu mit Reiners Equipment bis die Flasche fast leer war und Simon und Wojtek übten sich im Luftanhalten und Schrubben.
Am Abend ging es dann bereits weiter Richtung Tuamotu, die traumhaften pazifischen Atolle!

Abschlussrede von Manuel

15. April 2010

SUNRISE: S.echs U.ngewaschene N.achtwächter R.eisten I.n S.ensationellen E.tmalen

Auf geht’s nach Galapagos!
Am Sonntag geht die Rally los.

Dreitausend Meilen vor der Brust…
Selbst schuld! Wir ham’s vorher gewusst.

Doch langsam – erstmal Flüge buchen.
Am Airport dann das erste Fluchen:

Der Flug gecancelt – was ist das?
Erdbeben in Chile. Ich werd’ blass.

Die LAN fliegt nicht, doch Iberia.
So komm’ ich bis Madrid – hurra!

Doch erstmal ein Stop am Security-Check
Wegen Brotbackmischung im Gepäck.

„Was woll’n Sie mit so viel Mehl beim Segeln?“
Verdacht auf Sprengstoff – das muss man regeln.

Drei Flüge dann und Stunden später:
Der Skipper wird zum Attentäter.

Was reimt sich am besten auf „Gepäck“?
Ich frag mal Wolfgang. Der meint: „weg!“

Die Tierwelt von Galapagos
ist artenreich und bunt und groß.

Tortugas, Pelikan und Hai
und Lonesome George ist mit dabei.

Der Wojtek holt sich ’nen Sonnenbrand
mit dem Umriss von Marquesa-Land.

Ein Blick nach oben – die Luft wird dicker:
Am Masttopp fehlt uns der Verklicker.

Der Proviant in voller Planung.
Wo das Gepäck ist? – „Keine Ahnung!“

Zum Schnorcheltrip um vier Uhr dreißig.
Auf Benzin im Tank, da scheiß ich.

Beim Dinghyfahren lernt man viel:
Auch Paddeln bring dich an dein Ziel.

Der Skipper findet’s trotzdem toll,
denn sein Gepäck ist jetzt beim Zoll.

Apropos: Was reimt sich auf „Ziel“?
Zurück geht’s nach Guayaquil.

So. Durchatmen. Fertig. Aber guck:
Die Leitung hat noch zu viel Druck.

Wer kennt sich aus mit unserm Gas?
Butan? Propan? Was für ein Spaß.

Und was gibt’s nicht in Guayaquil?
Ein für uns passendes Ventil!

Bei Rückkehr dann hundert Dollar
für Lonesome George, den er nie sah.

So, los jetzt! Alle Segel hoch!
Den Startschuss hör’n wir gerade noch.

Wir nehmen’s sportlich, aber fair
und fahr’n den andern hinterher.

In einer sternenklaren Nacht:
Erst hat’s gebremst, dann hat’s gekracht.

Dann hat’s gezogen und gezischt –
die Meere sind eh überfischt.

So zerr’n wir an den Fischernetzen
und unser Kiel reißt sie in Fetzen.

Ein Rettungskragen musste schon
vor drei Jahren zur Inspektion.

Jetzt platzt er mit ’nem lauten POPP
rund herum um meinen Kopp.

Am nächsten Tag: Der Wind bläst fest,
da kommt die Stiftung Warentest

an Bord und findet: unser Baum
vom Spinnaker, der ist ein Traum.

Nur tauchen mag das Segel nicht.
Der Baum verbiegt sich, doch es bricht

der Hals erst viele Tage später.
Und dann das Fall. Mit viel Gezeter

kommt das Teil zurück in seinen Schlauch,
auf dem wir stehen… Wir können auch

zum Glück den Schmetterling.
Das is ja’n Ding.

Dann in der Nacht ein Attentat:
Das Bimini trifft Wolfgang hart.

Trotz allem eine neue Zahl:
1 – 7 – 6. Rekord-Etmal!

Die Decke fällt uns auf den Kopp.
Paar Schrauben, Tape – ein leichter Job.

Unser Gemüse frisst der Schimmel.
Ein Regenbogen spannt am Himmel,

darunter ein Ozean voll Fisch.
Kein einziger auf unserm Tisch.

Die Situation wird immer blöder:
Wir woll’n den Fisch – er nur die Köder.

Der Ofen wird heut’ eh nicht heiß:
Im Mehl sind Käfer – so ein Mist.

Scharf Ausguck halten in der Nacht
nach ’nem Container. Wär’ doch gelacht,

wenn wir den nicht auch noch treffen,
also Ruder hart und reffen

Kurs 2 – 4 – 0 auf Position…
Glück gehabt – er treibt davon.

Meile um Meile zieht vorbei
durch das Wellen-Einerlei.

Wachwechsel. Frühstück. So ein Hohn:
Genau hier war’n wir gestern schon.

Wellen, Wolken, Sonnenlicht.
Abwechslung gibt’s hier wohl nicht?!

„Habt ihr die Langeweile satt?“
Hmja – und zack! ist die Maschine platt.

Der Proviant wird auch nicht mehr.
Was eignet sich noch zum Verzehr?

Ein Thunfisch, notfalls auch ein Hai.
Doch kein Fisch (schon gar nicht zwei)

findet unsere Köder heiß,
darum gibt’s heut’ wieder Mais.

Die Koje fault – ach, was ist das denn?
Ein Leck ganz vorn am Kettenkasten!

Und gleich das nächste Hindernis:
Der Gennaker hat einen Riss.

Da! Endlich! Ein Fisch an der Leine.
Doch der hat Federn und zwei Beine.

Wir zücken Messer schon und Gabel,
doch die Beute bleibt im Schnabel.

Wird wohl wieder nix mit Squid
mit Reis, Limette und Pomm-Frit.

Das alles ist mir jetzt egal,
so wie der Wind und das Etmal

und all das E.T.A.-Kalkül.
Denn für mich war der Weg das Ziel.

Besten Dank an Käpt’n Krause!
Trotz wenig Schlaf und Mittagspause

brachtest du uns heil ins Ziel
mit Kompetenz, Gespür und Stil.

Und an euch beiden aus der Schwyz:
“Always fair winds and following seas!“,

auch wenn wir uns nie wieder seh’n.
Das war der März Zweitausendzehn.

Und war mein Text auch schräg und grässlich:
Der Törn an sich bleibt unvergesslich.

Inspiriert vom Südpazifik und niedergeschrieben von Manuel Miserok, 24.3.2010

Transpazifik: Galapagos – Marquesas

31. März 2010

7.3.2010 bis 29.3.2010

Voller Erwartung hoben wir den Anker kurz vor 12h und segelten über die Startlinie der World ARC. Vor uns lag der grosse Pazifik, 3000 sm bis zum nächsten Land. Bereits am zweiten Tag sahen wir wie erwartet kein anderes Schiff mehr am Horizont. Dafür besuchten uns am dritten Tag schon Delphine und auch eine Schildkröte tauchte kurz neben der „Sunrise“ auf. Einige Tage später sahen wir sogar die Rückenflossen eines Haies parallel zu uns vorbei schwimmen. Wir waren in voller Fahrt und konnten natürlich nicht hinein springen um die Art zu bestimmen :-) In der ersten Woche segelten wir täglich um 150 sm, Rekord war 176 sm! Die Krängung war zum Teil ziemlich stark und alles an Bord musste richtig verstaut sein, damit nichts herum fliegen konnte. In der einen Nacht wurden wir immer wieder abrupt von Fischernetzen gebremst, da diese nicht wie üblich genug tief im Wasser ausgelegt waren und wir uns deshalb darin verfingen. Leider war die einzige Möglichkeit die Netze loszuwerden, diese durchzuschneiden um wieder Fahrt aufzunehmen.
Uns fiel auf, dass das Leuchtplankton nun auf dieser Strecke im Pazifik einiges weniger vorkam, als noch von La Libertad in die Galapagos. Dafür verirrten sich ständig kleine Squids (Tintenfische) und fliegende Fische auf Deck. Letztere kommen in Massen und allen möglichen Grössen vor. Der Kleinste war lediglich 1 cm gross und der Grösse über 15cm. Auf den gemeinsamen Nachtwachen bestaunten wir den herrlichen Sternenhimmel der Südhalbkugel und schmiedeten unsere Zukunftspläne :-)
Eine riesige Überraschung bescherte uns eine grandiose Delphin-Schule von etwa 200 Tieren an einem frühen Morgen noch vor dem Frühstück. Rings um die „Sunrise“ sprangen die eleganten Meeressäuger akrobatisch aus dem Wasser. Während mehreren Minuten bestaunten wir das Spektakel und so schnell wie sie gekommen waren, verschwanden sie auch wieder.
Dann kam die Woche der Flauten. Bereits wurden erste Bedenken geäussert, dass wir womöglich nicht rechtzeitig in den Marquesas ankommen werden, damit Wolfgang und Manuel den Rückflug am 31.3.2010 bekommen können. Es lagen jedoch noch zwei Wochen vor uns und da kann bekanntlich viel passieren. Wenig Wind von achtern (hinten) bedeutete, dass es Zeit für den neuen extra für diese Pazifiküberquerung angeschafften Genacker war. Dieses riesige Segel von 120 m² wird vor dem Schiff am Genackerbaum (unten) und Genackerfall (oben) montiert und verleiht dem Schiff den erwünschten Vortrieb trotz wenig Wind. Nun der Wind ist aber nicht immer konstant und somit wurden bei der nächsten Böe der Genacker in den Wellen gebadet und wie wir später feststellen, wurde dabei der Genackerbaum ziemlich verbogen. Schnell wurde eine andere Möglichkeit zum Festmachen des Genackers gefunden und wir konnten dieses Segel weiterhin bis zum Ende der zweiter Woche benutzen. Dann riss aber das Genackerfall und das ganze Segel fiel ins Meer! Durch schnelles Handeln der ganzen Crew konnten wir den Genacker bergen, bevor er sich in der Motorschraube verfing. Leider mussten wir beim Hissen feststellen, dass der Genacker trotzdem Schaden genommen hatte. Ein ca. 15 cm grosser Triangel und mehrere kleine Risse machten es unmöglich das Segel selber zu reparieren und auf der weiteren Fahrt wieder zu gebrauchen. Wir hoffen der Segelmacher in Tahiti kann es richten. Ohne dieses Passat-Segel griffen wir nun auf die bewährte Methode des Schmetterling-Segelns zurück. Genua (Vorsegel) auf der einen Seite und das Gross (Hinteres Segel) auf der anderen Seite setzen, denn der Wind kam weiterhin von achtern. Teilweise tümpelten wir mit lediglich 2 kn Fahrt auf dem Pazifik herum und hatten genügend Zeit Bücher zu lesen, Karten zu spielen oder zu Fischen. Das Fischen stellte sich leider als sehr unergiebig heraus. Obwohl wir auf der kurzen Strecke von 540 sm von La Libertad in die Galapagos drei Fische aus dem Pazifik zogen wollte nun bei 6facher Länge einfach kein Fisch auf unserem Teller landen. Zweimal war einer am Haken und konnte sich aber wieder befreien. Zwei Fischerleinen verloren wir ohne den Übeltäter überhaupt zu sehen. Sogar ein Tölpel war so angetan von unserem Köder, dass er diesen attackierte und prompt mit dem Schnabel sich im Haken verfing. Wojtek befreite den armen zitternden Vogel. Wir können uns beim besten Willen nicht erklären, warum wir unsern Menüplan nicht mit einer Fischvariation verfeinern „durften“ :-(
In der Mitte der Reise stellten wir fest, dass wir eine Maus an Bord haben. Diese liebte es in der Nachtwache die Schokolade aller alleine zu verzehren. Weil trotz Ansprechen der „Schokoladen-Problematik“ das Naschen nicht ausblieb wurde eine Massnahme ergriffen: Während dem Schlaf der Maus wurde der Rest der angebrochenen Schokoladentafen von der Crew verzehrt. Die letzte Schokolade wurde dann mit Zustimmung aller zur „Land in Sicht“-Schokolade erkoren und mit Freuden am 29.3.2010 nach dem Frühstück weggeputzt.
Nach 22 Tagen 4 Stunden und 3032 sm segelten wir über die imaginäre Zielline, welche bereits einen Tag zuvor aufgehoben wurde, denn die World-ARC-Verantwortlichen haben nicht mit mehr als 21 Tagen Fahrt gerechnet… Zu unserem Trost waren wir nicht die Einzigen, welche unter „did not finish“ klassifiziert wurden.
Den Pazifik, der Stille Ozean, haben wir als diesen kennen gelernt. Zeitweise hatten wir auch ziemlich hohe Wellen und bis zu 30 kn Wind, jedoch im Grossen und Ganzen nicht mit der Atlantiküberquerung zu vergleichen. Es war eine super Zeit mit unserem Skipper Wolfgang und der Crew. Leider verlassen uns Wolfang und Manuel, denn sie erwischen den Flieger trotz anfänglichen Bedenken noch.
Nun freuen wir uns auf ein paar Tage Erholung in den Marquesas und dem anschliessenden Weitersegeln in die Tuamotus, Tahiti und weiter Richtung Westen…

Quito – La Libertad – San Cristobal – Santa Cruz

07. März 2010

13.2.2010 – 7.3.2010

Am 13. Februar flogen wir von Miami nach Quito, Equador, und verbrachten einen angenehmen Abend auf der gemütlichen Dachterasse des Hostel „Secret Garden“. Bereits am nächsten Morgen flogen wir weiter nach Guayaquil, wo das Abenteuer „Equador“ begann. Der Kauf eines Bustickets nach La Libertad stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn es war Karneval und es schien, alle Jungen Leute wollen nach Salinas, was genau ein Städchen weiter wie unser Reiseziel ist. Mit schummeln und einigen Brocken Spanisch ergatterten wir uns zwei Bustickets. Jedoch fuhr der Bus bereits schon 2 Minuten später. So kam es, dass wir aufgefordert wurden mit Sack und Pack quer durch den riesigen Busbahnhof zu rennen. Als wir beim richtigen Abfahrtsort ankamen war natürlich der Bus noch nicht da :-) Als er kam quetschten sich alle hinein und es ging los… leider nur nur einige Meter und dann hiess es der Bus habe eine Panne, bitte alle aussteigen. Tja, was genau los war konnten wir nicht verstehen, jedoch warteten wir geduldig mit den Einheimischen auf Ersatz. Als dann eine Stunde später ein Bus von der gleichen Firma kam, stürmten die Leute den Bus und sagten dem Buschauffeur, er müsse uns nach La Libertad bringen.
Nach 10 Minuten Fahrt knallte es an die Scheiben und die Frau hinter uns war platsch nass: Ein Wasserballon flog durch das offene Fenster. Einige Sekunden später der nächste, jedoch nun mit Dreck gefüllt… Tja, es stinkte nun heftig und die Fenster wurden vorsichtshalber geschlossen und die Saune ohne Air-Condition begann. Zum Glück waren wir schnell ausserhalb der Stadt und die Fenster konnten wieder geöffnet werden. Erst am nächsten Tag erfuhren wir, dass während dem Karneval sehr oft die Busse spasseshalber „abgeschossen“ werden. Es ist wohl Karneval-Braucch, sich mit Schaum und Wasserballonen zu bewerfen.
In La Libertad angekommen hüpften wir aus dem Bus, suchten ein Taxi und fuhren in den gut bewachten Puerto Lucia Yacht Club. Nach kurzem Suchen fanden wir unser neues Heim, die „Sunrise“, jedoch verschlossen. Wir nahmen eine Dusche und gönnten uns ein kaltes Bier/Cola am Pool. Bereits kam Reiner, unser neuer Skipper, von seiner Regenwaldtour zurück und auch Thomas, der bereits seit Panama mit Reiner an Bord war, kam von seinem Mehrtagestrip zurück. Wir plauderten noch eine Weile und gingen dann in „unsere“ Bugkoje.
Noch in La Libertad trafen wir Klaus von der Thetis, um mit ihm die Pazifiküberquerung und die Fahrt von Tahiti bis Australien zu besprechen. Leider teilte er uns mit, dass er nun bereits schon einen anderen Schweizer gefunden hat und wir wegen Platzmangels bei ihm nicht mitsegeln können. Sehr betrübt und verwirrt kehrten wir auf die Sunrise zurück, denn wir meinten eigentlich die Strecke von Tahiti bis Australien sei definitiv abgemacht, nur die Pazifiküberquerung sei noch hängig. Wie auch immer, wir mussten uns anderweitig umschauen und in Galapagos alles regeln.
Am nächsten Nachmittag kamen dann auch noch Mario und Flo, zwei Sportstudenten aus Köln, an Bord. Somit war die Crew komplett, die Besorgungen wurden gemacht und wir konnten 3 Tage später die 540 sm bis Galapagos in Angriff nehmen.
Am 18.2.2010 pünktlich um 12 Uhr fiel der Startschuss der Teilstrecke von La Libertad nach San Cristobal, Galapagos im Rahmen der Word ARC. Dies ist eine Rally für Fahrtensegler und so ausgelegt, dass es möglich ist in 15 Monaten mit dem Segelschiff um die Welt zu segeln. Ca. 30 Schiffe machen mit und das Ganze ist von einem super sympathischen Betreuerteam professionell organisiert. Sicherheitsaspekte sowie praktische Hilfen wie zum Beispiel die Einreiseformalitäten werden in Skippermeetings besprochen.
Bereits am 2. Tag fingen wir unsere erste Goldmakrele. Einen Tag später die Zweite und kurz darauf noch einen Bonito :-) Der Fischschmaus konnte also beginnen. Am 22.2.2010 um 11 Uhr nach 3 Tagen und 11 Stunden flitzten wir über die Ziellinie und wurden zweit Letzte. :-)
San Cristobal ist super! Die Seelöwen liegen bequem auf den Booten herum und man muss schauen, dass sie nicht bis ins Cockpit klettern. Nach 3-stündiger Wartezeit für das Einreisen, weil gerade Siesta war, konnten wir endlich an Land und kamen gerade rechtzeitig für den World ARC Apéro.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Insel und besuchten als erstes das Interpretation Center. Interessante Dinge über die Entstehung der Galapagos und die Tierwelt waren anschaulich beschrieben und verschiedene Wege führten zu den Stränden und Aussichtsplattformen. Die riesigen Fregattvögel beobachteten wir beim eleganten Fliegen, Seelöwen beim Spielen im Wasser, einen Meeresleguan am faulenzen auf einem warmen Stein und unerschrockene Darwin-Finken sassen auf dem Weg. Die Tierwelt ist sehr zutraulich und bewegen sich erst im letzten Moment von der Stelle, denn niemand bedroht sie. Hohe Strafen werden fürs Anfassen von Seelöwen erhoben.
Am Strand vor der Universität von Galapagos wurden wir von einem Equadorianer über unsere Reise interviewed. Er dreht einen kurzen Film über die Besucher von Galapagos und war von unserer Geschichte fasziniert. Am nächsten Tag machten wir mit Reiner und Thomas eine Insel-Taxi-Tour. Wir krakselten auf einen Vulkan, besuchten eine Schildkrötenaufzuchtstation, bestaunten ein riesiges Baumhaus und schnorchelten an der Beach von Loberia, wo sich Seehunde im Wasser tummelten. Eigentlich wollten wir auch noch auf dieser ersten Insel tauchen, doch leider fanden wir keine Tauchschule, die genügend Leute zusammenbrachte und so vertrösteten wir uns auf das Tauchen in Santa Cruz in den nächsten Tagen.
Am 27.2.2010 sassen wir gemütlich beim Frühstück und machten uns bereit um nach Santa Cruz zu segeln. Da schrie eine Frau von einem wegfahrenden Boot zu uns herüber, dass ein Tsunami in 2-3 Stunden erwartet wird und wir aus dem Hafen verschwinden sollen. Wir machten unser Funk an und erfuhren so, dass ein Tsunami für Galapagos erwartet wird und alle Boote in das sichere tiefe Wasser fahren sollen. Schneller als normal legten wir deshalb ab und segelten nach Santa Cruz immer mit einem Ohr am Radio um hoffentlich genaueres erfahren zu können. Es stellte sich heraus, dass die Höhe der „Welle“ in Galapagos lediglich 2 cm betragen soll und somit nicht einmal an Land wahrgenommen werden konnte. Jedoch waren die Strömungen im Hafen von Santa Cruz ganz verrückt und die Tsunamiauswirkungen verursachten durch das Aneinanderprallen von zwei World ARC Schiffen hohen Sachschaden. Der eine Eigner war auf einer 5-Tages-Tour und weil der Motor seiner Yacht noch nicht repariert war ,konnten die Leute an Bord nicht auslaufen und wurden auf den Berg von Santa Cruz mit der hiesigen Bevölkerung evakuiert. Auf dem zweiten Boot entschied sich die Familie nach Rücksprache mit dem Norwegischen Konsulat die für die Familie sicherere Variante auf den Berg zu steigen und das Schiff gut verankert zurück zu lassen. Dass die Boote aber zu nahe beieinander waren oder kamen, wurde erst nachher mit dem Sachschaden ersichtlich. Zum Glück hat sich aber keine Person verletzt oder war je in Gefahr, nein es gab sogar welche, die das ganze Spektakel im Hotel verschlafen hatten.
Als sich dann die ganze Situation wieder beruhigt hatte wollten wir natürlich noch tauchen gehen. Beim Check Dive des ersten Tauchgangs sahen wir bereits 2 Adlerrochen und ein Seelöwe tümmelte sich mit uns im Wasser. Der Tauchgang „Gorden Rocks“ war nicht so spektakulär wie gehofft, denn eigentich sollte es dort viele Hammerhaie geben, jedoch liess sich keiner blicken. Wir hatten aber das Glück Weiss-Spitzenriffhaie, Galapagos-Haie und Schildkröten zu sehen. Als wir uns wieder an Bord des Tauchbootes gehievt hatten, erfuhren wir, dass die Ranger uns wegen mangelnder Taucherlaubnis der Tauchschule wieder nach Hause schicken. Tja, wir waren natürlich alle sauer und wollten die Hälfte unseres Geldes zurück.
Mit den ARC Leuten besuchten wir die Isla Isabella und bestaunten dort das erste Mal die kleinen schwarz-weissen Galapagos-Pinguine:-) und hunderte von Meeresleguanen.
Nun war der Tag des Skipperwechsels gekommen. Reiner verabschiedete sich für drei Wochen. Er wird in den Marquesas wieder zusteigen und Wolfgang kam an Bord. Mit ihm kamen Manuel und Woytek. Alle von der Sportuni in Köln, wobei Woytek Student ist und die beiden anderen Dozenten. Interessanter Hinweis für Sportinteressierte: Wojtek ist Paralympic Goldmedaillen Gewinner in Weitsprung, 100 und 200m. Der sechste Mann an Bord ist Robert aus Österreich. Nun haben wir den Grosseinkauf für die nächsten 3 Wochen gemacht und alles mögliche organisiert.
Simon und ich wagten zum Abschluss auf den Galapagos nochmals einen Tauchtag mit einer anderen Tauchschule. Den ersten Tauchgang machten wir wieder bei Gorden Rocks. Schon kurz nach dem Abtauchen flogen 6 Adlerrochen an uns vorbei, Schildkröten begrüssten uns und einige Weiss-Spitzenriffhaie liessen sich photographieren. Dann kam er: Der Hammerhai :-) Graziös schwamm er vorbei und wir staunten. Wir waren schon bereits nach dem ersten Tauchgang so happy, dass wir dachten, das kann nicht getopt werden…aber es kam anders. Der rasante Driftdive mit etlichen Weiss-Spitzenriffhaien, die sich posend vor die Linse legten, folgte die Begegnung mit einem Manta-Rochen. Mit ca. 6m Spannweite und seiner schwarz-weissen Bauchmusterung faszinierte er uns so sehr, dass wir aufpassen mussten von der Gruppe durch die Strömung nicht getrennt zu werden. Das Tauchen war somit ein voller Erfolg! Die Tierwelt auf Galapagos ist einfach genial!
Wir haben es mit dem neuen Skipper Wolfgang und der Crew sehr gut und freuen uns nun auf die 3-wöchige Überfahrt zu den Marquesas. Unsere Ozeanüberquerung könnt ihr diesmal live verfolgen: auf der Website der World ARC werden alle Positionen der teilnehmenden Schiffe dargestellt. Somit wisst ihr sogar noch vor uns, wie gut wir im Rennen liegen.

Tsunami auf Galapagos – 2 cm

28. Februar 2010

Der Artikel über Galapagos muss noch ein wenig warten. Aber hier ganz aktuell einige Infos über den heutigen Tag:
Morgen um halb sieben sassen wir gemütlich beim Frühstück und sahen, dass alle Boote die Bucht verliessen. Wir dachten uns nix böses, da ohnehin alle ARC-Boote heute weiter nach Santa Cruz (Galapagos) fahren wollten. Ein Katamaran machte uns freundlicherweise auf die Tsunami-Warnung aufmerksam. Über Funk erfuhren wir, dass wir noch ca. 2-3 Stunden Zeit haben, bis der Tsunami, entstanden vor Chile durch ein Erdbeben, bei uns ankommen wird. Da wir natürlich nicht wussten, wie stark der Tsunami ausfallen würde, machten wir uns gemütlich auf den Weg: Zuerst mal fertig essen, dann klar Schiff (alles festmachen und fürs Segeln vorbereiten), und fuhren dann los. Wir waren ziemlich schnell in tiefem Wasser, wo uns die drohende Welle nich erreichen konnte. Da draussen erfuhren wir dann über Funk, dass die Chilenischen Behörden für Galapagos eine Wellenhöhe von ca. 2 Centimeter berechnet haben. Somit segelten wir entspannt weiter nach Santa Cruz und sind hier wohlbehalten angekommen.
Schäden hat an einigen Booten trotzdem gegeben: Die lagen in der Bucht und erfuhren trotz wenig Welle (ca 1 Meter in der Hafenbucht) eine ganz komische Strömung und stiessen mit anderen ankernden Booten zusammen. Aber das war alles nichts ernstes: es gab halt ein paar Kratzer und Dellen.
Wir geniessen weiterhin unbeschwert unsere Reise.
Bericht und Photos folgen bald.

Grenada – Bonita Springs

25. Februar 2010

7. – 13.2.2010

Von Bonaire flogen wir über Curacao und Trinidad nach Grenada, wo wir eine Nacht im Ressort „Le Phare Bleu“ übernachteten. Dieter Burkhalter kam uns persönlich am Flughafen abholen und fuhr uns in seine und Jana Canigas Marina mit 2 Restaurants (eines auf dem Schwedischen Schiff mit Leuchtturm „Västra Banken“) und 11 super schönen romantisch eingerichteten Villen. Beim gemütlichen Nachtessen erfuhren wir vieles über den Kauf der Bucht, Bau der Marina und dem Ressort und wie es ist als Schweizer in Grenada zu leben. Dieter zeigte uns das genial renovierte Leuchtturmschiff mit Restaurant und Duschen für die Yachtis und dem Marina Office. Nach einer romantischen Nacht im Himmelbett chauffierte und Dieter frühmorgens wieder an den Flughafen und wir flogen nach Miami zu Götti Kurt und Lesley.
Als erstes fuhren wir gerade zum Ocean Drive an der Miami Beach und gönnten uns einen amerikanischen Snack, der zum füllenden Mittagessen wurde. Nachdem wir ein neues Spielzeug für Simon, den iPod touch gegen seinen alten iPod mit kaputtem Akku eingetauscht hatten, fuhren wir nach Bonita Springs. Begeistert vom geschmackvoll eingerichteten Haus mit Whirlpool, begehbaren Schränken und einem riesigen Fernseher fielen wir müde ins Gästebett.
Florida ist ja bekannt für die grossen Seekühe und somit machten wir uns sogleich auf die Eco-Boat-Tour um die Manatees zu sehen. Bereits nach einer Minute konnten wir den ersten zauberhaften Manatee bestaunen und wir versuchten diesen im trüben Wasser zu photographieren. Der am Strand sonnenbadende Alligator war einiges einfacher abzuknipsen. Von den 2 Amerikanerinnen an Bord erfuhren wir, dass unweit ein kleiner Weg von dem Highway wegführt und an einem kleinen See endet, wo meistens Alligatoren und andere Tiere zu sehen sind. Natürlich probierten wir unser Glück weitere Alligatoren in den Everglades zu finden. Einen kleinen und einen grossen Alligator sichteten wir in sicherer Distanz. Auch ein Eichhörnchen flitzte vorbei, nur Schlangen konnten wir nicht finden. Am Abend gab es ein köstliches Fondue amerikanischer Art mit Äpfeln.
An einem anderen Tag gingen wir mit Götti Kurt und Lesley auf Ihr Motorboot „Stingray“. Es war ein phantastischer Tag! Wir sahen bereits in den Mangroven die ersten Delphine und als Simon raus auf den Golf von Mexico fuhr, schwammen nochmals Delphine vorbei. Bei der Einfahrt in das Backwater überraschten uns wieder Delphine. Darauf ankerten wir um gemütlich den mitgebrachten Lunch zu essen und fuhren dann mit Silvia-speed weiter in die Mangroven. Wir konnten unser Glück nicht fassen als wieder Delphine auftauchten und herum tollten. Mit roten Köpfen, trotz bedecktem Himmel und nur 15°C, schlemmten wir im Italiener mit Aussicht auf die Kanäle ein hervorragendes Nachtessen. Sandra, eine Freundin von Götti Kurt und Lesley, und teilweise auch die beiden Jungs quetschten uns während dem Abendessen über unsere Reise aus und wir erzählten natürlich gerne über das bereits Erlebte.
Am letzten Tag machten wir noch die letzten Besorgungen für die Weiterreise und genossen den Abend bei einem gemütlichen BBQ.
Vielen herzlichen Dank an Götti Kurt und Lesley für die super Woche bei Euch im kalten Florida :-)

Bonaire

07. Februar 2010

25.1 – 7.2.2010

Wie könnte es anders sein… Bonaire, Niederländische Antillen, hat uns wiederum in den Bann gezogen, denn hier haben wir uns vor 3 Jahren verlobt. Für zwei Wochen wohnten wir im Studio von Hans und Jannie, unsere holländischen Freunde, welche wir in Ägypten im Awlad Baraka Camp in Marsa Alam im 2004 kennen lernten. Wir genossen mit ihnen das Entsalzen im Swimmingpool und die anschliessenden Gespräche beim Sundowner, die Tauchgänge mit Hans und das Warten mit Jannie bei Ol Blue und Karpata, die gemütlichen Nachtessen auf der Veranda, den lustigen Scoppa-Spielabend, das Erkunden der Strände im Süden, wir bestaunten das Blow Hole an der Ostküste und genossen das köstliche Abendessen im „It Rains Fishes“.
Wegen der in Massen neu auftretenden, räuberischen Feuerfischen in den Riffen um Bonaire, welche keine eigenen Feinde haben und alle kleinen Fische auffressen, startete STINAPA und CIEE, zwei non-profit Organisationen, den Workshop „How to catch and kill the lion fish!“ um die Balance wieder herzustellen (Feuerfische sind im Indopazifik zu Hause). Einige Volunteers (vorallem auf Bonaire residierenede Ausländer) und wir lernten wie diese Tiere mit den giftigen Stacheln während eines Tauchgangs gefangen werden können und sicher vom Riff entfernt werden. Leider haben wir nur bei unserem ersten Tauchgang vor dem Workshop einen solchen Fisch gesehen und bei den weiteren Tauchgängen lediglich die von anderen Tauchern angebrachten Markierungen. So konnten wir das Gelernte nicht in der Praxis anwenden :-(
Den Washington Slagbaai Nationalpark besuchten wir an einem tauchfreien Tag mit „unserem“ Auto. Wir wurden durchgeschüttelt, bestaunten die pinken Flamingos beim Fressen, Pelikane beim Fliegen und der French Angel Fish liess nicht lange auf sich warten, als wir an der Beach von Wayaka einen Erfischungsbadestopp einlegten. Kurz nach dem Ausgang des Parks sahen wir dann auch noch einen der grossen Leguane beim Sonnenbaden auf einem Gebüsch.
Weil Silvia dummerweise in der Mitte der zweiten Woche eine selbstdiagnostizierte, beginnende Gehörgangsentzündung bekam, konnten wir nicht mehr tauchen und widmeten uns intensiver der Jobsuche. Wir trafen verschiedene Personen bei CIEE und STINAPA. Mit Handkuss würden sie uns umgehend anstellen, denn Forschungsfragen und Arbeit sind sehr viel vorhanden, jedoch fehlt das Geld – wie immer! Die Option ist nun offen, dass wir ein eigenes Projekt lancieren und dafür die Gelder selbst besorgen. Die Idee hier in Bonaire zu verweilen, interessante Forschung mit Fachleuten zu machen und die Atmosphäre der Karibik täglich zu spüren, ist sehr verlockend. Diese Möglichkeit lassen wir uns offen und wer weiss, vielleicht kommen wir früher als dieses Mal wieder nach Bonaire um als Meeresbiologen zu forschen.

Bonaire ist eine wunderschöne Insel, das Tauchen ist super und Hans und Jannie geniale Gastgeber!